Geschichte des Lateinamerikareferats

Das Lateinamerikareferat kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Ursprünglich Teil des Spanien-Referats, wurde es als selbständiges Referat 1971 von Jürgen Samtlebennach nach seiner Rückkehr von einem Postgraduiertenstudium an der Universidade de São Paulo begründet.

Der Aufbau des Referats war verbunden mit einem systematischen Ausbau der Bibliotheksbestände zum lateinamerikanischen Recht, die bis heute das Institut zu einem Anziehungspunkt für in- und ausländische Gastwissenschaftler - auch aus Lateinamerika - machen. Jürgen Samtleben widmete sich vor allem der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Internationalen Privatrechts Lateinamerikas und begleitete den historischen Geburtsprozess des Mercosur intensiv. Eine Auswahl seiner wichtigsten Forschungsarbeiten wurde 2010 in einem Sammelband veröffentlicht.

In der Nachfolge Jürgen Samtlebens übernahm 2004 Jan Peter Schmidt die Leitung des Referats. Schmidt stellte die Erforschung der Privatrechtstradition der lateinamerikanischen Länder und ihrer Beeinflussung durch europäische Vorbilder in den Mittelpunkt seiner Forschung. Seine 2009 vorgelegte Dissertation Zivilrechtskodifikation in Brasilien befasst sich intensiv mit der 2002 erfolgten vollumfänglichen Novellierung des brasilianischen Zivilgesetzbuches und ist die erste umfassende Arbeit zu diesem Thema in deutscher Sprache. Seit 2011 verfasste Schmidt verschiedene Studien zum Erbrecht, Familienrecht und Vertragsrecht der lateinamerikanischen Staaten.

Von 2012 bis 2014 leitete Tilman Quarch das Lateinamerikareferat. Er befasste sich u.a. mit brasilianischem Patentrecht sowie Investitionsschutzrecht und wirkte an der rechtsvergleichenden Aktualisierung des Hauptwerkes des brasilianischen Juristen Pontes de Miranda mit.

Nachdem das Lateinamerikareferat 2015/2016 übergangsweise von Anton Geier geleitet wurde, liegt es seit 2017 in der Händen von Denise Wiedemann.

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