Forschung zum chinesischen Recht

Forschung zum chinesischen Recht

Angesichts der heutigen Stellung Chinas ist profundes Wissen über das chinesische Zivilrecht unverzichtbar. Das Kompetenzzentrum sieht seine Aufgabe darin, diese Rechtsmaterie systematisch zu erforschen und über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg zu vermitteln.

Im Zentrum der aktuellen Forschungsarbeit stehen die rechtlichen Rahmenbedingungen für die privaten und geschäftlichen Beziehungen von Menschen und Unternehmen in einer der dynamischsten Umgebungen der Welt. Der Wandel Chinas von einem sozialistischen zu einem marktorientierten Wirtschaftssystem, die Eingliederung in die globalen Kapital- und Warenströme, der zunehmende Wohlstand von Millionen von Menschen, das Spannungsfeld zwischen Öffnung und Abgrenzung gegenüber dem Rest der Welt, stellen Staat und Gesellschaft Chinas vor große Herausforderungen. Das Kompetenzzentrum dokumentiert, wie sich das chinesische Privatrecht unter dem Eindruck dieser Herausforderungen fortentwickelt, indem es aus der kontinentaleuropäischen Rechtstradition bekannte Konzepte teilweise übernimmt, teilweise den eigenen Bedürfnissen anpasst und zunehmend auch ganz neue Wege geht.


Forschungsschwerpunkte

Um nach dem Rechtsnihilismus der Kulturrevolution wieder rechtliche Grundlagen zu schaffen, regelte die Volksrepublik China zunächst einzelne Rechtsgebiete durch die Verabschiedung von Einzelgesetzen. Das gegenwärtige Kodifikationsvorhaben auf Grundlage der Rechtsetzung und Praxiserfahrung der vergangenen Jahrzehnte soll 2020 in den Erlass eines einheitlichen Zivilgesetzbuches münden. Da die Rechtsentwicklung in der Volksrepublik China immer noch in hohem Maß durch die Rezeption kontinentaleuropäischen Zivilrechts geprägt und insbesondere auch durch das Vorbild des deutschen bürgerlichen Rechtes beeinflusst wird, ergibt sich ein aufschlussreiches Feld für die rechtsvergleichende Arbeit. mehr
Unter der Flagge eines Sozialismus chinesischer Prägung beschreitet die Volksrepublik China neue Wege bei der Rechtsdurchsetzung. Einerseits will die chinesische Regierung mit der Einführung eines sozialen Bonitätssystems einen Anreiz für das Befolgen gesetzlicher Regelungen schaffen. Andererseits setzt der chinesische Gesetzgeber auf die kollektive Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche. mehr
Seit dem Inkrafttreten des Allgemeinen Teils des Zivilrechts in 2017 unterteilt das chinesische Recht Körperschaften des Privatrechts in gewinnorientierte und nichtgewinnorientierte Organisationen. Diese sehr modern anmutende Einteilung privatrechtlicher Körperschaften wirft eine Reihe von Forschungsfragen auf, denen das Kompetenzzentrum nachgeht. mehr

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