Max-Planck-Gesellschaft

Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht

Private Law Gazette
Onlineausgabe Handwörterbuch des Europäischen Privatrechts
Regulating Dispute Resolution

ADR and Access to Justice at the Crossroads

I.   Guide for Regulating Dispute Resolution (GRDR)

II.  Rechtsvergleichende Analyse und Empfehlungen

III. Offener normativer Ansatz

IV. Projekt

V.  Veröffentlichung

VI. Dokumente

 

I. Guide for Regulating Dispute Resolution (GRDR)

Das internationale Forschungsprojekt „Regulating Dispute Resolution“ macht Vorschläge für eine prinzipiengeleitete Regelung der Konfliktlösung. Erfasst wird die ganze Vielfalt der Konfliktlösungsverfahren, darunter die Verhandlung, die Mediation, die Schlichtung, das Schiedsgutachten, das Ombudsverfahren, das Schiedsverfahren und das Gerichtsverfahren. Ein zentrales Ergebnis des Projekts ist der transnationale Guide for Regulating Dispute Resolution (GRDR). Die dort empfohlenen Regelungsprinzipien beruhen auf einer funktionalen Klassifizierung der Konfliktlösungsverfahren, rechtsethisch fundierten Leitlinien der Gerechtigkeit und modular strukturierten Regelungsthemen. Der Guide for Regulating Dispute Resolution enthält knapp und präzise formulierte Prinzipien (Principles) und Erklärungen (Comments) für die Regelung der Konfliktlösung im Bereich des Zivil- und Wirtschaftsrechts. Der Guide will einen Beitrag leisten zur Entwicklung nationaler, regionaler und internationaler Regelungslösungen durch die Gesetzgebung und Wissenschaft.

 

II. Rechtsvergleichende Analyse und Empfehlungen

Die Empfehlungen des Guide for Regulating Dispute Resolution beruhen auf einer Analyse der Regelungsmodelle, der empirischen Forschung und der Konflikttheorie in 12 Ländern: Belgien, Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, Italien, Japan, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweiz und USA. Die Mitglieder des Projekts stammen aus der Wissenschaft, der Praxis und gesetzgebenden Institutionen. Sie analysieren in Länderberichten die jeweiligen Regelungen und die soziale Wirklichkeit der Konfliktlösung. Auf dieser Grundlage bewerten sie die Regelungsziele, Regelungsstrategien und die Realität der Konfliktlösung. Die Arbeitsmethode ist rechtsvergleichend, interdisziplinär und auf die Verbindung von Theorie und Praxis gerichtet. Die Länderberichte wollen im Zusammenspiel mit der Projektarbeit zu den Regelungsgrundlagen zum Verständnis und der Entwicklung der Regeln für die nationale und internationale Konfliktlösung beitragen.

 

III. Offener normativer Ansatz

Die Diskussion über transnationale Prinzipien der Regelung der Konfliktlösung hat gerade erst begonnen. Der Guide for Regulating Dispute Resolution ist ein erster Vorschlag für eine gerechte, widerspruchsfreie und systematische Regelung der Konfliktlösung. Die Empfehlungen sind nicht umfassend und abgeschlossen, sondern wollen zur Diskussion und Weiterentwicklung anregen. Die Prinzipien des Guide for Regulating Dispute Resolution sind offen formuliert, so dass nationale und regionale Anpassungen möglich sind und die Weiterentwicklung der Konfliktlösung nicht beschränkt wird. Die Prinzipien können für den Entwurf von Modellgesetzen, Richtlinien und Gesetzen verwandt werden.

 

IV. Projekt

Die Projektergebnisse sind das Resultat gemeinschaftlicher Arbeit und Schaffensfreude. Die Leiter und Mitglieder des Projekts begannen im Jahr 2009 Ziel, Thema und Methode zu entwickeln und vereinbarten, sich vom 13. bis zum 16. September 2012 in Bayreuth zu treffen. Dort diskutierten sie zusammen mit ausgewählten Mitgliedern nationaler und europäischer Gesetzgebungsinstitutionen, Praktikern und Wissenschaftlern die Strukturen und Prinzipien der Konfliktlösung. Die Tagung wurde großzügig durch die Fritz Thyssen Stiftung sowie den Universitätsverein und die Alumni der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth unterstützt. Die Mitarbeiter des Lehrstuhls von Hannes Unberath und das Max-Planck-Institut für Privatrecht haben die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse tatkräftig gefördert.

Die Autoren der veröffentlichten Forschungsergebnisse sind: Lin Adrian (Universität Kopenhagen), Aldo De Matteis (Oberster Gerichtshof Italiens, danach ADR Center Rom), Giuseppe De Palo (Hamline University und ADR Center Rom), Frédérique Ferrand (Universität Lyon), Hazel Genn (University College London), Reinhard Greger (Bundesgerichtshof, danach Universität Erlangen-Nürnberg), Jana Härtling (Universität Bayreuth), Burkhard Hess (Max Planck Institute Luxembourg for International, European and Regulatory Procedural Law), Ulrike Janzen (Bundesministerium der Justiz), Shusuke Kakiuchi (Universität Tokyo), Lars Kirchhoff (Europa-Universität Viadrina), Peter Mayr (Universität Innsbruck), Isaak Meier (Universität Zürich), Carrie Menkel-Meadow (University of California, Irvine, und Georgetown University), Kristin Nemeth (Universität Innsbruck), Ashley Oleson (ADR Center Rom), Machteld Pel (Berufungsgericht Arnhem, International Mediation Institute), Nils Pelzer (Max Planck Institute Luxembourg for International, European and Regulatory Procedural Law), Katherine Pleming (University College London), Shiva Riahi (University College London), Anneken Sperr (Universität Bergen), Felix Steffek (MPI Hamburg), Hannes Unberath (Universität Bayreuth) und Ivan Verougstraete (Belgischer Kassationshof).

 

V. Veröffentlichung

Die Forschungsergebnisse wurden veröffentlicht als:
Regulating Dispute Resolution – ADR and Access to Justice at the Crossroads, herausgegeben von Felix Steffek und Hannes Unberath in Zusammenarbeit mit Hazel Genn, Reinhard Greger und Carrie Menkel-Meadow, Hart Publishing, Oxford 2013, 490 Seiten. (Flyer)

Das Buch ist dem Andenken des im Januar 2013 verstorbenen Initiators des Projekts Hannes Unberath gewidmet.

 

VI. Dokumente

 

1) Guide for Regulating Dispute Resolution: Principles

Dieses Dokument ist Kapitel 1 aus dem Buch Steffek/Unberath/Genn/Greger/Menkel-Meadow (Hrsg.), Regulating Dispute Resolution, Oxford 2013

 

2) Guide for Regulating Dispute Resolution: Principles and Comments

Dieses Dokument ist Kapitel 2 aus dem Buch Steffek/Unberath/Genn/Greger/Menkel-Meadow (Hrsg.), Regulating Dispute Resolution, Oxford 2013.

 

3) Guide for Regulating Dispute Resolution (GRDR) - Prinzipien für die Regelung der Konfliktlösung

Dieses Dokument enthält eine Übersetzung der Principles (ohne die Comments) in die deutsche Sprache und ist veröffentlicht in ZKM 2013, Heft 5, S. 136.

 

4) Prinzipiengeleitete Regelung der Konfliktlösung – Systematik, normative Grundlagen, Themen und Methode

Dieses Dokument stellt die Grundsätze der prinzipiengeleiteten Regelung der Konfliktlösung dar und ist veröffentlicht in ZKM 2013, Heft 5, S. 139.

 

 Regulating Dispute Resolution (Flyer)