Max-Planck-Gesellschaft

Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht

Private Law Gazette
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Forschungsschwerpunkte

Das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht erforscht systematisch das Privat- und Wirtschaftsrecht sowie das internationale Privatrecht in transnationaler Perspektive und befasst sich mit den sich daraus ergebenden methodischen Grundfragen. Das Institut will auf seinen Forschungsgebieten dazu beitragen, das Recht fortzuentwickeln und die Herausforderungen zu bewältigen, die mit der Globalisierung der Lebensverhältnisse und der Internationalisierung des Rechts einhergehen.

Ausgehend von einer Analyse der Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Rechtsordnungen Europas und weltweit widmet sich das Institut dem Zusammenwirken von privater Regelbildung, nationalen Rechtsordnungen, supranationalem Recht und zwischenstaatlichen Übereinkommen. Die Forschung des Instituts dient zudem dazu, Grundlagen für die internationale Verständigung über das Recht zu schaffen sowie Regeln und Instrumente zu entwickeln, mit deren Hilfe die Anwendung der nationalen Rechtsordnungen auf grenzüberschreitende Sachverhalte besser koordiniert werden kann.

Europäisches Privatrecht und Privatrechtsvereinheitlichung

Eines der wichtigsten Ziele dieses Forschungsschwerpunktes ist die Konzeption einer künftigen europäischen Privatrechtsordnung. Um dafür die Grundlage zu schaffen, hat das Institut das rechtliche Wissen über dieses Gebiet in seiner Gesamtheit einschließlich seiner rechtshistorischen und rechtsvergleichenden Bezüge in strukturierter Form in einem Handwörterbuch des Europäischen Privatrechts zusammengefasst, das 2009 erschienen ist. Ihm folgte 2012 eine auf den Verständnishintergrund der internationalen Leserschaft zugeschnittene englische Fassung unter dem Titel Max Planck Encyclopedia of European Private Law. Das Institut befasst sich auch auf globaler Ebene mit den durch die Rechtsvereinheitlichung aufgeworfenen Herausforderungen, etwa im Bereich der internationalen Handelsverträge.

 

Übersicht: Europäisierung des Privatrechts

Handwörterbuch / Max Planck Encyclopedia of European Private Law

Europäisches Kaufrecht (CESL)

Europäisches Versicherungsvertragsrecht (PEICL)

Draft Common Frame of Reference: Revision des Verbraucher-acquis

Systematik des Werk- und Dienst(leistungs)vertragsrechts in rechtsvergleichender Perspektive

UNIDROIT Principles of International Commercial Contracts

Wirtschafts- und Wettbewerbsrecht

Die Forschungstätigkeit des Instituts im Rahmen dieses Schwerpunktes ist Fragen des Gesellschafts- und Unternehmensrechts, des Finanz- und Kapitalmarktrechts sowie des Wettbewerbsrechts gewidmet. Wesentliche Themen sind dabei etwa Rechtsregeln für die geschlossene Kapitalgesellschaft, die Zukunft der Corporate Governance, das Recht der Nonprofit-Organisationen und das Stiftungsrecht, die unternehmensrechtliche Querschnittsmaterie Whistleblowing sowie kartellrechtliche Fragestellungen. Während die europäische Entwicklung dabei häufig im Mittelpunkt steht, gilt die Aufmerksamkeit auch außereuropäischen Rechtsordnungen, die rechtsvergleichend einbezogen werden.

Aktuelle Forschungsprojekte umfassen u.a, die folgenden Themen:

 

Unternehmensbewertung

Beschlussmängelrecht in Europa und der Welt

Kapitalmarktrecht meets Kartellrecht

Law of Close Corporations

Recht und Reform der Managerhaftung

Whistleblowing im Unternehmensrecht

Zukunftsfragen Corporate Governance

Deutsches und französisches Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht im Vergleich

Zur Verantwortlichkeit des Vorstands

Deutsches, österreichisches und schweizerisches Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht im Vergleich

 

Internationales Privat- und Verfahrensrecht

Fundament dieses Forschungsbereichs sind Fragestellungen über die internationale gerichtliche Zuständigkeit, die Anwendbarkeit ausländischer Rechtsnormen und die Gültigkeit nationaler Gerichtsentscheidungen im Ausland. Die Fortentwicklung des internationalen Privatrechts, vor allem der wachsende Bestand an Kollisionsnormen in der EU-Gesetzgebung, prägt die Themen zahlreicher Forschungsprojekte des Instituts. Aktuell untersucht werden beispielsweise Fragen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Gerichte innerhalb des Binnenmarktes, der zivilrechtlichen Praxis des Europäischen Gerichtshofes oder des geistigen Eigentums in globaler rechtsvergleichender Perspektive.

Informationen zu ausgewählten aktuellen Forschungsprojekten:

 

Das Recht offener Gesellschaften: General Course on Private International Law,
   Hague Academie (Jürgen Basedow)

Conflict of Laws in Intellectual Property (CLIP Principles and Commentary)

Ökonomische Grundlagen des Internationalen Privatrechts
   (Habilitationsschrift von Giesela Rühl)

Europäische Gerichtsbarkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts
   (Habilitationsschrift Hannes Rösler)

Grenzüberschreitende Kartellverfahren: International Antitrust Litigation –
   Conflict of Laws and Coordination

Regelung der Konfliktlösung im Bereich des Zivil- und Wirtschaftsrechts:
   Regulating Dispute Resolution

Methodenlehre, Rechtsvergleichung, Rechtsgeschichte, Rechtsökonomie

Zu den Forschungsfeldern des Instituts gehören auch Grundfragen der europäischen und vergleichenden Methodenlehre. Die methodischen Ansätze der internationalen Rechtsvergleichung reichen bis in die Zeit seiner Gründung zurück. Ernst Rabel, der erste Direktor des Instituts, gilt als Wegbereiter dieser Disziplin. Im Fokus der Forschungsarbeit steht zudem die Erschließung der historischen Grundlagen des modernen Zivilrechts. Bei der Analyse wirtschaftsrechtlicher Fragen ist insbesondere im Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht die Anwendung ökonomischer Denkansätze und Erkenntnisse unerlässlich. Rechtsökonomische Untersuchungen sind daher Gegenstand zahlreicher Projekte. 

 

Grundprobleme des Erbrechts in internationaler Perspektive

Der Einfluss religiöser Vorstellungen auf die Entwicklung des Erbrechts

Rechtsvergleichend: Erbunwürdigkeit

Testamentsformen in historischer und vergleichender Perspektive

Warum Erbrecht? – Das Vermögensrecht des Generationenwechsels in funktionaler Betrachtung

Testierfreiheit

Europäische Erbrechtsverordnung

Intestaterbrecht

 

Rechtsgeschichte

Historisch-kritischer Kommentar zum BGB

 

Rechtsvergleichung

Delegation von Privatautonomie auf Dritte
   (rechtsvergleichende Habilitationsschrift von Jens Kleinschmidt)

Grenzen der Selbstbindung im Privatrecht
   (rechtsvergleichende Habilitationsschrift von Klaus Ulrich Schmolke)

Mediation

 

Methodenlehre

Methodenlehre des Unionsrechts
   (Habilitationsschrift von Sebastian A.E. Martens)

 

Ausländisches Recht: Regionale Kompetenzzentren und Länderreferate

Die langfristig angelegte Analyse des ausländischen Rechts zählt zu den zentralen Forschungszielen des Instituts. Um die Transformationsprozesse und Reformen in Rechtsordnungen, die sich in einer besonders dynamischen Entwicklung befinden, wissenschaftlich begleiten zu können und andererseits vertiefte Kenntnisse über wirtschaftlich besonders wichtige, aber sprachlich schwer zugängliche Rechtsordnungen zu erlangen, wurden regionale Kompetenzzentren etabliert. Die dafür ausgewählten Schwerpunkte sind China, Korea und Japan, Russland und weitere GUS-Staaten, Südosteuropa, die islamischen Länder sowie Lateinamerika.

 

Kompetenzzentrum für ostasische Rechte

China

Islamische Rechtsordnungen

Japan

Korea

Lateinamerika

Russland und weitere GUS-Staaten

Süd-Ost-Europa