Konrad-Zweigert-Stipendiat Ivan Sukhorukov im Gespräch
Ivan Sukhorukov forscht rechtsvergleichend im europäischen sowie im globalen Kontext. Derzeit ist er Dokotorand an der litauischen Mykolas Romeris University und der französischen Université Savoie Mont Blanc. Er hat an beiden Universitäten bereits den Doppelabschluss Master of Laws erworben. Seinen Bachelor of Law erlangte er an der Yaroslav Mudryi National Law University im ukrainischen Charkiw. Vom 1. Juli bis zum 30. September 2026 forscht er als Konrad-Zweigert-Stipendiat am Institut.
Artikel 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) garantiert das Recht auf ein faires Verfahren. Dieses muss insbesondere auch durch die Beweisaufnahme gewährleistet werden. In seinem Dissertationsprojekt geht Sukhorukov der Frage nach, wie die in Artikel 6 EMRK beschriebenen Rechte geschützt werden können, wenn sich die zur Klärung eines Rechtsstreits erforderlichen Beweismittel im Ausland befinden.
Aktuell untersucht er, welche Rolle die grenzüberschreitende Beweisaufnahme für die Gewährleistung des Rechts auf ein faires Verfahren in zivil- und wirtschaftsrechtlichen Rechtsstreitigkeiten spielt. „Ich möchte einen theoretischen Bezugsrahmen definieren, der als Orientierung für die Verpflichtung der beteiligten Staaten zur Zusammenarbeit dient.“
Auf dieser Grundlage will er im nächsten Schritt die drei wichtigsten internationalen Regelungswerke einer vergleichenden Analyse unterziehen, um das wirksamste Modell für die grenzüberschreitende Beweisaufnahme zu ermitteln. Konkret handelt es sich dabei um die EU-Beweisaufnahmeverordnung (EuBVO 2020/1783), das Haager Beweisaufnahme-Übereinkommen (HBÜ) von 1970 sowie das Interamerikanische Übereinkommen über die Beweisaufnahme im Ausland von 1975. Abschließend will er den Blick in die Zukunft richten und neue Entwicklungen im Bereich der grenzüberschreitenden Beweisaufnahme innerhalb der EU genauer beleuchten.
Für Sukhorukow ist es selbstverständlich, über nationale Grenzen hinweg zu forschen. Er hat seine gesamte juristische Ausbildung in englischer Sprache absolviert und engagiert sich aktiv für studentische Aktivitäten als Coach und Richter bei internationalen Moot Court Wettbewerben, wie dem Philip C. Jessup International Law Moot Court. Zuletzt hat er das Team der Mykolas Romeris University bis in die mündliche Finalrunde des Helga Pedersen Moot Courts in Straßburg gecoacht. Seine Zeit in Hamburg nutzt er auch zum Austausch mit anderen Gastforschenden und den Wissenschaftler*innen des Instituts. Einige Thesen seiner aktuellen Foschung wird er demnächst im wöchentlich stattfindenden Diskussionsformat „Conflicts Club“ vorstellen.
Bildnachweis: © Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht / Johanna Detering












