Voluntary Sterilisation. Legal Approaches in Comparative Perspective
Projektzeitraum: 2026-2028
Freiwillige Sterilisationen gelten in vielen Gesellschaften als problematisch. Vorbehalte äußern sich in kulturellen und religiösen Tabus, in standesethischer Ablehnung und schließlich in staatlichen Rechten. Aber wie begründen Rechtsordnungen heute eigentlich, dass die Rechtmäßigkeit von Sterilisationen mehr voraussetzt als den eigenen, ernsthaften Willen?
Mit diesem rechtsvergleichenden Forschungsprojekt wollen wir exemplarisch aufklären, auf welche Weise Rechtsordnungen freiwillige Sterilisationen regulieren. Hier gilt es zunächst, in dem bislang kaum vergleichend erforschten und schwer zugänglichen Feld einen präziseren Überblick über die angewandten rechtlichen Instrumente und ihre Legitimationen zu gewinnen. Dazu werden wir sowohl über verschiedene Kontinente hinweg einen „klassischen“ Rechtsvergleich zwischen den betrachteten Rechtsordnungen vornehmen, als auch rechtsintern vergleichen und danach fragen, wie freiwillige Sterilisationen jeweils im Vergleich mit anderen medizinischen Behandlungen reguliert sind. Auf diese Weise werden wir auch näheren Aufschluss darüber erhalten können, inwieweit und welche überindividuellen Ordnungsvorstellungen bei der Regulierung von freiwilliger Sterilisation eine Rolle spielen.