Symposium aktuelle Entwicklungen im japanischen Recht

„Japan: Responsibility and Liability of Digital Platforms, Corporate Law Reform and Profitability, Mediation in internationalen Kindschaftskonflikten“

  • Datum: 25.03.2019
  • Uhrzeit: 17:00

Das halbtägige Symposium hat die im Jahr 2013 etablierte jährliche Veranstaltungsreihe des Instituts „Aktuelle Entwicklungen im japanischen Recht“ fortgesetzt. Die Moderation lag in den Händen von Harald Baum (Leiter des Kompetenzzentrums Japan am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht) und Moritz Bälz (Goethe Universität Frankfurt).

Als Erstes gab Professor Souichirou Kozuka (Gakushūin Universität, Tōkyō) einen Überblick über die Versuche in Japan, eine stärkere Verantwortung und Verantwortlichkeit für die großen Internetplattformen wie Google, Amazon, Facebook und Apple aus den USA (GAFA) und Baidu, Alibaba und Tencent aus China (BAT) zu etablieren. Während letztere bislang in Europa nur eine untergeordnete Rolle spielen, stehen sie in Japan bereits im Fokus der Regulierung. Der Referent betonte die Schwierigkeiten, die sich aus der Unschärfe des Begriffs der digitalen Plattform ergäben. Einerseits wolle der japanische Staat die Nutzung selbiger im Rahmen der sog. „sharing economy“ fördern, während andererseits die Marktmacht der großen Internetplattformen Sorge bereite.

Der anschließende Vortrag von Professor Akira Tokutsu (Tōhoku Universität, Sendai) widmete sich der umstrittenen Frage, ob die jüngsten Reformen der Corporate Governance die Profitabilität japanischer Unternehmen gesteigert hätten. Ein zentrales Ziel der japanischen Regierung sei es, mithilfe der Reformen die Risikobereitschaft japanischer Manager zu fördern, um auf diese Weise die Unternehmensgewinne zu erhöhen. Dieser Ansatz stehe im Gegensatz zu einschlägigen regulatorischen Maßnahmen in Europa in Folge der Globalen Finanzkrise, bei denen es namentlich im Bereich des Finanzwesens darum gegangen sei, das Eingehen unternehmerischer Risiken zu kontrollieren und zu begrenzen.

Das dritte Referat, das gemeinsam von Dr. Eva Schwittek (Rechtsanwältin und zertifizierte Mediatorin, Frankfurt am Main) und Christian von Baumbach (Freier Mediator, Berlin) bestritten wurde, thematisierte die wachsende Bedeutung der Mediation zur Lösung internationaler Kindschaftskonflikte zwischen Japan und Deutschland und stellte die japanbezogenen Aktivitäten des International Mediation Centre for Family Conflict and Child Abduction (MiKK) vor.

Die Referate werden in der Zeitschrift für Japanisches Recht Nr. 48 (2019) veröffentlicht werden.

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