Anne Röthel in Ständige Deputation des DJT gewählt
Institutsdirektorin Anne Röthel ist in die Ständige Deputation des Deutschen Juristentages e. V. gewählt worden. Sie verstärkt damit das Leitungsgremium der Organisation hinter dem größten rechtspolitischen Fachkongress Europas.
Die Wahl Röthels fand im Rahmen des vom 16. bis 18. September 2026 in Erfurt abgehaltenen 75. Deutschen Juristentages statt. Die Ständige Deputation ist das wichtigste Organ des rund 5.000 Mitglieder zählenden Vereins, der alle zwei Jahre den gleichnamigen Kongress veranstaltet. Sie leitet den Verein und bereitet insbesondere die Deutschen Juristentage vor, indem sie über die Themen, Gutachter*innen und Referent*innen bestimmt.
Seit seiner Gründung als gemeinnütziger Verein im Jahr 1860 verfolgt der Deutsche Juristentag e. V. den Zweck, auf wissenschaftlicher Grundlage die Notwendigkeit von Änderungen und Ergänzungen der Rechtsordnung zu untersuchen, auf Rechtsmissstände hinzuweisen und der Öffentlichkeit Vorschläge zur Fortentwicklung des Rechts vorzulegen. Heute gilt er als bundesweites Sprachrohr des gesamten Juristenstandes.
Der Deutsche Juristentag, bei dem regelmäßig mehr als 2.500 Jurist*innen aller Fachbereiche aus Justiz, Anwaltschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Wirtschaft gemeinsam die großen juristischen Fragen der Gegenwart behandeln, ist als unabhängiges und breit qualifiziertes Fachforum anerkannt. Seine Beschlüsse finden große Beachtung in Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit. Nicht selten haben sie zudem Spuren in späteren Gesetzesvorhaben und der höchstrichterlichen Rechtsprechung hinterlassen.
Prof. Dr. Anne Röthel studierte Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft an der Universität zu Köln und der Université de Clermont-Ferrand. 2003 wurde sie von der Universität Erlangen-Nürnberg habilitiert. 2004 bis 2023 hatte sie den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Europäisches und Internationales Privatrecht an der Bucerius Law School inne. Seit 2010 ist sie regelmäßige Gastprofessorin an der Université de Paris Panthéon-Assas. Weitere Forschungsaufenthalte führten sie nach Oxford und Kyoto. 2024 wurde sie in das Direktorium des Instituts berufen. Sie ist unter anderem Mitherausgeberin der Zeitschrift für das gesamte Familienrecht (FamRZ), Mitglied der Deutschen Sektion der Internationalen Juristenkommission, des Arbeitskreises für Rechtswissenschaft und Zeitgeschichte der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz, der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen sowie des Kuratoriums der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung. Seit Oktober 2025 ist sie zudem Sprecherin des rechtswissenschaftlichen Netzwerks Max Planck Law. 2026 wurde sie von der University of Edinburgh zum Honorary Professor an der Edinburgh Law School ernannt.
Bildnachweis: © Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht / Patrice Lange
