Aktionärsaktivismus in Japan und darüber hinaus

26. Mai 2026

Theoretisch wirkt sich Aktionärsaktivismus positiv auf die Unternehmensführung aus, indem er den Unternehmenswert steigert, was sich in höheren Aktienkursen widerspiegelt. Gleichzeitig kann er jedoch zu „Short-termism“ führen und die langfristige Strategie von Unternehmen beeinträchtigen. Ein neues Sonderheft der Zeitschrift für Japanisches Recht/Journal of Japanese Law (ZJapanR/J.Japan.L.) untersucht den Aktionärsaktivismus aus vergleichender Perspektive.

Das System der Corporate Governance hat in den letzten zehn Jahren in vielen großen Rechtsordnungen erhebliche Veränderungen erfahren. Auf dem europäischen Kontinent und in Japan ist das System der stabilen Beteiligungsverhältnisse inzwischen weitgehend verschwunden. Ähnlich wie in den USA beteiligen sich Investmentfonds inzwischen auch in diesen Ländern aktiver an der Unternehmensführung börsennotierter Gesellschaften. Aktionärsaktivismus ist somit heute in allen großen Volkswirtschaften ein relevanter Faktor. Insbesondere in Japan ist die Tätigkeit von aktiven Fonds seit Ende der 2010er Jahre auffällig geworden. Eine Reihe von Streitigkeiten zwischen aktiven Fonds, Zielunternehmen und deren Aktionären hat die japanischen Gerichte erreicht.

Die versammelten Beiträge sind erweiterte, überarbeitete Fassungen der Vorträge, die auf der im März 2025 an der Goethe-Universität Frankfurt veranstalteten Konferenz „Shareholder Activism in Japan, the EU, the UK and the US“ gehalten wurden. Sie untersuchen die aktuelle Situation aus einer vergleichenden Perspektive und zeigen auf, dass die Debatte über die Vor- und Nachteile aktivistischer Investoren in den verschiedenen Rechtsordnungen starke Ähnlichkeiten aufweist. Ihre umfassende Gegenüberstellung macht deutlich, dass aktivistisches Investieren in einem dynamischen Umfeld stattfindet, das stark von den jeweiligen rechtlichen, politischen und kulturellen Rahmenbedingungen abhängt und somit vielfältige Möglichkeiten für die zukünftige Forschung bietet.


Der Band ist auch als Online-Publikation im Open Access erschienen.

Hiroshi Oda, Moritz Bälz, Harald Baum (Hrsg.), Shareholder Activism in Japan and Beyond (ZJapanR/J.Japan.L. – Sonderhefte/Special Issues, 18), Carl Heymanns Verlag, Köln 2026, V + 163 S.





Bildnachweis:
 © Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht

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