Max-Planck-Gesellschaft

Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht

Private Law Gazette
Onlineausgabe Handwörterbuch des Europäischen Privatrechts
Kompetenzzentrum ostasiatischer Rechte: China - Japan - Korea

Seit langem pflegt das Institut den regionalen Forschungsschwerpunkt Ostasien. Es hat diesbezüglich ein Kompetenzzentrum für die Rechte der führenden ostasiatischen Volkswirtschaften China, Japan und Korea aufgebaut. Gegenständlich liegt das Forschungsinteresse vor allem im Bereich des Handels-, Wirtschafts- und Finanzmarktrechts. Besondere Aufmerksamkeit finden hier die gegenwärtigen umfassenden Reformen im Gesellschafts-, Übernahme- und Finanzmarktrecht und der Corporate Governance in Japan. Aber auch die Entwicklung des allgemeinen Zivilrechts insbesondere in der Volksrepublik China wird dokumentiert, kommentiert und durch Übersetzungen ins Deutsche zugänglich gemacht. Seit 2005 besteht außerdem ein Forschungsschwerpunkt auf dem Recht der Nonprofit-Organisationen in China. Mit einer Übersetzung und Erläuterung des neuen IPR-Gesetzes der Republik Korea und einer unter Beteiligung des Instituts durchgeführten deutsch-japanischen Konferenz zur ökonomischen Analyse des Internationalen Privatrechts sind aktuelle Themen Gegenstand des wissenschaftlichen Dialogs.

Durch die Gründung der Vereinigung European China Law Studies, der Beteiligung an der China EU School of Law und der vom Institut mitgetragenen Veranstaltungsreihe „Hamburger Vorträge“ zum chinesischen Recht beteiligt sich das Institut maßgebend am Aufbau institutionalisierter Strukturen für den wissenschaftlichen Austausch und die Kooperation mit Ostasien. Konferenzen zu wirtschaftsrechtlichen Themen werden inzwischen in der Regel unter Einbeziehung Japans in einem Rechtsvergleich in der „Triade“ (EU / USA / Japan) ausgerichtet. Dem wissenschaftlichen Austausch dienen ferner regelmäßige Einladungen von Gastwissenschaftlern zu Forschungsaufenthalten im Rahmen des Stipendienprogramms des Instituts. Dabei zeigt sich, dass sowohl japanische als auch chinesische und koreanische Wissenschaftler großes Interesse haben, die deutschen wie europäischen Erfahrungen mit der Entwicklung zahlreicher Rechtsmaterien zu analysieren und für Rechtsreformen in ihren Heimatländern rechtsvergleichend nutzbar zu machen. Dies wird auch bei der Beratung des chinesischen Gesetzgebers deutlich, in der das Institut in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) durch verschiedene Mitarbeiter beispielsweise in den Bereichen Sachenrecht, Deliktsrecht, internationales Privatrecht und Recht der Nonprofit-Organisationen tätig ist.

Die Länder Japan einerseits sowie China und Korea andererseits sind am Institut jeweils einem Länderreferat zugeordnet (Baum für Japan, Pißler für China/Korea), was seit langem eine in dieser Weise für Deutschland einmalige kontinuierliche Betreuung dieser zunehmend wichtigeren Rechte gewährleistet. Insbesondere die Rechtsvergleichung mit Bezug auf Japan ist in Deutschland immer mehr auf das Hamburger Max-Planck-Institut konzentriert. In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Japanischen bzw. der Deutsch-Chinesischen Juristenvereinigung werden in den Referaten unter anderem die beiden einzigen fortlaufenden westlichen Publikationen zu diesen Rechten erstellt. Für Japan ist dies die Zeitschrift für Japanisches Recht / Journal of Japanese Law und für China die Zeitschrift für Chinesisches Recht. Seit 2008 gibt Pißler außerdem gemeinsam mit dem Präsidenten und weiteren Vorstandsmitgliedern der Deutsch-Chinesischen Juristenvereinigung die Schriften zum chinesischen Recht heraus.

 

China

Japan

Korea