Jan Peter Schmidt von der Universität Regensburg habilitiert

30. September 2020

Priv.-Doz. Dr. Jan Peter Schmidt, wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist im September 2020 von der Universität Regensburg habilitiert worden. Er erhielt die venia legendi für die Fächer Bürgerliches Recht, Rechtsvergleichung, Internationales Privatrecht, Rechtsgeschichte und Europäisches Privatrecht.

Jan Peter Schmidt studierte Rechtswissenschaften an der Universität Konstanz und an der Universidad Complutense in Madrid. Er ist seit 2004 am Institut tätig, wo er bis 2011 das Lateinamerika-Referat leitete. Für seine Dissertation mit dem Titel „Zivilrechtskodifikation in Brasilien: Strukturfragen und Regelungsprobleme in historisch-vergleichender Perspektive“ wurde er 2009 mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet. Derzeit leitet er am Institut das Kompetenzzentrum für die Anwendung ausländischen Rechts.

In seiner Habilitationsschrift untersucht Jan Peter Schmidt die Abwicklung von Erbschaften in historisch-vergleichender Perspektive. Im Mittelpunkt seiner Betrachtung steht nicht die Frage „Wer erbt?“, sondern das, was er die Vollzugsdimension des Erbrechts nennt, also die Herbeiführung der angestrebten Verteilungsergebnisse. Schmidt zeigt, zu welchen Zielkonflikten es insbesondere beim Umgang mit Nachlassverbindlichkeiten kommt und wie der Versuch ihrer Bewältigung im deutschen Recht zu einer überaus komplexen und oft kritisierten Regelung der „Erbenhaftung“ geführt hat. Seine Erkenntnisse führen nicht nur zu einem besseren Verständnis der Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den europäischen Rechtsordnungen, sondern können auch einer künftigen Reform des BGB wichtige Impulse liefern.

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