Max-Planck-Gesellschaft

Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht

Private Law Gazette
Onlineausgabe Handwörterbuch des Europäischen Privatrechts


Publikationen zum japanischen Recht

Am Hamburger Max-Planck-Institut für ausländisches und Privatrecht sind zahlreiche Monographien und Sammelwerke zum Recht in Japan verfasst worden, die Eckpunkte in der einschlägigen Forschungslandschaft gesetzt haben. Desweiteren wird dort die weltweit einzige Zeitschrift herausgegeben, die regelmäßig, zeitnah und nach einem konsistenten Konzept die vielfältigen Entwicklungslinien des japanischen Rechts in westlichen Sprachen dokumentiert und analysiert.

Zeitschrift für Japanisches Recht

ZJapanR

In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Japanischen Juristenvereinigung (DJJV) gibt das Institut seit 2004 die „Zeitschrift für Japanisches Recht/Journal of Japanese Law“ (ZJapanR/J.Japan.L.) mit heraus. Die Zeitschrift versteht sich als internationales Periodikum für am japanischen Recht interessierte Juristen und hat sich zum Ziel gesetzt, in einem methodisch wie formal breit gefächerten Ansatz alle Bereiche dieser Rechtsordnung publizistisch zugänglich zu machen. Die Beiträge sind in etwa hälftig auf Deutsch und auf Englisch verfasst. Es handelt sich derzeit um die weltweit einzige Publikation, die regelmäßig, zeitnah und nach einem konsistenten Konzept die vielfältigen Entwicklungslinien des japanischen Rechts in westlichen Sprachen dokumentiert und analysiert. Zu den Autoren zählen sowohl namhafte in- und ausländische Wissenschaftler als auch Praktiker mit Japanerfahrung, was ein besonders breites Spektrum in der Analyse ermöglicht.
 
Hinweise für Autoren

Sonderhefte Zeitschrift für Japanisches Recht

Handbuch Japanisches Handels- und Wirtschaftsrecht

Handbuch Japanisches Handels- und Wirtschaftsrecht

Harald Baum, Leiter des Japan-Referats am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, und Moritz Bälz, Professor für Japanisches Recht und seine kulturellen Grundlagen an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, legen als Herausgeber des „Handbuch Japanisches Wirtschafts- und Handelsrecht“ die bisher umfassendste Darstellung dieser Materie in deutscher Sprache vor. Den Autorenkreis bilden 38 namhafte Rechtswissenschaftler sowie im Japangeschäft erfahrene Praktiker aus Deutschland, Japan und Australien.

 

Das Handbuch bereitet das japanische Handels- und Wirtschaftsrecht für deutschsprachige Leser aus Wissenschaft, unternehmerischer Praxis und Politik in einer für den europäischen Raum einmaligen Weise auf. Es setzt keine Kenntnisse der japanischen Sprache voraus und verweist so weit wie möglich auf weiterführende westliche Materialien. Auf Darstellungen des geschichtlichen, methodischen und institutionellen Hintergrundes folgen rund 30 Sachgebietsübersichten, mit denen das japanische Zivil-, Handels- und Wirtschafts- wie auch das Verfahrensrecht nahezu flächendeckend erschlossen werden. Die Beiträge sind sämtlich auf dem Stand von 2010. Ergänzend enthält das über 1700 Seiten umfassende Sammelwerk ausführliche Gesetzesregister, eine knapp hundertseitige teilannotierte Auswahlbibliographie neueren westlichen Schrifttums zum japanischen Recht sowie ein deutsch-japanisches Glossar juristischer Fachtermini.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Japan sind aus historischen Gründen im Bereich des Rechts besonders eng. Es waren nicht zuletzt deutsche Juristen, die vor mehr als einem Jahrhundert als Berater am Aufbau des modernen japanischen Rechtssystems aktiv beteiligt waren. Das bis heute in Geltung stehende japanische Zivilgesetz von 1896 und 1898 orientierte sich in weiten Teilen an den Entwurfsfassungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs von 1900. Während in der japanischen Rechtswissenschaft seit dieser Zeit eine konstante Hinwendung zum deutschen Recht besteht, ist in Deutschland erst seit etwa drei Jahrzehnten ein stetig wachsendes Interesse am japanischen Recht zu verzeichnen. Gleichzeitig macht die Bedeutung Japans als drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt den Zugang zu seinem Recht in westlichen Sprachen unverzichtbar.

Prof. Dr. Harald Baum ist Leiter des von ihm aufgebauten Japan-Referats am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht und Gründungsherausgeber der seit 1996 erscheinenden Zeitschrift für Japanisches Recht / Journal of Japanese Law, der weltweit einzigen Zeitschrift, die in westlichen Sprachen fortlaufend über aktuelle Entwicklungen in allen Bereichen des Rechts Japans informiert.

Prof. Dr. Moritz Bälz, LLM (Harvard), hat den Lehrstuhl für Japanisches Recht und seine kulturellen Grundlagen an der Goethe-Universität Frankfurt am Main inne. Er ist ehemaliger Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht und Mitherausgeber der Zeitschrift für Japanisches Recht / Journal of Japanese Law.

Aktionärsklagen in Asien

Aktionärsklagen in Asien

Harald Baum, Leiter des Japan-Referats am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist Mitherausgeber und -autor des soeben erschienenen Referenzwerks zum asiatischen Unternehmensrecht "The Derivative Action in Asia – A Comparative and Functional Approach". In einer vergleichenden Analyse beleuchten 16 Autoren die Aktionärsklage in China, Japan, Indien, Korea, Taiwan, Hongkong und Singapur. Diese Rechtsordnungen, denen die neun größten Börsen Asiens unterstehen, vereinigen rund 80 Prozent der Wirtschaftsleistung des gesamten Kontinents auf sich.

 

Die Aktionärsklage, deren historische Wurzeln in den USA und Großbritannien liegen, hat sich zu einem festen Bestandteil des Unternehmensrechts verschiedener führender Volkswirtschaften Asiens entwickelt. Die Herausgeber haben es sich zur Aufgabe gemacht, auf der Grundlage der vorgelegten länderspezifischen Untersuchungen einige tradierte Thesen zur Praxis des Rechts in Asien zu überprüfen. Zu diesen gehört die Auffassung, in Asien herrsche eine kulturell bedingte Ablehnung gerichtlicher Konfliktlösung. Insbesondere die Beispiele Japan, wo von Aktionärsklagen weitaus häufiger Gebrauch gemacht wird als in den meisten westlichen Industriestaaten, und Korea, wo gezielte wirtschaftliche Anreize zu einem starken Anwachsen von Aktionärsklagen geführt haben, widerlegen dieses Bild.

 

Auch bei der Frage, wie sich die Lösungswege der teils durch das angelsächsisch geprägte Common Law und teils in der kontinentaleuropäischen Rechtstradition stehenden Rechtsordnungen Asiens im modernen Unternehmensrecht unterscheiden, gelangen die Autoren zu unvermuteten Ergebnissen. Während in den Common Law Systemen in den vergangenen zwei Jahrzehnten bei der Aktionärsklage Gesetzen und Verordnungen ein höherer Stellenwert zukam als der Anwendung von Fallrecht, haben die wichtigsten Civil Law Staaten der Rechtsprechung oft mehr Bedeutung eingeräumt als kodifiziertem Recht. Der bei Cambridge University Press erschienene Band ist aus einem 2010 vom Asian Law Institute in Singapur abgehaltenen Symposium mit dem Titel "Derivative Actions in Asia’s Miracle Economies: A Comparative and Functional Approach" hervorgegangen.

Gemeinsam mit Harald Baum herausgegeben wurde er von Dan W. Puchniak und Michael Ewing-Chow von der National University of Singapore.

Weitere Publikationen zum japanischen Recht

Baum, H.; Bälz, M.; Riesenhuber, K. (Hg.)
Rechtstransfer in Japan und Deutschland
Köln: Carl Heymanns Verlag, 2013.
 

Baum, H.; Nottage, L.; Rheuben, J.; Thier, M.
Japanese Business Law in Western Languages: An Annotated Selective Bibliography.
Buffalo: William S. Hein & Co., 2nd. ed., 2013 (im Druck).

Bälz, M.; Dernauer, M.; Heath, C.; Petersen-Padberg (eds.)
Business law in Japan – Cases and Comments. Writings in Honour of Harald Baum.
Alphen aan den Rijn: Kluwer Law International, 2012.

Baum, H. (Hg.)
Deutschland und Japan: Zwei Ökonomien im rechtlichen Dialog.
Germany and Japan: A Legal Dialogue between two Economies
Köln: Carl Heymanns Verlag, 2012.

Basedow, J.; Kono, T.; Metzger, A. (eds.)
Intellectual Property in the Global Arena. Jurisdiction, Applicable Law, and the Recognition of Judgments in Europe, Japan and the US.
Tübingen: Mohr Siebeck, 2010.

Basedow, J.; Baum, H.; Nishitani, Y. (eds.)
Japanese and European Private International Law in Comparative Perspective.
Tübingen: Mohr Siebeck, 2008.

Basedow, J.; Rühl, G. (ed.)
An Economic Analysis of Private International Law.
Tübingen: Mohr Siebeck, 2006.

Dernauer, M.
Verbraucherschutz und Vertragsfreiheit im japanischen Recht.
Tübingen: Mohr Siebeck, 2006.

Bälz, M.
Die Spaltung im japanischen Gesellschaftsrecht.
Tübingen: Mohr Siebeck, 2005.

Hopt, K. J.; Wymeersch, E.; Kanda, H.; Baum, H. (eds.)
Corporate Governance in Context: Corporations, State, and Markets in Europe, Japan, and the US.
Oxford: Oxford University Press, 2005.

Eisele, U.
Holdinggesellschaften in Japan. Entwicklung, Verbot, Wiederzulassung und aktueller Rechtsrahmen.
Tübingen: Mohr Siebeck, 2004.

Basedow, J.; Baum, H.; Hopt, K. J.; Kanda, H.; Kono, T. (eds.)
Economic Regulation and Competition. Regulation of Services in the EU, Germany and Japan.
Den Haag: Kluwer Law International, 2002.

Kliesow, O.; Eisele, U.; Bälz, M.
Das japanische Handelsgesetz.
Köln: Carl Heymanns Verlag, 2002.

Kliesow, O.
Aktionärsrechte und Aktionärsklage in Japan. Gesetzliche Regelungen und soziale Wirklichkeit.
Tübingen: Mohr Siebeck, 2001.

Basedow, J.; Kono, T. (eds.)
Legal Aspects of Globalisation. Conflict of Laws, Internet, Capital Markets and Insolvency in a Global Economy.
Den Haag: Kluwer Law International, 2000.

Baum, H. (ed.)
Japan:  Economic Success and Legal System.
Berlin: Walter de Gruyter, 1997.

Baum, H.
Marktzugang und Unternehmenserwerb in Japan. Recht und Realität am Beispiel des Erwerbs von Publikums¬gesellschaften, Recht  und Wirtschaft Heidelberg: Verlag Recht und Wirtschaft, 1995.

Baum, H.; Drobnig, U. (eds.)
Japanisches Handels- und Wirtschaftsrecht.
Berlin: Walter de Gruyter, 1994.

Baum, H.; Stiege, T. (eds.)
Japan - Kultur und Recht. Eine Einführung.
Hamburg: DJJV, 1993.