Podiumsdiskussion »Der Code des Kapitals« mit Katharina Pistor, Hans-Bernd Schäfer und Ralf Michaels

  • Datum: 11.05.2021
  • Uhrzeit: 18:00
  • Ort: Online-Veranstaltung

Kapital ist das bestimmende Merkmal moderner Volkswirtschaften; spätestens seit Thomas Pikettys Buch über „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ ist auch seine Rolle bei der sozialen Ungleichheit in aller Munde. Aber was verwandelt bloßen Reichtum in ein Kapital, das automatisch mehr Reichtum schafft?

In ihrem Buch „Der Code des Kapitals: Wie das Recht Reichtum und Ungleichheit schafft“ (Suhrkamp, 2020), erklärt Rechtsprofessorin Katharina Pistor die Entstehung von Kapital als einen juristischen Prozess, in dem Vermögenswerte durch Mittel des Privatrechts in Kapital transformiert werden. Anhand von Beispielen aus Geschichte und Gegenwart beschreibt und analysiert Pistor wie Anwälte, Kanzleien und Rechtsfirmen alle denkbaren Güter - Naturgüter ebenso wie Ideen, Wissen oder Chancen, Bodenschätze, Gemeingüter wie Wasser oder selbst Hypothekenkredite - über entwickelte „Rechtsmodule“ in frei bewegliches Kapital verwandeln und ihren Mandanten, häufig Kapitalgesellschaften, über das Recht Privilegien verschaffen. Nach Pistor „codiert“ das Recht so selektiv bestimmte Vermögenswerte und stattet sie mit der Fähigkeit aus, privaten Reichtum zu schützen und zu produzieren. Pistor kritisiert, dass damit das Privatrecht als vermeintlich neutraler Rahmen wirtschaftlichen Handelns letztlich zur Quelle sich verschärfender Ungleichheiten wird. 

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht sollen Pistors Thesen besprochen werden. Es diskutieren die Autorin Prof. Dr. Katharina Pistor (Edwin B. Parker Professor of Comparative Law und Direktorin des Center on Global Legal Transformation an der Law School der Columbia University in New York), Prof. Dr. Hans-Bernd Schäfer (Affiliate Professor an der Bucerius Law School in Hamburg) und Institutsdirektor Prof. Dr. Ralf Michaels. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Hamburger Institut für Sozialforschung statt.

 

Die Podiumsdiskussion findet online über Zoom statt. Bitte melden Sie sich bis Montag, den 10. Mai 2021 mit diesem LINK zur Veranstaltung an. Die Zugangsdaten senden wir Ihnen am Montag, den 10. Mai 2021 zu.

Die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzrichtlinie von Zoom finden Sie hier und hier

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