Familienrechte in Bewegung

Familienrechte in Bewegung

Wie kaum ein anderes Rechtsgebiet wird das Familienrecht als veränderliches Recht wahrgenommen. Heutiges Familienrecht ist bewegliches und bewegtes Recht. Wir wollen möglichen Mustern und Mechaniken dieser Bewegungen auf die Spur kommen.


Projekte

Entwickeln sich die europäischen Familienrechte auf eine Weise, die sich in den soziologischen Vorhersagen zur Moderne hält? Um diese Frage zu beantworten, sind Familienrechte in mehrere Richtungen zu sichten. Zunächst bedarf es einer Bestandsaufnahme: Worin sind Familienrechte „modern“ im gesellschaftstheoretischen Sinn, und worin auch nicht? mehr
Körperliche Selbstbestimmung gilt als Menschenrecht. Dennoch war körperliche Selbstbestimmung niemals ein gleiches Recht aller Menschen, sondern ein Recht mit Abstufungen. Für Kinder und Betreute ist körperliche Selbstbestimmung bis heute ein anderes Recht als für „normale“ Erwachsene. mehr
Kein Gebiet des Bürgerlichen Rechts hat sich seit 1900 so sehr verändert wie das Familienrecht. Ist die Geschichte vom Wandel des privaten Familienrechts zugleich eine Geschichte der Dekodifikation? Im Rückblick auf 125 Jahre BGB wird untersucht, was der fundamentale und vielfältige Wandel des Familienrechts für das Kodifikationsverständnis bedeutet. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das Familienrecht vom ursprünglichen Kodifikationsanspruch des Vierten Buchs durch Sondergesetzgebung, richterliche Regelbildung oder lebenswirkliche Veränderungen abgerückt ist. mehr
Immer wieder haben sich Gesellschaften dafür entschieden, rechtliche Verwandtschaft auf zwei Arten zu begründen: einerseits durch Abstammung, andererseits durch Adoption. Dieses Muster begegnet schon im römischen Recht, und es hat seinen Weg in die heutigen Kodifikationen des europäischen Kontinents, die Rechtsordnungen des Common Law und in viele weitere Rechte gefunden. Aber was ist es eigentlich genau, was Rechtsordnungen mit der Unterscheidung zwischen Abstammung und Adoption verbinden? mehr
Japan und Deutschland erleben demographische Strukturveränderungen durch Alterung und Geburtenrückgang. Wir wollen vergleichend sichten, wie sich diese Veränderungen auf Rechtsvorstellungen auswirken und welche Rolle Recht in Japan und Deutschland bei der Bewältigung dieser Veränderungen spielt. mehr
Das deutsche Vormundschaftsrecht erlebt mit der Reform aus dem Jahr 2021 zum 1.1.2023 einen Strukturwandel. Dieses Forschungsvorhaben unternimmt es, Ausmaß und Anliegen dieses Strukturwandels aufzunehmen und zu analysieren. mehr
Das Familienrecht ist eng mit dem Recht der Staatsangehörigkeit verflochten. Insbesondere knüpft die Staatsangehörigkeit einer Person an ihre Abstammung an. Für Gesetzgeber und Rechtsanwendung stellt sich damit die Aufgabe, Rechtsgebiete aufeinander abzustimmen, die jeweils eigenen Dynamiken unterliegen. Hinzu kommt gerade in Staatsangehörigkeitsfragen häufig eine internationale Dimension, so dass Abstimmungsbedarf mit den verschiedenen Familienrechten anderer Länder die Komplexität noch erhöht. mehr
Wenn Rechtsordnungen Hilfeleistungen vorschnell als Gefälligkeiten einordnen, können Rechtsschutzerwartungen enttäuscht werden. Umgekehrt kann sich Recht als dysfunktional erweisen, wenn es die Schwelle zum Vertrag (zu) niedrig ansetzt. Mit diesem Forschungsvorhaben sollen die Regelungsstrategien von Rechtsordnungen in der Reaktion auf Gefälligkeiten systematisiert und analysiert werden. mehr
Rechtsordnungen, die Adoptionen eröffnen, ermöglichen damit die rechtliche Re-Definition von Familie. Das ist nicht selbstverständlich. Der Blick durch die Zeiten und um die Welt konfrontiert mit einer unübersichtlichen Vielfalt an Haltungen und Rechtsvorstellungen zur Adoption. mehr


Abgeschlossene Projekte

Obwohl Geschwister zum engsten Familienkreis zählen, hat sich die Familienrechtswissenschaft bislang nur wenig für ihre Rechtsstellung interessiert. Diese Lücke soll mit diesem interdisziplinären Forschungsprojekt sowohl sichtbar gemacht als auch geschlossen werden. mehr
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