
6. jurOA-Tagung:
„Weiter auf dem Weg zu Open Science: Wie und was kann Rechtswissenschaft beitragen?“
- Beginn: 27.08.2026
- Ende: 28.08.2026
- Ort: Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht
Am 19.10.2018 wurde in Frankfurt/M. das Netzwerk Open Access für die Rechtswissenschaft (jurOA) gegründet. Ihm gehören Vertreter*innen aus Wissenschaft, Verlags- und Bibliothekswesen sowie der Forschungsförderung an. jurOA hat ein Tagungsformat etabliert, bei dem alle zwei Jahre grundsätzliche und aktuelle Fragen im Themenfeld Open Access in der Rechtswissenschaft aus deutscher, Schweizer und österreichischer Perspektive diskutiert und wegweisende Projekte vorgestellt werden.
Die 6. jurOA-Tagung wird am 27. und 28.08.2026 in Hamburg durch das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht ausgerichtet und ist erneut dem andauernden Transformationsprozess der Rechtswissenschaft – über Open Access zu Open Science – gewidmet.
Wir laden Sie herzlich ein, sich bis zum 1. Juli 2026 über unser Registrierungsportal zur 6. jurOA-Tagung anzumelden. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Die Tagung befasst sich mit sichtbaren Erfolgen und fortbestehenden systemischen Hindernissen auf dem Weg zur Öffnung der juristischen Disziplin. Neben der Vorstellung gelungener Publikationsmodelle auf dem Markt rechtswissenschaftlicher Forschung wird ausgelotet, wie der Transformationsprozess mit juristischer Expertise weiter unterstützt werden kann. Es soll damit auch um fachliche Fragestellungen gehen, die sich etwa an Schnittstellen folgender Themenkreise ergeben können:
- Urheberschaft und Innovationsförderung. Was sind geeignete Strategien bei der Lizenzierung von Werken und Honorierung von Publizierenden? Welche Bedeutung hat dabei KI? Wie sind handfester Informationsbedarf und ökonomische Interessen der Rechtspraxis mit „offen“ gedachter Rechtswissenschaft zu vereinbaren?
- Wettbewerbsfreiheit und Marktförderung. Wie und warum behindern bestehende Marktmechanismen Offenheit, Vielfalt und Chancengleichheit in einem als „offen“ gedachten juristischen Publikationswesen? Wie kann ihnen wirksam begegnet werden?
- Gute wissenschaftliche Praxis. Welche tatsächlichen und administrativen Rahmenbedingungen können Anreize für eine weitergehende Öffnung rechtswissenschaftlicher Forschung und Lehre setzen? Wie genau kann Open Science die rechtswissenschaftliche Praxis verbessern?
Programm
(Stand: 21. Mai 2026)
Weitere Informationen zur den Vorträgen finden Sie im Programm (PDF).
| Donnerstag, 27. August 2026 | |
|---|---|
| 13:00 | Ralf Michaels: Grußworte des Geschäftsführenden Direktors des MPI in Hamburg |
| 13:30 | NN: Keynote |
| Themenkreis „Wettbewerbsfreiheit und Marktförderung“ | |
| 14:00 | Eckart Bueren, Tim Becker: Kann das Kartellrecht Marktversagen im wissenschaftlichen Publikationswesen abhelfen? |
| 14:45 | Felix Magin, Annemarie Otto: Die Fortführung des Urheberrechtsschutzes mit anderen Mitteln: Wie rechtmäßige Forschung mit wirtschaftlicher Macht behindert wird |
| 15:30 | Kaffeepause |
| Themenkreis „Urheberschaft und Innovationsförderung / Zugang zu Primärquellen“ | |
| 16:00 | Hanjo Hamann: Wie „open“ sind Gesetze und Gesetzesmaterialien? |
| 16:45 | Maren Wöbbeking: Das Urheberrecht an harmonisierten Normen |
| 17:30 | Beata Hubrig: Open Access für Urteile. Ein Weg zum maschinenlesbaren Gericht |
| 18:15 | Kaffeepause |
| Themenkreis „Gute wissenschaftliche Praxis / geförderte Projekte“ | |
| 18:30 | Elisabeth Maria Eckhold, Noemi Nina Simon: DFG-geförderte Projekte: „Normative Rahmenbedingungen und juristische Gestaltungs-optionen der Digitalisierung und Bereitstellung (noch) rechtebewehrter Objekte“ |
| 18:45 | Kaja Trixie Dreis, Florian Lenz: DFG-geförderte Projekte: „Lehrtafeln als rechtebewehrte Objekte (LarO)" und „Zugänglichkeit, Digitalisierung und Analyse historischer europäischer Dissertationen [Dissify]“ |
| 19:00 | Simone Rosenkranz, Teona Kvirikashvili: Open Access in den Rechtswissenschaften in der Schweiz – wo stehen wir? Ergebnisse aus dem Projekt ROAL |
| Verleihung der Professor-Hürlimann-Gedenkstipendien | |
| 19:15 | Bekanntgabe und Würdigung der Preisträger:innen 2026 durch Hanjo Hamann |
| 20:00 | Abendessen |
| Freitag, 28. August 2026 | |
|---|---|
| Themenkreis „Urheberschaft und Innovationsförderung / Lizenzierungsfragen“ | |
| 09:00 | Ellen Euler, Maximilian Petras, Evin Dalkilic: Wissensallmende ohne Schutz? Zielkonflikte offener Lizenzen in der Wissenschaft |
| 09:45 | Ida Holschbach: Licence to steal? Rechtliche Fragen bei der Nutzung von offen lizenzierten Inhalten durch generative KI |
| 10:30 | Fabian Endemann: Zweitveröffentlichung als gute wissenschaftliche Praxis? Möglichkeiten und Grenzen eines Strategiewechsels nach der Konstanz-Entscheidung |
| 11:15 | Kaffeepause |
| Themenkreis „Gute wissenschaftliche Praxis / Publikationsformate“ | |
| 11:45 | Sophie Reule, Jonas Hantow, Philipp Falkenburg, Ellen Euler, Yan Heinemann: Offene Infrastrukturen für offene Bildungsressourcen: Perspektiven aus der Interview-Studie von KidRewi |
| 12:30 | Nikolas Eisentraut, Esther-Magdalena de Haan: www.oa-kommentar.de – Diamond Open Access für juristische Kommentare |
| 12:45 | Jan Peter Schmidt: IPRspr 2.0 – Beispiel für eine Open-Access-Entscheidungssammlung |
| 13:00 | Mittagspause |
| Themenkreis „Gute wissenschaftliche Praxis / Publikationskultur“ | |
| 14:00 | Anna Gerchen: Recht behalten oder Recht teilen? Die Publikationskultur der Rechtswissenschaft zwischen Tradition und Transformation |
| 14:45 | Ellen Euler, Philipp Falkenburg: Forschungsbewertung in der Rechtswissenschaft: Lösungen jenseits von Proxys |
| 15:30 | Kaffeepause |
| Themenkreis „Gute wissenschaftliche Praxis / institutionelle Services“ | |
| 16:00 | Kerstin Willburth, Polina Solonets: Metadatenbasierte Publikationsinfrastruktur und KI-gestützte Webentwicklung für Open Access in der Rechtsgeschichte |
| 16:15 | David Schröder-Micheel: Open Access im MPI für ausländisches und internationales Privatrecht, Hamburg |
| 16:30 | Ivo Vogel: 10 Jahre intRechtDok. Die Open-Access-Aktivitäten des Fachinformationsdienstes für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung (FID intRecht) – Beginn, Status, Perspektiven |
| 16:45 | Georg Fischer, Aziza Hentschel, Lorenz Weinberg: Netzwerk Recht und Open Research als interdisziplinäres Vorhaben |
| 17:00 | Abschlussrunde |