Max-Planck-Gesellschaft

Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht

Private Law Gazette
Onlineausgabe Handwörterbuch des Europäischen Privatrechts


Frauen im Recht

8. März 2018 – Was bedeutet es eigentlich, Rechtswissenschaftlerin zu sein?

Anlässlich des Internationalen Frauentages erzählen zehn Forscherinnen des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht, was sie in ihrer Arbeit bewegt:

 


Dr. Duygu Damar, LL.M. (Istanbul Bilgi)
Wissenschaftliche Referentin, Türkei-Referat

Das Thema meiner Habilitationsschrift lautet: „Diskriminierungsverbot im deutschen und US-amerikanischen Vertragsrecht". Dabei handelt es sich um das Verbot der Diskriminierung aufgrund ethnischer Herkunft, Geschlecht, sexueller Identität, Alter, Religion und Behinderung im Zivilrechtsverkehr, insbesondere beim Zugang zu und der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, einschließlich von Wohnraum. Ich vergleiche die deutsche und US-amerikanische Gesetzgebung und Rechtsprechung. Ferner kommentiere ich die Einheitlichen Richtlinien und Gebräuche für Dokumenten-Akkreditiv 600 (ERA 600) für den Beck-Online-Großkommentar.
Dr. Duygu Damar
 

 


Elena Dubovitskaya
Wissenschaftliche Referentin bei Prof. Dr. Dr. h.c. Holger Fleischer; Co-Referentin im Länderreferat „Russland und weitere GUS-Staaten“


In meinem Habilitationsvorhaben beschäftige ich mich mit den Offenlegungspflichten der Organmitglieder in Kapitalgesellschaften. Ich untersuche, welche Informationen die Personen, die in den Organen von Kapitalgesellschaften tätig sind, kraft ihrer Stellung offenlegen müssen. Muss etwa ein Vorstandsmitglied eine schwere Erkrankung offenlegen, um mögliche Schäden von dem Unternehmen abzuwenden? Ähnliche Fragen stellen sich im Zusammenhang mit dem eigenen Fehlverhalten der Organmitglieder oder mit dem Management-Buyout, bei dem es darum geht, inwieweit die Manager, die „ihr“ Unternehmen übernehmen wollen, die verkaufswilligen Gesellschafter über dessen wahren Wert informieren müssen.
Elena Dubovitskaya
 

 


Dr. Lena-Maria Möller
Wissenschaftliche Referentin in der Forschungsgruppe: Das Recht Gottes im Wandel – Rechtsvergleichung im Familien- und Erbrecht islamischer Länder

Im Zentrum meiner aktuellen Forschung stehen Auslegungsmethoden im islamisch geprägten Rechtsraum. Am Beispiel unbestimmter Rechtsbegriffe wie dem „Kindeswohl“ oder der „Ebenbürtigkeit“ bei der Eheschließung und ihrer Auslegung im Familienrecht muslimischer Länder hinterfrage ich kritisch den Stellenwert von Religion bzw. religiösen Rechtssätzen bei der Anwendung staatlich gesetzten Rechts.
Dr. Lena-Maria Möller
 

 


Jennifer Trinks
Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Dr. Dr. h.c. Holger Fleischer


Ich arbeite vorwiegend rechtsvergleichend auf dem Gebiet des Gesellschaftsrechts. In meinem Promotionsvorhaben untersuche ich, wem das Stimmrecht aus einem Gesellschaftsanteil zusteht, wenn an diesem ein Nießbrauch bestellt ist – Gesellschafter oder Nießbraucher? Im Zentrum steht dabei die Frage, inwieweit ein Dritter auf Grundlage eines dinglichen Rechts an einem Anteil in den Gesellschaftsverband eingreifen darf. Ein Vergleich mit dem französischen Recht soll den Blick weiten und neue Perspektiven auf eine klassische Rechtsfrage eröffnen.
Jennifer Trinks
 

 


Dr. Sofie Cools, LL.M. (Harvard)
Wissenschaftliche Referentin

Nachdem ich mich intensiv mit der Innenorganisation der Aktiengesellschaft beschäftigt habe, weite ich jetzt mein Forschungsfeld auf das Kapitalmarktrecht und andere Gesellschaftsformen aus. Insbesondere untersuche ich die Durchsetzung von Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht – unter besonderer Berücksichtigung spezialisierter Gerichte, Behörden und der Rolle privater Marktakteure – sowie die jüngsten und erwarteten Entwicklungen des Personengesellschaftsrechts aus rechtsvergleichender Perspektive.
Dr. Sofie Cools
 

 


Priv.-Doz. Dr. Nadjma Yassari, LL.M. (London)
Leiterin der Forschungsgruppe: Das Recht Gottes im Wandel – Rechtsvergleichung im Familien- und Erbrecht islamischer Länder


Im Mittelpunkt meiner Forschungen steht seit 2014 das Kindschaftsrecht in islamischen Ländern. Während ich mich zunächst mit dem Grundsatz des Kindeswohls und seiner rechtlichen Entwicklung im Sorgerecht beschäftigt habe, widme ich mich aktuell Fragen der Abstammung, der staatlichen Sorge für elternlose oder unzureichend betreute Kinder, der Rechtstellung des nichtehelichen Kindes, der Entwicklung des Abstammungsrechts angesichts moderner medizinischer Reproduktions- techniken sowie dem Adoptionsrecht.
Priv.-Doz. Dr. Nadjma Yassari
 

 


Anna Katharina Suzuki-Klasen, LL.B. (Norwich, UK), MLB (Hamburg/Vallendar, DE)
Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Dr. Harald Baum im Japan-Referat

In meinem Promotionsvorhaben beschäftige ich mich derzeit mit den Regelungen des Vertragsschlusses im deutschen, englischen und japanischen Privatrecht. Ich nähere mich meinem Thema in rechtsvergleichender Perspektive und mit dem Fokus auf die geschichtlich oder sozio-kulturell bedingten Unterschiede in der Rechtspraxis.
Anna Katharina Suzuki-Klasen



 

 


Dr. Dörthe Engelcke
Wissenschaftliche Referentin in der Forschungsgruppe: Das Recht Gottes im Wandel – Rechtsvergleichung im Familien- und Erbrecht islamischer Länder


Ich stelle in meinem Habilitationsvorhaben einen Vergleich zwischen dem christlichen und islamischen Familienrecht im Libanon und in Jordanien an. Anders als zum islamischen Recht gibt es nur sehr wenige Studien zum christlichen Familienrecht im Nahen Osten, obwohl in vielen Ländern der Region christliches Familienrecht angewandt wird. Das Projekt zielt darauf ab, diese Forschungslücke zu schließen, indem es das Rechtssystem und die Rechtspraxis der christlichen und islamischen Gerichte in Jordanien und im Libanon vergleicht. Im Zuge der Arbeit wird u.a. untersucht, inwiefern sich Unterschiede in der rechtlichen Autonomie der christlichen Gerichte auch auf die Rechtspraxis auswirken.
Dr. Dörthe Engelcke
 

 


Bettina Mia Bujňáková
Wissenschaftliche Assistentin im Länderreferat Süd-Ost-Europa

Ich habe vor kurzem eine rechtsvergleichende Qualifikationsarbeit im Abstammungsrecht eingereicht. Nun beschäftige ich mich im Rahmen einer Gesetzeskommentierung vertieft mit der EU-Erbrechts-Verordnung und dem slowakischen Erbrecht. Ich schreibe regelmäßig Gutachten zum Recht der Staaten Südosteuropas und befasse ich mich gerne mit dem Thema Recht und Sprache.
Bettina Mia Bujňáková



 

 


Brooke Adele Marshall
Wissenschaftliche Referentin, Länderreferate Australien und Neuseeland


Meine aktuellen Forschungsprojekte haben einen Bezug zu wichtigen Bestandteilen internationaler Verträge. Dabei beschäftige ich mich im Moment insbesondere mit Gerichtsstandsvereinbarungen und der Anerkennung von ausländischen Urteilen. Ich habe gerade den nationalen Bericht für Australien für die International Academy of Comparative Law über den ersten Bereich verfasst. Im Vordergrund steht dabei der Abschluss meiner Dissertation zum Thema „Asymmetric Jurisdiction Agreements“ (halbseitige Gerichtsstandsvereinbarungen). Zudem bin ich gerade aus Wellington, Neuseeland zurückgekehrt, wo ich ein Paper über die Anerkennung von ausländischen Urteilen im Geltungsbereich des Übereinkommens der Haager Konferenz von 2005 vorgestellt habe. Im Rahmen dieser Reise habe ich auch in Australien an der University of Sydney Law School „Commercial Issues in Private International Law“ Konferenz über halbseitige Gerichtsstandsvereinbarungen einen Vortrag gehalten.
Brooke Adele Marshall