Max-Planck-Gesellschaft

Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht

Private Law Gazette
Onlineausgabe Handwörterbuch des Europäischen Privatrechts


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Nicola Wesselburg


Termin:
13. November 2017, 17.00 Uhr

Thema:
Der Ausschluss ganzer Verbände von internationalen Sportwettbewer- ben: Notwendigkeit, Zulässigkeit, Rechtsschutzmechanismen


Hauptvortrag:
Prof. Dr. Klaus Vieweg, Universität Erlangen

Kommentare:
Patrick Baumann,
Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC)

Dr. Clemens Prokop
Präsident des deutschen Leichtathletik-Verbandes

Jan Fitschen
Ehemaliger deutscher Langstreckenläufer

Um Anmeldung unter folgendem Link wird gebeten:
Anmeldung Sportrechtssysmposium

 

Hintergrund und Zielsetzung

Das Forum für internationales Sportrecht ist eine gemeinschaftliche Initiative des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg und des Max-Planck-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik in München. Ziel des Forums ist es, regelmäßig aktuelle Fragestellungen des internationalen Sportrechts zu thematisieren und öffentlich mit Vertretern aus Sport, Wirtschaft und Wissenschaft zu diskutieren. Die Symposien richten sich an alle praktisch oder wissenschaftlich tätigen Juristen, die sich für Fragen des Sportrechts interessieren.

Die immer weiter wachsende Ökonomisierung des Sports gefährdet seine Autonomie. Zugleich trägt sie bei zu einer immer stärkeren Verrechtlichung. Denn auf den gewerblichen Sport und die an seiner Organisation und Vermarktung Beteiligten sind die für alle geltenden Gesetze anwendbar: von den allgemeinen Vorgaben der Verfassung bis zu den Regelungen des Wirtschaftsrechts.

Das Sportrecht ist deshalb eine ebenso wichtige und aktuelle wie spannende Materie. Ihr besonderer Reiz ergibt sich nicht zuletzt daraus, dass hier Fragestellungen aus so gut wie allen juristischen Disziplinen ineinander greifen. Dazu gehören etwa Vereinsrecht, Arbeitsrecht, Schadensersatzrecht, Gesellschaftsrecht, Wirtschaftsrecht, Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht und Strafrecht. Von immer größerer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang auch die internationale Perspektive,  beispielsweise durch das europäische Gemeinschaftsrecht. Die Folge dieses Querschnitts sind eine national wie international immer verzweigtere Rechtsprechung sowie Literatur – und zunehmende Informationsdefizite bei den verschiedenen Akteuren.

Der Anstoß für die Gründung des Forums für internationales Sportrecht stammt von Professor Dr. Ingo von Münch, ehemaliger Zweiter Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht wird das Projekt von Prof. Dr. Reinhard Zimmermann geleitet, am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik von Prof. Dr. Ulrich Becker.

Wenn Sie in Zukunft zu den Symposien des Forums für internationales Sportrecht eingeladen werden wollen, bitten wir um eine entsprechende Mail an veranstaltungen@mpipriv.de.

Sportrechtssymposium am 13.11.2017

Der Ausschluss ganzer Verbände von internationalen Sportwettbewerben: Notwendigkeit, Zulässigkeit, Rechtsschutzmechanismen

Ein Faszinosum unter den vielen Facetten des Wettkampfsports ist gewiss die Bestenermittlung. Die nach den Regeln des jeweiligen Sports ermittelten Besten werden zu Olympiasiegern, Weltmeistern, Europameistern gekrönt. Zugleich werden die Sieger im internationalen Sport zu nationalen Helden und der Medaillenspiegel reflektiert vielerorts nicht nur die individuellen Leistungen der Athleten, sondern wird zum Symbol des nationalen Selbstwertgefühls stilisiert. Von hier ist es nicht weit zu George Orwells bereits im Jahr 1945 aufgestellter These, „serious sport“ sei „war minus the shooting“. Dass derlei Gedanken auch heute nicht abwegig erscheinen, illustriert das 2016 durch den McLaren-Report nachgewiesene russische Staatsdopingsystem. Seitdem diskutiert die Sportwelt die Frage nach dem richtigen Umgang mit den russischen Sportverbänden: Von den Olympischen Sommerspielen 2016 wurden lediglich überführte Dopingsünder ausgeschlossen, von den Paralympischen Sommerspielen dagegen der gesamte russische Verband. Jüngst lehnte wiederum die Internationale Biathlon-Union – der Dachverband der nationalen Biathlonverbände – einen Komplettausschluss Russlands ab.

Hier kollidiert offensichtlich das Interesse an einem sauberen Sport und wirkungsvollen Anti-Doping-Maßnahmen mit der Unschuldsvermutung zugunsten der Sauberkeit einzelner (noch) nicht überführter Sportler. Auf juristischer Ebene stellt sich indes vorrangig eine andere Frage: Findet sich in den Statuten überhaupt eine belastbare Rechtsgrundlage für den Ausschluss eines ganzen Verbandes mit all seinen Athleten? Bereits hier fällt eine pauschale Antwort schwer. Denn die rechtlichen Rahmenbedingungen sind in dieser Hinsicht bei Fußball, Biathlon, Olympia und Paralympics nicht kongruent. Auch der WADA Code – dessen Wechselwirkung mit den jeweiligen Statuten in der Öffentlich bislang nicht wirklich klar geworden ist – liefert hier keine eindeutige Antwort. Dort heißt es: „If more than two members of a team in a Team Sport are found to have committed an anti-doping rule violation during an Event Period, the ruling body of the Event shall impose an appropriate sanction on the team (e.g., loss of points, Disqualification from a Competition or Event, or other sanction) in addition to any Consequences imposed upon the individual Athletes committing the anti-doping rule violation.”

So stellt sich etwa die Frage, ob der Antritt einer Nation bei Olympischen und Paralympischen Spielen als „Team Sport“ zu werten und wie die „Event Period“ solcher Veranstaltungen zu definieren ist.

Doch auch die technischen Details für einen Komplettausschluss werden in der breiten wie der Fachöffentlichkeit bislang nicht diskutiert: Gibt es denn tatsächlich den Komplettausschluss eines Verbandes? Oder könnten lediglich – oder alternativ – alle Athleten ausgeschlossen werden? Welchen Institutionen obliegt diese Entscheidung? Welche Rechtsschutzmechanismen stünden Verbänden wie Athleten gegen einen Komplettausschluss innerhalb der Sportgerichtsbarkeit zur Verfügung? Bestünde gegen eine derartige Entscheidung Rechtsschutz vor nationalen Gerichten und wie sähen dort die Erfolgsaussichten aus?
 

Hauptvortrag:
Prof. Dr. Klaus Vieweg, Universität Erlangen

Kommentare:
Patrick Baumann, Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC)

Dr. Clemens Prokop, Präsident des deutschen Leichtathletik-Verbandes

Jan Fitschen, ehemaliger deutscher Langstreckenläufer



Das diesjährige Sportrechstsymposium findet am Montag, 13. November 2017 um 17.00 Uhr statt.



Anmeldung

Um Anmeldung unter folgendem Link wird gebeten: Anmeldung Sportrechtssysmposium

Alternativ kann die Anmeldung auch formlos mit einer Email an veranstaltungen@mpipriv.de erfolgen.

 

Veranstaltungsberichte der Sportrechtssymposien

Literaturauswahl zu Themen des Sportrechts

Linksammlung zum Sportrecht

Gesetzgeber und Verwaltung

Arbeitsgemeinschaft Deutscher Sportämter (ADS)

Department for Culture, Media and Sport (UK)

US-Regierung


Gerichte und Schiedsgerichte


Tribunal Arbitral du Sport/Court of Arbitration for Sport

Europäischer Gerichtshof/Europäisches Gerichts erste Instanz

Pressemitteilungen des DFB-Gerichts

Bundesgerichtshof
 

 

Juristische Zeitschriften

Zeitschrift für Sport und Recht

Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin

Harvard Journal of Sports & Entertainment Law (im Aufbau)

Marquette Sports Law Review - (ehemals: Marquette Sports Law Journal)

The Entertainment and Sports Lawyer



Arbeitsgemeinschaften und Forschungsinstitute


Arbeitskreis Sportökonomie e.V.

Bundesinstitut für Sportwissenschaft

Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention

Institut national du sport et de l'education physique (INSEP)

Nationale Anti Doping Agentur (NADA)

Sport and Recreation Law Association

Sport Information Resource Centre

UK Sports Council

World Anti-Doping Agency



Verbände & Institutionen allgemein

Deutscher Olympischer Sport Bund (DOSB)

Deutscher Behinderten-Sportverband (DBS)

Deutscher Betriebssportverband

Deutscher Rollstuhlsportverband

International Sports Lawyer Association (ISLA)

The Sports Lawyers Association (SLA)

International Olympic Committee (IOC)

International Paralympic Committee Special Olympics

Stiftung Deutsche Sporthilfe



Sportrecht Internetportale


Sportrecht.org (Deutsches Sportrechtsportal)

Infosport (Rechtstexte zum französischen Sportrecht)

Legisport (Allgemeines zum französischen und europäischem Sportrecht)

Lexinter (Bibliographie Sportrecht)

Sportrecht - Gerichts-Urteile im Umfeld des Sports