Sarton Medal 2026 und Sarton Chair for the History of Science 2026/27 der Universität Gent für Holger Fleischer
Die Universität Gent hat Institutsdirektor Holger Fleischer mit der Sarton Medal 2026 ausgezeichnet und ihm den Sarton Chair for the History of Science für das akademische Jahr 2026/27 verliehen. Gewürdigt werden damit seine rechtshistorischen Forschungen zur Evolution des Gesellschaftsrechts.
Fleischers Werk auf diesem Gebiet reicht von der Untersuchung früher Gesellschaftsverträge und Unternehmertestamente bedeutender Kaufmannsfamilien wie der Medici und Fugger über die Entwicklungsgeschichte des Personengesellschafts- und Konzernrechts bis hin zu seinem aktuellen Forschungsprojekt über 300 Jahre Unternehmensskandale und ihrer rechtlichen Aufarbeitung. Die feierliche Preisverleihung fand am 22. Oktober 2026 in Gent statt. Im Anschluss hielt Fleischer seine Antrittsvorlesung zum Thema „From Outrage to Regulation: 300 Years of Corporate Scandals and their Legal Aftermath“. Zwei weitere Gastvorlesungen an der Universität Gent folgen im November 2026.
Die Sarton Medal und der Sarton Chair for the History of Science erinnern an den belgisch-amerikanischen Wissenschaftshistoriker George Sarton (1884–1956), einen der Begründer der modernen Wissenschaftsgeschichte und ehemaligen Studenten der Universität Gent. Anlässlich seines 100. Geburtstags beschloss die Universität 1984 die Einrichtung des Sarton-Lehrstuhls. Seither zeichnet ein fakultätsübergreifendes Komitee jährlich Wissenschaftler*innen aus, die sich durch herausragende Beiträge zur Geschichte ihres jeweiligen Fachgebiets verdient gemacht haben. Aus dem Kreis der Medaillenträger wird eine Persönlichkeit für den Sarton-Lehrstuhl ausgewählt, die mit einer feierlichen Antrittsvorlesung das akademische Vortragsprogramm eröffnet. Die Vorträge werden in der wissenschaftshistorischen Zeitschrift Sartoniana veröffentlicht.
Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Holger Fleischer, LL.M. (Michigan), Dipl.-Kfm. studierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in Köln und an der University of Michigan Law School, Ann Arbor. Forschungsaufenthalte führten ihn nach Brüssel, Mailand, Paris und London. Nach seiner Promotion und Habilitation an der Universität zu Köln war er von 2000 bis 2003 ordentlicher Professor der Universität Göttingen, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht sowie Rechtsvergleichung.Von 2003 bis 2009 war er ordentlicher Professor der Universität Bonn, zunächst Direktor des Instituts für Steuerrecht, ab 2005 Direktor des Instituts für Handels- und Wirtschaftsrecht. 2008 wurde er mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet. 2009 wurde er in das Direktorium des Instituts berufen. Er ist Herausgeber und Autor zahlreicher Handbücher und Kommentare zum Handels-, Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht sowie Mitherausgeber diverser Fachzeitschriften.
Bildnachweis: © Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht / Johanna Detering
