LINK TO THE ENGLISH VERSION


28. Januar 1969

Die erste TRANSPO (Transparenz-Postille) erscheint. Die von Mitarbeitenden gestaltete Hauszeitschrift steht für eine sich allmählich verändernde Institutskultur. Direktor Konrad Zweigert führt am 13. November 1969 die ersten Wahlen zum neu geschaffenen Institutsausschuss durch. Auch in den späten 1960er Jahren bleiben Frauen unter den wissenschaftlichen Mitarbeitenden eine Ausnahme. Susanne Flessner ist in dieser Zeit die einzige wissenschaftliche Referentin am Institut.

Die humorige Transparenz-Postille, abgekürzt TRANSPO, erscheint monatlich und erlaubt einen Einblick in das Institutsleben der frühen 1970er Jahre. Die Zeitschrift wird von Mitarbeitenden für Mitarbeitende verfasst und berichtet unter anderem über Personalia, Institutionsprojekte, Seminare und Tagungen sowie Entwicklungen in der Max-Planck-Gesellschaft, Berufungen, Preise und Hochzeiten. Sie wird 1976 wieder eingestellt.


Einblicke in die TRANSPO

(Großansicht per Klick auf das jeweilige Bild)

Die Demokratisierungs- und Partizipationsbestrebungen der 1968er-Bewegung schlagen sich auch in Form der Gründung eines Institutsausschusses nieder. Das gewählte, institutsöffentlich tagende Gremium, bindet Vertreter*innen von Wissenschaft, Bibliothek und Verwaltung in Leitungsaufgaben ein und verfestigt sich in den 1970er Jahren durch weitere Unterausschüsse. Formal besteht der Ausschuss bis heute fort, verliert aber schrittweise seine Entscheidungsfunktion und tagt seit 2017 nicht mehr.



Die Mehrzahl der Frauen am Institut ist auch in den 1960er Jahren in nichtjuristischen Berufsfeldern tätig, überwiegend als Sekretärinnen und Bibliothekarinnen. Nicht selten leisten sie wissenschaftliche Zuarbeiten, sind aber als Wissenschaftlerinnen nicht sichtbar. Die wenigen Juristinnen, die seit Gründung am Institut tätig sind, bleiben nur sehr kurz. Erst mit Susanne Flessner kommt 1961 eine Rechtswissenschaftlerin an das Institut, die fast 20 Jahre am Institut bleiben wird.



Für die Rechtswissenschaft von großer Bedeutung ist die von Zweigert und seinem Schüler Hein Kötz verfasste Einführung in die Rechtsvergleichung auf dem Gebiete des Privatrechts, die 1969 erscheint. Als Standardwerk und führendes Lehrbuch wird es in viele Sprachen übersetzt.



Das Institut wächst weiter. Dies macht in den 1970er Jahren eine erste Erweiterung des Institutsgebäudes erforderlich. Die Einweihung des 9,1 Millionen DM teuren Neubaus findet am 15. Januar 1979 statt – zwei Wochen bevor Zweigert seine Dienstzeit beendet.


Schluesseluebergabe_1

Anlässlich einer Feierstunde zur Einweihung des Erweiterungsbaus und zum Wechsel der Institutsleitung überreichte Architekt Godber Nissen den Schlüssel zum Neubau des Instituts an Reimar Lüst, den Präsidenten der MPG, ...

Schluesseluebergabe_2

... der ihn wiederum an die drei neuen Direktoren des Instituts weitergab: links Ulrich Drobnig, Mitte Hein Kötz und rechts Ernst-Joachim Mestmäcker
© dpa, in: MPG Spiegel 2/79

Zur Redakteursansicht