Max-Planck-Gesellschaft

Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht

Private Law Gazette
Onlineausgabe Handwörterbuch des Europäischen Privatrechts
Comparing French and German Company Law and Capital Markets Law

 

 

 

I.  German-French Symposium on Company Law and Capital Markets Law 2012 (Hamburg)

II. German-French Symposium on Company Law and Capital Markets Law 2013 (Paris)

III. German-French Symposium on Company Law and Capital Markets Law 2014 (Hamburg)

 

Zu den jüngeren Schwerpunkten des Instituts gehört eine Erweiterung und Vertiefung der wissenschaftlichen Beziehungen zu unserem Nachbarland Frankreich.

 

I. German-French Symposium on Company Law and Capital Markets Law 2012 (Hamburg)

Als Auftaktveranstaltung hat Holger Fleischer im Juli 2012 Gesellschafts- und Kapitalmarktrechtler aus beiden Ländern zu einem zweitägigen Symposium nach Hamburg eingeladen. Die dort gehaltenen Referate wurden Anfang 2013 in der Revue trimestrielle de droit financier veröffentlicht.In seinem Eingangsreferat hob Holger Fleischer hervor, dass der Gedanken- und Ideenaustausch zwischen französischen und deutschen Gesellschaftsrechtlern über eine lange Tradition verfügt, die bis zum frühen 19. Jahrhundert zurückreicht. Über viele Jahrzehnte war die Kenntnis über die gesellschaftsrechtlichen Regeln der jeweils anderen Rechtsordnung stark ausgeprägt. Dieses Wissen hat die gesellschaftsrechtliche Gesetzgebung auf beiden Seiten des Rheins nachhaltig beeinflusst: Der französische Code de commerce von 1807 bildete das Fundament für die Gründung von Aktiengesellschaften in Deutschland. Bei Lichte besehen war er sogar das erste deutsche Regelwerk über Aktiengesellschaften, weil er am 1. Januar 1807 in den linksrheinischen deutschen Gebieten in Kraft trat, die seit dem Friedensvertrag von Lunéville zu Frankreich gehörten. Er galt hierzulande unverändert, bis er durch das Preußische Aktiengesetz von 1843 abgelöst wurde. Umgekehrt hat das deutsche GmbH-Recht Jahrzehnte später die französische Gesetzgebung beeinflusst: Als die französischen Gesellschaftsgesetze im Jahre 1924 in Elsass-Lothringen wiedereingeführt wurden, bestand diese Region darauf, die äußerst populäre deutsche GmbH als Gesellschaftsrechtsform zu behalten. Ein Jahr später wurde die société à responsabilité limitée (SARL) in ganz Frankreich eingeführt.

Heute sind die wechselseitigen Kontakte zwar nicht gänzlich abgerissen, aber doch viel seltener geworden. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, insbesondere den gemeinschaftlichen Bemühungen zur Einführung einer Europäischen Privatgesellschaft (société fermée européenne) auf Unionsebene, gibt es kaum gemeinsame rechtspolitische Projekte im Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht. Auch die Zahl der rechtsvergleichenden Doktorarbeiten, die ein Thema aus deutscher und französischer Sicht ausleuchten, ist stark rückläufig. Das Hamburger Symposium hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Dialog im Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht über die Ländergrenzen hinweg wieder zu beleben. Eine Folgeveranstaltung fand im Juni 2013 in Paris statt.

Einen Eindruck von der Vielfalt der behandelten Fragen, die in ausführlichen Diskussionsrunden vertieft wurden, vermittelt die nachfolgende Themen- und Referentenliste:

 1. Overview of Company Types in Theory and Practice
- Holger Fleischer, MPI für Privatrecht Hamburg
- Bruno Donderot, Université Paris I, Panthéon-Sorbonne
- Myriam Roussille, Université du Maine, Le Mans

2. “Intérêt social” and “Unternehmensinteresse” - Basic Concepts of French and German Company Law
- Bertrand Fages, Université Paris I, Panthéon-Sorbonne
- Didier Poracchia, Université Paul Cézanne, Aix-en-Provence
- Christoph Teichmann, Universität Würzburg 

3. Groups of Companies
- Alain Couret, Université Paris I, Panthéon-Sorbonne
- Renaud Mortier, Université de Rennes 1
- Gerald Spindler, Universtät Göttingen

 4. Acting in Concert in Capital Markets and Takeover Law
- Rüdiger Veil, Bucerius Law School
- Thierry Bonneau, Université Panthéon-Assas, Paris II
- Alain Pietrancosta, Université Paris I, Panthéon-Sorbonne

5. Civil and Crimial Liability for Incorrect Capital Market Information
- Marc-Philippe Weller, Universität Freiburg
- Nicolas Rontchevsky, Université de Strasbourg
- Pierre-Henri Conac, Université de Luxembourg.

 

II. German-French Symposium on Company Law and Capital Markets Law 2013 (Paris)

Der im Jahre 2012 von Holger Fleischer initiierte Gedankenaustausch deutscher und französischer Gesellschafts- und Kapitalmarktrechtler ist im Jahre 2013 fortgesetzt worden. Auf Einladung der französischen Kollegen fand am 27. und 28. Juni 2013 ein zweitägiges Symposium an der Université Paris I, Panthéon-Sorbonne, statt. 

1. Comparing Manager Liability in Germany and France
- Holger Fleischer, MPI Hamburg
- Isabelle Urbain-Parleani, Université Paris V, Pierre-Henri Conac, Université de Luxembourg

2. Remuneration of Directors in Stock Corporations
- Bertrand Fages, Université Paris I
- Gerald Spindler, Universität Göttingen

3. Corporate Governance Regulation via Soft Law
- Marc-Pilippe Weller, Universität Freiburg
- Didier Poracchia, Université Aix-en-Provence

4. Antitakeover Defences under Articles 9 and 11 of the Takeover Directive
- Thierry Bonneau, Université Paris II
- Klaus Hopt, MPI Hamburg 5. Insider Trading Regulation in Germany and France
- Katja Langenbucher, Universität Frankfurt
- Nicolas Rontchevsky, Université de Strasbourg

6. Delisting in France and Germany
- Alain Pietrancosta, Université Paris I
- Dirk Zetzsche, Universität Liechtenstein

 

Literatur: Die Referate wurden im Heft 4 der Revue trimestrielle de droit financier 2013 veröffentlicht.

 

III. German-French Symposium on Company Law and Capital Markets Law 2014 (Hamburg)

Das von Holger Fleischer initiierte Jahrestreffen deutscher und französischer Gesellschafts- und Kapitalmarktrechtler fand bereits zum dritten Mal am 3. und 4. Juli 2014 im Hamburger Max-Planck-Institut statt.

Einen Eindruck von der Vielfalt der behandelten Fragen, die in ausführlichen Diskussionsrunden vertieft wurden, vermittelt die nachfolgende Themen- und Referentenliste:

1. Codetermination in Stock Corporations
- Isabel Urbain-Parléani, Paris
- Pierre-Henri Conac, Luxemburg
- Christoph Teichmann, Würzburg

2. Related Party Transactions
- Holger Fleischer, Hamburg
- Pierre-Henri Conac, Luxemburg

3. Duty of Loyalty in Company Law
- Bertrand Fages, Paris
- Didier Poracchia, Aix-en-Provence
- Jan Lieder, Kiel

4. Defences against Hostile Takeovers
- Alain Pietrancosta, Paris
- Gerald Spindler, Göttingen

5. Role and Competences of Capital Market Authorities
- Nicolas Rontchevsky, Straßburg