
100 Jahre MPI – 40 Jahre Verein der Freunde: Gemeinsame Geschichte(n)
Symposium zum Jahrestreffen des Vereins der Freunde
- Datum: 26.06.2026
- Uhrzeit: 14:30 - 18:00
- Ort: Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht
Im Zeichen des doppelten Jubiläums
Mit dem Symposium „100 Jahre MPI – 40 Jahre Verein der Freunde: Gemeinsame Geschichte(n)“ gestaltete der Verein der Freunde unseres Instituts in diesem Jubiläumsjahr ein besonderes Jahrestreffen. Die neuen Vorstandsmitglieder Jennifer Trinks und Walter Doralt begrüßten am 26. Juni 2026 rund 80 Freundinnen, Freunde, Ehemalige und Mitarbeitende des Instituts zu einem Nachmittag voller Geschichte und Geschichten über das Institut und seine beiden namensgebenden Fächer – die Rechtsvergleichung und das Internationale Privatrecht.
Jasper Kunstreich vom Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie untersuchte in seinem Vortrag eine bedeutsame Episode in der Geschichte des Instituts: Er fokussierte sich auf die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, in der Institutsgründer Ernst Rabel, der 1937 aus seinem Amt gedrängt worden und 1939 in die USA emigriert war, an das Institut zurückkehren wollte. Unter dem Titel Wiedergutmachung? Ernst Rabel und das Institut nach 1945 zeichnete Kunstreich mit vielen spannenden Zeitdokumenten die Geschichte des Versuchs einer Wiedergutmachung nach, die letztendlich nur teilweise erfolgreich verlief: Ernst Rabel kehrte zwar an das Institut zurück, wurde aber nicht wieder dessen Direktor.
Wie stark war der Einfluss des Nationalsozialismus auf das Internationale Privatrecht (IPR)? Diese Frage stand im Zentrum des Vortrages von Institutsdirektor Ralf Michaels. In seinem Vortrag „Fern von den Stürmen des Tages“? Kollisionsrecht im Nationalsozialismus und die Zeitschrift für ausländisches unter internationales Privatrecht hinterfragte Michaels die verbreitete Annahme, das IPR sei eine „technische Disziplin“ – und damit unpolitisch. Hierfür untersuchte er verschiedene Autoren und Veröffentlichungen der Zeit und nahm die Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht, die 1927 am Institut gegründet wurde und heute Rabels Zeitschrift heißt, unter die Lupe.
Mathias Reimann von der University of Michigan Law School lieferte unter dem Vortragstitel „Es ist wie ins Gebirge kommen“, der sich an ein Zitat des Institutsgründers Ernst Rabel anlehnt, einen Überblick über 100 Jahre Rechtsvergleichung am Institut. Er zeichnete in seinem Vortrag die Höhen und Tiefen der Rechtsvergleichung am Institut nach: Von der erfolgreichen Gründungsphase unter der Leitung von Ernst Rabel über den wissenschaftlichen Niedergang während der Zeit des Dritten Reiches, den allmählichen Wiederaufbau in Hamburg bis hin zum „Aufstieg zur Weltklasse“ unter Direktor Konrad Zweigert. Sein abschließendes Resümee war der Auftakt für eine lebhafte Diskussion.
Der Verein der Freunde des Hamburger Max-Planck-Instituts wurde 1986 anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Instituts gegründet. Er steht allen Ehemaligen sowie Freundinnen und Freunden des Instituts offen. Der Verein hält das enorme Netzwerk des Instituts lebendig und unterstützt wissenschaftliche Aktivitäten des Instituts. Außerdem veranstaltet er jedes Jahr ein Symposium mit anschließender Netzwerkveranstaltung. Alle, die sich mit dem Institut verbunden fühlen und diese Verbundenheit pflegen möchte, sind herzlich eingeladen, Mitglieder zu werden!
Mehr Informationen unter: Freunde des MPI
























