Max-Planck-Gesellschaft

Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht

Private Law Gazette
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Prof. Dr. Harald Baum

Wissenschaftlicher Referent; Leiter des Japan-Referats; Schriftleiter der Zeitschrift für Japanisches Recht / Journal of Japanese Law; Koordinator des Wissenschaftsaustausches mit der Universität Kyoto

Telefon: +49 40 419 00 - 317

Fax: +49 40 419 00 - 288

E-Mail: baum@mpipriv.de

Forschungsschwerpunkte:

Japanisches Recht, deutsches und europäisches Handels- u. Wirtschaftsrecht, insbesondere Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht, Internationales Privat- und Verfahrensrecht, Rechtsvergleichung

 

Wissenschaftlicher Werdegang:

Geb. 13. Mai 1952 in Hamburg, Studium in Hamburg u. Freiburg, Zulassung zur Rechtsanwaltschaft (Hamburg, 1981), Promotion Hamburg (1984), seit 1985 wissenschaftlicher Referent am Institut, Forschungsaufenthalte in Japan (Kyoto, 1988) u. den USA (U.C. Berkeley, 1989/90), Forschungsstipendium d. Alexander von Humboldt-Stiftung u. d. Japanese Society for the Promotion of Science (Univ. Kyoto, 1990/91), Habilitation Hamburg (2004), Professor an d. Univ. Hamburg (seit 2010), Research Associate, European Corporate Governance Institute, Brüssel (seit 2003), Gastprofessor an der Universität Tokyo (2005), Visiting Scholar an der Universität Melbourne (2006), Senator der Max-Planck-Gesellschaft (2008-2011), Ombudsperson am Institut (seit 2011).

Vizepräsident d. Deutsch-Japanischen Juristenvereinigung, Mitglied d. Wissenschaftlichen Beirates des Interdisziplinären Zentrums für Ostasienforschung (IZO), Goethe Universität, Frankfurt am Main; Member of the Advisory Board of the Australian Network of Japanese Law (ANJeL), Adviser to the Board Director Training Institute of Japan (BDTI), Tokyo, External Examiner, University of London, Mitglied d. Académie Internationale de Droit Comparé; Mitglied d. Deutschen Gesellschaft für internationales Recht, Mitglied d. Gesellschaft für Rechtsvergleichung, Mitglied d. Zivilrechtslehrervereinigung, Mitglied d. European Law Institute, Mitglied d. Bankrechtlichen Vereinigung, Mitglied d. East Asian Law and Society Association, Mitglied des Editorial Boards d. The Asian Business Lawyer. Gutachter für die Alexander von Humboldt-Stiftung, Gutachter für den Deutschen Akademischen Austauschdienst.

Preis: Verleihung des Preises 2010 der Stiftung zur Förderung japanisch-deutscher Wissenschafts- und Kulturbeziehungen (JaDe) für herausragende Leistungen und Verdienste im Wissenschafts- und Kulturaustausch zwischen Japan und Deutschland.

Festschrift: Business Law in Japan:Cases and Comments. Intellectual Property, Civil, Commercial and International Private Law. Writings in Honour of Harald Baum, Alphen aan den Rijn 2012 (Kluwer Law International) XXIV, 824 S.


Ausgewählte Schriften

I. Herausgeberschaften

Saiken-hō kaisei ni kansuru hikaku-hō-teki kentō – nichidoku no shiten kara / Schuldrechtsmodernisierung in Japan – eine vergleichende Analyse, Chuo University Press, Tokyo 2014, 439 S. (gemeinsam mit Makoto Tadaki).

The Derivative Action in Asia: A Comparative and Functional Approach, Cambridge University Press, Cambridge 2012, XXIV + 452 S. (gemeinsam mit Dan W. Puchniak, Michael Ewing-Cho).

  • besprochen von: Nottage/Aoun, The Sydney Law Review Vol. 34/No. 1 (2012) 213-217 ; Legrand, Journal of Comparative Law Vol. 7 No. 2 (2012) 347-352 ; Koh, Singapore Journal of Legal Studies 2012, 496-498

Handbuch Japanisches Handels- und Wirtschaftsrecht, Carl Heymanns Verlag, Köln 2011, LXXIV + 1726 S. (gemeinsam mit Moritz Bälz).

  • besprochen von: Rademacher, Japanese Yearbook of International Law 55 (2012)530-533 ; Hotz, RabelsZ 77 (2013) 433-441 ; Förster, ZJapanR / J.Japan.L. 31 (2011) 295-304 ; Takahashi, Jurisuto Nr. 1421 (2011) 72 ; Breneselovic, Pravo i privreda 10-12/2012, S. 145-149

II. Monographien und andere selbständige Publikationen

Japanese Business Law in Western Languages: An Annotated Selective Bibliography, 2. Aufl., Hein, Buffalo, NY 2013, XII + 450 S. (gemeinsam mit Luke Nottage et al.).

  • 1st ed. 1998 besprochen von: Britt, International Journal of Legal Information 26 (1998) 270-273; Hu, Legal Information Alert 18 (1999) 11-12; Liebowitz, International Law and Politics 31 (1999) 646-647; Marfording, Australian Journal of Asian Law 1 (1999) 236-238
  • 2nd ed. 2013 besprochen von: Wilson, ZJapanR / J.Japan.L. 37 (2014) 300-302

Marktzugang und Unternehmenserwerb in Japan. Recht und Realität am Beispiel des Erwerbs von Publikumsgesellschaften, Recht und Wirtschaft, Heidelberg 1995, 248 S.

  • besprochen von: Heath, ZHR 160 (1996) 289-294

III. Beiträge in Sammelwerken, Kommentierungen, Handbüchern und Lexika

Doitsu nihon no kigyō baishu ni okeru kyōtsu-ten to sōi-ten [Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Übernahmerecht Deutschlands und Japans], in: Masaru Hayakawa et al. (Hg.), Doitsu kaisha-hō, shihon shijō-hō kenkyū [Studien zum deutschen Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht], H. Kubo, Übers., Chuo Keizai, Tokyo 2016, 506 - 530.

Zur Praxis und Rolle der Gerichte in Japan und Deutschland: Ein kleiner Rechts- und Institutionenvergleich, in: Liber Amicorum Makoto Arai, Nomos, Baden-Baden 2015, 41 - 63.

Comparison of Law, Transfer of Legal Concepts, and Creation of a Legal Design: The Case of Japan, in: John O. Haley, Toshiko Takenaka (Hg.), Legal Innovations in Asia. Judicial Lawmaking and the Influence of Comparative Law, Edward Elgar, Cheltenham 2014, 60 - 73.

Der Schutz von Aktionärsinteressen in Japan, in: Festschrift für Dieter Martiny zum 70. Geburtstag, Mohr Siebeck, Tübingen 2014, 1021 - 1043.

IV. Aufsätze

The German Capital Markets Model Case Act – A Functional Alternative to the US-Style Class Action for Investor Claims?, 2017, 8 S., http://ssrn.com/abstract=2909545, 01.02.2017.

The Rise of the Independent Director: A Historical and Comparative Perspective (Max Planck Private Law Research Paper, No. 16/20), 2016, 34 S., http://ssrn.com/abstract=2814978, 30.07.2016.

  • Max Planck Private Law Research Paper No. 16/20

Die japanische LLP im gesellschaftsrechtlichen Kontext, Zeitschrift für Japanisches Recht 41 (2016), 89 - 115 (gemeinsam mit Gen Goto).

  • Max Planck Private Law Research Paper No. 16/18

Das japani­sche Recht differenziert bei Zusammenschlüssen mehrerer Personen zum Zwecke der gemeinschaftlichen Ausübung einer gewinnorientierten Tätigkeit zwischen im Handels­register eingetragenen Gesellschaften, die als juristische Personen qualifiziert werden, und nicht eingetragenen gewerblichen Partnerschaften, die keine eigene Rechtsper­sönlichkeit besitzen. Japan kennt heute fünf unterschiedliche Gesellschaftstypen, die sämtlich im Gesellschaftsgesetz von 2005 geregelt sind, und (im Wesentlichen) fünf verschiedene Formen gewerblich ausgerichteter Partnerschaften, deren Regelungen sich in verschiedenen Gesetzen finden. Ihrer Natur nach ist auch die im Jahre 2005 eingeführte japanische Form der „limited liability partnership“ des US-amerikanischen Rechts, die LLP (yūgen sekinin jigyō kumi’ai), eine Partnerschaft, weshalb die Regeln der archetypischen Partnerschaft nach dem Zivilgesetz zur Anwendung kommen, soweit das LLP-Gesetz keine spezielleren Vorschriften enthält. Die Einführung der LLP weckte zunächst hohe Erwartungen. Eine attraktive Verbindung aus nachgelagerter Besteuerung – die LLP ist mangels eigener Rechts­persönlichkeit nicht körperschaftsteuer­pflichtig – und gleichzeitiger Haftungsbeschrän­kung für die Partner sowie der Umstand, dass die Wirtschaft diese Rechtsform nachgefragt hatte, schienen ein Rezept für einen anhaltenden Erfolg der LLP zu sein. Zehn Jahre nach ihrer Einführung ist indes deutlich, dass sich die Erwartungen nicht erfüllt haben. Die Zahl von rund 5.500 LLPs, die zwischen 2005 und 2014 gegründet worden sind, erscheint im Vergleich zu den etwa 75.000 LLCs, die seit 2006 ihre Tätigkeit aufge­nommen haben, gering. Beide Unternehmensformen werden durch die Zahl von rund 500.000 Aktien­gesell­schaften, die im gleichen Zeitraum neu in das Geschäftsleben eingetreten sind, in den Schatten gestellt. Nach allgemeiner Auffassung liegt der Grund für die mangelnde Attraktivität der LLP in einer zu strengen Regelung der Geschäftsführung. Die Partner einer LLP haben nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, sich aktiv an deren Geschäftsführung zu beteiligen. Diese Verpflichtung kann nur in begrenztem Umfang auf andere Partner übertragen werden, mit der Folge, dass ein bloß finanzielles Engagement in einer LLP nicht möglich ist. Ferner erfordern grundlegende Management-Entscheidungen über den Erwerb oder die Veräußerung großer Vermö­gens­gegenstände wie auch das Eingehen hoher finanzieller Verbindlichkeiten die Zustim­mung aller Partner. Der Gesetzgeber wollte auf diese Weise anscheinend vermeiden, dass die LLP zu Zwecken der Steuerhinterziehung oder einer Risikoverla­gerung auf ihre Gläubiger missbraucht werden könnte. Der Bedarf an dieser Rechtsform dürfte ferner dadurch gemindert sein, dass sie – im Gegensatz zur deutschen Partner­schafts­­gesellschaft – den freien Berufen nicht offen steht. Mit der Einführung der LLP im Jahre 2005 folgte Japan einem internationalen Trend. Zugleich bedeutet die Übernahme dieses legal transplant aus den USA einen weiteren Schritt auf dem langen Weg der Umorientierung des japanischen Gesellschafts- und Partnerschaftsrechts weg vom traditionell engen Verhältnis zum deutschen Recht und hin zum US-amerikanischen Recht, der seit längerem zu beobachten ist.

Max Planck Private Law Research Paper No. 16/18 (Verlagsversion)

„Reuerecht“ und Emittentenrisiko – Grenzen der Aufklärungspflicht aus prospektrechtlicher und beratungsvertraglicher Sicht –, Der Gesellschafter 2015, 11 - 29.

Public vs. Civil Law: The German Controversy About the Interaction Between Capital Market Regulation and Contract Law, Hikakuhō Zasshi 48/3 (2014), 41 - 79.

V. Rezensionen

Rezension von: Sandra Schuh, Gemeinnützige Rechtsträger in Japan und Deutschland. Eine rechtsvergleichende Studie gemeinnütziger Vereine und Stiftungen, Mohr Siebeck, Tübingen 2014, XXVII, 272 S., Rabels Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht 80 (2016), 956 - 958.

  • auch abgedr.: ZJapanR / J.Japan.L. 41 (2016) 263-265.

Rezension von: Susanne Kalss / Martin Oppitz / Johannes Zollner (Hrsg.), Kapitalmarktrecht. System, Linde Verlag, 2. Aufl., Wien 2015, 1296 S., WM 2015, 1784.

Rezension von: Béatrice Jaluzot (Hrsg.), Droit japonais, droit français, quel dialogue? Actes du colloque des 10 et 11 mai 2012 à Lyon, Schulthess Médias Juridiques SA, Genève 2014, XII, 288 S., Zeitschrift für Japanisches Recht 39 (2015), 313 - 315.

VI. Tagungs- und Diskussionsberichte

Bericht: Fünftes Internationales Thyssen-Symposium. Unternehmen im globalen Umfeld – Aufsicht, Unternehmensstrafrecht, Organhaftung und Schiedsgerichtsbarkeit in Ostasien und Deutschland, Köln, 24. – 27. September 2015, Zeitschrift für Japanisches Recht 40 (2015), 319 - 332.

  • auch abgedruckt in: ZChinR 2015, 324-331.

Bericht über die Diskussion, Zeitschrift für Unternehmens- und Gesellschaftsrecht 33, Sonderheft 3/4, Symposium zum Europäischen Gesellschaftsrecht (2004), 506 - 509.

Bericht über die Diskussion, Zeitschrift für Unternehmens- und Gesellschaftsrecht 31, Sonderheft 4/5, Symposium zum Übernahmerecht (2002), 728 - 730.