Max-Planck-Gesellschaft

Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht

Private Law Gazette
Onlineausgabe Handwörterbuch des Europäischen Privatrechts

Dr. Lena-Maria Möller

Wissenschaftliche Referentin, Forschungsgruppe: Das Recht Gottes im Wandel – Rechtsvergleichung im Familien- und Erbrecht islamischer Länder

Telefon: +49 40 419 00 - 254

Fax: +49 40 419 00 - 288

E-Mail: moeller@mpipriv.de

Forschungsschwerpunkte:

Islamisches Recht; Familienrecht islamischer Länder (Schwerpunkt arabische Golfstaaten); Internationales Privatrecht; Rechtsvergleichung

 

Wissenschaftlicher Werdegang:

Geb. 1984; 2004-2010 Studium der Islam- und Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg und der Columbia University (New York City); 2006 Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes; 2009 Forschungsaufenthalt am Center for Democracy, Toleration, and Religion, Columbia University; 2010-2013 Doktorandin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, Hamburg; Wintersemester 2013/14 Vertretungsprofessur (W1) für Islamwissenschaft in der Abteilung für Geschichte und Kultur des Vorderen Orients der Universität Hamburg; 2015 Mitglied der Forschungsinitiative „The Gulf Family“, Center for International and Regional Studies, Georgetown University, Katar; Sommersemester 2016 Vertretung der Professur für Islamisches Recht (Lehrstuhl Prof. Dr. Norbert Oberauer), Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Arabistik und Islamwissenschaft.

Lehrbeauftragte an der Universität Hamburg (2011-2013) und der Universität Augsburg (seit 2014); von April 2014 - April 2016 sowie erneut seit Oktober 2016 Wissenschaftliche Referentin in der in der Forschungsgruppe: Das Recht Gottes im Wandel - Rechtsvergleichung im Familien- und Erbrecht islamischer Länder.

2014 Promotion an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg; ausgezeichnet mit dem Promotionspreis der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg und der Otto-Hahn-Medaille 2014.

Mitgliedschaften: Commission on Legal Pluralism; Deutsche Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient; Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht; Gesellschaft für Rechtsvergleichung; International Society for Islamic Legal Studies; Middle East Studies Association

Habilitationsvorhaben: Indeterminacy in Muslim family law (Unbestimmte Rechtsbegriffe im islamischen Familienrecht)


Aktuelle Vorträge:

23.11.17

The Best Interests of the Child in Contemporary Muslim Jurisdictions

Bouncing back: Conference on the wellbeing of children in cases of international child abduction (organized by Missing Children Europe)

  • Ort: Antwerpen

10.11.17

Foster Care and Adoption Structures in Contemporary Muslim Jurisdictions

Establishing Filiation: Towards a Social Definition of the Family in Islamic and Middle Eastern Law? (Workshop organized by the Research Group on Family and Succession Law in Muslim Countries)

  • Ort: CEDROMA/Université Saint-Joseph, Beirut

21.10.17

Das Familienrecht muslimischer Länder am Beispiel Syriens

Fachtagung des Fachverbandes der Standesbeamtinnen und Standesbeamten des Freistaats Thüringen e.V.

  • Ort: Gera

Aktuelle Lehrveranstaltungen:

WS 2017/18

 

Introduction to Islamic Law

Vorlesung

  • Ort: Universität Augsburg

10.07.17

 

Einführung in das internationale Privatrecht

Seminar

  • Ort: Landesbetrieb ZAF/AMD, Zentrum für Aus- und Fortbildung, Hamburg

SS 2016

 

Aktuelle Entwicklungen im Recht muslimischer Länder

Vorlesung

  • Ort: Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Aktuelle Schriften

I. Herausgeberschaften

Parental Care and the Best Interests of the Child in Muslim Countries, Asser Press, Den Haag 2017, XVIII + 353 S. (gemeinsam mit Nadjma Yassari, Imen Gallala-Arndt).

Der Sammelband “Parental Care and the Best Interests of the Child in Muslim Countries” ist die erste Veröffentlichung, die eine rechtsvergleichende und länderübergreifende Analyse zum Sorgerecht in den islamischen Ländern bietet. Herausgegeben wird der Sammelband von Priv.-Doz. Dr. Nadjma Yassari, Leiterin der Forschungsgruppe „Das Recht Gottes im Wandel: Rechtsvergleichung im Familien- und Erbrecht islamischer Länder“ am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, Dr. Lena-Maria Möller, Wissenschaftliche Referentin der Forschungsgruppe, und Dr. Imen Gallala-Arndt vom Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung. Die Publikation fasst die Ergebnisse eines Workshops zum Kindschaftsrecht zusammen, den die Forschungsgruppe gemeinsam mit Rechts- und Islamwissenschaftlern im April 2015 in Rabat/Marokko abgehalten hat. Am Beispiel von zehn islamischen Ländern – von Indonesien bis Marokko – wird die Entstehung und Entwicklung des Grundsatzes des Kindeswohls analysiert und der Frage nachgegangen, ob und inwieweit sich internationale Konventionen über das Recht des Kindes auf die Entwicklungen des Sorgerechts in islamischen Ländern ausgewirkt haben. Insbesondere werden die geltenden Rechtsnormen, sowohl materiell als auch verfahrensrechtlich, untersucht. Zudem wird der Rechtspraxis sowie der Rolle der Justiz besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Neben den Länderberichten umfasst der Band zwei rechtsvergleichende Analysen zu Fragen des Sorgerechts im Völkerrecht und internationalen Privatrecht. Mit seinen aktuellen Untersuchungen zum Sorgerecht in islamischen Ländern, die weit über eine reine Untersuchung der Gesetzeslage hinausgehen, hat der Sammelband eine hohe praktische Relevanz für alle Rechtspraktiker, die im Bereich grenzüberschreitender Sorgerechtsstreitigkeiten tätig sind.

Verlagsversion (DOI)

II. Monographien und andere selbständige Publikationen

Die Golfstaaten auf dem Weg zu einem modernen Recht für die Familie? Zur Kodifikation des Personalstatuts in Bahrain, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten (Studien zum ausländischen und internationalen Privatrecht, 325), Mohr Siebeck, Tübingen 2015, XXII + 259 S.

  • besprochen von: Schneider Kayasseh, EJIMEL 3 (2015), 111-115.
  • besprochen von: Krüger, RabelsZ 79 (2015), 899-900.

Islamisches Recht wird oftmals als starr und entwicklungsunfähig wahrgenommen. Die Reduktion des islamischen Rechts auf Religion und jahrhundertealte Tradition verfehlt jedoch dessen Dynamik und Wandelbarkeit. Wie ein modernes Recht für die Familie im islamischen Rechtskreis entstehen kann, untersucht Lena-Maria Möller am Beispiel der neuen Familiengesetzbücher Bahrains, Katars und der Vereinigten Arabischen Emirate. Interdisziplinär und rechtsvergleichend erörtert sie, inwieweit das neukodifizierte Ehe-, Scheidungs-, und Kindschaftsrecht den rasanten sozioökonomischen Wandel der arabischen Golfregion abbildet und aktuellen Regelungserfordernissen gerecht wird. Neben der Berücksichtigung der Rechtspraxis im Familienrecht werden die jüngsten Kodifikationen des arabischen Raums auch rechtshistorisch und rechtspolitisch kontextualisiert und ihr Entstehungsprozess eingehend beleuchtet.

III. Beiträge in Sammelwerken, Kommentierungen, Handbüchern und Lexika

Recht in Afghanistan ab 1920, in: Ludwig Paul (Hg.), Handbuch der Iranistik, Bd. 2, Reichert Verlag, Wiesbaden 2017, 243 - 252 (gemeinsam mit Nadjma Yassari).

Synopsis, in: Nadjma Yassari, Lena-Maria Möller, Imen Gallala-Arndt (Hg.), Parental Care and the Best Interests of the Child in Muslim Countries, Asser Press, Den Haag 2017, 325 - 353 (gemeinsam mit Nadjma Yassari, Imen Gallala-Arndt).

Improving Women’s Rights through Children’s Rights? The Reform of Custody Laws in Contemporary Muslim Jurisdictions, in: Maarit Jänterä-Jareborg, Hélène Tigroudja (Hg.), Women’s Human Rights and the Elimination of Discrimination / Les droits des femmes et l’élimination de la discrimination (Académie de droit international de la Haye), Brill Nijhoff, Leiden 2016, 465 - 489.

IV. Aufsätze

Überblick über das syrische Familienrecht, Das Standesamt 70 (2017), 298 - 303.

Wenn Jugendliche heiraten – Die Minderjährigenehe aus rechtsvergleichender und international-privatrechtlicher Sicht, Kritische Justiz 50 (2017), 269 - 285 (gemeinsam mit Nadjma Yassari).

An Enduring Relic: Family Law Reform and the Inflexibility of Wilāya, The American Journal of Comparative Law 63 (2015), 893 - 925.

  • Max Planck Private Law Research Paper No. 16/3

This Article discusses the rules governing guardianship over a child’s property and personal affairs in contemporary Muslim jurisdictions from a comparative perspective. Specifically, it questions the reasons for a less progressive reading and interpretation of wilāya (guardianship) in an era that has otherwise borne witness to family law codification and reform in the majority of Arab-Muslim countries. The Article first considers the legislatures’ reluctance to reform guardianship despite having adopted a progressive approach for other areas of family law in general and for custody, as an element of the parent–child relationship, in particular. It then classifies the current guardianship rules that can be found in (Arab) Muslim jurisdictions and concludes that, apart from the Maghreb, wilāya is still framed as a largely gendered legal concept and a male prerogative. Finally, these legislative choices are discussed with a view to potential reform impediments, namely a patriarchal reading of pre-modern Islamic legal doctrine, the legislatures’ preference for vesting financial control in men, and, lastly, the outsourcing of guardianship from the larger body of codified family law as can be witnessed in some jurisdictions. The Article concludes that, in addition to relying on pre-modern legal practice, changes in current guardianship rules can be equally brought about through an inter-Arab comparative approach to family law reform as well as an adjustment of wilāya to the themes and leitmotifs already permeating most codified family law in contemporary Muslim jurisdictions.

Verlagsversion (DOI)

Max Planck Private Law Research Paper No. 16/3 (Verlagsversion)

V. Sonstiges

Gleichberechtigung in Tunesien: Die Revolution frisst ihre Töchter, 2012, http://www.zenithonline.de/deutsch/politik//artikel/die-revolution-frisst-ihre-toechter-003253/, 23.08.2012 (gemeinsam mit Jannik Veenhuis).