
29. Oktober 1956
29. Oktober 1956
Das am Mittelweg errichtete Institutsgebäude wird feierlich eingeweiht und beherbergt das erste von mittlerweile drei Max-Planck-Instituten in Hamburg. In den 1950er Jahren setzt sich die Hansestadt aktiv für den Standortwechsel ein. Sie stellt das Grundstück zur Verfügung und finanziert den Neubau. Der Umzug aus Tübingen erfolgt auf Initiative von Hans Dölle, der seit 1949 trotz nationalsozialistischer Vorbelastung Institutsdirektor ist. Dölle baut das Institut neu auf, richtet es auf die Schwerpunkte Familienrecht, IPR und internationales Kaufrecht aus und professionalisiert die Institutsbibliothek personell und organisatorisch.
Nach dem Kriegsende 1945 kehrt der mittlerweile in den USA im Exil lebende Ernst Rabel als Gast an das Institut zurück, um weiter an dem zweiten Band von Das Recht des Warenkaufs zu arbeiten. Rabel hatte zuvor die erneute Leitung des Instituts abgelehnt. Daraufhin wird Hans Dölle zum Direktor ernannt. Dabei fördert Institutsreferent Hans Rupp, nun Beamter in der Württembergischen Landesverwaltung, Dölles Berufung. Konrad Zweigert, ebenfalls Referent am Institut, treibt als Vorsitzender des Spruchkammerausschusses dessen Entnazifizierung voran.
Dölle baut die internationalen Beziehungen des Instituts durch Tagungen, Forschungsreisen und Vorträge neu auf. Einen besonderen Schwerpunkt der Institutsarbeit bilden das internationale Privatrecht und das internationale Kaufrecht. Außerdem beginnt Dölle mit rechtsvergleichenden Untersuchungen zum Familienrecht. 1950 wird auf seine Initiative die Gesellschaft für Rechtsvergleichung gegründet, 1953 der Deutsche Rat für Internationales Privatrecht.
Der Neubau in den Medien
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Dölle treibt die Verlegung des Instituts aus Tübingen nach Hamburg voran und setzt sich 1952 damit durch. Für die Hansestadt sprechen nicht nur ihre internationalen Handelsbeziehungen, sondern auch ihre Bereitschaft, dem Institut ein attraktiv gelegenes Grundstück zur Verfügung zu stellen und dort auf eigene Kosten ein Institutsgebäude zu errichten. Dölle und Zweigert erhalten zugleich Rufe an die Universität Hamburg.
Neubau des Institutsgebäudes in Bildern
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1953 wird mit Hans Peter des Coudres ein ausgebildeter Bibliothekar Leiter der Bibliothek. Zuvor waren wissenschaftliche Referenten für den Bestandsaufbau verantwortlich. Des Coudres ordnet in seinen fast 20 Jahren am Institut die Bibliothek neu, erweitert sie, verschafft ihr internationalen Ruf und öffnet sie auch der wissenschaftlichen Öffentlichkeit. Auch seine NS-Vergangenheit bleibt am Institut ohne Debatte.




