Max-Planck-Gesellschaft

Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht

Private Law Gazette
Onlineausgabe Handwörterbuch des Europäischen Privatrechts

Priv.-Doz. Dr. Nadjma Yassari, LL.M. (London)

Leiterin der Forschungsgruppe: Das Recht Gottes im Wandel - Rechtsvergleichung im Familien- und Erbrecht islamischer Länder

Telefon: +49 40 419 00 - 240

Fax: +49 40 419 00 - 288

E-Mail: yassari@mpipriv.de

Forschungsschwerpunkte:

IPR, Internationales und Nationales Privatrecht islamischer Länder, Schwerpunkt Naher und Mittlerer Osten, Iran und Afghanistan

 

Wissenschaftlicher Werdegang:

Geb. 1971 in Teheran/Iran; 1989-95 Studium der Rechtswissenschaften in Wien und Innsbruck/Österreich; 1997-98 Master of International Business Law an der School of Oriental and African Studies University of London/GB; 1999 Promotion an der Universität Innsbruck Thema: "The Concept of Freedom of Contract in Islamic and Western Legal Cultures"; 2000-01 Studium der arabischen Sprache an der Universität Damaskus/Syrien. 2016 Habilitation an der Universität Hamburg. Seit Februar 2000 Referentin für das Recht islamischer Länder am MPI; seit April 2009 Leiterin der Forschungsgruppe "Das Recht Gottes im Wandel - Rechtsvergleichung im Familien- und Erbrecht islamischer Länder".
 

Aktuelle Projekte:

www.familienrecht-in-syrien.de
Max Planck Working Group on Child Law in Muslim Countries


Aktuelle Vorträge:

04.09.17

Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge: Das Kindschaftsrecht in ausgewählten islamischen Ländern

Justizbehörde Hamburg, Aktuelle Rechtsprechung im Familienrecht

  • Ort: Deutsche Richterakademie Wustrau

26.06.17

Minderjährigenehen in den Herkunftsländern und die Bedeutung ihrer Auflösung in Deutschland

Fachgespräch über ein Projekt zur Unterstützung von minderjährigen Flüchtlingen nach Auflösung ihrer Ehe

  • Ort: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin

16.06.17

Das Kindschaftsrecht islamischer Länder im Wandel

Expertentreffen zu Mediation in Fällen mit muslimischem Kontext

  • Ort: Internationales Mediationszentrum für Familienkonflikte und Kindesentführung (MIKK), Berlin

Aktuelle Lehrveranstaltungen:

WS 2016/17

 

Einführung in das islamische Recht

Vorlesung

  • Ort: Universität Hamburg, Rechtswissenschaftliche Fakultät

SS 2016

 

Einführung in das islamische Recht

Vorlesung

  • Ort: Universität Hamburg, Rechtswissenschaftliche Fakultät

SS 2015

 

Das Familien- und Erbrecht in islamisch geprägten Rechtsordnungen

Proseminar

  • Ort: Universität Hamburg, Abteilung für Geschichte und Kultur des Vorderen Orients

I. Herausgeberschaften

Parental Care and the Best Interests of the Child in Muslim Countries, Asser Press, Den Haag 2017, XVIII + 353 S. (gemeinsam mit Lena-Maria Möller, Imen Gallala-Arndt).

Der Sammelband “Parental Care and the Best Interests of the Child in Muslim Countries” ist die erste Veröffentlichung, die eine rechtsvergleichende und länderübergreifende Analyse zum Sorgerecht in den islamischen Ländern bietet. Herausgegeben wird der Sammelband von Priv.-Doz. Dr. Nadjma Yassari, Leiterin der Forschungsgruppe „Das Recht Gottes im Wandel: Rechtsvergleichung im Familien- und Erbrecht islamischer Länder“ am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, Dr. Lena-Maria Möller, Wissenschaftliche Referentin der Forschungsgruppe, und Dr. Imen Gallala-Arndt vom Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung. Die Publikation fasst die Ergebnisse eines Workshops zum Kindschaftsrecht zusammen, den die Forschungsgruppe gemeinsam mit Rechts- und Islamwissenschaftlern im April 2015 in Rabat/Marokko abgehalten hat. Am Beispiel von zehn islamischen Ländern – von Indonesien bis Marokko – wird die Entstehung und Entwicklung des Grundsatzes des Kindeswohls analysiert und der Frage nachgegangen, ob und inwieweit sich internationale Konventionen über das Recht des Kindes auf die Entwicklungen des Sorgerechts in islamischen Ländern ausgewirkt haben. Insbesondere werden die geltenden Rechtsnormen, sowohl materiell als auch verfahrensrechtlich, untersucht. Zudem wird der Rechtspraxis sowie der Rolle der Justiz besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Neben den Länderberichten umfasst der Band zwei rechtsvergleichende Analysen zu Fragen des Sorgerechts im Völkerrecht und internationalen Privatrecht. Mit seinen aktuellen Untersuchungen zum Sorgerecht in islamischen Ländern, die weit über eine reine Untersuchung der Gesetzeslage hinausgehen, hat der Sammelband eine hohe praktische Relevanz für alle Rechtspraktiker, die im Bereich grenzüberschreitender Sorgerechtsstreitigkeiten tätig sind.

Verlagsversion (DOI)

Changing God’s Law – The dynamics of Middle Eastern family law (Islamic Law in Context), Routledge, London/New York 2016, XII + 290 S.

Der Sammelband zur internationalen Fachkonferenz „The Dynamics of Legal Development in Islamic Countries” zeigt die vielfältigen Entwicklungen innerhalb des Familienrechts auf, die aufgrund des gesellschaftlichen Wandels in den islamischen Ländern aktuell zu beobachten sind. Globalisierung und wirtschaftliche Faktoren haben in den islamischen Ländern zu gesellschaftlichen Veränderungen geführt. Diese ziehen wiederum eine Neuinterpretation des Familien- und Erbrechts, das in den meisten islamischen Ländern auf religiösem Recht beruht, nach sich. In einigen Ländern sind dabei eher konservative Tendenzen zu beobachten, in anderen wird das Recht durch Reformen novelliert, die offener auf die gesellschaftlichen Veränderungen reagieren. Die Dynamik der Rechtsentwicklung sowie die an diesem Prozess beteiligten Akteure – die Gesetzgebung, die Richterschaft und die Parteien – wurden auf der 2013 durchgeführten Konferenz am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg von Wissenschaftlern und Praktikern aus 20 Ländern diskutiert. Die Ergebnisse liegen nun mit dem Sammelband „Changing God’s Law – The dynamics of Middle Eastern family law” vor, herausgegeben von Nadjma Yassari, Leiterin der Forschungsgruppe zum Familien- und Erbrecht islamischer Länder am Institut. Die Publikation vereint Beiträge führender Rechts- und Islamwissenschaftler, die aus unterschiedlichen Perspektiven das Familienrecht in mehr als zehn Ländern erörtern. Im Fokus der Analyse stehen hauptsächlich der Iran, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Tunesien, Pakistan, Jordanien, Ägypten, Israel und Marokko. In einem ersten Teil gibt der Band einen Überblick über die jüngsten familienrechtlichen Entwicklungen in islamischen Ländern und erläutert historische Zusammenhänge insbesondere vor dem Hintergrund des Arabischen Frühlings. Der zweite Teil zeichnet wichtige legislative Reformen im Familien- und Erbrecht an den Beispielen Ägypten, dem Iran sowie den Golfstaaten nach. Die Teile drei und vier gehen schließlich den Fragen nach, welche Rolle die Judikative bei der Fortentwicklung des Rechts spielt und inwieweit die Parteien selbst, zum Beispiel durch Eheverträge, das dispositive Recht abwählen und ihr Rechtsverhältnis privatautonom gestalten können.

Approches juridiques de la diversité culturelle – Legal Approaches to Cultural Diversity (Académie de droit international de la Haye), Martinus Nijhoff Publishers, Leiden 2013, XXXV + 985 S. (gemeinsam mit Marie-Claire Foblets).

The central theme of the volume is cultural diversity, a vast subject that is highly relevant today. The particular focus here is on the many ways in which this diversity is managed within the framework of State law. The twelve contributors to this book have a special interest in how cultural traditions and their various forms of expression are handled by the law. They were all participants in the 2009 Research Programme of the Centre for Studies and Research of the Hague Academy of International Law. The breadth of the subject is reflected in the wide spectrum of perspectives from which the topic has been explored. Starting in each case from the existing State and international legal frameworks, the contributors explore how the interactions between positive law and other normative orders can be placed at the service of a legal system that is as fair as possible within a plural context.

II. Monographien und andere selbständige Publikationen

Die Brautgabe im Familienvermögensrecht – Innerislamischer Rechtsvergleich und Integration in das deutsche Recht (Beiträge zum ausländischen und internationalen Privatrecht, 104), Mohr Siebeck, Tübingen 2014, XXXIV + 580 S.

  • besprochen von: Rohe, Zeitschrift für das gesamte Familienrecht 2015, 812.
  • besprochen von: Ebert, Rabels Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht 79 (2015), 453-456.
  • besprochen von: Schneider Kayasseh, EJIMEL 2 (2014), 92-96.

Die Brautgabe (mahr) ist eine Schlüsselfigur des klassischen islamischen Eherechts und stellt einen vermögensrechtlichen Anspruch der Ehefrau gegen den Ehemann dar. Das deutsche Recht kennt dieses Rechtsinstitut nicht, dennoch müssen deutsche Richter oftmals über Brautgabenansprüche entscheiden, wenn diese vor deutschen Gerichten geltend gemacht werden. In ihrer Monografie „Die Brautgabe im Familienvermögensrecht – Inner­islamischer Rechtsvergleich und Integration in das deutsche Recht“ erschließt Dr. Nadjma Yassari das Rechtsinstitut der Brautgabe aus drei Perspektiven: aus der Sicht des klassischen islamischen Rechts, des geltenden Rechts in ausgewählten islamischen Ländern und des deutschen Rechts. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Frage nach der Funktion der Brautgabe im Gefüge des ehelichen Familienvermögensrechts. Nadjma Yassari, die seit 2009 die Max-Planck-Forschungsgruppe „Das Recht Gottes im Wandel: Rechtsvergleichung im Familien- und Erbrecht islamischer Länder" leitet, untersucht in ihrer Monografie die Grundlagen der islamischen Brautgabe (mahr), verfolgt ihre historische Entwicklung und kontextualisiert sie im Familienvermögensrecht von Ägypten, Iran, Pakistan und Tunesien. Denn obwohl die vermögensrechtlichen Beziehungen zwischen den Ehegatten stetig fortentwickelt worden sind, ist die Ausstrahlungskraft dieser Reformen schwach: Der Grundsatz der nachehelichen Solidarität ist kaum gefestigt; nennenswerte soziale Transferleistungen bestehen nicht. Die Brautgabe spielt somit weiterhin eine wichtige Rolle bei der Schließung der bestehenden Versorgungslücken. Diese Erkenntnis bildet in der Folge die Grundlage für eine Verortung der Brautgabe im Kollisionsrecht sowie für ihre Integration in das deutsche Familienrecht.

III. Beiträge in Sammelwerken, Kommentierungen, Handbüchern und Lexika

Familienrechtliche Entwicklungen im islamischen Rechtskreis: Zwischen Ideal und Realpolitik, in: Martin Gebauer, Stefan Huber (Hg.), Gestaltungsfreiheit im Familienrecht, Ergebnisse der 35. Tagung der Gesellschaft für Rechtsvergleichung vom 10. bis 12. September 2015 in Bayreuth – Fachgruppe Zivilrecht, Mohr Siebeck, Tübingen 2017, 135 - 166.

Recht in Afghanistan ab 1920, in: Ludwig Paul (Hg.), Handbuch der Iranistik, Bd. 2, Reichert Verlag, Wiesbaden 2017, 243 - 252 (gemeinsam mit Lena-Maria Möller).

Stand des Scheidungsrechts in den islamischen Ländern, in: Anatol Dutta et al. (Hg.), Scheidung ohne Gericht? Neue Entwicklungen im europäischen Scheidungsrecht (Beiträge zum europäischen Familien- und Erbrecht, 18), Gieseking, Bielefeld 2017, 315 - 336.

IV. Aufsätze

Wenn Jugendliche heiraten – Die Minderjährigenehe aus rechtsvergleichender und international-privatrechtlicher Sicht, Kritische Justiz 50 (2017), 269 - 285 (gemeinsam mit Lena-Maria Möller).

Projekt zu Mehr- und Kinderehen in Syrien, Neue juristische Wochenschrift, NJW-aktuell 33 (2016), 19.

Adding by Choice: Adoption and Functional Equivalents in Islamic and Middle Eastern Law, The American Journal of Comparative Law 63 (2015), 927 - 962.

  • Max Planck Private Law Research Paper No. 16/4

V. Entscheidungsanmerkungen

Anmerkung zu KG, 08.04.2015 - 13 WF 57/15 (Auslegung einer Brautgabevereinbarung), Zeitschrift für das gesamte Familienrecht 2015, 1610.

Scheidung iranischer Eheleute in Deutschland, OLG Celle, 15.08.2011 - 10 WF 73/11, FamRB international: Informationsdienst für die familienrechtliche Praxis 1 (2012), 2 - 4.

Scheidung in Deutschland nach iranischem Recht, OLG Koblenz, 26.11.2008 - 9 UF 653/06, FamRBint 2009, 26 - 27.

VI. Rezensionen

Rezension von: Jänterä-Jareborg (Hg.), The Child’s Interests in Conflict 2016, Zeitschrift für das gesamte Familienrecht 2017, 1490.

Rezension von: Mallat, Introduction to Middle Eastern Law 2009, The American Journal of Comparative Law 59 (2011), 1135 - 1139.

Rezension von: Ebert (Hrsg), Beitrage zum Islamischen Recht 2000, ORIENT 2002, 289 - 291.

VII. Tagungs- und Diskussionsberichte

Perspectives for the unification and harmonisation of family law in Europe – Conference of the Commission on European Family Law in December 2002 in Utrecht, Zeitschrift für Europäisches Privatrecht 2003, 658 - 659 (gemeinsam mit Jens Scherpe).

VIII. Sonstiges

Wie privat darf die Scheidung sein?, Verfassungsblog 2017, http://verfassungsblog.de/wie-privat-darf-die-scheidung-sein/, 22.09.2017.

„How Is the Principle of the Best Interests of the Child Applied in Islamic Family Law?“ (Interview für das Projekt Latest Thinking), 2017, https://lt.org/publication/how-principle-best-interests-child-applied-islamic-family-law,.2017.