Max-Planck-Gesellschaft

Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht

Private Law Gazette
Onlineausgabe Handwörterbuch des Europäischen Privatrechts
Max Planck Working Group on Child Law in Muslim Countries

Was ist das Beste für das Kind? Das Kindeswohl ist das zentrale Kriterium bei juristischen Entscheidungen, die das Kind betreffen. Und so klar dieser Grundsatz formuliert ist, so schwierig ist seine Konkretisierung im Einzelfall. Das Kindschaftsrecht in den islamischen Ländern ist seit 2014 Schwerpunkt der Max-Planck-Forschungsgruppe „Das Recht Gottes im Wandel: Rechtsvergleichung im Familien- und Erbrecht islamischer Länder“ unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Nadjma Yassari

Um die Bedeutung des Grundsatzes des Kindeswohls und seine rechtliche Entwicklung im Sorgerecht in ausgewählten islamischen Ländern zu ermitteln, hat die Forschungsgruppe im Sommer 2014 die Max Planck Working Group on Child Law in Muslim Countries gegründet. Diese setzt sich zusammen aus Mitgliedern der Forschungsgruppe sowie aus namhaften Wissenschaftlern und herausragenden Nachwuchswissenschaftlern aus den Rechts- und Islamwissenschaften, die sich im Rahmen eines Open Calls beworben hatten. 

 

1. Projektphase: Sorgerecht

Die Gruppe hat in einem ersten Schritt durch Länderberichte die Regelungen und die Entwicklung des Sorgerechts sowie die möglichen Folgen der Einführung des Grundsatzes des Kindeswohls in einer Vielzahl islamischer Länder erfasst:

Ägypten – Jasmine Moussa (The American University in Cairo)

Algerien & Tunesien – Souhayma Ben Achour (Université de Tunis El Manar)

Bahrain & Libyen – Ali Mesrati (University of Bahrain)

Indien – Jean-Philippe Dequen (SOAS, University of London)

Indonesien – Euis Nurlaelawati (State Islamic University Jakarta)

Iran – Masoud Noori (Center of the Study for Islam and the Middle East, Washington, D.C.)

Irak – Harith Al-Dabbagh (Université de Montréal)

Israel & Westjordanland – Moussa Abou Ramadan (Université de Strasbourg)

Jordanien – Dörthe Engelcke (University of Oxford / University of Harvard)

Katar & VAE – Anver Emon (University of Toronto)

Libanon – Marie-Claude Najm (Université Saint-Joseph Beirut)

Marokko – Hiba El Khamal (University of Marrakech)

Pakistan – Ayesha Shahid (Brunel University) & Isfandyar Ali Khan (Lincoln’s Inn London)

Subsaharisches Afrika – Attiya Waris (University of Nairobi)

Südafrika – Najma Moosa (University of the Western Cape, Südafrika)

 

Die Länderberichte wurden um thematische Beiträge ergänzt: Zum einen wird die Entstehung und Entwicklung des Grundsatzes des Kindeswohls im klassischen islamischen Recht beleuchtet und zum anderen wird der Frage nachgegangen, ob und inwieweit sich internationale Konventionen über das Recht des Kindes auf die Entwicklungen des Sorgerechts in islamischen Ländern ausgewirkt haben. Schließlich erörtert ein dritter, rechtsvergleichender Beitrag die Sorgerechtsregeln in Bezug auf Kinder aus interreligiösen Ehen:

Ahmed Fekry Ibrahim (McGill University, Montréal) – The best interests of the child in early Muslim legal thought and jurisprudence

Shaheen Sardar Ali (University of Warwick) – The best interests of the child in the framework of international child law conventions

Imen Gallala-Arndt (Max-Planck-Institut, Hamburg) – The best interests of the child in interreligious marriages

Kerstin Bartsch (Hague Conference on Private International Law) – The best interests of the child: Implications for cross-border abduction cases

 

Im April 2015 trafen sich die Wissenschaftler zu einem ersten Workshop in Rabat/Marokko, der in Kooperation mit dem Centre Jacques Berque pour les Études en Sciences Humaines et Sociales au Maroc ausgerichtet wurde.

Die Länderberichte und die Ergebnisse des Workshops wurden 2017 unter dem Titel Parental Care and the Best Interests of the Child in Muslim Countries in englischer Sprache bei T.M.C. Asser Press publiziert.

 

 

 

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