Max-Planck-Gesellschaft

Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht

Private Law Gazette
Onlineausgabe Handwörterbuch des Europäischen Privatrechts
Workshop „Parental Care and the Best Interests of the Child in Muslim Countries”

1. bis 4. April 2015


Thema der erste Phase der im Sommer 2014 gegründeten Max Planck Working Group on Child Law in Muslim Countries war der Grundsatz des Kindeswohls und seine rechtliche Entwicklung im Sorgerecht ausgewählter islamischer Länder.


Im April 2015 trafen sich die Mitglieder der Working Group erstmals zu einem Workshop in Marokkos Hauptstadt Rabat. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem vor Ort ansässigen Centre Jacques Berque pour les Études en Sciences Humaines et Sociales au Maroc ausgerichtet. Ziel des Workshops war es, die sechzehn zuvor in Auftrag gegebenen Länderberichte sowie die historischen und internationalrechtlichen Beiträge zu präsentieren und gemeinsam zu diskutieren. 
 

Die Analyse der Länderberichte erfolgte aus rechtsvergleichender Perspektive und orientierte sich an übergeordneten Fragestellungen, die mit Blick auf die unterschiedlichen Rechtsordnungen vertiefend erörtert wurden. Kurzvorträge der Working-Group-Mitglieder befassten sich unter anderem mit der Position des Kindeswohl-Prinzips in der mütterlichen Personensorge gegenüber der väterlichen Vormundschaft, mit den Voraussetzungen für den Entzug des Sorgerechts, mit interreligiösen Fallkonstellationen sowie Gender-Aspekten im Sorgerecht islamischer Länder. Durch diese Analyse konnten die einzelnen Rechtsordnungen zueinander ins Verhältnis gesetzt und somit der Weg für eine vertiefende, rechtsvergleichende Untersuchung geebnet werden.


Die Länderberichte und die Ergebnisse des Workshops wurden 2017 unter dem Titel „Parental Care and the Best Interests of the Child in Muslim Countries“ in englischer Sprache bei T.M.C. Asser Press publiziert. Zuvor erschien unter dem Titel „Negotiating Parenthood in Muslim Countries: Changing Concepts and Perceptions” im Dezember 2015 bereits ein Symposium Issue im American Journal of Comparative Law, welches Teilaspekte des Workshops sowie die übergeordnete thematische Ausrichtung der Working Group präsentierte.
 


Nadjma Yassari, Lena-Maria Möller, Imen Gallala-Arndt (Hg.), Parental Care and the Best Interests of the Child in Muslim Countries, Asser Press, Den Haag 2017, XVIII + 353 Seiten

Nadjma Yassari, Lena-Maria Möller, Imen Gallala-Arndt, Introduction – Negotiating Parenthood in Muslim Countries: Changing Concepts and Perceptions, The American Journal of Comparative Law 63 (2015), 819 - 827.

Imen Gallala-Arndt, The Impact of Religion in Interreligious Custody Disputes: Middle Eastern and Southeast Asian Approaches, The American Journal of Comparative Law 63 (2015), 829 - 858.

Ahmed Fekry Ibrahim, The Best Interests of the Child in Pre-modern Islamic Juristic Discourse and Practice, The American Journal of Comparative Law 63 (2015), 859 - 891.

Lena-Maria Möller, An Enduring Relic: Family Law Reform and the Inflexibility of Wilāya, The American Journal of Comparative Law 63 (2015), 893 - 925.

Nadjma Yassari, Adding by Choice: Adoption and Functional Equivalents in Islamic and Middle Eastern Law, The American Journal of Comparative Law 63 (2015), 927 - 962.