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17. März 1944

Um die Institutsbibliothek vor Bombardierungen zu schützen, veranlassen die wissenschaftlichen Referenten Hans Rupp und Konrad Zweigert ihre Auslagerung nach Tübingen. Das Institut findet einen provisorischen Unterschlupf in einem Verbindungshaus. Die Entscheidung zum Umzug erweist sich als richtig: Bei einem Luftangriff im Februar 1945 wird das Berliner Schloss in großen Teilen zerstört. In Tübingen gelingt nach dem Krieg die Wiederanbindung an die internationale Forschung. Das Institut wird 1949 Teil der neu gegründeten Max-Planck-Gesellschaft.

1943 nehmen die Luftangriffe auf Berlin zu. Dennoch zögert Ernst Heymann lange, das Institut aus Berlin zu verlegen. Erst auf Initiative der Referenten Hans Rupp und Konrad Zweigert wird die Bibliothek 1944 nach Tübingen verlagert. Dort überstehen die mittlerweile ca. 90.000 Bände den weiteren Kriegsverlauf unbeschadet. Sie befinden sich verteilt über mehrere Stockwerke in einem ehemaligen Studentenverbindungshaus sowie einem Ausweichmagazin.


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Konrad Zweigert (1911-1996) kommt 1937 als Assistent an das Institut, wenig später wird er Referent. Er ist für das Länderreferat der romanischen Rechtsordnungen verantwortlich und für die neue Sachabteilung für Währungs- und Devisenrecht. Außerdem leitet er die Gutachtenabteilung. Gemeinsam mit Hans Rupp ist er maßgeblich an der Rettung der Institutsbibliothek beteiligt. Zweigert wird später selbst Direktor des Instituts
© Archiv der MPG

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Hans Georg Rupp (1907-1989) ist ab 1938 Nordamerikareferent am Institut. Zuvor arbeitet er in der Rechtsabteilung der I.G. Farbenindustrie AG. Neben Konrad Zweigert ist er maßgeblich an der Rettung der Institutsbibliothek beteiligt. Mit Hilfe der Kontakte zu seinem ehemaligen Arbeitgeber I.G. Farben werden die Bücher in Lastwagen von Berlin nach Tübingen transportiert
© Archiv der MPG

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Um die Institutsbibliothek vor Bombenangriffen der Alliierten auf das Berliner Schloss zu schützen, fährt am 17. März 1944 der erste LKW mit 62 Bücherkisten nach Tübingen. Die Institutsbibliothek überdauert dort den Krieg in einem ehemaligen Verbindungshaus, dem sogenannten Schwabenhaus in der Tübinger Innenstadt
© Rabe!, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons


Als das Berliner Institutsgebäude schließlich zerstört wird, übersiedeln auch die bis dahin noch in Berlin verbliebenen Mitarbeitenden Anfang 1945 nach Tübingen. Sie sind dort unter provisorischen Bedingungen auf sechs Gebäude verteilt. Der mittlerweile schwer erkrankte Ernst Heymann zieht sich zunehmend aus der Leitung des Instituts zurück. Er stirbt am 2. Mai 1946. Als sein Nachfolger wird bereits im August 1945 kommissarisch Hans Dölle mit der Institutsleitung betraut. Zuvor war Dölle Professor an der Reichsuniversität Straßburg, einer nationalsozialistischen Musteruniversität, und NSDAP-Mitglied.


1949 wird das Institut in die neu gegründete Max-Planck-Gesellschaft (MPG) übernommen und erhält seinen heutigen Namen „Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht“. Zugleich erscheint nach siebenjähriger Unterbrechung die Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht wieder. 1951 wird auch die Reihe Materialien zum ausländischen und internationalen Privatrecht wieder aufgenommen.

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