Max-Planck-Gesellschaft

Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht

Private Law Gazette
Onlineausgabe Handwörterbuch des Europäischen Privatrechts
Konferenz „The Dynamics of Legal Development in Islamic Countries“

17. bis 19. Oktober 2013

Vom 17. bis 19. Oktober 2013 richtete die Forschungsgruppe „Das Recht Gottes im Wandel – Rechtsvergleichung im Familien- und Erbrecht islamischer Länder“ am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht eine Konferenz unter dem Titel „The Dynamics of Legal Development in Islamic Countries“ aus.

Zu diesem Anlass reisten über 70 Rechtswissenschaftler und Rechtspraktiker aus 20 Ländern nach Hamburg, um die aktuellen rechtlichen Entwicklungen in islamischen Ländern kritisch zu beleuchten. Ziel der Konferenz war es, die Bedeutung und Funktionen unterschiedlicher Akteure bei der Rechtsentwicklung herauszuarbeiten.
 
 

Die Konferenz wurde nach einer Begrüßung durch den Direktor des MPI Professor Jürgen Basedow mit einer Keynote Speech durch Professor Chibli Mallat, University of Utah – Saint Joseph’s University Lebanon, eröffnet. In seinem Vortrag „Breaks and Continuities in Middle Eastern Law after the 2011 Revolutions“ ging Mallat insbesondere auf die Entwicklungen im Familien- und Verfassungsrecht seit dem Arabischen Frühling ein.

Der zweite Konferenztag begann mit einer Reihe von Vorträgen zur rechtlichen Entwicklung in ausgewählten islamischen Ländern (Dr. Nathalie Bernard-Maugiron – Ägypten, Professor Monia Ben Jémia – Tunesien, Professor Shaheen Sardar Ali – Pakistan) und mündete am Nachmittag in drei parallel abgehaltenen Workshops, welche die verschiedenen Akteure der Rechtsentwicklung (Gesetzgebung, Parteiautonomie und Justiz) näher beleuchteten. Die Ergebnisse der einzelnen Workshops wurden am nächsten Tag dem gesamten Plenum präsentiert und zur Diskussion gestellt.
 
 

Die Ergebnisse der Konferenz liegen nun mit dem Sammelband „Changing God’s Law – The dynamics of Middle Eastern family law” vor. Die Publikation vereint damit Beiträge führender Rechts- und Islamwissenschaftler, die aus unterschiedlichen Perspektiven das Familienrecht in über zehn Ländern erörtern.

In einem ersten Teil gibt der Band einen Überblick über die jüngsten familienrechtlichen Entwicklungen in islamischen Ländern und erläutert historische Zusammenhänge insbesondere vor dem Hintergrund des Arabischen Frühlings. Der zweite Teil zeichnet wichtige legislative Reformen im Familien- und Erbrecht an den Beispielen Ägypten, dem Iran sowie den arabischen Golfstaaten nach. Die Teile drei und vier gehen schließlich den Fragen nach, welche Rolle die Judikative bei der Fortentwicklung des Rechts spielt und inwieweit die Parteien selbst, zum Beispiel durch Eheverträge, das dispositive Recht abwählen und ihr Rechtsverhältnis privatautonom gestalten können.
 


Nadjma Yassari (Hg.), Changing God’s Law – The dynamics of Middle Eastern family law (Islamic Law in Context), Routledge, London/New York 2016, 290 S.