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17. März 1978

Die Direktoren Ulrich Drobnig, Hein Kötz und Ernst-Joachim Mestmäcker werden berufen. Mit der Emeritierung von Konrad Zweigert wird die Institutsleitung auf Initiative der Max-Planck-Gesellschaft zu einem dreiköpfigen Direktorium umgebildet. Damit gehen thematische und methodische Ausweitungen des Forschungsspektrums einher. Mit dem Wirtschaftsrecht etabliert Mestmäcker einen neuen wissenschaftlichen Kernbereich, der das Institutsprofil seither prägt.

Ende der 1970er Jahre nimmt das Institut vor dem Hintergrund einer marktorientierten Europäisierung vermehrt wirtschaftsrechtliche Fragestellungen und ökonomische Transformationsprozesse in den Blick. Entsprechend bilden Wirtschafts- und Wettbewerbsrecht neue Schwerpunkte. Mestmäcker stößt 1983 das Großprojekt „Wirtschaftsrecht der internationalen Telekommunikation“ an. Es verbindet Rechtsvergleichung mit ökonomischer Analyse und reagiert früh auf die absehbare Liberalisierung der nationalen Telekommunikationsmärkte.


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Ulrich Drobnig (1928-2022): Direktor am Institut von 1979 bis 1996
© MPIPRIV
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Hein Kötz (*1935): Direktor am Institut von 1979 bis 2000
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Ernst Joachim Mestmäcker (1926-2024): Direktor am Institut von 1979 bis 1994
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Hein Kötz widmet sich den disziplinären Grundlagen der Rechtsvergleichung und verfasst mehrere vergleichende Einzelstudien. Bereits 1969 war die von ihm mit Konrad Zweigert verfasste Einführung in die Rechtsvergleichung erschienen, die zum internationalen Standardwerk wird. Später folgt sein Lehrbuch zum Europäischen Vertragsrecht. Seine zahlreichen Funktionen in nationalen und internationalen Wissenschaftsorganisationen stärken zudem das Ansehen des Instituts als zentralen Knotenpunkt der rechtswissenschaftlichen Forschung.

Drobnig überwindet in seiner Forschung zu den Rechtsordnungen Mittel- und Osteuropas die Trennung zwischen sozialistischen und kapitalistischen Rechtsvorstellungen. Nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ beteiligt sich das Institut beratend an Gesetzgebungsreformen der ehemaligen Ostblockstaaten. Mit der wachsenden Anzahl und Bedeutung von Rechtsakten der Europäischen Union im Bereich des internationalen Privatrechts wird die Europäisierung dieses Rechtsgebiets endgültig zum großen Querschnittsthema am Institut.

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