Fashion’s PLACE - Private International Law and Circular Economy

Fashion’s PLACE - Private International Law and Circular Economy

Gemeinsame Förderung durch DFG und AHRC für ein Projekt von Forscher*innen des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht und der Universität Edinburgh


Die Modeindustrie basiert bislang überwiegend auf einem linearen Wirtschaftsmodell, das erhebliche Umweltbelastungen und Ressourcenverluste verursacht. Kreislaufwirtschaftsmodelle bieten das Potenzial, Wertschöpfung und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden. Die wirksame Umsetzung diese Modelle erfordert jedoch eine tragfähige rechtliche Infrastruktur. „Fashion’s PLACE“ ist ein dreijähriges Forschungsprojekt, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Arts and Humanities Research Council (AHRC) gefördert wird. Es beginnt im Februar 2026 und untersucht, wie (internationales) Privatrecht neu ausgerichtet werden kann, um den Übergang zu einer zirkulären Modewirtschaft strukturell zu unterstützen.

Die Modeindustrie ist weltweit durch besonders ressourcen- und emissionsintensive Produktions- und Konsummuster geprägt, die unsere Umwelt stark belasten. Ihr bislang dominierendes Wirtschaftsmodell folgt einer linearen Struktur: Rohstoffe werden entnommen, zu Produkten verarbeitet, verkauft, genutzt und schließlich entsorgt. Dieses Modell begünstigt Ressourcenverschwendung, hohe Abfallaufkommen und vertieft bestehende globale Ungleichheiten.

Vor diesem Hintergrund gewinnen Konzepte der Kreislaufwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Sie haben das Potential, Nachhaltigkeit ohne signifikante Wertschöpfungseinbuße zu fördern, indem Materialien möglichst lange im Umlauf gehalten, wiederverwendet oder recycelt werden. Obwohl Unternehmen zunehmend entsprechende Geschäftsmodelle erproben, fehlt es bislang an einer rechtlichen Infrastruktur, die diesen strukturellen Wandel entsprechend unterstützt. Gerade weil zirkuläre Geschäftsmodelle auf (transnationalen) vertraglichen Beziehungen und Eigentum beruhen – also auf klassischen Instrumenten des Privatrechts –, kommt der rechtlichen Ausgestaltung des (Internationalen) Privatrechts eine zentrale Rolle zu.

Seit Februar 2026 untersucht das Forschungsprojekt „Fashion's PLACE“ (Private International Law and Circular Economy), welche Rolle und Steuerungsfunktion dem Privatrecht sowie dem Internationalen Privatrecht innerhalb der Modeindustrie zukommen und inwiefern diese Rechtsbereiche weiterentwickelt werden können, um den Übergang von einer linearen zu einer zirkulären Wirtschaft zu ermöglichen. Methodisch verfolgt das Projekt einen vergleichenden, dogmatischen und interdisziplinären Ansatz und integriert neben juristischen Analysen auch ökonomische Perspektiven sowie branchenspezifische Initiativen. Die Finanzierung durch die DFG und den AHRC ermöglicht es dem Projektteam, sich in den nächsten drei Jahren mit einem breiten internationalen Netzwerk von Forscher*innen und Interessengruppen auszutauschen und Konferenzen sowie Treffen mit Interessengruppen zu organisieren.


Publikationen

Verónica Ruiz Abou-Nigm, Antonia Sommerfeld, Circular Fashion and Legal Design: Weaving Circular Economy Threads into International Contracts, IE Law School, José María Cervelló Chair-website (Working Paper IE Law School, AJ8-288-I), 2024, 35 S., https://catedracervello.ie.edu/wp-content/uploads/sites/570/2024/12/AJ8-288-I.pdf, 07.11.2024.

Preise

José María Cervelló Business Law Prize für Antonia Sommerfeld und Verónica Ruiz Abou-Nigm

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