Max-Planck-Gesellschaft

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2017
23.05.2017 – St. Petersburg International Legal Forum beruft Jürgen Basedow in Preiskomitee

Auf dem kürzlich abgehaltenen VII. St. Petersburg International Legal Forum wurde die Ausschreibung des „Prize for Private Law“ und die Ernennung der Komiteemitglieder offiziell bekannt gegeben. Neben Prof. Dr. Jürgen Basedow, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, wurden 17 weitere international anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in das Auswahlgremium berufen.

 

Der mit 10 Millionen Rubeln, umgerechnet rund 150.000 Euro, dotierte „Prize for Private Law“ wird für herausragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich des Zivilrechts und des internationalen Privatrechts vergeben. Der Preis soll erstmals 2018 auf dem nächsten St. Petersburg International Legal Forum verliehen werden.

 

Das St. Petersburg International Legal Forum ist vor einigen Jahren als eine Art Russischer Juristentag mit internationaler Ausstrahlung gegründet worden. Fast 3000 Teilnehmer aus der ganzen Welt haben an dem vergangenen Treffen in der Petersburger Eremitage teilgenommen. Getragen wird das Forum von einer Stiftung und unterstützt von der russischen Regierung, die durch Ministerpräsident Medwedew, Justizminister Konovalov und seinen Stellvertreter Galperin vertreten war.

15.05.2017 – International Academy of Comparative Law zeichnet Hein Kötz aus

Die Internationale Akademie für Rechtsvergleichung hat am 15. Mai 2017 an ihrem Sitz in Paris Prof. Hein D. Kötz, emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, als „Great Comparative Law Scholar“ ausgezeichnet. Neben Hein Kötz erhielten auch Mary Ann Glendon, Xavier Blanc-Jouvan, Jean-Louis Baudoin und Rodolfo Sacco diese Ehrung.

 

Jedem der fünf Preisträger wurde eine Laudatio gewidmet. Sodann führten sie eine Diskussion am Runden Tisch über „The Past, the Present and the Future of Comparative Law“. Die Laudationes und die Podiumsdiskussion werden von der Akademie zum Gegenstand einer eigenen Veröffentlichung gemacht werden.

 

Seit der Gründung im Jahre 1923 organisiert die International Academy of Comparative Law internationale Kongresse zum Gedankenaustausch über Methoden und Entwicklungen in der Rechtsvergleichung. Die Kongresse decken dabei eine breite Palette von Themen aus allen Bereichen der Rechtswissenschaft ab. Die ausgewählten Themen sollen dazu beitragen, die modernen rechtlichen Entwicklungen der jeweiligen Zeit zu spiegeln und zu einer Fortentwicklung des Rechts beizutragen. Ziel ist es, Rechtswissenschaftler auf der ganzen Welt zu ermutigen, rechtsvergleichend zu forschen. Mittlerweile zählt die Akademie weltweit circa 700 Mitglieder.

08.05.2017 – Patrick C. Leyens erhält Hochschulpreis des Deutschen Aktieninstituts

Am 8. Mai hat das Deutsche Aktieninstitut seinen jährlich ausgelobten Hochschulpreis verliehen. Priv.-Doz. Dr. iur. habil. Patrick C. Leyens, LL.M., früherer Referent und heutiger Affiliate am Max-Planck-Institut, wurde für seine Habilitationsschrift „Informationsintermediäre des Kapitalmarkts: Private Marktzugangskontrolle durch Abschlussprüfung, Bonitätsrating und Finanzanalyse“ mit dem 1. Platz (Rechtswissenschaft) ausgezeichnet. Es handelt sich um die vierte Auszeichnung seiner Habilitationsschrift, nach Forschungspreisen der Esche Schümann Commichau Stiftung, der Stiftung Kapitalmarktrecht für den Finanzstandort Deutschland sowie des Finanzplatz Hamburg e.V. (1. Platz, „Finanzkompass 2015“).

 

Die von Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus J. Hopt betreute Untersuchung schafft das Fundament für rechtspolitisch drängende Antworten auf Fragen der Einbeziehung von privaten Informationsdienstleistern in die Finanzmarktregulierung. Dazu setzt sich Leyens mit der Regulierung von Abschlussprüfern, Ratingagenturen und Finanzanalysten durch das Zivilrecht, Berufsrecht und Aufsichtsrecht auseinander. Aus der Zusammenschau erarbeitet er die Grundstrukturen eines Rechts der kapitalmarktbezogenen Informationsintermediation, die auch zur Einordnung neuerer Informationsintermediäre, wie beispielsweise von Stimmrechts- und Vergütungsberatern, wichtige Hinweise geben können. Das Verlagshaus Mohr Siebeck hat die Veröffentlichung der Schrift in der Reihe Jus Privatum für 2017 angekündigt.

 

Nach seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter, sodann als Referent des Max-Planck-Instituts, wurde Leyens 2007 Juniorprofessor für Zivilrecht und ökonomische Analyse des Rechts an der Universität Hamburg. Seit 2014 ist er ehrenamtlicher Professor der Erasmus Universität Rotterdam, daneben Lehrstuhlvertreter, zunächst 2015 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, seit 2016 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2017 ist er außerdem wissenschaftliches Mitglied des European Corporate Governance Institute, Brüssel. Leyens ist national und international durch zahlreiche Publikationen, Vorträge und Lehrveranstaltungen im Bürgerlichen Recht, Handels-, Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht wissenschaftlich ausgewiesen.

04.05.2017 – Rainer Kulms zum Adjunct Professor ernannt

Die China University of Political Science and Law hat Priv.-Doz. Dr. Rainer Kulms, LL.M. (Michigan), Wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, im April zum Adjunct Professor ernannt.


Rainer Kulms ist der China University of Political Science and Law (CUPL) seit 2009 eng verbunden. Er ist Mitglied der ‚Flying Faculty’ der China-EU School in Peking und unterrichtet regelmäßig Studierende im internationalen Masterprogramm, das zu einem Abschluss an der CUPL und der Universität Hamburg führt. Als Adjunct Professor ist er der School of Law and Economics der CUPL zugeordnet, er wird dort Vorlesungen halten und an Forschungsprojekten mitarbeiten.

Die China University of Political Science and Law wurde 1952 gegründet und zählt zu den renommiertesten Rechtshochschulen Chinas. Mit über 500 Jura-Professoren beheimatet die in Peking ansässige Universität die größte Rechtsfakultät weltweit und trägt auf vielen Ebenen zur Weiterentwicklung des chinesischen Rechtssystems bei. Die China-EU School of Law (CESL) an der China University of Political Science and Law ist ein gemeinsames Projekt der chinesischen Regierung und der Europäischen Union.

Priv.-Doz. Dr. Rainer Kulms, LL.M. (Michigan) ist seit 2003 Editor-in-Chief der European Business Organization Law Review und hat Lehraufträge an der Universität Hamburg (European Master Programme in Law and Economics) wahrgenommen. Im Lent Term 2008 war er Visiting Fellow an der Universität Cambridge und in den folgenden Jahren Gastdozent an den Universitäten Belgrad, Timisoara und Tirana sowie an chinesischen Universitäten.

16.03.2017 – Erneute Auszeichnung: Konrad Duden erhält Gerhard-Kegel-Preis der DGIR

Konrad Duden, wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist am 15. März 2017 mit dem Gerhard-Kegel-Preis der Deutschen Gesellschaft für Internationales Recht für herausragende Dissertationen ausgezeichnet worden. Nach dem Serick-Preis und der Otto-Hahn-Medaille ist es die dritte Auszeichnung, die Konrad Duden für seine Dissertation erhält.


In seiner Dissertation „Leihmutterschaft im Internationalen Privat- und Verfahrensrecht – Abstammung und ordre public im Spiegel des Verfassungs-, Völker- und Europarechts“ setzt sich Dr. Konrad Duden mit den Folgen der internationalen Leihmutterschaft für die Abstammung des Kindes auseinander. Wegen des hiesigen Verbots reisen immer mehr Deutsche ins Ausland, um dort mit Hilfe einer Leihmutter ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Doch nicht in jedem Fall wird die Elternschaft der Wunscheltern von den deutschen Gerichten anerkannt. In seiner rechtsvergleichenden Studie stützt sich Konrad Duden auf sechs Rechtsordnungen, in denen Leihmutterschaft zulässig ist, und analysiert, wann aus Sicht des deutschen Rechts die Wunscheltern auch die rechtlichen Eltern sind. Die Ergebnisse setzt er in Bezug zu den Grund- und Menschenrechten und legt dabei besonderes Augenmerk auf die Rechte der Kinder in dieser Situation.

Der Gerhard-Kegel-Preis wird alle zwei Jahre von der Deutschen Gesellschaft für Internationales Recht (DGIR) als Nachwuchspreis für herausragende publizierte oder zur Publikation angenommene Dissertationen auf dem Gebiet des Internationalen Privatrechts vergeben.

Dr. Konrad Duden hat in Heidelberg, Bilbao und Cambridge Rechtswissenschaft studiert und war Stipendiat der Studien- bzw. Graduiertenförderung der Studienstiftung des deutschen Volkes, der Friedrich-Naumann-Stiftung und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Seit 2012 ist er am Max-Planck-Institut für Privatrecht tätig.

Konrad Duden, Leihmutterschaft im Internationalen Privat- und Verfahrensrecht – Abstammung und ordre public im Spiegel des Verfassungs-, Völker- und Europarechts (Studien zum ausländischen und internationalen Privatrecht, 333), Mohr Siebeck, Tübingen 2015, XXIV + 392 S.

02.03.2017 – Martin Illmer von der Bucerius Law School habilitiert

Martin Illmer, ehem. wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist am 24. Februar 2017 von der Bucerius Law School habilitiert worden. Er hat die Lehrbefugnis für die Fächer Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht, Internationales Privat- und Verfahrensrecht, Europäisches Privatrecht sowie Rechtsvergleichung erhalten.


In seiner Habilitationsschrift mit dem Titel „Strukturen eines Dienstleistungsvertragsrechts“ untersucht Martin Illmer Taxonomie, Systematik und inhaltliche Grundentscheidungen des deutschen Rechts der Dienstleistungsverträge vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung der gesetzlichen Regelungen seit den Ursprüngen im römischen Recht und der sich bereits seit dem Mittelalter herausbildenden privaten Rechtsetzung. Welche Wendungen hat das Recht der Dienstleistungsverträge genommen, welche Entscheidungen wurden bewusst oder unbewusst getroffen, und inwiefern haben sich die Kreise über die Jahrhunderte geschlossen oder wieder neu geöffnet? Auf dieser Grundlage wird das Recht der Dienstleistungsverträge in der Gestalt eines strukturell neu geordneten sowie inhaltlich neu gestalteten einheitlichen Vertragstyps neben die Veräußerungs- und Gebrauchsüberlassungsverträge gestellt und damit für einen bisher vernachlässigten Kernbereich des besonderen Schuldrechts ein kohärentes Regelungsmodell geschaffen.

Priv.-Doz. Dr. Martin Illmer studierte Rechtswissenschaft an den Universitäten Mainz, Cambridge und Oxford. Er wurde 2007 von der Universität Mainz promoviert und betreute im Anschluss am Institut das Handwörterbuch des Europäischen Privatrechts, bevor er sich als Leiter einer selbständigen Forschungsgruppe dem Dienstleistungsvertragsrecht widmete.

17.02.2017 – Patrick C. Leyens wird Mitglied am European Corporate Governance Institute

Das European Corporate Governance Institute (ECGI) hat Patrick C. Leyens, Affiliate am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, als wissenschaftliches Mitglied aufgenommen.

 

Das ECGI wurde 2002 mit dem Ziel gegründet, das Verständnis für Corporate Governance durch umfassende, unabhängige Forschung zu stärken. Als gute Corporate Governance bezeichnet man im Allgemeinen eine transparente Unternehmensführung. Das ECGI bringt Experten aus der Wirtschaft, Rechtwissenschaft, dem Finanzsektor und Management mit dem Ziel zusammen, Probleme der Corporate Governance und Lösungsansätze aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten und weiterzuentwickeln.

 

Der Artikel “Board Models in Europe”, den Patrick C. Leyens gemeinsam mit Klaus J. Hopt, emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, 2004 am ECGI publiziert hat, steht auf Platz 1 der vom ECGI veröffentlichten Arbeitspapiere zu Rechtsfragen der Corporate Governance.

 

PD Dr. iur. habil. Patrick C. Leyens, LL.M. (London) ist Honorarprofessor an der Erasmus University Rotterdam und derzeit als Lehrstuhlvertreter an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen deutsches und europäisches Handels- und Wirtschaftsrecht, Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht, Rechtsvergleichung und ökonomische Analyse des Rechts, insbesondere Corporate Governance.

13.02.2017 – Jürgen Basedow zur Methodik der Rechtsvergleichung

In einem auf Englisch geführten Interview für das Projekt Latest Thinking geht Jürgen Basedow auf die Frage: „Should Different Types of Methodology in Comparative Legal Research Be Combined into One Method?“ ein.


Jürgen Basedow erklärt im Interview, warum es sinnvoll sein kann, je nach Forschungsziel und Art des Problems unterschiedliche Methoden anzuwenden. Während es beispielsweise in der sozialwissenschaftlichen Forschung auch auf die das Recht beeinflussenden Faktoren wie Religion und Gesellschaft ankomme, benötigen Gerichte, denen ausländische Rechtsordnungen fremd sind, lediglich das für sie konkret anzuwendende Recht. Zudem sei die beeindruckende Vielfalt der Forschungsmöglichkeiten nicht zu unterschätzen, welche wiederum den Stil und die Methode der Rechtsvergleichung festlege.

Darüber hinaus geht Jürgen Basedow darauf ein, dass die Forschung innerhalb der Rechtsvergleichung ebenso wie die Forschung auf anderen Gebieten mit einer bestimmten, externen Erwartungshaltung an diese Disziplin geleitet wird und die Ergebnisse des jeweiligen Forschungsprojektes den Zielen der „Kunden oder Auftraggeber“ dienen.

Das Interview mit Jürgen Basedow geht auf den Artikel „Comparative Law and its Clients“ zurück, der im American Journal of Comparative Law erschienen ist (Volltext als Preprint frei verfügbar unter https://ssrn.com/abstract=2391171).

Die Organisatoren des Projektes Latest Thinking haben sich zum Ziel gesetzt, die Entwicklung neuer Ideen, Forschungs- und Lösungsansätze zu fördern. Hierfür erläutern Forscher in einem Video-Interview, wie sie beispielsweise ein für sie bedeutendes Problem gelöst haben. Auf der Interviewseite sind noch weitere Videos zu finden, inklusive einer persönlichen Leseempfehlung und der Antwort auf die Frage, welche Erfindungen für Jürgen Basedow zur Globalisierung beigetragen haben.

„Should Different Types of Methodology in Comparative Legal Research Be Combined into One Method?” by Latest Thinking & Jürgen Basedow, 2016 is licensed under a Creative Commons license: CC-BY 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Jürgen Basedow, Comparative Law and its Clients, The American Journal of Comparative Law 62, 4 (2014), 821 - 857.

2016
22.12.2016 – Marlen Thaten erhält Förderpreis

Dr. Marlen Thaten, LL.M. (Harvard), ehemalige wissenschaftliche Assistentin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist für ihre Dissertation mit dem Förderpreis der Esche Schümann Commichau Stiftung ausgezeichnet worden.


In ihrer Dissertation „Die Ausstrahlung des Aufsichts- auf das Aktienrecht am Beispiel der Corporate Governance von Banken und Versicherungen“ geht Marlen Thaten auf die Anforderungen an die Corporate Governance von Finanzinstituten ein, die seit der Finanzkrise sprunghaft angestiegen sind. Compliance-, Risikomanagement-, Vergütungs- und Aufsichtsratsstruktur werden zunehmend vom europäischen Gesetzgeber vorgezeichnet. In Anlehnung hieran wird vielerorts eine ‚Ausstrahlung‘ der aufsichts- auf die aktienrechtliche Rechtslage postuliert. Aber kann das, was für die Deutsche Bank gilt, auch für Siemens, Volkswagen oder die Telekom verbindlich sein? Die Arbeit geht dieser Frage nach, indem sie die Unterschiede zwischen aktien- und aufsichtsrechtlicher Corporate Governance untersucht, etwaige Übereinstimmungen auslotet und die schwer greifbare Figur der ‚Ausstrahlungswirkung‘ rechtsmethodisch fassbar macht. Diese Erkenntnisse werden anschließend anhand konkreter Fragestellungen praktisch aufbereitet.

 

Marlen Thaten hat in Hamburg an der Bucerius Law School Rechtswissenschaften studiert und dort im Jahr 2011 ihr erstes Staatsexamen abgelegt. Im Anschluss daran war sie für drei Jahre am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht als wissenschaftliche Mitarbeiterin von Prof. Dr. Holger Fleischer tätig. In dieser Zeit hat sie zu verschiedenen gesellschafts- und kapitalmarktrechtlichen Themen publiziert sowie die vorliegende Arbeit verfasst. Nach dem Abschluss ihres Referendariats, das sie u.a. bei der Europäischen Kommission, dem Bundeswirtschaftsministerium und dem OLG Hamburg verbrachte, hat sie ein LL.M.-Studium an der Harvard Law School in den USA absolviert. Seit Ende 2016 ist sie nun bei Hengeler Mueller in Berlin tätig.

21.12.2016 – Matteo Fornasier von der Universität Hamburg habilitiert

Matteo Fornasier, Wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist am 14. Dezember 2016 von der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg habilitiert worden. Er hat die Lehrbefugnis für die Fächer Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht, Internationales Privat- und Verfahrensrecht sowie Rechtsvergleichung erhalten.


In seiner Habilitationsschrift mit dem Titel „Kollektivvereinbarungen im grenzüberschreitenden Unternehmen – Studien für ein europäisches Kollektivvertragsrecht“ untersucht Matteo Fornasier, inwieweit multinationale Unternehmen länderübergreifende Kollektivverträge abschließen können, die die Arbeitsbedingungen von Arbeitnehmern in unterschiedlichen Ländern einheitlich regeln. Wie am Beispiel mehrerer europäischer Konzerne gezeigt wird, besteht in der Praxis ein zunehmendes Bedürfnis nach derartigen Vereinbarungen. Mit Blick auf die künftige Rechtsentwicklung diskutiert die Arbeit mögliche Modelle zur Schaffung eines europäischen Regelungsrahmens für grenzüberschreitende Kollektivverhandlungen auf Unternehmensebene.

Priv.-Doz. Dr. Matteo Fornasier studierte Rechtswissenschaft an der Universität München, der London School of Economics and Political Science sowie an der Yale Law School. Er wurde 2011 von der Universität München promoviert. Seit 2009 ist er Wissenschaftlicher Referent am Institut.

14.12.2016 – Sofie Cools erhält Fernand Collin Preis

Für ihre Dissertation über die Kompetenzverteilung zwischen Hauptversammlung und Verwaltungsorgan in der Aktiengesellschaft ist Dr. Sofie Cools, wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, am 12. Dezember 2016 mit dem belgischen Fernand Collin Preis für Recht ausgezeichnet worden.

 

In ihrer Dissertation hat Sofie Cools eine Theorie für die optimale Kompetenzverteilung zwischen Hauptversammlung und Verwaltungsorgan entwickelt. Die Theorie basiert auf einer interdisziplinären und ökonomischen Analyse des Rechts. Gestützt auf Erkenntnisse aus der Rechtsvergleichung und der empirischen Rechtsforschung hat sie diese Theorie auf verschiedene Entscheidungen angewendet, die Gesellschaften fällen oder fällen können. Auf Grundlage ihrer Forschungsergebnisse hat Sofie Cools Empfehlungen zur Verbesserung des belgischen Gesellschaftsrechts erarbeitet, die kürzlich in die Reformvorschläge des belgischen Zentrums für Gesellschaftsrecht aufgenommen wurden.

 

Der Fernand Collin Preis für Recht, De prijs Fernand Collin voor Recht, ist einer der renommiertesten rechtswissenschaftlichen Preise in Belgien. Er wird alle zwei Jahre an einen Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin einer belgischen Universität für ihre Forschungsarbeit in niederländischer Sprache aus einem beliebigen Rechtsgebiet verliehen.

 

Sofie Cools, De bevoegdheidsverdeling tussen algemene vergadering en raad van bestuur in de NV [Die Kompetenzverteilung zwischen Hauptversammlung und Verwaltungsorgan in der Aktiengesellschaft] Roularta, 2015, XXXII +736 p. [publiziert auf Niederländisch]

25.11.2016 – Reinhard Zimmermann hält erste Adam-von-Trott-Lecture in Göttingen

Die Vorlesung von Reinhard Zimmermann, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, war der Auftakt des Kooperationsvorhabens „Demokratie – Widerstand – Internationalität“ zwischen der Universität Göttingen und der Stiftung Adam von Trott. Adam von Trott zu Solz war Jurastudent der Universität Göttingen und einer der zentralen Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 gegen die nationalsozialistische Herrschaft.

 

In der ersten Adam-von-Trott-Lecture erinnerte Reinhard Zimmermann an die „tiefen Sympathien für England und die Engländer“ Adam von Trotts, der unter anderem zwei Jahre als Rhodes-Stipendiat an der Universität Oxford verbracht hatte. Das bot Zimmermann den Anknüpfungspunkt für seine Vorlesung unter dem Titel „Deutschland und England: Unterschiedliche Rechtskulturen?“. Er wies dabei, ausgehend von einem konkreten Rechtsproblem, auf eine Reihe charakteristischer Eigenheiten des englischen Rechts gegenüber dem deutschen, aber auch auf sechs wichtige Verbindungslinien hin.

 

Anschließend kam Reinhard Zimmermann auch auf die aktuelle politische Situation zu sprechen und zitierte Adam von Trott mit den Worten: „Our mutual enemy is indolence“. Auch heute müsse man auf beiden Seiten des Kanals gegen Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit kämpfen.

 

Die Adam-von-Trott-Lecture wurde ins Leben gerufen, um an den Widerstandskämpfer von Trott zu erinnern, der an den Vorbereitungen zum Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 beteiligt war und deswegen zum Tode verurteilt wurde. Er sei ein vorausschauender Weltbürger gewesen, der für eine europäische Zoll- und Währungsunion eintrat und einen Gerichtshof für Europa forderte, so Thomas Oppermann, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, der das Kooperationsprojekt mit initiiert hat.

07.11.2016 – Drittmittelförderung und private Forschungsförderung sichern Fortbestand der Forschungsgruppe

Seit über 16 Jahren forscht Priv.-Doz. Dr. Nadjma Yassari zum Recht islamischer Länder am Max-Planck-Institut für Privatrecht. Dank großzügiger Unterstützung durch die Max-Planck-Förderstiftung und Frau Traudl Engelhorn-Vechiatto kann die Wissenschaftlerin die Forschungsgruppe "Das Recht Gottes im Wandel: Rechtsvergleichung im Familien- und Erbrecht islamischer Länder" jetzt fortsetzen und damit ihre erfolgreiche Grundlagenforschung vertiefen.
 

„Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingskrise ist es wichtig, dass die Forschungsarbeit der über Jahre aufgebauten Forschungsgruppe mit gleicher Intensität weitergeführt werden kann. Ohne die jetzige Förderung wäre das nicht möglich gewesen“, so Nadjma Yassari.

Die seit 2009 von Nadjma Yassari geleitete Gruppe ist derzeit weltweit die einzige Forschungseinheit, die sich interdisziplinär und rechtsvergleichend mit dem geltenden Recht in den islamischen Ländern auseinandersetzt. Den derzeitigen Forschungsschwerpunkt bildet das Kindschaftsrecht. Nachdem in einer ersten Phase der Grundsatz des Kindeswohls und seine Entwicklung im Sorgerecht in ausgewählten islamischen Ländern nachgezeichnet wurden, steht in der aktuellen Phase das Abstammungsrecht, insbesondere die Adoption im Fokus. Die Arbeiten zur Adoption gehen den Ursprüngen des in vielen islamischen Ländern geltenden Adoptionsverbots nach und beleuchten die Gründe hierfür sowie Wege, wie dieses Verbot umgesetzt bzw. umgangen worden ist.

Neben Interdisziplinarität und Rechtsvergleichung wird auch das Verfahrensrecht verstärkt in die Forschungsansätze miteinbezogen. Bisher ist die Bedeutung des Verfahrensrechts für das materielle Familienrecht oft völlig ausgeblendet worden. Dabei spielt es gerade in den islamischen Ländern eine prominente Rolle, da vielfach Regelungen des materiellen Rechts, zum Beispiel des Erb- und Eherechts, im Verfahrensrecht „versteckt“ sind. So begleitet Dominik Krell in seinem Promotionsprojekt eben diese Entwicklung innerhalb des Prozessrechts und in der Gerichtsverfassung in Saudi-Arabien, wo die Regierung seit 2000 versucht, das von religiösen Gelehrten dominierte Rechtssystem zu reformieren.

Durch die Berücksichtigung der drei Säulen Interdisziplinarität, Rechtsvergleichung und Einbeziehung des Verfahrensrechts gelingt es der Gruppe, ein vollständigeres und entzerrtes Bild des Familienrechts in den islamischen Ländern gewinnen, das die Dynamik der Rechtsentwicklungen wiedergibt.

Darüber hinaus führt die Forschungsgruppe ein Projekt zum syrischen Familienrecht durch, das vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz finanziell unterstützt wird.

Die Forschungsprojekte der vergangenen Jahre, die visionäre Auseinandersetzung mit möglichen Rechtsentwicklungen, die Feldforschung vor Ort und die dort geknüpften Kontakte ermöglichen es den Rechtswissenschaftlerinnen und Rechtswissenschaftlern der Forschungsgruppe, regelmäßig mit ihrer Expertise deutsche Gerichte und Behörden zu unterstützen.

07.10.2016 – Reinhard Zimmermann zu den Bildungswegen von Meinhof, Mahler und Ensslin

Die späteren Mitglieder der RAF: Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Horst Mahler, waren Stipendiaten der Studienstiftung des deutschen Volkes. Jetzt wurden deren Förderakten für eine wissenschaftliche Edition erstmals geöffnet. Für Reinhard Zimmermann, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht und Präsident der Studienstiftung, ist diese wissenschaftliche Auseinandersetzung in vielerlei Hinsicht wichtig.

 

„Meinhof, Mahler und Ensslin sind nicht nur Teil der Geschichte der Studienstiftung, sondern auch Personen der Zeitgeschichte. Es besteht deshalb ein berechtigtes öffentliches Interesse daran, ihre Bildungswege nachzuvollziehen. Mit der Edition haben wir uns auch der Frage nach der Verantwortung der Institution Studienstiftung gestellt“, so Reinhard Zimmermann, der das Vorwort für die jüngst erschienene wissenschaftliche Edition verfasst hat. Durch die vorgelegten Akten kann sich jetzt jeder Leser und jede Leserin selbst ein Urteil bilden, ob der Studienstiftung Fehler bei der Auswahl ihrer Stipendiaten unterlaufen sind, schreibt Reinhard Zimmermann im Vorwort.

 

Ulrike Meinhof und Horst Mahler wurden jeweils 1954 von ihren Schulen für eine Förderung durch die Studienstiftung vorgeschlagen. Mahler wurde bis 1959 gefördert, Meinhof bis 1960. Gudrun Ensslin erhielt 1964 eine Förderzusage. Ihre Förderung endete im Juni 1968.

 

Angestoßen und durchgeführt wurde das Editionsprojekt von dem Neuzeithistoriker und Politikwissenschaftler Alexander Gallus, der seit 2013 Lehrstuhlinhaber für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Technischen Universität Chemnitz ist.

 

Die Aktenedition „Meinhof, Mahler, Ensslin. Die Akten der Studienstiftung des deutschen Volkes“ erscheint in der Reihe „V&R Academic“ im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht.

 

Weitere Hintergründe zur Aktenedition erläutern der Herausgeber der Edition, Professor Alexander Gallus sowie Professor Reinhard Zimmermann in einem ausführlichen Interview, das am 1. September in der Wochenzeitung DIE ZEIT erschienen ist.

16.09.2016 – Brooke Adele Marshall erhält Diplom der Hague Academy of International Law für Internationales Privatrecht

Als einzige Absolventin des Summer Courses 2016 on Private International Law ist Brooke Adele Marshall, wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, mit dem Diploma der Hague Academy of International Law ausgezeichnet worden.

 

Zu den Summer Courses im Internationalen Privatrecht wurden in diesem Jahr 280 junge Rechtswissenschaftlerinnen und Rechtswissenschaftler aus der ganzen Welt zugelassen. Pro Jahrgang werden dabei maximal zwei Diplome verliehen. Während der dreiwöchigen Summer Courses haben sich in diesem Jahr 32 der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen der Directed Studies in einer englischen oder französischen Gruppe auf die Diplomprüfungen vorbereitet. Brooke Marshall hat die französische Gruppe von Professor Sabine Corneloup von der Université Paris 2 Panthéon-Assas besucht. Unter dem Juryvorsitz von Professor Yves Daudet, dem Secretary-General der Hague Academy of International Law, wurde Brooke Marshall nach einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung als einziger Teilnehmerin das Diplom verliehen.

 

Die Summer Courses der Hague Academy of International Law dauern drei Wochen und umfassen einen Generalkurs, der in diesem Jahr von Professor Symeon Symeonides aus den USA mit dem Thema: „Private International Law: Aspirations and Realities“ gehalten wurde.

 

Seit 1932 haben mehrere tausend Studenten aus über 100 Länder an den Summer Courses teilgenommen. Mit Samuel Fulli-Lemaire ist ein weiterer Referent des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht unter den Inhabern des Diploms. Er erhielt 2012 die Auszeichnung.

14.09.2016 – Zeitschrift für Japanisches Recht feiert 20-jähriges Jubiläum

Die Zeitschrift ZJapanR ist derzeit die weltweit einzige Publikation, die regelmäßig, zeitnah und nach einem konsistenten Konzept die vielfältigen Entwicklungslinien des japanischen Rechts in westlichen Sprachen dokumentiert, analysiert und in einem methodisch wie formal breit gefächerten Ansatz publizistisch zugänglich macht.

 

Prof. Dr. Harald Baum, Leiter des Japan-Referats am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, hat die Zeitschrift 1996 gegründet. Seit dem Jahr 2004 wird die ZJapanR vom Hamburger Max-Planck-Institut in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Japanischen Juristenvereinigung herausgegeben.

 

Das 20-jährige Jubiläum der „Zeitschrift für Japanisches Recht / Journal of Japanese Law“ wird zum Anlass für zwei Symposien genommen. Am 23. und 24. September findet an der Chuo-Universität in Tokyo das japanische Jubiläumssymposium „Information Duties, Disclosure Duties, and Transparency Obligations under Japanese and German Private Law” statt. Im November wird das Jubiläum am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht begangen. „Self-regulation in Private Law in Japan and Germany” ist dann das Thema des zweitägigen Symposiums am 4. und 5. November in Hamburg.

10.08.2016 – Claudia Holland ist neue Leiterin der Bibliothek

Im Juni hat Claudia Holland die Leitung der Bibliothek am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht übernommen. Als eine ihrer interessantesten Herausforderungen sieht sie dabei, die Bibliothek in Zeiten der zunehmenden Bedeutung von elektronischen Ressourcen an die damit einhergehenden Veränderungsprozesse anzupassen.

 

Als Fachreferentin für Rechtswissenschaft und Psychologie an der Universitätsbibliothek Leipzig war Claudia Holland zuvor Ansprechpartnerin für 20 Lehrstühle der Juristenfakultät und neun Psychologie-Lehrstühle. Mit der Leitung der Bibliothek am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht übernimmt Claudia Holland die Verantwortung für eine der bedeutendsten Sammlungen zivilrechtlicher Literatur. Die Bibliothek zählt mit einem Bestand von über 500.000 Bänden zum Privat- und Wirtschaftsrecht aus rund 200 Ländern zu einer der leistungsstärksten weltweit. Diese einmalige internationale Sammlung weiterzuentwickeln, wird eine der größten Aufgaben der kommenden Jahre, so Holland. Schon jetzt ist der gesamte Bestand weltweit recherchierbar und rund 40.000 Inhaltsverzeichnisse sind zudem über das OPAC-System einsehbar.

 

Claudia Holland studierte in Göttingen und Saarbrücken Rechtswissenschaft, französisches Recht und Spanisch für Übersetzer. Nach dem 1. juristischen Staatsexamen absolvierte sie die Referendarausbildung für den höheren Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken an der Universitätsbibliothek Saarbrücken. Ihre bibliothekarischen Stationen waren danach: die Bibliothek für Rechtswissenschaft an der Universität Freiburg (i. Brsg.), die Bibliothek des Bundesverfassungsgerichts (Karlsruhe) und die Universitätsbibliothek Leipzig. Sie war von 2003 bis 2016 Vorsitzende der VDB-Kommission für Rechtsfragen. Außerdem hat sie einen Lehrauftrag für Personalrecht im Masterstudium Bibliothek- und Informationswissenschaft (Fernstudium) der Berliner Humboldt-Universität.

01.07.2016 – Nadjma Yassari von der Universität Hamburg habilitiert

Priv.-Doz. Dr. Nadjma Yassari, LL.M. (London), Leiterin der Forschungsgruppe „Das Recht Gottes im Wandel“ am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist am 01.07.16 von der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg habilitiert worden. Sie erhält damit die Lehrbefugnis für die Fächer Rechtsvergleichung, Internationales Privatrecht und Islamisches Recht.

 

In ihrer Habilitationsschrift „Die Brautgabe im Familienvermögensrecht“ erschließt Nadjma Yassari das Rechtsinstitut der Brautgabe aus der Sicht des klassischen islamischen Rechts, des geltenden Rechts in ausgewählten islamischen Ländern und des deutschen Rechts. Die Brautgabe (mahr) ist eine Schlüsselfigur des klassischen islamischen Eherechts und stellt einen vermögensrechtlichen Anspruch der Ehefrau gegen den Ehemann dar. Das deutsche Recht kennt dieses Rechtsinstitut nicht, dennoch müssen deutsche Richter oftmals über Brautgabenansprüche entscheiden, wenn diese vor deutschen Gerichten geltend gemacht werden.

 

Priv.-Doz. Dr. Nadjma Yassari ist seit Februar 2000 Referentin für das Recht islamischer Länder am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht und leitet seit April 2009 die Forschungsgruppe „Das Recht Gottes im Wandel: Rechtsvergleichung im Familien- und Erbrecht islamischer Länder". Seit 2016 wird die Forschungsgruppe durch die Max-Planck-Förderstiftung und Frau Traudl Engelhorn-Vechiatto gefördert. Zudem unterstützt das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz ein von der Forschungsgruppe ins Leben gerufene Projekt zur Erforschung des gegenwärtigen Rechtszustandes in Syrien und dem Irak. Nadjma Yassari hat in Wien, Innsbruck und Paris Rechtswissenschaften studiert und ihren Master of International Business Law an der School of Oriental and African Studies University of London gemacht.

 

Nadjma Yassari, Die Brautgabe im Familienvermögensrecht – Innerislamischer Rechtsvergleich und Integration in das deutsche Recht (Beiträge zum ausländischen und internationalen Privatrecht, 104), Mohr Siebeck, Tübingen 2014, XXXIV + 580 S.

17.06.2016 – Konrad Duden erhält Otto-Hahn-Medaille

Für seine Dissertation „Leihmutterschaft im Internationalen Privat- und Verfahrensrecht – Abstammung und ordre public im Spiegel des Verfassungs-, Völker- und Europarechts“ ist Konrad Duden auf der Jahresversammlung der Max-Planck-Gesellschaft mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet worden.

 

Konrad Duden, wissenschaftlicher Assistent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, analysiert in seiner Dissertation am Beispiel von sechs Rechtsordnungen, in denen Leihmutterschaft zulässig ist, wer aus Sicht des deutschen Rechts die Eltern dieser Kinder sind. Dabei stellt er fest, dass den Kindern vielfach eine Abstammung von den Wunscheltern verwehrt bleibt. Diesen Befund kontrastiert er mit den Grund- und Menschenrechten der Beteiligten. Insbesondere die Rechte des Kindes fordern, dass das Kind grundsätzlich in eine rechtliche Familie mit den Wunscheltern integriert werden kann. In seiner rechtsvergleichenden Untersuchung stützt sich Konrad Duden auf die Rechtslage in Großbritannien, Kalifornien, Indien, Griechenland, Israel und der Ukraine, in denen eine Leihmutterschaft erlaubt ist.

 

Die Otto-Hahn-Medaille wird jedes Jahr an junge Forscherinnen und Forscher für herausragende wissenschaftliche Leistungen von der Max-Planck-Gesellschaft verliehen. Es ist die zweite Auszeichnung, die Konrad Duden für seine Dissertation erhält. 2015 wurde er mit dem Serick-Preis ausgezeichnet.

 

Konrad Duden hat in Heidelberg, Bilbao und Cambridge Rechtswissenschaft studiert und war Stipendiat der Studien- bzw. Graduiertenförderung der Studienstiftung des deutschen Volkes, der Friedrich-Naumann-Stiftung und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Seit 2012 ist er am Max-Planck-Institut für Privatrecht als wissenschaftlicher Assistent tätig.

 

Konrad Duden, Leihmutterschaft im Internationalen Privat- und Verfahrensrecht – Abstammung und ordre public im Spiegel des Verfassungs-, Völker- und Europarechts (Studien zum ausländischen und internationalen Privatrecht, 333), Mohr Siebeck, Tübingen 2015, XXIV + 392 S.

25.05.2016 – Christoph Kumpan folgt Ruf an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Prof. Dr. Christoph Kumpan, LL.M. (Univ. of Chicago), ehemaliger wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist seit dem 01.03.2016 Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Direktor des dortigen Instituts für Wirtschaftsrecht.

 

Die Forschungsschwerpunkte von Christoph Kumpan liegen gegenwärtig auf dem Börsen- und Kapitalmarktrecht, der Corporate Governance, dem Recht der Interessenwahrung und der Rechtsvergleichung. Zurzeit arbeitet er an Kommentar- und Handbuchprojekten zum neuen Insiderhandelsrecht, den Zulassungsfolgepflichten bei Anleiheemissionen sowie zu den neuen europäischen Regelungen für Börsen und außerbörslichen Wertpapierhandelssystemen. Weiterhin beschäftigt er sich mit den internationalprivatrechtlichen Aspekten des Wertpapierhandels und bereitet die Herausgabe einer umfänglichen englischsprachigen Kommentierung der wesentlichen finanzrechtlichen Richtlinien und Verordnungen der EU vor. Außerdem berät er als Mitglied im Arbeitskreis Finanzmarktgesetzgebung beim Bundesministerium der Finanzen das Ministerium zu Fragen der Finanzmarktregulierung. Bevor Christoph Kumpan nach Halle berufen wurde, hat er seit 2013 als Gastprofessor für Bürgerliches Recht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Handels-und Gesellschaftsrecht an der Humboldt-Universität zu Berlin gelehrt.

 

Prof. Dr. Christoph Kumpan, LL.M. (Univ. of Chicago) studierte Rechtswissenschaften in Berlin, Heidelberg und Chicago. Zusätzlich zu den beiden juristischen Staatsexamina hat er sich außerdem als Attorney at Law des Bundesstaates New York qualifiziert. Von 2004 bis 2012 forschte Christoph Kumpan als wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht. Für seine während dieser Zeit entstandene Promotion über außerbörsliche Wertpapierhandelssysteme wurde er mit dem Hochschulpreis des Deutschen Aktieninstituts und der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet. Seine ebenfalls am Max-Planck-Institut verfasste und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Habilitationsschrift behandelt das Thema „Der Interessenkonflikt im deutschen Privatrecht – Eine Untersuchung des Bürgerlichen Rechts sowie des Handels-, Gesellschafts-, Kapitalmarkt-, Berufs-, und Insolvenzrechts“. Sie ist 2014 unter dem Titel „Der Interessenkonflikt im deutschen Privatrecht – Eine Untersuchung zur Fremdinteressenwahrung und Unabhängigkeit“ in der Reihe Jus Privatum im Mohr Siebeck Verlag erschienen.

20.04.2016 – Erdogan vs. Böhmermann – Der zivilrechtliche Aspekt der Auseinandersetzung

War das Spottlied über Erdogan in der Satiresendung extra 3 unverkennbare Satire und innerhalb der Grenzen der Meinungs­freiheit, sieht es beim Gedicht von Jan Böhmermann, das er in seiner Sendung auf ZDF Neo vortragen hat, schon ganz anders aus. Deutschlandweit wird über die rechtlichen Folgen diskutiert. Erdogan selbst hat über einen deutschen Anwalt Strafanzeige gestellt. Prof. Dr. Reinhard Ellger nimmt in Hinblick auf diese neue Entwicklung noch einmal Stellung zu den Grenzen von Satirefreiheit.

 

 

I. Wo liegt der Unterschied zwischen dem Lied von extra 3 über Erdogan und dem Gedicht von Jan Böhmermann?

 

Der augenfälligste Unterschied besteht wohl darin, dass bei dem Böhmermann-Gedicht ein klarer und gravierender Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht des türkischen Präsidenten Erdogan und möglicherweise eine nach §§ 103, 104a, § 185 StGB strafbare Beleidigung sowie vielleicht sogar eine Verletzung seiner Menschenwürde vorliegt. Dies war im Fall des extra 3-Liedes anders. In diesem wurde auf spöttisch-humorvolle Weise Person, Amtsführung und Politik des Präsidenten kritisiert. Es ist schon fraglich, ob darin überhaupt eine Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts von Erdogan liegt; selbst wenn man das bejaht, würde die dann durchzuführende Rechtsgüterabwägung zwingend zum Ergebnis der Zulässigkeit der Satire führen. Dies lässt sich nicht ohne weiteres von dem (von Böhmermann selbst so genannten) „Schmähgedicht“ sagen. Angesichts seines Inhalts könnte es sich um eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts von Erdogan handeln, die nicht nur strafrechtliche, sondern auch zivilrechtliche Folgen nach sich ziehen kann.

 

 

II. Welche Grenzen hat das Gedicht von Jan Böhmermann überschritten?

 

Die Satire darf keine Schmähkritik und keine strafbare Beleidigung darstellen oder die Menschenwürde (Art. 1 Abs. 1 GG) verletzen. Für die Ermittlung des Aussagekerns ist der Gesamtzusammenhang zu beachten, in den Böhmermann das Gedicht im Rahmen seiner Fernsehsendung gestellt hat. Es ging ihm darum, angesichts der Bemühungen von Erdogan, den sehr zahmen extra 3-Beitrag löschen zu lassen, diesem einmal zu zeigen, wie eine verbotene und schlimme Satire aussieht, gegen die sich lohnt vorzugehen. Dies ist nicht grundsätzlich verboten. Allerdings darf die satirische Einkleidung einer solchen Aussage keine der drei genannten Schranken für die Freiheit der Satire überschreiten. Geschieht dies doch, gebührt dem Persönlichkeitsrecht des Betroffenen Vorrang im Verhältnis zur Kunst- oder Meinungsfreiheit des Satirikers.

 

Wegen seiner die Kunst- und Meinungsfreiheit einschränkenden Wirkung legt die Rechtsprechung den Begriff der Schmähkritik eng aus. Eine Äußerung ist nur dann als Schmähkritik zu qualifizieren, wenn bei ihr nicht mehr die sachliche Auseinandersetzung, sondern ganz überwiegend die Herabsetzung und Diffamierung einer Person im Vordergrund steht. Die Zielperson der Schmähkritik soll gewissermaßen an den Pranger gestellt werden. Die Grenze zur Schmähkritik ist noch nicht überschritten, wenn eine Kritik polemisch, überspitzt und verletzend daherkommt und vom Kritisierten vielleicht als ungerecht empfunden wird, solange sie noch im Rahmen einer Auseinandersetzung in der Sache geäußert wird. Im „Schmähgedicht“ von Jan Böhmermann werden angebliche, im Intimbereich liegende Eigenarten und sexuelle Vorlieben des Präsidenten – ohne irgendeinen Bezug zur Wirklichkeit – herausgestellt. Die beiläufige Erwähnung politischer Verantwortlichkeit des Präsidenten („Kurden treten, Christen hauen und dabei Kinderpornos schauen“) ist im Gesamtzusammenhang des Schmähgedichts von untergeordneter Bedeutung und nimmt der Äußerung insgesamt nicht den Charakter als Schmähkritik. Darüber hinaus stellt die Äußerung wohl auch eine strafbare Beleidigung gemäß § 185 StGB dar. Die Menschenwürde einer Person ist verletzt, wenn ihr Achtungsanspruch als gleichberechtigtes Mitglied der Gesellschaft negiert wird. Auch dies dürfte im Fall des „Schmähgedichts“ anzunehmen sein. Der türkische Präsident Erdogan gibt gewiss aus vielen Gründen, die in seiner Person, seiner Politik und seiner Amtsführung liegen, Anlass zur Kritik, die selbstverständlich auch in polemisch-scharfer und satirischer Form geäußert werden darf. Eine Schmähkritik mit beleidigendem und menschenwürdeverletzendem Inhalt muss jedoch auch der türkische Präsident – gleichgültig wie seine Politik auch zu beurteilen sein mag – nicht hinnehmen. Der Verstoß Böhmermanns gegen das Persönlichkeitsrecht Erdogans wird auch nicht dadurch gerechtfertigt oder entschuldigt, dass er in seiner Sendung mehrmals darauf hingewiesen hat, dass die Verbreitung eines solchen „Schmähgedichtes“ in Deutschland verboten sei und er lediglich die Grenzlinie zwischen erlaubter Satire und verbotener Schmähkritik aufzeigen wolle.

 

Unter Rücksicht auf den verfassungsrechtlichen Schutz satirischer Äußerungen als Kunst oder als Meinungsäußerung durch Art. 5 GG genießt die Satire in Deutschland einen denkbar weiten Freiheitsraum, der nur durch die Schranken von Schmähkritik, Beleidigung und Menschenwürde begrenzt wird. Die Rechtsanwendung durch die Zivilgerichte in diesem Bereich unterliegt enger verfassungsgerichtlicher Kontrolle. Die in der öffentlichen Diskussion um das „Schmähgedicht“ von Jan Böhmermann häufiger geäußerte Befürchtung, ein Verbot einer solchen Äußerung gefährde die Kunst- und Meinungsfreiheit, ist unbegründet. Vielmehr wäre in einer sanktionslosen Hinnahme einer solchen beleidigenden und die Menschwürde verletzenden Äußerung eine (zumindest partielle) Aufgabe des Persönlichkeitsrechts zu sehen, das im Verhältnis zu Kunst- und Meinungsfreiheit gleichwertigen verfassungsrechtlichen Schutz genießt.

 

 

III. Welche rechtlichen Folgen ergeben sich daraus?

 

Bei der juristischen Beurteilung der Erdogan/Böhmermann-Affäre ist die strafrechtliche von der zivilrechtlichen Ebene zu unterscheiden. Auf strafrechtlicher Ebene haben die Strafgerichte darüber zu entscheiden, ob sich Jan Böhmermann mit seinem Gedicht nach §§ 103, 104a und/oder § 185 StGB strafbar gemacht hat.

 

Daneben hat der deutsche Rechtsanwalt des Präsidenten Erdogan angekündigt, dass dieser die wiederholte Ausstrahlung und weitere Verbreitung des Gedichts untersagen lassen will. Dabei handelt es sich um einen bürgerlich-rechtlichen Anspruch, der sich aus dem gemäß Art. 41 EGBGB zumindest auch anwendbaren deutschen Recht aus § 1004 Abs. 1 BGB analog, § 823 Abs. 1, § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. §§ 103,185 StGB ergeben könnte. Das – nach Wahl des Verletzten – ebenfalls anwendbare türkische Deliktsrecht erfasst lediglich die Auswirkungen einer Persönlichkeitsverletzung in der Türkei. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht, das sich auf Artt. 1 Absatz 1, 2 Absatz 1 GG stützt, schützt umfassend alle Ausprägungen der Persönlichkeit, darunter auch den Anspruch auf soziale Geltung und auf den Schutz des guten Rufs einer Person und ihrer Intimsphäre. Dieses Recht ist hier in Konflikt geraten mit dem Recht auf Kunstfreiheit des Satirikers Böhmermann gemäß Art. 5 Abs. 3 GG. Das „Schmähgedicht“ ist als Kunst i.S. dieser Vorschrift anzusehen.

 

Zivilrechtlich können sich aus der Verletzung des Persönlichkeitsrechts des Präsidenten Erdogan durch das „Schmähgedicht“ Jan Böhmermanns zwei Rechtsfolgen ergeben: nämlich ein Anspruch auf Unterlassung der (wiederholten) Ausstrahlung und Verbreitung des „Schmähgedichts“ durch Böhmermann gemäß § 1004 Abs. 1 S. 2 BGB analog i.V.m. § 823 Abs. 1 und Abs. 2 BGB.

 

Voraussetzung eines solchen Anspruchs wäre, dass eine weitere Persönlichkeitsverletzung zu befürchten ist, indem etwa das „Schmähgedicht“ durch Böhmermann weiterhin öffentlich verbreitet wird. Pressemeldungen zufolge hat Jan Böhmermann die Unterzeichnung einer dementsprechenden Unterwerfungserklärung, dies zu unterlassen, abgelehnt. Dies begründet eine Wiederholungsgefahr der persönlichkeitsrechtlichen Verbreitung des Gedichts. Ein Unterlassungsanspruch ist damit gegeben.

 

Schwieriger zu beurteilen ist die Frage, ob Erdogan gegenüber Böhmermann daneben ein Anspruch auf Geldentschädigung zusteht. Ein solcher im BGB eigentlich so nicht vorgesehener Anspruch ist von den Zivilgerichten mit verfassungsgerichtlicher Billigung unmittelbar unter Rückgriff auf Art. 2 Abs. 1 GG entwickelt worden, um schwerwiegenden Eingriffen in das Persönlichkeitsrecht entgegentreten zu können, wenn eine Wiederherstellung der verletzten Interessen auf andere Weise (etwa durch Gegendarstellung oder Widerruf) nicht möglich ist und dadurch die Verletzung weitgehend sanktionslos bleiben würde. Ein solcher Anspruch auf Geldentschädigung ist im Hinblick auf die durch Art. 5 GG geschützte Kunst-, Meinungs- und Pressefreiheit des Rechtsverletzers schwerwiegenden Eingriffen in das Persönlichkeitsrecht vorbehalten. Die Schwere des Eingriffs berücksichtigt Tragweite, Anlass und Motiv des Eingriffs sowie den Grad des Verschuldens auf Seiten des Rechtsverletzers. Hier handelt es sich um eine Äußerung, die als Schmähkritik, strafbare Beleidigung und als Eingriff in die Menschenwürde zu qualifizieren ist. Die Äußerung dürfte angesichts ihres Inhalts und seiner Verbreitung über das Fernsehen und das Internet von erheblicher Tragweite sein. Ein berechtigter Anlass zu einer Äußerung in dieser Form ist nicht erkennbar. Auch das Verschulden des Rechtsverletzers dürfte erheblich sein, denn Böhmermann hat in der Sendung mehrmals darauf hingewiesen, dass eine solche Äußerung in Deutschland verboten sei, weil es sich um Schmähkritik handle. Gleichwohl ist auch darauf hinzuweisen, dass die deutschen Zivilgerichte den Geldentschädigungsanspruch gerade in Satirefällen mit äußerster Zurückhaltung handhaben, um bei der oft schwierigen Abgrenzung zwischen erlaubter satirischer Äußerung und Persönlichkeitsrechtsverletzung dem Satiriker nicht das Risiko hoher Entschädigungsansprüche aufzuerlegen und damit den Gebrauch der Satire als Mittel der öffentlichen Meinungsbildung und als Kunstform über Gebühr einzuschränken. Im vorliegenden Fall handelt es sich allerdings um einen Fall, in dem die satirische Äußerung klar erkennbar die Grenzen des rechtlich Erlaubten übersteigt. Ein Geldentschädigungsanspruch kommt also in Betracht. Es dürfte ebenfalls zu prüfen sein, ob das Zweite Deutsche Fernsehen, das die Satire gesendet hat, wegen der damit verbundenen Persönlichkeitsverletzung haftet.

01.04.2016 – Der Fall Erdogan und die Satirefreiheit in Deutschland

Dem türkischen Präsident Erdogan missfällt ein Satire-Beitrag über ihn in der NDR Sendung Extra 3. Daraufhin hat er den deutschen Botschafter einbestellt und fordert, dass der Beitrag „gelöscht“ wird. Aber darf er das rechtlich überhaupt? Wir haben Prof. Dr. Reinhard Ellger gefragt, der kürzlich einen wissenschaftlichen Aufsatz zu den Freiheiten und Grenzen von Satire geschrieben hat.

 

Wie schätzen Sie den Beitrag von Extra 3 über den Präsidenten Erdogan in Bezug auf das deutsche Recht ein? Ist das Satire?

 

Es handelt sich bei dem Song, der seine Melodie einem Musikstück der Sängerin Nena entlehnt hat, um ein Spottlied, in dem auf witzig-ironische und unterhaltsame Weise Person, Politik und Amtsführung des türkischen Präsidenten Erdogan aufs Korn genommen wird. Die darin enthaltene kritische Haltung zum türkischen Präsidenten als Aussagekern wird in einer spöttisch-ironischen Verpackung dargeboten: es handelt sich also um Satire.

 

Welches Recht muss in dieser Frage denn angewendet werden?

 

Bisher spielt sich der Konflikt um den satirischen Song in Extra 3 allein auf politisch-diplomatischer Ebene ab. Präsident Erdogan hat seinem Unmut über die Satire dadurch Ausdruck gegeben, dass er den deutschen Botschafter in der Türkei hat einbestellen lassen. In juristischer Perspektive stellt sich die Frage, ob es sich bei dem satirischen Song im NDR um eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts des türkischen Präsidenten handelt und ob er ggf. dagegen Unterlassungs- und/oder Schadensersatzansprüche geltend machen kann.

 

Dabei ist zunächst zu klären, nach welchem Recht sich die Persönlichkeitsverletzung und die sich daraus ergebenden Rechtsfolgen beurteilt. Nach dem hier einschlägigen Art. 41 EGBGB würden sich diese Fragen nach dem Recht am Handlungsort oder alternativ nach Wahl des Verletzten am Erfolgsort richten. Bei Fernsehsendern wie dem NDR liegt der Handlungsort am Ort des Sitzes des Sendeunternehmens, also in Deutschland. Der Erfolgsort befindet sich überall dort, wo in die Rechtsposition des Betroffenen eingegriffen wird, indem Dritte die Informationen zur Kenntnis nehmen. Durch die Verfügbarkeit des Beitrags im Internet, über das er auch in der Türkei abrufbar ist, kommt damit auch das türkische Deliktsrecht in Betracht. Allerdings wird die Reichweite des Erfolgsortsrechts bei sog. Streudelikten, wie sie Medien- oder Internetdelikte typischerweise darstellen, durch die in der Rechtsprechung entwickelte Mosaikbetrachtung begrenzt. Danach ist jedes Erfolgsortrecht nur für die in seinem Rechtsgebiet eingetretenen Schäden maßgeblich. Das türkische Deliktsrecht als Erfolgsortrecht würde also nur solche Schäden an den Persönlichkeitsgütern des Präsidenten Erdogan erfassen, die in der Türkei entstanden sind. Darüber hinaus ist ein ausländisches Deliktsrecht von der Anwendung in Deutschland ausgeschlossen, wenn es offensichtlich anderen Zwecken als einer angemessenen Entschädigung des Verletzten dient. Sollte hier das türkische Recht dazu eingesetzt werden, die Rundfunk- und Pressefreiheit zugunsten politischer Amtsträger einzuschränken, wären die entsprechenden Deliktsvorschriften in Deutschland nicht anwendbar. Selbst wenn dies zu verneinen sein sollte, wäre zu prüfen, ob ein Unterlassungs- oder Schadensersatzanspruch in einem Fall wie dem vorliegenden nicht am ordre-public-Vorbehalt des Art. 6 EGBGB scheitern würde, weil damit im Ergebnis ein erheblicher Eingriff in die Presse- und Rundfunkfreiheit eines deutschen Medienunternehmens (Art. 5 I GG) verbunden wäre.

 

Wie sieht die Rechtslage nach deutschem Recht aus?

 

Voraussetzung eines Anspruchs auf Unterlassung der wiederholten Ausstrahlung des Beitrags bzw. auf Schadensersatz wäre eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts des türkischen Präsidenten nach § 823 I BGB i.V.m. § 1004 I BGB analog. Diese setzt voraus, dass durch den Beitrag etwa Ruf, Ansehen, Ehre oder die Menschenwürde des Präsidenten beeinträchtigt worden wäre. Davon kann im vorliegenden Zusammenhang keine Rede sein. Der Beitrag nimmt in spöttisch-ironischer, aber eher zahmer Weise zu Amtsführung, Politik und Verhalten des Präsidenten Stellung. Seine Ehre, sein Ruf oder sein Ansehen und schon gar nicht seine Menschenwürde werden dadurch angetastet. Selbst wenn man dies anders sehen wollte, müsste eine dann vorzunehmende Rechtsgüterabwägung der Persönlichkeitsbelange des Präsidenten mit der Meinungs-, Presse- und Rundfunkfreiheit des NDR gemäß Art. 5 GG zwingend dazu führen, dass die letztgenannten Rechtsgüter Vorrang vor einer Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrecht des türkischen Präsidenten hätten. Es entspricht der Rechtsprechung der deutschen Zivilgerichte und vor allem des Bundesverfassungsgerichts, dass Personen, die sich – wie Politiker – in die öffentliche Arena begeben, auch Kritik ertragen müssen. Der Freiheitsraum der Satire gegenüber dem Persönlichkeitsrecht von Personen des öffentlichen Lebens ist im deutschen Recht denkbar weit gezogen.

Unter dem Blickwinkel des deutschen Rechts ist daher anzumerken, dass Versuche des türkischen Präsidenten, die Verbreitung des Extra 3–Beitrags zu verhindern, juristisch ohne Substanz sind. Hier gilt der Grundsatz: Wem es in der Küche zu heiß ist, der sollte nicht Koch werden.

Die Bundesregierung kann sich auch auf politischer Ebene nicht auf das Ansinnen der türkischen Seite einlassen, eine weitere Verbreitung des Beitrags zu verhindern, weil sie dies rechtlich nicht durchsetzen könnte.

 

Wie wäre es, wenn Ansprüche des Präsidenten auf Unterlassung oder Schadensersatz nach türkischem Recht gegeben wären?

 

Selbst wenn die Verbreitung des Beitrags durch ein türkisches Gericht in der Türkei verboten bzw. dafür Schadensersatz zugesprochen würde, wäre zu bedenken, dass darin ein Verstoß gegen die europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) läge. Die Türkei ist seit 1954 Mitglied der EMRK und daher auch bei Ausgestaltung und Auslegung ihres internen Rechts daran gebunden. Zwar schützt Art. 8 EMRK auch das Recht auf Privatsphäre, doch würde auch hier der Schutz der Meinungs-, Presse- und Rundfunkfreiheit nach Art. 10 EMRK klar überwiegen, da diese Freiheiten in einer demokratischen Gesellschaft unverzichtbar sind und nicht eingeschränkt werden dürfen, um mächtige Politiker gegen Kritik zu immunisieren.

23.02.2016 – Best Teacher Award für Patrick C. Leyens

Patrick C. Leyens, Affiliate am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, wurde für seine Vorlesung „Corporate Law & Economics“ im European Master in Law and Economics (EMLE) mit dem Best Teacher Award geehrt.

 

EMLE zählt zu den international führenden Master-Programmen im Bereich Recht & Ökonomik. Innerhalb der einjährigen Ausbildung besuchen Studierende mindestens zwei der insgesamt neun europäischen und außereuropäischen Partneruniversitäten. Die Vorlesung "Corporate Law & Economics" zählt zum Pflichtprogramm im zweiten Trimester und wird an den Universitäten Bologna, Hamburg und Gent von verschiedenen Dozenten gleichzeitig angeboten.

 

In die Hamburger Beteiligung an EMLE war Leyens bereits als Juniorprofessor von 2007 bis 2013 eingebunden. Schon die von ihm angebotene Pflichtveranstaltung im ersten Trimester zu „Comparative Law & Economics“war auf großen Zuspruch gestoßen. Von der Programmleitung wurden die Lehrinhalte zum Modell für die parallelen Veranstaltungen der Partneruniversitäten erklärt.

 

Leyens hat die hier ausgezeichnete Vorlesung „Corporate Law & Economics“ über mehrere Jahre an der Universität Hamburg und 2012 auch im Rahmen einer Gastdozentur an der Bilgi Universität in Istanbul gehalten. Aktuell bietet er sie an der Erasmus Universität Rotterdam an, die ihm 2014 einen Ruf zu einer Professur (ehrenamtlich) erteilt hat.

08.02.2016 – Nachruf: Prof. Dr. Eike von Hippel

Wir trauern um

 

Prof. Dr. jur. Eike von Hippel

 

der am 28. Januar 2016 an seinem 81. Geburtstag verstorben ist.

 

Eike von Hippel war von 1965 bis 1993 als wissenschaftlicher Referent an unserem Institut beschäftigt. Während seiner wissenschaftlichen Tätigkeit für unser Institut wurde er von der Universität Hamburg habilitiert und zum Honorarprofessor berufen. Eike von Hippel betreute über seine gesamte Dienstzeit hinweg das Referat der Vereinigten Staaten von Amerika.

 

Durch sein wissenschaftliches Wirken zieht sich wie ein roter Faden das Bestreben, schwache Mitglieder der Gesellschaft zu schützen. Dies kam schon in der Dissertation zur Kontrolle allgemeiner Geschäftsbedingungen nach anglo-amerikanischem Recht zum Ausdruck, aber auch später in Arbeiten zur Produzentenhaftung, zur Bedeutung der Grundrechte und in der Habilitationsschrift zum Schadens­ausgleich bei Verkehrsunfällen. Mit einer rechtsvergleichenden Monographie zum Verbraucherschutz gehörte er Anfang der 70er Jahre zu den Wegbereitern dieser neuen Rechtsmaterie. In der Folge empfand er die Beschränkung auf das Privatrecht zunehmend als eng und wandte sich umfassenderen Gerechtigkeitsthemen zu, die er oft mit einem hohen moralisch-ethischen Anspruch bearbeitete: Grundfragen der sozialen Sicherheit, der Schutz des Schwächeren, Grundfragen der Weltwirtschaftsordnung, Willkür oder Gerechtigkeit – dies sind einige Buchtitel aus den 80er und 90er Jahren, die sein inneres Ringen um Gerechtigkeit deutlich zum Ausdruck bringen.

 

Wir verlieren mit Eike von Hippel einen Wissenschaftler von Rang, dessen Ruf weit über Deutschland hinausreicht. Sein Wirken für das `gerechte´ Recht hat uns stets beeindruckt. Wir werden ihn in dankbarer Erinnerung behalten.

 

Seiner Familie gilt unser tief empfundenes Mitgefühl.

 

Direktoren und Mitarbeiter

des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg

02.02.2016 – Jürgen Basedow erhält Ehrendoktorwürde der Université Panthéon Assas (Paris II)

Jürgen Basedow, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, wurde am 29.01.2016 mit der Ehrendoktorwürde der Université Panthéon Assas (Paris II) ausgezeichnet.

 

Anlässlich der Verleihung hob der frühere Präsident der Universität Louis Vogel in seiner Laudatio auf Jürgen Basedow die internationale Ausrichtung von dessen Werdegang und rechtswissenschaftlicher Arbeit hervor und bezeichnete ihn als einen wahrhaft europäischen Geist. Basedow beschrieb in der Antwort seine langjährige enge Verbundenheit mit der Université Panthéon Assas (Paris II). 1977/1978 sei er als Assistent am Pariser Institut de droit comparé beschäftigt gewesen und habe den damaligen Direktor des Max-Planck-Instituts Konrad Zweigert in einem Seminar zum deutschen Recht vertreten. Seit dieser Zeit hat sich die Verbindung durch viele gemeinsame Forschungsprojekte und eine Gastprofessur Basedows im Jahr 2001 über die Jahre hinweg gefestigt. Die daraus erwachsene enge Kooperation der beiden Institutionen zeigt sich nicht nur im regen Austausch deutscher und französischer Wissenschaftler, sondern auch in der vertrauensvollen Zusammenarbeit bei gemeinsamen Veröffentlichungen oder bei der Beratung europäischer und internationaler Organisationen. Die Jürgen Basedow jetzt verliehene Ehrendoktorwürde ist Ausdruck dieser gewachsenen Beziehung zwischen der Université Panthéon Assas (Paris II) und dem Max-Planck-Institut für Privatrecht.

25.01.2016 – Das Recht Syriens im Gepäck

Bilal Hajjo und Hussam Al Asmi mit Nadjma Yassari

Syrische Juristen unterstützen Forschungsprojekt zum Familienrecht in Syrien und Irak.

 

Ahmad Jarken, Bilal Hajjo und Hussam Al Asmi gehören zu den rund 1,1 Millionen Flüchtlingen, die im vergangenen Jahr von den deutschen Behörden als asylsuchend registriert wurden. Wie so viele sind sie aus Syrien geflohen und versuchen sich jetzt in Deutschland ein neues Leben aufzubauen. Vor der Flucht haben sie Jura studiert oder als Anwalt gearbeitet. Qualifikationen, die in Deutschland eigentlich wenig nützen, da die drei Juristen zwar das syrische Recht kennen, aber nicht das Deutsche. 

Anders beim neu ins Leben gerufenen Forschungsprojekt zum Familienrecht in Syrien und im Irak. Hier wird genau dieses Wissen um das geltende Recht in Syrien gebraucht. Seit Januar  2016 unterstützen Ahmad Jarken, Bilal Hajjo und Hussam Al Asmi die Max-Planck-Forschungsgruppe „Das Recht Gottes im Wandel“ daher mit ihrer Expertise.
 
Das Forschungsprojekt unter Leitung von Dr. Nadjma Yassari ist entstanden, da der aktuelle Zustrom von Flüchtlingen die europäischen Behörden und Gerichte vor sehr konkrete Fragen zum gegenwärtig geltenden Recht in Krisengebieten wie Syrien und dem Irak stellt. Familienbeziehungen, die im Zuge des Asylverfahrens nachgewiesen und überprüft werden müssen, können dort sowohl unter dem staatlichen Recht aber auch in autonomen, fremdbeherrschten Gebieten zustande gekommen sein. Wie geht man mit Dokumenten um, die in autonomen Gebieten ausgestellt wurden? Auch hat der Zerfall Syriens und des Iraks zur Folge, dass staatliche Strukturen von nichtstaatlichen, oftmals religiösen, abgelöst werden. Aber kann eine rein religiöse Eheschließung anerkannt werden? Wie ist mit polygamen Ehen umzugehen? Was ist eine Zeitehe? Können Kinder im Nahen Osten adoptiert werden? All diese Informationen sind wichtig, um den Familienstand oder das Bestehen eines Abstammungsverhältnisses für die Anerkennung des Asyls festzustellen. 
 
Die Wissenschaftlerinnen am Max-Planck-Institut für Privatrecht versuchen mit ihrem Forschungsprojekt jetzt Antworten auf diese Fragen zu finden. Aber Feldforschung vor Ort in den Kriegsgebieten ist nicht möglich, Kontakte zu praktizierenden Rechtsanwälten und Richtern bestehen kaum und offizielle Dokumente oder Urteile sind oft schwer zugänglich. Um dennoch die rechtlichen Entwicklungen im Irak verfolgen zu können, steht die Forschungsgruppe im engen Austausch mit irakisch stämmigen Jura-Professoren in den USA, die wiederum Kontakte zu irakischen Juristen vermitteln. Und für die Recherchen zum rechtlichen Flickenteppich in Syrien bringen jetzt Ahmad Jarken, Bilal Hajjo und Hussam Al Asmi ihr Wissen ein und tauschen sich mit den Wissenschaftlerinnen über die rechtlichen Entwicklungen aus. 
 
Mittelfristig sollen die Forschungsergebnisse zur gegenwärtigen Rechtslage in Syrien und dem Irak auf einer geplanten Webseite veröffentlicht werden. Dabei sollen die einzelnen relevanten Rechtsgebiete wie das Internationale Privatrecht, Familien- und Erbrecht, und Verfahrensrecht syste­matisch aufgearbeitet und für ein breites Publikum zugänglich gemacht werden und somit im Idealfall Gerichten und Behörden Lösungsansätze und Syrern und Irakern Hilfestellungen bieten.
2015
11.12.2015 – Birke Häcker folgt Ruf an die Universität Oxford

Ab September 2016 wird Birke Häcker als Linklaters Professor of Comparative Law an der Universität Oxford tätig sein.

 

In Oxford übernimmt Dr. Birke Häcker den Lehrstuhl für Rechtsvergleichung von Professor Stefan Vogenauer, der im Oktober 2015 als Direktor an das Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main gewechselt ist. Birke Häcker ist Habilitandin von Professor Reinhard Zimmermann, der auch bereits examiner ihrer Oxforder PhD-thesis war. Sie arbeitet in München als wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen (Abteilung für Unternehmens- und Steuerrecht) im Bereich des allgemeinen Zivil- und Wirtschaftsrechts und der Rechtsvergleichung. Ihr aktuelles Forschungsprojekt befasst sich mit dem Vermächtnis als Mittel der erbrechtlichen Gestaltung.

 

Birke Häcker ist seit vielen Jahren Fellow am All Souls College, Oxford. Sie ist außerdem Akademisches Mitglied der Chancery Bar Association von England und Wales, Fellow am European Law Institute und Lehrbeauftragte an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

02.12.2015 – Patrick C. Leyens erneut für Habilitationsschrift ausgezeichnet

Mit dem Förderpreis der Esche Schümann Commichau Stiftung erhält Patrick C. Leyens die dritte Auszeichnung für seine Habilitationsschrift

 

Am 27. November 2015 hat die Hamburger Esche Schümann Commichau Stiftung zum 35. Mal ihren jährlichen Förderpreis verliehen. Priv.-Doz. Dr. iur. habil. Patrick C. Leyens, LL.M., früherer Referent und heutiger Affiliate am Max-Planck-Institut, wurde für seine Schrift „Informationsintermediäre des Kapitalmarkts: Private Marktzugangskontrolle durch Abschlussprüfung, Bonitätsrating und Finanzanalyse“ ausgezeichnet. Zuvor erhielt er den Forschungspreis der Stiftung Kapitalmarktrecht für den Finanzstandort Deutschland sowie den Innovationspreis des Finanzplatz Hamburg e.V. „Finanzkompass 2015“.

 

In seiner von Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus J. Hopt betreuten Habilitations­schrift untersucht Leyens die aus den Wirkungen von kapitalmarktbezogenen Informationsdienstleistungen resultierenden Regelungsprobleme. Die Unter­suchung schafft das Fundament für Antworten auf rechtspolitisch drängende Fragen der Einbeziehung von privaten Informationsdienstleistern in die Finanzmarktregulierung. In den kommenden Monaten wird die Habilitationschrift beim Verlagshaus Mohr Siebeck in der Reihe Jus Privatum veröffentlicht.

 

Nach seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter, sodann als Referent des Max-Planck-Instituts, wurde Leyens 2007 Juniorprofessor für Zivilrecht und ökonomische Analyse des Rechts an der Universität Hamburg. Seit 2014 ist er ehrenamtlicher Professor der Erasmus Universität Rotterdam. Im Wintersemester vertritt er einen wirtschaftsrechtlichen Lehrstuhl an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Leyens ist national und international durch zahlreiche Publikationen, Vorträge und Lehrveranstaltungen im Bürgerlichen Recht, Handels-, Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht ausgewiesen.

24.11.2015 – Gregor Christandl von der Universität Innsbruck habilitiert

Prof. Dr. Gregor Christandl, LL.M. (Yale), ehemaliger wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht wurde am 13.11.2015 von der Universität Innsbruck habilitiert. Betreut wurde seine Habilitationsschrift von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Reinhard Zimmermann, Direktor am Max-Planck-Institut für Privatrecht.

 

In "Selbstbestimmtes Testieren in einer alternden Gesellschaft – Eine Untersuchung zum Schutz des Erblassers vor Fremdbestimmung" geht Christandl aus historisch-vergleichender Perspektive der Frage nach, wie das Erbrecht unterschiedlicher Rechtsordnungen und insbesondere Deutschlands den Bedürfnissen der wachsenden Zahl gebrechlicher Erblasser begegnet und welche Instrumentarien es bereitstellt, um die selbstbestimmte Willensbildung bei der Errichtung letztwilliger Verfügungen vor unzulässigem Druck und Einflussnahme zu sichern. Dabei geht es vor allem um die Frage, welchen Schutz das Erbrecht dem Erblasser zu seinen Lebzeiten gewährt, damit er in Selbstbestimmung erbrechtlich verfügen kann und die letztwillige Verfügung rechtliche Geltung beanspruchen kann. Wie kann und wie sollte unser Erbrecht auf die Herausforderungen immer älterer Erblasser reagieren? Mit dieser Frage befasst sich die Habilitationsschrift von Gregor Christandl. Sie behandelt damit ein Thema, das angesichts der Alterung unserer Gesellschaft schon heute dramatisch an Aktualität gewonnen hat und weiter an Aktualität gewinnen wird. Die Habilitationsschrift wird demnächst in der Schriftenreihe „Beiträge zum ausländischen und internationalen Privatrecht“ (BtrIPR) des Max-Planck-Instituts für Privatrecht erscheinen.

 

Prof. Dr. Gregor Christandl, LL.M. (Yale), studierte Rechtswissenschaft an der Universität Innsbruck und an der Yale Law School, New Haven (LL.M.). Für seine Dissertation erhielt er 2006 den „Franz-Gschnitzer-Förderungspreis“ der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Innsbruck. Christandl war von 2010 - 2012 wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht. Im Dezember 2012 ist er an das Institut für Italienisches Recht der Universität Innsbruck zurückgekehrt und wurde im August 2013 zum Assistenzprofessor ernannt. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Vergleichendes Erb- und Schuldrecht, Europäisches Privatrecht, Privatrechtsvergleichung und Internationales Privatrecht.

2014 wurde Christandl mit dem Otto-Seibert Preis der Universität Innsbruck zur Förderung von Forschung für gesellschaftlich Benachteiligte ausgezeichnet.

18.11.2015 – Benjamin Pißler nimmt an Netzwerkveranstaltung „Shanghai diaLAWgue“ teil

Erster Bürgermeister Olaf Scholz beim Vortrag

Der Hamburger Senat und das Netzwerk Rechtsstandort Hamburg e.V. brachten Rechtsexperten aus Deutschland und China zum Austausch in Shanghai zusammen.

 

Über 60 Teilnehmer waren nach Shanghai gekommen, um sich auf einer zweitägigen Veranstaltung zu dem Thema „Rechtliche Brücken für die chinesisch-europäische Zusammenarbeit“ auszutauschen. Darunter auch Priv.-Doz. Dr. Knut Benjamin Pißler, Leiter des China-Referats am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht. Initiiert wurde das Treffen vom Hamburger Senat und dem Rechtsstandort Hamburg. Sowohl der Erste Bürgermeister Olaf Scholz als auch die Präsidenten der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer Hamburg und der Hamburgischen Notarkammer nahmen an dem Netzwerktreffen teil, bei dem unter anderem Kooperationsmöglichkeiten mit chinesischen Partnern erarbeitet werden sollten.

 

Die Veranstaltung in Shanghai fand im Rahmen der Plattform “Hamburg diaLAWgue“ statt, eine vom Netzwerk Rechtsstandort Hamburg e.V. angeregte Veranstaltungsreihe zur nationalen sowie internationalen Stärkung des Standorts Hamburg.

 

Am 2. Dezember veranstaltet das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht gemeinsam mit der Handelskammer Hamburg, der AHK Beijing und dem OAV den Workshop: „Direktinvestitionen in China – Chancen und rechtliche Aspekte eines Geschäftsaufbaus“, in dem sich Themen des „Shanghai diaLAWgue“ wiederfinden werden.

 

In dem von Knut Benjamin Pißler mitorganisierten Workshop diskutieren Berater und Unternehmer über Chancen und rechtliche Aspekte eines Geschäftsaufbaus in der Volksrepublik China. Hierbei geht es sowohl um grundsätzliche Fragen der Standortwahl und die Strategien beim Aufbau einzelner Investitionsprojekte als auch um konkrete rechtliche Probleme etwa Streit­beilegungsmechanismen bei Joint Ventures. Ein weiteres Thema, das durch seine Aktualität angesichts der Antikorruptionskampagne des Staatspräsidenten Xi Jinping besticht, sind die zu erwartenden Auswirkungen der geplanten Reform des chinesischen Strafgesetzes auf die Geschäftspraxis.

11.11.2015 – Finanzplatz Hamburg zeichnet Patrick C. Leyens mit dem Innovationspreis „Finanzkompass 2015“ aus (1. Platz)

Foto: Annegret Hultsch

Der frühere wissenschaftliche Referent des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht PD Dr. Patrick C. Leyens erhält den Innovationspreis für seine Habilitationsschrift „Informationsintermediäre des Kapitalmarkts: Private Marktzugangskontrolle durch Abschlussprüfung, Bonitätsrating und Finanzanalyse.“ Es ist die zweite Auszeichnung für die Habilitationsschrift, die von Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus J. Hopt, emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für Privatrecht, betreut wurde.

 

Der 1. Platz „Finanzkompass 2015“ ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen einer Feierstunde im InnovationsCampus der Handelskammer. Wirtschaftssenator Frank Horch und Handelskammer-Vizepräses Dr. Harald Vogelsang begrüßten die rund 100 Gäste. In seiner Laudatio hob der Juryvorsitzende, Prof. Christoph H. Seibt, Partner bei Freshfields Bruckhaus Deringer LLP und Honorarprofessor an der Bucerius Law School, die organische Verbindung von Rechts- und Wirtschaftswissenschaften hervor, die es in dem von Leyens behandelten Themenfeld bisher so noch nicht gegeben habe.

 

PD Dr. iur. habil. Patrick C. Leyens, LL.M. (London) ist Affiliate des Max-Planck-Instituts für Privatrecht und ehrenamtlicher Professor für Rechtsökonomik an der Erasmus Universität Rotterdam. Bis 2007 war er zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter, sodann Referent am Max-Planck-Institut. Im Rahmen seiner Juniorprofes-sur für Zivilrecht und Ökonomik an der Universität Hamburg hat er bis 2013 das internationale Doktorandenprogramm EDLE aufgebaut. Im Wintersemester 2015/16 vertritt er einen wirtschaftsrechtlichen Lehrstuhl an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Leyens ist national und international im Handels-, Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht ausgewiesen.

01.10.2015 – Groupe européen de droit international privé wählt Jürgen Basedow zum Président

Jürgen Basedow übernimmt für drei Jahre die Präsidentschaft der Groupe européen de droit international privé.

 

Die rund 30 Mitglieder der Groupe européen de droit international privé untersuchen rechtswissenschaftliche Nahtstellen zwischen internationalem Privatrecht und europäischem Recht. Jürgen Basedow, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht und langjähriges Mitglied der Expertengruppe, hat am 20. September 2015 den Vorsitz von Marc Fallon von der Université catholique de Lovain übernommen.

 

Wissenschaftler aus 18 Staaten der Europäischen Union haben sich in der Gruppe zusammengefunden und ein Think Tank gegründet, das zur Erforschung des Zusammenspiels von internationalem Privatrecht und europäischem Recht beitragen soll. An den Sitzungen nehmen auch immer eine Vertreterin der EU-Kommission und ein Vertreter der Haager Konferenz für IPR teil. Die Ergebnisse der jährlichen Arbeitstreffen und Erklärungen der Gruppe werden regelmäßig in juristischen Fachzeitschriften veröffentlicht. Gegründet wurde die Groupe européen de droit international privé im Jahr 1991.

28.09.2015 – Patrick C. Leyens mit Forschungspreis ausgezeichnet

V.l.n.r. Henning Sieh, Patrick C. Leyens

Am 22. September 2015 erhielt Prof. Dr. Patrick C. Leyens LL.M. (London), Affiliate am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, den Forschungspreis der Stiftung Kapitalmarktrecht für den Finanzstandort Deutschland. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird vergeben für herausragende wissenschaftliche Arbeiten zum Kapitalmarkt- und Aufsichtsrecht, die dazu beitragen, den Finanzstandort Deutschland zu stärken.


Leyens erhält den Preis u.a. für seine Schrift „Informationsintermediäre des Kapitalmarkts: Private Marktzugangskontrolle durch Abschlussprüfung, Bonitätsrating und Finanzanalyse“. Mit dieser von Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus J. Hopt, betreuten Schrift wurde Leyens an der Universität Hamburg im Frühjahr 2015 habilitiert. Seine Untersuchung legt den Grundstein für eine übergreifende Theorie der kapitalmarktlichen Informationsintermediation. Die rechtsvergleichende, ökonomisch und interdisziplinär angelegte Schrift wird in der Reihe Jus Privatum des Verlagshauses Mohr Siebeck veröffentlicht.

Prof. Dr. Patrick C. Leyens ist ehrenamtlicher Professor für Rechtsökonomik an der Erasmus Universität Rotterdam. Bis 2007 war er zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter, sodann Referent am Max-Planck-Institut. Im Rahmen seiner Juniorprofessur für Zivilrecht und Ökonomik an der Universität Hamburg hat Leyens bis 2013 zusammen mit Partneruniversitäten in Bologna und Rotterdam das trinationale Doktorandenprogramm EDLE („Doktorandenprogamm EDLE“) aufgebaut. Im Wintersemester 2015/16 vertritt er einen wirtschaftsrechtlichen Lehrstuhl an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Leyens ist national und international im Handels-, Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht ausgewiesen.

21.09.2015 – Holger Fleischer erhält Ehrendoktorwürde der Universität Paris Descartes

Holger Fleischer, geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, wurde am 17. September 2015 mit der Ehrendoktorwürde der Universität Paris Descartes ausgezeichnet.

 

Anlässlich der Verleihung rief er den traditionsreichen Erfahrungs- und Ideenaustausch zwischen Frankreich und Deutschland auf dem Gebiet des Gesellschaftsrechts in Erinnerung. Er wies unter anderem darauf hin, dass der französische Code de commerce von 1807 im Jahre 1811 auch in Hamburg in einer deutschen Übersetzung von Heinrich Gottfried Wilhelm Daniels Gesetz wurde – mit der Maßgabe, dass in Zweifelsfällen die französische Textfassung den Ausschlag geben sollte.

 

Die Universität Paris Descartes trägt den Namen des französischen Philosophen und Naturwissenschaftlers René Descartes. Sie hat insgesamt 10 Fakultäten und etwa 38.000 Studenten.

06.07.2015 – Professor Henry E. Smith von der Harvard Law School zu Gast am Institut

Henry E. Smith war für ein paar Wochen am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, um sich ein umfassendes Bild von der deutschen Privatrechtswissenschaft zu machen.


Nach langem Dornröschenschlaf erlebt die privatrechtliche Forschung in den USA gegenwärtig eine vielbeachtete Renaissance. Einer der Hauptakteure dieser als „New Private Law“ bezeichneten Entwicklung ist Henry E. Smith, Professor an der Harvard Law School und Experte für Sachenrecht, Recht des Geistigen Eigentums und die Verbindung von Rechtswissenschaft und Neuer Institutionenökonomik. Gemeinsam mit einem Fakultätskollegen hat Smith in Harvard das „Project on the Foundations of Private Law“ ins Leben gerufen, das sich der interdisziplinären Erforschung der Grundlagen des Privatrechts widmet. Im Gegensatz zu vielen amerikanischen Kollegen forscht Henry E. Smith auch rechtsvergleichend und interessiert sich für die deutschsprachige Tradition der Rechtswissenschaft. Für die Wissenschaftler am Institut war der Besuch die Gelegenheit, die US-amerikanische Perspektive auf die Privatrechtswissenschaft besser kennenzulernen und wissenschaftliche Kontakte zu einem amerikanischen Privatrechtslehrer zu knüpfen. Abgerundet wurde der Besuch durch den Gastvortrag von Henry E. Smith am 13. Juli 2015, in dem er über die Entwicklungen des New Private Law in den USA sprach.

23.06.2015 – Zeitschrift für Chinesisches Recht online abrufbar

Die 1994 gegründete "Zeitschrift für Chinesisches Recht / German Journal of Chinese Law" ist seit dem 22. Juni 2015 online unter www.ZChinR.de zugänglich.


Vor 11 Jahren erhielt die ZChinR ein neues Gesicht, als sie vom früheren „Newsletter der Deutsch-Chinesischen Juristenvereinigung e.V.“ in die „Zeitschrift für Chinesisches Recht“ umgewandelt wurde, dabei ihr äußeres Erscheinungsbild änderte und auch inhaltlich neu strukturiert wurde. Mit Heft 1 des Jahres 2015 erfolgte eine erneute Zäsur, die die ZChinR den Erfordernissen des digitalen Zeitalters anpasst: Von diesem Heft an wird die redaktionelle Bearbeitung der ZChinR auf das Open Journal System umgestellt. Damit wird nicht nur die Redaktionsorganisation deutlich erleichtert, auch für die Nutzer bringt es erhebliche Vorteile.

So kann jeder Interessierte unter www.ZChinR.de die Inhaltsverzeichnisse der jeweils letzten vier Ausgaben einsehen. Mitglieder der DCJV erhalten zusätzlich Zugriff auf die Volltexte der letzten vier Ausgaben, wenn sie sich mit ihrem Benutzernamen einloggen. Artikel aus den weiterzurückliegenden Ausgaben sind für alle Nutzer als Volltext abrufbar. Über die Suchfunktion kann der gesamte Bestand der „Zeitschrift für Chinesisches Recht“ nach verschiedenen Kriterien durchsucht werden.

Die redaktionelle Betreuung der ZChinR erfolgt unverändert durch das Deutsch-Chinesische Institut für Rechtswissenschaft in Nanjing, das hierbei durch den Wissenschaftlichen Beirat unterstützt wird, der aus Prof. Björn Ahl und Priv.-Doz. Dr. Knut Benjamin Pißler, Leiter des China Referates am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, besteht. Die technische Umsetzung des OJS hat dagegen das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg übernommen.
 

18.06.2015 – Lena-Maria Möller erhält Otto-Hahn-Medaille

Für ihre Dissertation „Die Golfstaaten auf dem Weg zu einem modernen Recht für die Familie? Zur Kodifikation des Personalstatuts in Bahrain, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten“ wurde Dr. Lena-Maria Möller auf der diesjährigen Jahresversammlung der Max-Planck-Gesellschaft mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet.


Dr. Lena-Maria Möller, wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, geht in ihrer Dissertationsschrift der Frage nach, wie ein zeitgemäßes Recht für die Familie im islamischen Rechtskreis entstehen kann. Interdisziplinär und rechtsvergleichend erörtert sie, inwieweit das in den 2000er-Jahren erstmalig kodifizierte Ehe-, Scheidungs-, und Kindschaftsrecht den rasanten sozioökonomischen Wandel der arabischen Golfregion abbildet und aktuellen Regelungserfordernissen gerecht wird. Neben der Berücksichtigung der Rechtspraxis im Familienrecht werden die jüngsten Kodifikationen des arabischen Raums auch rechtshistorisch und rechtspolitisch kontextualisiert und ihr Entstehungsprozess eingehend beleuchtet.

Die Otto-Hahn-Medaille wird jedes Jahr an junge Forscherinnen und Forscher für herausragende wissenschaftliche Leistungen von der Max-Planck-Gesellschaft verliehen. Es ist die zweite Auszeichnung, die Lena-Maria Möller für ihre Dissertation erhält. Von der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg hat die Nachwuchswissenschaflterin den Promotionspreis erhalten.

Die Golfstaaten auf dem Weg zu einem modernen Recht für die Familie? Zur Kodifikation des Personalstatuts in Bahrain, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten (Studien zum ausländischen und internationalen Privatrecht, 325), Mohr Siebeck, Tübingen 2015, XXII + 259 S.

 

15.06.2015 – Zeitschrift für Japanisches Recht online abrufbar

Die 1996 am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht gegründete "Zeitschrift für Japanisches Recht / Journal of Japanese Law" ist seit dem 15. Juni 2015 online zugänglich.

 

Mit der digitalen Plattform soll die internationale Sichtbarkeit der Zeitschrift weiter gesteigert werden.  Unter www.zjapanr.de  wird damit der einzigartige Fundus an Informationen zu allen Bereichen des japanischen Rechts in westlichen Sprachen, der in den vergangenen zwanzig Jahren aufgebaut wurde, einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Beiträge der jeweils letzten vier Ausgaben können als Abstracts heruntergeladen werden. Artikel aus den weiterzurückliegenden Ausgaben sind als Volltext ebenfalls kostenlos abrufbar. Über die Suchfunktion des Archivs kann der gesamte Bestand nach verschiedenen Kriterien durchsucht werden. 

 
11.06.2015 – Hein Kötz erhält Ehrendoktorwürde der Tulane University

Hein Kötz, emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, wurde mit der Ehrendoktorwürde der Tulane University ausgezeichnet.


Die Tulane University in New Orleans ist eine private Forschungseinrichtung im Süden der USA und Mitglied der renommierten Association of American Universities, einer Organisation der Top-Forschungseinrichtungen in den Vereinigten Staaten und Kanada.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hein D. Kötz, M.C.L., F.B.A, ist emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht und Gründungspräsident der Bucerius Law School. Kürzlich ist die von Kötz komplett überarbeitete Neuauflage „Europäisches Vertragsrecht“ bei Mohr Siebeck erschienen.

08.06.2015 – Felix Steffek von der Universität Hamburg habilitiert

Priv.-Doz. Dr. Felix Steffek, LL.M. (Cambridge), wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist am 22. April 2015 von der Universität Hamburg habilitiert worden. Er erhielt die Lehrbefugnis für die Fächer Bürgerliches Recht, deutsches und europäisches Handels- und Gesellschaftsrecht und Zivilverfahrensrecht, internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung, Rechtsökonomik und Rechtsphilosophie. Seine Habilitationsschrift trägt den Titel „Privatautonomie, Verband, Insolvenz – Rechtsethik, Rechtsökonomik, Rechtsstrukturen“.


Felix Steffek studierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in Heidelberg, Ferrara, Cambridge und Hagen. Für seine Promotion ist er unter anderem mit der Otto-Hahn-Medaille und dem Hachenburg-Preis ausgezeichnet worden. Neben seiner Tätigkeit am Max-Planck-Institut ist er Affiliated Lecturer an der Universität Cambridge und Max Planck Fellow sowie Research Associate an der Universität Oxford, St. Catherine’s College. An der Universität Hamburg unterrichtete und prüfte Felix Steffek von 2009 bis 2014 in Kursen der zivilrechtlichen Examensschwerpunkte.

04.06.2015 – Patrick C. Leyens von der Universität Hamburg habilitiert

Prof. Dr. Patrick C. Leyens, LL.M. (London), Affiliate am Max-Planck-Institut für Privatrecht, ist am 3. Juni 2015 von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Hamburg habilitiert worden. Damit erhält er die Lehrbefugnis für die Fächer Bürgerliches Recht, deutsches und europäisches Handels-  und Wirtschaftsrecht, Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht, Rechtsvergleichung und ökonomische Analyse des Rechts. Seine Habilitationsschrift „Informationsintermediäre des Kapitalmarkts: Private Marktzugangskontrolle durch Abschlussprüfung, Bonitätsrating und Finanzanalyse“ erscheint demnächst in der Reihe Jus Privatum bei Mohr Siebeck. Bereits im November 2014 wurde Leyens zum Professor am Chair of Empirical Legal Studies, School of Law, der Erasmus Universiteit Rotterdam ernannt. Bis 2013 war Leyens Juniorprofessor für Zivilrecht und ökonomische Analyse des Rechts am Institut für Recht und Ökonomik der Universität Hamburg. Von 2009 bis 2012 hat er dort die Hamburger Beteiligung am European Doctorate of Law and Economics geleitet.
 

Prof. Dr. Patrick C. Leyens studierte Rechtswissenschaft an der Universität zu Köln und an der Queen Mary University of London (LL.M.). Seine Dissertation aus dem Jahr 2006 wurde mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft, dem Hochschulpreis des Deutschen Aktieninstituts (1. Platz) sowie dem Kurt-Hartwig-Siemers-Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Leyens ist Mitantragsteller und beteiligter Hochschullehrer des DFG-Graduiertenkollegs zur Ökonomik der Internationalisierung des Rechts. Als Gastdozent hat er an den Universitäten Verona und Mumbai gelehrt und war Anfang 2010 Research Fellow an der Universität Cambridge.

21.05.2015 – Konrad Duden mit Serick-Preis ausgezeichnet

Für seine Dissertation „Leihmutterschaft im Internationalen Privat- und Verfahrensrecht – Abstammung und ordre public im Spiegel des Verfassungs-, Völker- und Europarechts“ erhält Dr. Konrad Duden den diesjährigen Serick-Preis

 

Die Rolf und Lucia Serick Stiftung vergibt die Auszeichnung jährlich für herausragende rechtswissenschaftliche Dissertationen, die der Universität Heidelberg vorgelegt werden. In seiner mit „summa cum laude“ bewerteten Dissertation setzt sich Konrad Duden, wissenschaftlicher Assistent am Max-Planck-Institut für Privatrecht, mit der Problematik der rechtlichen Abstammung von Kindern aus Leihmutterschaften auseinander. In diesem Zusammenhang stellt Duden die Frage: „Wer sind in Fällen der internationalen Leihmutterschaft aus Sicht des deutschen Rechts die Eltern des Kindes bzw. müssten es sein?“ In seiner rechtsvergleichenden Untersuchung stützt sich Konrad Duden dabei auf die Rechtslage in Großbritannien, Kalifornien, Indien, Griechenland, Israel und der Ukraine, in denen eine Leihmutterschaft erlaubt ist.

Konrad Duden hat in Heidelberg, Bilbao und Cambridge Rechtswissenschaft studiert und war Stipendiat der Studien- bzw. Graduiertenförderung der Studienstiftung des deutschen Volkes, der Friedrich-Naumann-Stiftung und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Seit 2012 ist er am Max-Planck-Institut für Privatrecht als wissenschaftlicher Assistent tätig. Seine Dissertation „Leihmutterschaft im Internationalen Privat- und Verfahrensrecht – Abstammung und ordre public im Spiegel des Verfassungs-, Völker- und Europarechts“ erscheint demnächst bei Mohr Siebeck. 

11.05.2015 – Lena-Maria Möller für ihre Dissertation ausgezeichnet

Für ihre Dissertationsschrift zur Kodifikation des Familienrechts in den arabischen Golfstaa­ten hat Dr. Lena-Maria Möller den Promotionspreis der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg erhalten.

 

Mit dem vom Förderkreis Rechtswissenschaft der Universität Hamburg gestifteten Preis zeichnet die Fakultät auf Vorschlag einer durch die Geschäftsführenden Direktoren gebildeten Jury jährlich ihre besten Promotionen aus. Lena-Maria Möller, wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, erhält den 3. Preis für ihre im Juli 2014 abgeschlossenen Dissertationsschrift „Die Golfstaaten auf dem Weg zu einem modernen Recht für die Familie? Zur Kodifikation des Personalstatuts in Bahrain, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten“. Die Arbeit erörtert interdisziplinär und rechtsvergleichend, inwieweit das neukodifizierte Ehe-, Scheidungs-, und Kindschaftsrecht den rasanten sozioökonomischen Wandel der arabi­schen Golfregion abbildet und aktuellen Regelungserfordernissen gerecht wird.

Die Golfstaaten auf dem Weg zu einem modernen Recht für die Familie? Zur Kodifikation des Personalstatuts in Bahrain, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten (Studien zum ausländischen und internationalen Privatrecht, 325), Mohr Siebeck, Tübingen 2015, XXII + 259 S.
 

15.04.2015 – Nadjma Yassari in Evaluierungskommission für Käte Hamburger Kolleg berufen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat Nadjma Yassari, Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, in die Evaluierungskommission für das Käte Hamburger Kolleg „Recht als Kultur“ berufen.

 

Nadjma Yassaris Aufgabe wird es sein, in Zusammenarbeit mit den anderen Mitgliedern der Kommission die bisherige wissenschaftliche Arbeit des Käte Hamburger Kollegs „Recht als Kultur“ zu evaluieren und eine Empfehlung über weitere Förderungen durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung zu geben. Im Zuge der Förderinitiative „Freiraum für die Geisteswissenschaften“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wurden zwischen 2007 und 2011 insgesamt 10 Käte Hamburger Kollegs von einem internationalen besetzten Gutachtergremium ausgewählt und vom Bundesministerium gefördert.


Das Käte Hamburger Kolleg „Recht als Kultur“ an der Rheinischen Friedrich Wilhelms Universität Bonn möchte mit seiner wissenschaftlichen Arbeit einen Beitrag zum Verständnis von Recht in Zeiten einer voranschreitenden Globalisierung leisten. 

01.04.2015 – Sebastian A.E. Martens zum Professor an der Universität Passau ernannt

Prof. Dr. Sebastian A.E. Martens ist seit dem 1. April 2015 Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Römisches Recht, Europäisches Privatrecht und Europäische Rechtsgeschichte an der Juristischen Fakultät der Universität Passau.

 

Sebastian Martens, ehemaliger wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, widmet sich in seiner Forschung insbesondere der stetig fortschreitenden Europäisierung des Privatrechts, vor allem im Rahmen der Europäischen Union. Zudem setzt er sich mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der juristischen Arbeitsweisen in den verschiedenen Rechtsordnungen Europas auseinander. Dabei interessiert ihn insbesondere, welche Funktion dem „Recht“ in den jeweiligen Gesellschaften zukommt und was dort unter diesem Begriff genau zu verstehen ist.

 

Prof. Dr. Sebastian A.E. Martens hat Rechtswissenschaft an der Universität Konstanz studiert. Nach Abschluss des zweiten Staatsexamens 2008 hat er bis zu seiner Berufung an die Universität Passau als wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht geforscht. Als Gastwissenschaftler war er 2009 zu einem Forschungsaufenthalt an der Universität Cambridge. 2012 habilitierte er sich an der Universität Regensburg mit einer Schrift zur „Methodenlehre des Unionsrechts“. Neben Vertretungen an den Universitäten Osnabrück, Kiel und Münster übernahm Sebastian Martens auch die Vertretung des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht und Römisches Recht an der Universität Passau, den er nun seit dem 1. April 2015 innehat.

17.03.2015 – Neue Mitglieder in den Fachbeirat berufen

Insgesamt sechs neue Mitglieder haben ihre Arbeit im Fachbeirat am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht aufgenommen.

 

Hannah Buxbaum ist Professorin an der Maurer School of Law der Indiana University in Bloomington und lehrt dort Kollisionsrecht, Vertragsrecht und internationale Prozessführung. Eins der aktuellen Forschungsprojekte von Professor Buxbaum, LL.M. (Universität Heidelberg), beschäftigt sich mit Zuständigkeitsfragen bei grenzüberschreitenden Wertpapier- und Kartellverfahren. Ihr Studium der Rechtswissenschaften (B.A. und J.D.) hat Hannah Buxbaum an der Cornell University in Ithaca, New York absolviert. Als Gastprofessorin hat Buxbaum an den Universitäten Köln, Kiel und Nürnberg-Erlangen gelehrt. Bevor Hannah Buxbaum 1997 Mitglied der Rechtsfakultät der Indiana University in Bloomington geworden ist, hat sie als Rechtsanwältin in New York und Frankfurt im Bereich der internationalen Wertpapiertransaktionen gearbeitet.

Susan Emmenegger
, Professorin am Institut für Bankrecht der Universität Bern ist seit Anfang des Jahres Mitglied im Fachbeirat am MPI für Privatrecht. Sie hat an der Universität Freiburg i.Ue. studiert und promoviert und 1993 an der Cornell University Law School in Ithaca den Master of Laws und das Anwaltsexamen des US-Bundesstaates New York gemacht. In ihrer Forschung setzt sich Emmenegger unter anderem mit den weltweiten Trends der Bankenregulierung und den daraus resultierenden Konsequenzen für die einzelnen Finanzplätze auseinander. Weiter beschäftigt sie sich schwerpunktmäßig mit den Auswirkungen inländischer und ausländischer Regulierung auf die privatrechtliche Bank/Kunden-Beziehung. Prof. Dr. iur. Emmenegger, LL. M. trat im Januar 2015 die Nachfolge von Prof. Dr. Peter O. Mülbert von der Universität Mainz im Fachbeirat an.

Dirk Heirbaut
, Professor für Rechtsgeschichte und Römisches Recht an der University of Ghent, ist 2013 als Mitglied in den Fachbeirat gerufen worden. Prof. Dr. Heirbaut ist Leiter des Instituts für Rechtsgeschichte an der Universität Gent und wurde vergangenes Jahr mit dem Eike-von-Repgow-Preis der Stadt Magdeburg ausgezeichnet. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist das „Flämische Recht im Mittelalter“. Als Gastprofessor hat er an der Freien Universität Brüssel, an der Freien Universität Amsterdam und an der Universität Uppsala in Schweden gelehrt. Heirbaut ist Mitglied der Königlich Belgischen Akademie der Wissenschaften. Er hat Geschichte und Rechtswissenschaften an der Universität Gent studiert.

Als weiteres neues Mitglied seit diesem Jahr unterstützt Corjo Jansen, Professor an der Radboud University Nijmegen, den Fachbeirat. Prof. Dr. Corjo Jansen ist seit 1998 Professor für Rechtsgeschichte und Privatrecht an der Radboud Universität in Nimwegen. Er studierte an der Universität Utrecht und schrieb dort seine Doktorarbeit über Römisches Recht und Naturrecht. Seit 2007 ist er Vorsitzender des Business & Law Research Institute (Radboud Universität). Seine Forschungsschwerpunkte sind die Rechtsgeschichte im neunzehnten Jahrhundert, Privatrecht in historischer und vergleichender Perspektive, Arbeitsrecht und die Geschichte der Justiz. Prof. mr. Corjo Jansen kommt für Prof. Dr. Gerhard F. Lubbe von der Stellenbosch University in den Fachbeirat.

Fachbeiratsmitglied Walter Pintens ist emeritierter Professor der Universität Leuven in Belgien, wo er bis 2012 Familien- und Erbrecht und Rechtsvergleichung gelehrt hat. Er ist Honorarprofessor am Europa-Institut der Universität des Saarlandes. Als Gastprofessor hat Prof. Dr. Pintens an der Universität Freiburg, an der Humboldt-Universität Berlin und an der University of South Africa in Pretoria gelehrt. Walter Pintens ist Herausgeber der „International Encyclopaedia for Family and Succession Law“, Kuratoriumsmitglied der „Zeitschrift für Europäisches Privatrecht“ und Mitherausgeber und Vorsitzender des Internationalen Beirats der „Zeitschrift für das gesamte Familienrecht“. Prof. Pintens ist Titularmitglied der Académie internationale de droit comparé in Paris.

Gerald Spindler, Professor an der Universität Göttingen übernahm Anfang des Jahres den Platz von Prof. Dr. Martin Henssler von der Universität zu Köln. Prof. Dr. Spindler, Dipl.-Ökonom, hat den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht, Rechtsvergleichung, Multimedia- und Telekommunikationsrecht an der Universität Göttingen inne und hat Rechtswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften in Frankfurt a.M., Hagen, Genf und Lausanne studiert. Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig einerseits mit Rechtsfragen des E-Commerce bzw. Internet- sowie Telekommunikationsrechts, des Urheber- und Immaterialgüterrechts, andererseits mit Problemen des Gesellschafts- und Kapitalmarktrechts.

Der Fachbeirat setzt sich aus insgesamt dreizehn international anerkannten Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland zusammen, die das Forschungsspektrum des Instituts fachlich abdecken. Die Mitglieder bewerten regelmäßig die am Institut geleistete wissenschaftliche Arbeit und beraten auf dieser Basis die Institutsleitung bei der Planung und Durchführung von Forschungsvorhaben. In der neuen Zusammensetzung wird der Fachbeirat erstmals im Sommer 2015 zusammentreffen. In der Regel werden die Mitglieder für sechs Jahre in den Fachbeirat berufen.
Alle derzeitigen Mitglieder des Fachbeirates finden Sie unter:

http://www.mpipriv.de/de/pub/ueber_uns/fachbeirat_und_kuratorium.cfm#i48919 

 

12.03.2015 – Gerhard Wagner zum Auswärtigen Wissenschaftlichen Mitglied berufen

Die Max-Planck-Gesellschaft hat mit Prof. Dr. Gerhard Wagner einen renommierten Rechtswissenschaftler gewonnen, der die wissenschaftliche Arbeit am Institut begleiten wird. Als Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied wird Gerhard Wagner gemeinsam mit den Direktoren Jürgen Basedow, Holger Fleischer und Reinhard Zimmermann neue Forschungsprojekte entwickeln und Impulse für laufende Vorhaben geben.

 

„Wir freuen uns auf diesen regen wissenschaftlichen Austausch und auf die Zusammenarbeit mit Gerhard Wagner“, so Jürgen Basedow, geschäftsführender Direktor am MPI für Privatrecht.

 

Gerhard Wagner ist an der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht und Ökonomik. Seine Forschungsschwerpunkte – deutsches und europäisches Privatrecht, insbesondere Vertrags- und Deliktsrecht; Deutsches und internationales Zivilverfahrensrecht; Prozessrechtsvergleichung; Schiedsgerichtsbarkeit; Konflikt- und Verhandlungsmanagement sowie Deutsches und internationales Insolvenzrecht – harmonieren mit den Forschungsschwerpunkten am Institut.

 

Bevor Gerhard Wagner an die Humboldt-Universität wechselte, war er Professor an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Er ist Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der Zivilrechtslehrervereinigung, der ständigen Deputation des Deutschen Juristentags und des Vorstands der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit. Zudem ist Wagner Mitglied des European Law Institute und korrespondierendes Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. 2003 ging Gerhard Wagner als Visiting Fellow an das University College London und 2010/2011 lehrte er als Visiting Professor of Law an der University of Chicago Law School.

 

Als Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht berät Gerhard Wagner das Leitungsgremium am Institut. Er wird somit gemeinsam mit den drei Direktoren die wissenschaftliche Ausrichtung und Arbeit am Institut prägen. „Der erste Direktor am Institut, Ernst Rabel, machte schon deutlich, dass oft erst der Abstand einen neuen Blick auf das Gesamtbild ermöglicht. Mit Gerhard Wagner als Auswärtigem Wissenschaftlichem Mitglied hoffen wir, gemeinsam diesen Blick auf die Forschung am Institut werfen zu können und daraus neue Ideen und Ansätze für fachübergreifende Projekte zu entwickeln“, so Basedow. 
01.03.2015 – Patrick C. Leyens folgt Ruf der Erasmus Universiteit Rotterdam

Dr. Patrick C. Leyens, LL.M. (London), Affiliate am MPI für ausländisches und internationales Privatrecht, ist im November 2014 zum Professor am Chair of Empirical Legal Studies, School of Law, Erasmus Universiteit Rotterdam, ernannt worden.

 

Patrick C. Leyens studierte Rechtswissenschaft an der Universität Köln und an der Queen Mary University of London (LL.M.). Seine Dissertation aus dem Jahr 2006 wurde mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft, dem Hochschulpreis des Deutschen Aktieninstituts (1. Platz) sowie dem Kurt-Hartwig-Siemers-Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Bis 2013 war Patrick Leyens Junior­professor für Zivilrecht und ökonomische Analyse des Rechts am Institut für Recht und Ökonomik der Universität Hamburg. Von 2009 bis 2012 hat er dort die Hamburger Beteiligung am European Doctorate of Law and Economics geleitet.

 

Leyens ist Mitantragsteller und beteiligter Hochschullehrer des DFG-Graduiertenkollegs zur Ökonomik der Internationalisierung des Rechts. Als Gastdozent hat er an den Universitäten Verona und Mumbai gelehrt und war 2010 Research Fellow an der Universität Cambridge. Derzeit läuft das Habilitationsverfahren zu seiner Untersuchung "Informationsintermediäre des Kapitalmarkts – Private Marktzugangskontrolle durch Abschlussprüfer, Ratingagenturen und Finanzanalysten“, die er als Stipendiat der DFG erstellt hat.

26.02.2015 – Kuratorium in neuer Zusammensetzung

Fünf neue Mitglieder unterstützen seit Anfang des Jahres das Kuratorium am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht

 

Dem Kuratorium gehören insgesamt 14 Repräsentanten aus Gesellschaft, Politik, Kultur und Medien an. Die Mitglieder des Kuratoriums stehen mit der Institutsleitung im Austausch über Forschungsprojekte und Entwicklungen am Institut. Sie stärken die Verbindung zwischen der Öffentlichkeit und dem Institut. Als neue Mitglieder für das Kuratorium konnten gewonnen werden:

 

Clarissa Ahlers-Herzog vom Norddeutschen Rundfunk

Nach der Ausbildung zur Redakteurin beim NDR studierte die gebürtige Bremerin in Hamburg und Paris Rechtswissenschaften. Seit 2004 ist Clarissa Ahlers-Herzog leitende Wirtschaftsredakteurin beim „Hamburg Journal“ im NDR Fernsehen. Clarissa Ahlers-Herzog ist Mitglied im Club der Hamburger Wirtschaftsjournalisten und Jurymitglied des Helmut-Schmidt-Journalistenpreises.

 

Dr. Barbara Bludau, Rechtsanwältin in der Kanzlei P + P Pöllath + Partners Rechtsanwälte.Steuerberater

Die ehemalige Generalsekretärin der Max Planck Gesellschaft hat in Göttingen, München, Köln und Bonn Rechtswissenschaften studiert und 1974 an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn promoviert. Die Wissenschaftsmanagerin war von 1987 bis 1995 Hamburger Staatsrätin in den Ressorts Innen, Justiz und Wissenschaft.

 

Prof. Dr. Dr. h.c. Lado Chanturia, Botschafter von Georgien in Deutschland

Der ehemalige Justizminister und Präsident des Obersten Gerichtes von Georgien ist Professor für Privatrecht an der Staatsuniversität von Tiflis in Georgien. Lado Chanturia war Leiter des Forschungsprojekts „Zivil- und Wirtschaftsrecht in den Staaten des Kaukasus und Zentralasiens“ an der Universität Bremen. Als Senior Advisor hat er die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Fragen der Rechtsreform in den Staaten des Kaukasus und Zentralasiens beraten.

 

Jakob Kleefass von der Anwaltssozietät Esche Schümann und Commichau

Der Mitinitiator des Hamburger Instituts für Familienunternehmen hat an der Universität Hamburg Rechtswissenschaften studiert. Jakob Kleefass ist Rechtsanwalt und Steuerberater; er setzt sich mit gesellschaftsrechtlichen, erbrechtlichen und steuerlichen Themen auseinander, insbesondere mit Fragen der Vermögensnachfolge und gesellschaftsrechtlichen Strukturierungen.

 

Aygül Özkan, Rechtsanwältin und Geschäftsführerin in der Deutschen Bank Gruppe

Die ehemalige niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration und Landtagsabgeordnete hat in Hamburg Rechtswissenschaften studiert. Aygül Özkan war Mitglied im Bundesvorstand der CDU und von 2004 bis 2010 Mitglied im Integrationsrat der Stadt Hamburg. Sie ist Gründungsmitglied der Hamburger Stiftung für Migranten und engagiert sich im Vorstand. Seit 2011 ist Aygül Özkan Beiratsmitglied in der Stiftung Lebendige Stadt.

11.02.2015 – Stefan Vogenauer neuer Direktor am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte

Zum 1. Oktober 2015 wechselt der amtierende Direktor des Institute of European and Comparative Law an der University of Oxford als Direktor an das Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt. Professor Stefan Vogenauer wird dann gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Duve das Institut leiten.

 

Die von Vogenauer geleitete Abteilung des MPI für europäische Rechtsgeschichte wird sich in Zukunft der Rechtsgeschichte der Europäischen Union und der historisch-vergleichenden Analyse des „Rechtstransfers in der Welt des Common Law“ widmen.

 

Bevor Vogenauer 2003 einen Ruf an die University of Oxford und ein Fellowship am dortigen Brasenose College annahm, forschte der Träger der Otto-Hahn Medaille am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg als wissenschaftlicher Referent.

27.01.2015 – Aufsatz von Qisheng He in Rabels Zeitschrift von China Law Society ausgezeichnet

“The EU Conflict of Laws Communitarization and the Modernization of Chinese Private International Law“ von Qisheng He wird mit dem zweiten Platz gewürdigt.

 

In seinem in der Rabels Zeitschrift erschienenen Aufsatz analysiert Prof. Dr. Qisheng He das 2010 in der Volks­republik China in Kraft getretene „Gesetz der Volks­republik China zur Anwendung des Rechts auf zivil­rechtliche Beziehungen mit Außenberührung“. Er untersucht dabei die Bereiche, die für die Weiterentwicklung und Umsetzung des Gesetzes besonders im Fokus stehen sollten. Qisheng He nimmt Bezug auf die Kodifizierung des internationalen Privatrechts in Europa und vergleicht diese Bemühungen mit denen um das internationale Privatrecht in der Volksrepublik China.

 

Die China Law Society hat den Artikel jetzt mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. Von den zehn zweitplatzier­ten Arbeiten ist der Aufsatz von Prof. He der einzige englischsprachige Text, der diese Ehrung erhielt. Aus ins­gesamt 350 wissenschaftlichen Arbeiten wählte die China Law Society die Preisträger aus. Die China Law Society wurde 1949 als nationale Vereinigung von Rechtswissenschaftlern, Juristen und Rechtspraktikern gegründet. Prof. Dr. Qisheng He ist Professor für internationales Recht an der Wuhan Universität in China. Auf dem Symposium “International Private Law in Europe and China” am MPI für Privatrecht hat er 2013 einen Vortrag über “Contract Reforms in China’s Private International Law“ gehalten. 2014 kehrte Qisheng He für einen drei monatigen Forschungsaufenthalt zurück ans Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht.

 

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2014
26.11.2014 – Lena-Maria Möller erhält CIRS Forschungsstipendium

Dr. Lena-Maria Möller erhält Forschungsstipendium des Center for International and Regional Studies (CIRS) der Georgetown University School of Foreign Service in Katar.

 

Ihr aktuelles, einjähriges Forschungsprojekt zum Kindschaftsrecht der arabischen Golfstaaten ist damit Teil der vom Center for International and Regional Studies initiierten Forschungsinitiative „The Gulf Family“. Am Beispiel des Begriffs des Kindeswohls untersucht Lena-Maria Möller, wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, in einem dreiphasigen Postdoc-Forschungsvorhaben zurzeit die Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe in islamischen Rechtsordnungen mit unterschiedlichen rechtshistorischen und sozioökonomischen Hintergründen. Aufgrund seiner Unbestimmtheit liefert die Bewertung des Kindeswohls weitreichende Erkenntnisse über die gesellschaftlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und nicht zuletzt auch religiösen Rahmenbedingungen der Rechtsordnung eines Landes. So lassen beispielsweise Sorgerechtsentscheidungen unter Berücksichtigung des Kindeswohls Rückschlüsse auf die Wahrnehmung von Geschlechterrollen in der Kindeserziehung, den Stellenwert religiöser Zugehörigkeit und idealtypische Familienbilder zu.

 

Das Center for International and Regional Studies der Georgetown University School of Foreign Service in Katar ist ein Forschungsinstitut, das sich durch wissenschaftlichen Dialog und Austausch der Erforschung unterschiedlicher regionaler und internationaler Fragestellungen widmet. Jährlich schreibt CIRS eine Forschungsinitiative aus, die sich mit einem Themengebiet von besonderer sozioökonomischer und politischer Relevanz für die Golfregion befasst. Die Forschungsinitiative für das Jahr 2015 trägt den Titel „The Gulf Family“.

18.11.2014 – Auszeichnungen für Habilitationsschrift von Anatol Dutta

Für seine Habilitationsschrift „Warum Erbrecht?“ hat Anatol Dutta, ehemaliger wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, den Successio-Preis und den W. Rainer Walz-Preis erhalten.


Der Successio-Preis wird vom schweizerischen Verein Successio vergeben. Der Verein fördert die schweizerische und internationale Praxis und Wissenschaft des Erbrechts und unterstützt wissenschaftliche Publikationen und Forschungsprojekte.
 

Die zweite Auszeichnung erhielt Anatol Dutta vom Institut für Stiftungsrecht und das Recht der Non-Profit-Organisationen der Bucerius Law School, Hamburg. Der W. Rainer Walz-Preis ist nach dem ehemaligen Leiter des Instituts benannt und ist bestimmt für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im Rahmen einer Abschlussarbeit eine bedeutende wissenschaftliche Leistung erbracht haben.
 

In seiner mehrfach ausgezeichneten Habilitationsschrift setzt sich Anatol Dutta mit der Frage nach dem Sinn und Zweck des Erbrechts und seiner Ausgestaltung auseinander. Anlass hierzu sind Mechanismen, die es dem Einzelnen zunehmend gestatten, sein Vermögen dem Erbrecht zu entziehen. Privatnützige Stiftungen in Deutschland, Österreich und Lichtenstein, dynastic trusts in den Vereinigten Staaten und zahlreiche offshore-Jurisdiktionen geben Vermögensinhabern die Möglichkeit, ihr Vermögen eigenen Regeln – einem privaten Erbrecht – zu unterwerfen, und das generations¬übergreifend.
 

Anatol Dutta, mittlerweile Inhaber eines Lehrstuhls an der Universität Regensburg, studierte Rechtswissenschaften in München und Oxford. Er wurde für seine Promotion 2006 mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet. Im Dezember 2012 wurde Dutta von der Universität Hamburg habilitiert, wo er seit 2007 Lehrbeauftragter war.


Anatol Dutta, Warum Erbrecht? – Das Vermögensrecht des Generationenwechsels in funktionaler Betrachtung, Mohr Siebeck, Tübingen 2014, 682 S., ISBN 978-3-16-152728-9.

 

13.10.2014 – Anton Geier und Chloé Lignier erhalten Dr. Otto Schmidt Preis

Für ihre gemeinsame wissenschaftliche Analyse „Die Verstärkte Zusammenarbeit in der Europäischen Union“ wurden Dr. Anton Geier und Chloé Lignier, wissenschaftliche Assistenten am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privat­recht, mit dem Dr. Otto Schmidt Preis für die Förderung der Europäisierung und der Internationalisierung des Rechts ausgezeichnet.
 

Die Wissenschaftler Geier und Lignier untersuchen in ihrem Artikel die Chancen und Risiken der Verstärkten Zusammenarbeit und ermitteln Kriterien, inwieweit sie für bestimmte Politikfelder geeignet ist. Die Verstärkte Zusammenarbeit wird angewandt, wenn im Gesetzgebungsverfahren keine Einigung zwischen allen EU Mitgliedstaaten erzielt werden kann. Sie ermöglicht dann dem Teil der konsenswilligen Regierungen gemeinsame Regeln zu schaffen und davon zu profitieren.


Das Thema für den Dr. Otto Schmidt Preis wird im Jahr der Preisverleihung von der Stiftungs-Jury ausgewählt. In diesem Jahr stand das Thema „Verstärkte Zusammenarbeit als Königsweg oder europäische Sackgasse“ im Mittelpunkt der Auslobung. Der Preis wird sowohl für das langjährige Engagement in der Veröffentlichungspraxis von Rechtswissenschaftlern als auch für Veröffentlichungen aktueller Themen durch die Stiftung verliehen. Für ihren aktuellen Beitrag wurden Geier und Lignier mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Die Preisverleihung erfolgte am 10. Oktober 2014 auf der Frankfurter Buchmesse.
 

10.09.2014 – Johannes Liebrecht mit Hermann-Conring-Preis ausgezeichnet

Für seine Dissertation über „Brunners Wissenschaft“ wurde Dr. Johannes Liebrecht auf dem 40. Deutschen Rechtshistorikertag 2014 in Tübingen mit dem Hermann-Conring-Preis ausgezeichnet.


In seiner kürzlich veröffentlichten Untersuchung rekonstruiert Johannes Liebrecht, wissenschaftlicher Assistent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, die historischen Methoden und die Wirkungsgeschichte Heinrich Brunners, sowie dessen institutionelles Wissenschaftsbild. Heinrich Brunner lehrte von 1872 an in Berlin und gilt als wichtigster Gelehrter aus den Reihen der sogenannten deutschen juristischen Germanistik im späteren 19. Jahrhundert. Diese Wissenschaftsepoche porträtiert und verbindet Liebrecht mit seinen Untersuchungen über den Gelehrten. Die jetzt ausgezeichnete Dissertation ist zwischen 2009 bis 2013 am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg entstanden.

Der an Johannes Liebrecht verliehene Preis wird von der Castor & Pollux Stiftung gGmbH alle zwei Jahre ausgeschrieben. Ausgezeichnet wird die beste Forschungsleistung auf dem Gebiet der Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie und Rechtstheorie, die an einer juristischen Fakultät in Deutschland, Österreichs oder der Schweiz entstanden ist. Der Preis ist nach dem Universalgelehrten Hermann Conring (1606-1681) benannt, der als einer der Mitbegründer der deutschen Rechtsgeschichte gilt.

Johannes Liebrecht, Brunners Wissenschaft. Heinrich Brunner (1840-1915) im Spiegel seiner Rechtsgeschichte, Frankfurt a.M.: Vittorio Klostermann 2014, ISBN 978-3-465-04220-4

16.08.2014 – Christian Heinze zum Professor an der Leibniz Universität Hannover ernannt

Dr. Christian Heinze, ehemaliger wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist am 16. August 2014 zum Professor an der Universität Hannover ernannt worden. Er hat dort den von der Deutschen Vereinigung für gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht (GRUR) geförderten Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Immaterialgüterrecht, insbesondere Patent- und Markenrecht inne.

 

Christian Heinze studierte Rechtswissenschaft in Münster, Lausanne, Cambridge (LL.M.), Hamburg (Dr. iur.) und Harvard (Visiting Researcher). Für seine Promotion an der Universität Hamburg erhielt er 2008 die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft. Er war von 2008 bis 2012 Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg für die Fächer Urheberrecht und Zivilverfahrensrecht sowie Gastdozent an der Adam-Mickiewicz-Universität Posen und der Kyushu-Universität Fukuoka. Nach Abschluss seiner Habilitationsschrift war er zunächst als Notarassessor tätig.

 

Seine Habilitationsschrift zum Thema „Schadensersatz im Unionsprivatrecht – Ein Beitrag zur Durchsetzung des Europäischen Privatrechts durch nationale Gerichte“ erscheint demnächst im Verlag Mohr Siebeck. Die Forschungsinteressen von Christian Heinze umfassen das Europäische und Internationale Privatrecht, das Recht des geistigen Eigentums, das Verfahrensrecht und das Immobilienrecht.

06.08.2014 – Reinhard Zimmermann wird mit Honorary Professorship der University of Edinburgh ausgezeichnet

Professor Reinhard Zimmermann, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist mit Wirkung vom 1. September 2014 zum Honorary Professor der juristischen Fakultät der Universität Edinburgh ernannt worden.

 

Reinhard Zimmermann unterhält seit vielen Jahren enge Beziehungen zu den Kollegen an dieser Fakultät, die er im Jahre 1990 zum ersten Mal als Visiting Professor besucht hat. So hat er beispielsweise gemeinsam mit Kenneth Reid eine internationale Forschungsgruppe aufgebaut, die der historisch-vergleichenden Erforschung des Erbrechts gewidmet ist. Die Zusammenarbeit schlägt sich auch in der Doktorandenausbildung nieder; seit dem Jahre 2000 sind regelmäßig juristische Doktoranden der Universität Edinburgh für jeweils ein Jahr Mitglied von Reinhard Zimmermanns Arbeitsgruppe am Hamburger MPI. Auch dadurch ist eine lebendige Tradition des wissenschaftlichen Austausches entstanden. „Ich freue mich sehr, der Universität Edinburgh nun auch in dieser Form verbunden zu sein und sehe darin eine weitere Anerkennung der durch unser Institut vorangetriebenen Internationalisierung der Privatrechtswissenschaft und Nachwuchsförderung“, meint Zimmermann zu der Ernennung. Das schottische Privatrecht ist eine sogenannte Mischrechtsordnung, die sowohl römisch-kontinentales Recht als auch englisches common law rezipiert hat und damit für Zimmermann und seine Arbeitsgruppe als eine Art „rechtsvergleichendes Laboratorium“ von besonderem Interesse ist.

 

Der Titel eines Honorary Professor wird an Wissenschaftler mit hohem internationalem Renommee verliehen, die der Universität Edinburgh verbunden sind.

03.08.2014 – Konrad-Zweigert-Stipendium an Payam Ahmadi Rouzbahani vergeben

Payam Ahmadi Rouzbahani hat vom Verein der Freunde des Hamburger Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht e.V. das Konrad-Zweigert-Stipendium erhalten. Drei Monate kann er jetzt intensiv am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht wissenschaftlich arbeiten. Während seines Aufenthalts wird er am Thema seiner Dissertation „The Origin of the Rules of Strict Liability in Civil Context: A Comparative Study of Roman and Islamic Legal Systems“ forschen. Er geht dabei der Frage nach dem Ursprung der verschuldungsunabhängigen Haftung im Römischen Recht und im islamischen Recht nach und untersucht, ob sich die Rechtssysteme im Hinblick auf die Richtlinien zur verschuldungs­unabhängigen Haftung beeinflusst haben. In Paris, wo er zurzeit an der Université Panthéon-Assas (Paris 2) promoviert, muss er zu den unterschiedlichsten Institutsbibliotheken fahren, um die Literatur für seine rechtsvergleichende Arbeit zusammen­zutragen. Das kostet viel Zeit. „Deshalb freue ich mich so darüber, dass ich jetzt alle wichtige Literatur an einem Platz finde und auf Schriften zurückgreifen kann, die sonst schwer zu bekommen sind. Ich kann mich ganz und gar auf die Wissenschaft konzentrieren,“ so Ahmadi Rouzbahani. Er möchte während seiner Zeit als Konrad-Zweigert-Stipendiat die Bibliothek ausgiebig nutzen und hofft am Ende einen Aufsatz veröffentlichen zu können.


Mit dem Konrad-Zweigert-Stipendium unterstützt der „Verein der Freunde“  Institutsaufenthalte besonders ausgewiesener aus­ländischer Nachwuchswissenschaflter. Der „Verein der Freunde“ besteht seit 1986 und soll ehemaligen und gegenwärtigen Mitarbeiter des Instituts, in- und ausländischen Gästen, Stipendiaten und Freunden und Förderern ein Forum bieten zum persönlichen und wissenschaftlichen Austausch.  Das Stipendium ist nach dem Institutsdirektor Konrad Zweigert benannt, der von 1963 – 1979 das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht geleitet hat.

29.07.2014 – Max Planck FORSCHUNG berichtet über Forschungsgruppe des Instituts

In der jüngsten Ausgabe der Max Planck FORSCHUNG stellt das Wissenschaftsmagazins unter dem Titel "Gottes Recht auf dem Weg in die Moderne" die For­schungsthemen von Nadjma Yassari und ihrer Forschungs­gruppe „Das Recht Gottes im Wandel: Rechtsvergleichung im Familien- und Erbrecht islamischer Länder“ vor. 

 

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28.07.2014 – Alexander von Humboldt-Stipendiatin zu Gast

Professor Sheila Neder Cerezetti forscht am MPI für ausländisches und internationales Privatrecht

 

Es ist nicht der erste Forschungsaufenthalt von Professor Sheila Neder Cerezetti am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht und wenn es nach ihr geht, wird es auch nicht der letzte Besuch sein. „Die Bibliothek ist ein so besonderer Platz. Man findet hier so gut wie alles von überall! Gäbe es die Bibliothek nicht, müsste ich in die einzelnen Länder reisen um nach der Literatur zu suchen.“

Während ihres aktuellen Aufenthalts untersucht die Alexander von Humboldt-Stipendiatin nachhaltige Investitionen (Socially Respon­sible Investment) und möchte einen Entwurf für deren Regulierung in Brasilien erarbeiten.

Unter dem Titel: „The normative framework of socially responsible investment in Brazil: a tool for fostering sustainable development“ erforscht Sheila Neder Cerezetti diese Art der Investition, die nicht nur profitabel, sondern auch ökologisch oder sozial nachhaltig sein sollen. Die gebürtige Brasilianerin will dabei zentrale Punkte erarbeiten, die umfassende rechtliche Rahmenbedingungen für eine staatliche und private Regulierung von nachhaltigen Investitionen in Brasilien ermöglichen sollen. Um die unterschiedlichen Heran­gehensweisen anderer Staaten zu recherchieren, nutzt Sheila Neder Cerezetti die umfassende Literatur in der Bibliothek des Max-Planck-Instituts für Privatrecht.

 

Seit 2013 unterrichtet und forscht Sheila Neder Cerezetti als Professorin für Handelsrecht an der Universität von São Paulo. Ihre Bindung ans Institut hat schon viel früher, während der Zeit ihrer Dissertation, begonnen. Für ihre Doktorarbeit „Die Unternehmenssanierung durch einen Insolvenzplan und das Unternehmenserhaltungsprinzip“ forschte sie 2009 als Stipendiatin vier Monate am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht. Nach dem Abschluss ihrer Dissertation kehrte sie im Mai 2011 als Postdoc- Wissenschaftlerin mit einem Forschungsstipendium zurück. Schon während dieser Besuche fand sie die Internationalität und den Austausch am Institut bemerkenswert. „Die Direktoren und Wissenschaftler am Institut helfen immer gerne und haben ein offenes Ohr, um über das Forschungsthema zu diskutieren. Sich zusätzlich noch mit Forschern aus allen Teilen der Welt so unkompliziert austauschen zu können, macht den Aufenthalt hier am Institut einzigartig“, sagt Neder Cerezetti.

23.06.2014 – Reimar-Lüst-Stipendium für Samuel Fulli-Lemaire

Samuel Fulli-Lemaire hat am 05. Juni das Reimar-Lüst-Stipendium 2014 der Max-Planck-Gesellschaft in München erhalten. Der Nachwuchswissenschaftler wird damit seine rechtswissenschaftliche Forschung im Bereich „Marriage and Parentage in the 21st Century“ am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht fortsetzen. Einer seiner Forschungs­schwerpunkte ist hierbei die rechtliche, historische und soziologische Entwicklung gleichgeschlechtlicher Ehen und Partner­schaften im internationalen Vergleich.

 

Derzeit ist Samuel Fulli-Lemaire Adjunct Lecturer in International Business Law an der Universität Panthèon-Assas (Paris II). Seine Doktorarbeit mit dem Titel „Private International Family Law put to the Test by the Recognition Requirement“ wird er in den kommenden Monaten abschließen. Im September 2014 wird er für ein Jahr als Reimar-Lüst-Stipendiat an das Max-Planck-Institut für Privatrecht nach Hamburg kommen.

 

Das Reimar-Lüst-Stipendium wird seit 1983 von der Max-Planck-Gesellschaft an einen Nachwuchswissenschaftler verliehen. Es wurde zum Anlass des 60. Geburtstags von Prof. Reimar Lüst, einem ehemaligen Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, geschaffen.

12.06.2014 – Elke Heinrich erneut für ihre Dissertation ausgezeichnet

Für ihre Dissertation zum Thema „Bonitätsprüfung im Verbraucherkreditrecht – Kreditwürdigkeit, Warnpflicht und Sanktionen bei Pflichtverletzung im österreichischen und deutschen Recht“ erhielt Dr. Elke Heinrich, wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht den Wolf Theiss Award.


Der Wolf Theiss Award wird für herausragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Rechtswissenschaften verliehen, er wurde der Nachwuchswissenschaftlerin am 12. Juni in Wien überreicht. Es ist damit der vierte Preis den Dr. Elke Heinrich für ihre Dissertation erhält. Das österreichische Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung zeichnete sie im Dezember 2013 mit den „Award of Excellence“, als Verfasserin der besten Dissertationen eines Studienjahres aus. Im November 2013 erhielt Elke Heinrich den für wissenschaftliche Abschlussarbeiten vergebenen Förderpreis der Arbeiterkammer Steiermark und sie wurde von der Karl-Franzens-Universität in Graz für eine der besten Abschlussarbeiten an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät im Jahr 2013 ausgezeichnet.

04.06.2014 – Felix Wendenburg mit Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet

Für seine Dissertation zum Thema „Der Schutz der schwächeren Partei in der Mediation“ wurde Dr. Felix Wendenburg auf der Jahresversammlung 2014 der Max-Planck-Gesellschaft mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet.

 

Felix Wendenburg hat am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg von 2008 bis 2011 für seine Promotion geforscht. In seiner Dissertation setzt er sich mit dem Verhandlungs­macht­gefälle zwischen Konfliktparteien in der Mediation auseinander. Vor dem Hintergrund der Kritik, die Mediation biete in bestimmten Konstellationen starken Parteien ein Forum zur Übervorteilung der schwachen, widmet sich Felix Wendenburg der Grundsatzfrage nach dem Umgang mit diesem Risiko.

 

Mit der Otto-Hahn-Medaille würdigt die Max-Planck-Gesellschaft herausragende Leistungen von Nach­wuchs­wissenschaftlern.

 

Felix Wendenburg, Der Schutz der schwächeren Partei in der Mediation Mohr Siebeck 2013, 413 Seiten, ISBN 978-3-16-152345-8

27.05.2014 – Neuer Institutsfilm online

Nachdem der neue Institutsfilm fertig geschnitten, vertont und gemischt ist, steht er jetzt auch online zur Verfügung.

 

Der Film gewährt einen Einblick in die Forschungsarbeit am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, beschreibt das Institutsleben und blickt hinter die Kulissen der herausragenden Bibliothek. In vierzehn Minuten erfährt man alles Wichtige zur Geschichte des Instituts, den aktuellen Forschungsschwerpunkten und weshalb das ausländische und internationale Privatrecht für das tägliche Leben in der globalisieren Welt eine wichtige Rolle spielt. Viele Wissenschaftler des Instituts nutzen den Film, um auf externen und internen Veranstaltungen das Institut und die dortige Arbeit vorzustellen, aber auch Besuchergruppen am Max-Planck-Institut für Privatrecht wird der Film vorgeführt. 

21.05.2014 – Holger Fleischer ist zum Mitglied der „Expert Group on Company Law (EU)“ berufen worden

Prof. Dr. Holger Fleischer, Dipl.-Kfm., LL.M. (Michigan), Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist von der Europäischen Kommission zum Mitglied der neu gegründeten „Expert Group on Company Law (EU)“ berufen worden.

 

Diese Expertengruppe soll die Kommission bei der Ausgestaltung des Rechtsrahmens für grenzüber­schreitende Transaktionen sowie für Konzernsachverhalte unterstützen und sie auch in weiteren Fragen des Europäischen Gesellschaftsrechts beraten. Sie nimmt ihre Arbeit im Juni 2014 auf.

 

Die Mitglieder werden für eine Zeit von drei Jahren berufen.

31.03.2014 – Anatol Dutta folgt Ruf an die Universität Regensburg

Anatol Dutta, ehemaliger wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist am 31. März 2014 zum Professor an der Universität Regensburg ernannt worden. Seine Forschungsschwerpunkte sind das Internationale Privatrecht und die Rechtsvergleichung mit einem Schwerpunkt Familien- und Erbrecht.

 

Prof. Dr. Anatol Dutta, M. Jur. (Oxon), studierte Rechtswissenschaften in München und Oxford. Er wurde für seine Promotion 2006 mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet. Im Dezember 2012 wurde Dutta von der Universität Hamburg habilitiert, wo er seit 2007 Lehrbeauftragter war. Er war im Lent Term 2009 Visiting Fellow an der Universität Cambridge sowie Gastdozent an der Adam-Mickiewicz-Universität Posen (seit 2005), der Wirtschaftsuniversität Wien (2007), der Kyushu-Universität Fukuoka (2012) und der Universität Auckland (EUCN Visiting Fellow 2013).

 

Seine während der Referentenzeit am MPI für Privatrecht verfasste Habilitationsschrift, die sich unter dem Titel „Warum Erbrecht?“ mit Grundfragen des Erbrechts befasst, wird demnächst in der Institutsschriftenreihe „Beiträge zum ausländischen und internationalen Privatrecht“ bei Mohr Siebeck erscheinen.

12.03.2014 – Hannes Rösler zum Professor an der Universität Siegen ernannt

Hannes Rösler, ehemaliger wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist am 11. März 2014 von der Universität Siegen zum Professor auf Lebenszeit ernannt worden. Rösler hat damit die Professur für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der dortigen Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht inne.

 

Prof. Dr. Hannes Rösler, LL.M. (Harvard) studierte Rechtswissenschaften in Marburg, an der London School of Economics und an der Harvard Law School. Im Jahr 2003 wurde er von der Universität Marburg promoviert. 2012 erfolgte die Habilitation an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg, wo er seit 2006 Lehrbeauftragter war. Im Wintersemester 2012/13 vertrat Rösler eine Professur an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, im Sommersemester 2013 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und im Wintersemester 2013/14 an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Für seine Habilitationsschrift erhielt er unter anderem den Kurt-Hartwig-Siemers-Preis der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung 2012/2013.

12.03.2014 – Nadjma Yassari wird Mitglied der Evaluierungskommission für das Orient-Institut Beirut

Nadjma Yassari, Leiterin der Max-Planck-Forschungsgruppe zum Familien- und Erbrecht in den islamischen Ländern am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist am 22. November 2013 vom Stiftungsrat der Max-Weber-Stiftung in die Evaluierungskommission für das Orient-Institut in Beirut gewählt worden.

 

Das Orient-Institut in Beirut ist Teil der Max-Weber-Stiftung, die zu den größten deutschen Stiftungen gehört. Alle dazugehörigen Institute haben ihren Sitz im Ausland und sind in ihrer Forschung unabhängig. Am Orient-Institut in Beirut liegt der Schwerpunkt in der Grundlagenforschung. Forschungsgebiete sind unteranderem Arabistik, Islamwissenschaft und die Wissenschaft vom christlichen Orient. Dabei wird besonders die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern vor Ort gefördert.

 

Nadjma Yassari hat in Wien, Innsbruck und London Rechtswissenschaften studiert und ist seit 2000 am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht tätig. Seit 2009 leitet sie die Forschungsgruppe „Das Recht Gottes im Wandel - Rechtsvergleichung im Familien- und Erbrecht islamischer Länder“.

23.01.2014 – Christian Heinze von der Universität Hamburg habilitiert

Christian Heinze, ehemaliger wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist am 15. Januar 2014 von der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Hamburg habilitiert worden. Damit wurde ihm die Lehrbefugnis für die Fächer Bürgerliches Recht, Zivilverfahrensrecht, Internationales Privat- und Verfahrensrecht, Handels- und Wirtschaftsrecht, Immaterialgüterrecht, Europäisches Privatrecht und Rechtsvergleichung erteilt.

 

Seine Habilitationsschrift zum Thema „Schadensersatz im Unionsprivatrecht – Ein Beitrag zur Durchsetzung des Europäischen Privatrechts durch nationale Gerichte“ erscheint demnächst im Verlag Mohr Siebeck.

 

Priv.-Doz. Dr. Christian Heinze studierte Rechtswissenschaft in Münster, Lausanne, Cambridge (LL.M.), Hamburg (Dr. iur.) und Harvard (Visiting Researcher). Für seine Promotion an der Universität Hamburg erhielt er 2008 die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft. Er war von 2008 bis 2012 Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg.

2013
16.12.2013 – Elke Heinrich für ihre Dissertation ausgezeichnet

Für ihre Dissertation zum Thema „Bonitätsprüfung im Verbraucherkreditrecht – Kreditwürdigkeit, Warnpflicht und Sanktionen bei Pflichtverletzung im österreichischen und deutschen Recht“ erhielt Dr. Elke Heinrich, Wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, zwei Auszeichnungen.

 

Am 11. November 2013 erhielt die Nachwuchswissenschaftlerin den jedes Jahr für wissenschaftliche Abschlussarbeiten vergebenen Förderpreis der Arbeiterkammer Steiermark. Am 12. Dezember 2013 verlieh ihr das österreichische Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung den „Award of Excellence“. Mit diesem seit 2008 vergebenen Preis zeichnet das Bundesministerium die Verfasser und Verfasserinnen der besten Dissertationen eines Studienjahres aus. Diese werden von den Rektorinnen und Rektoren der österreichischen Universitäten nominiert.

05.12.2013 – Matteo Fornasier und Hannes Rösler von der Esche Schümann Commichau Stiftung ausgezeichnet

Am 29. November 2013 hat die Hamburger Esche Schümann Commichau Stiftung zum 31. Mal Förderpreise für Dissertationen, Habilitationsschriften und Diplomarbeiten verliehen. Zwei der insgesamt vier Preisträger sind Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht.

 

Dr. Matteo Fornasier, LL.M. (Yale), Wissenschaftlicher Referent am Institut, wurde für seine Dissertation zum Thema "Freier Markt und zwingendes Vertragsrecht" ausgezeichnet, mit der er im Wintersemester 2011/12 von der Juristischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert wurde. Fornasier untersucht darin unter Berücksichtigung ökonomischer Erkenntnisse, welche Funktionen zwingendes Vertragsrecht in einer Marktwirtschaft erfüllt. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Heinrich Wilhelm Kruse.

 

Priv.-Doz. Dr. Hannes Rösler, LL.M. (Harvard), ehemaliger Wissenschaftlicher Referent am Institut, wurde für seine Habilitationsschrift "Europäische Gerichtsbarkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts" ausgezeichnet. Er analysiert darin die Probleme des Gerichtshofes der EU aus juristischer sowie sozial-, politikwissenschaftlicher und ökonomischer Perspektive. Rösler wurde im Februar 2012 von der Universität Hamburg habilitiert. Laudator war Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Karsten Schmidt.


Die Esche Schümann Commichau Stiftung wurde 1997 aus Anlass des 175-jährigen Bestehens der Sozietät Esche Schümann Commichau gegründet. Sie ist der Förderung der Ausbildung in den rechts-, wirtschafts- und steuerberatenden Berufen gewidmet.

26.11.2013 – Jens Kleinschmidt zum Professor an der Universität Trier ernannt

Jens Kleinschmidt, ehemaliger Wissenschaftlicher Referent am Hamburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist am 25. November 2013 zum Professor an der Universität Trier ernannt worden. Er ist damit Inhaber der Professur für Zivilrecht, insbesondere Internationales Privat- und Verfahrensrecht, sowie Rechtsvergleichung.

 

Prof. Dr. Jens Kleinschmidt, LL.M. (Univ. California, Berkeley) studierte Rechtswissenschaften in Köln, Genf und Freiburg sowie an der University of California at Berkeley und wurde 2003 von der Universität Regensburg promoviert. Im Jahre 2012 erfolgte die Habilitation an der Bucerius Law School Hamburg, wo er seit 2005 Lehrbeauftragter war. Im Wintersemester 2012/13 vertrat er eine Professur an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und im Sommersemester 2013 hatte er die Vertretung einer Professur an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg inne.

13.11.2013 – Rechtspolitische Debatte und Kampf um die Golden Nutshell bei der Nacht des Wissens

Rund 400 Besucher kamen am 2. November 2013 im Rahmen der 5. Nacht des Wissens in das Hamburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht. Das Programm reichte vom klassischen Vortrag mit Diskussion über Führungen durch eine der größten juristischen Fachbibliotheken Europas bis hin zu einem ScienceSlam, der ausschließlich rechtswissen­schaftlichen Themen gewidmet war.

 

Den Abend eröffnete Jürgen Basedow , der Geschäfts­führende Direktor des Instituts, mit einer kurzen Vorstellung des Hauses und seiner Forschung vor dem Hintergrund der Max Planck Gesellschaft.

 

Daniel Zimmer, Professor an der Universität Bonn und Präsident der Monopolkommission, stellte sich im An­schluss daran mit seinen Thesen über „Weniger Politik! Plädoyer für eine freiheitsorientierte Konzeption von Staat und Recht“ den Fragen des Publikums. Für sein gleichnamiges Werk ist er bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse mit dem Deutschen Wirtschaftsbuchpreis ausgezeichnet worden. Bei der Nacht des Wissens fand er eine engagierte Zuhörerschaft, die im Anschluss an den Vortrag eine sowohl von Zuspruch als auch von Gegenthesen getragene Debatte führte.

 

Zu später Stunde traten fünf Nachwuchswissenschaftler des Instituts in einem zum Bersten gefüllten Saal in den Ring, um im Rahmen des weltweit ersten JuraSlams im Kampf um die Trophäe der „Golden Nutshell“ die Gunst der Zuschauer zu gewinnen. Unter anderem ging es um Verführung, Verrat und Vertragsbruch, Containerschiffe unter dem Hammer und eine rechtsvergleichende Reise ins Ich. Alle Slammer erhielten tosenden Applaus für ihre Auftritte. Christian Steger, Wissenschaftlicher Assistent am Institut, wurde mit seinem Vortrag „Einlasskontrollen am Club der Schiedssprüche“ zum Sieger gekürt.

18.11.2013 – Simon Schwarz von der Universität Hamburg habilitiert

Simon Schwarz, ehemaliger Wissenschaftlicher Assistent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist am 30. Oktober 2013 von der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Hamburg habilitiert worden.

 

Damit wurde ihm die Forschungsbefähigung für die Rechtsgebiete Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung erteilt. Seine Habilitationsschrift zum Thema „Globaler Effektenhandel – Eine rechtstatsächliche und rechtsvergleichende Studie zu Risiken, Dogmatik und Einzelfragen des Trading, Clearing und Settlement nationaler und internationaler Wertpapiertransaktionen” erscheint demnächst im Verlag Mohr Siebeck.

Dr. habil. Simon Schwarz studierte Rechtswissenschaften in Hamburg, Genf und Cambridge (Master of Laws). Von 2003 bis 2008 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jürgen Basedow tätig. Sein Referendariat absolvierte er in Hamburg und London. Seit 2009 arbeitet er als Anwalt in der internationalen Sozietät Freshfields Bruckhaus Deringer LLP in Hamburg und ist zudem regelmäßig Gastwissenschaftler am Institut.

08.10.2013 – Eckart Bueren erhält Jacques Lassier Preis der International League of Competition Law

Dr. Eckart Bueren, Dipl. Volksw., Wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, wurde am 21. September 2013 von der International League of Competition Law (LIDC) mit dem Jacques Lassier Preis ausgezeichnet. Er erhielt den Preis für seine Dissertation "Verständigung – Settlements in Kartellbußverfahren". Die Verleihung erfolgte in feierlichem Rahmen während des Jahreskongresses der LIDC in Kiew.

 

Die  LIDC ist eine internationale Vereinigung mit Sitz in Lausanne, die sich mit allen Fragen des Kartell- und Wettbewerbsrechts mit seinen Beziehungen zum gewerblichen Rechtsschutz sowie dem Immaterialgüterrecht befasst. Als Dachorganisation für die in ihr zusammengeschlossenen nationalen Vereinigungen ist sie in allen wesentlichen Industrieländern durch nationale Verbände vertreten. Die Mitglieder kommen aus den rechtsberatenden Berufen, Universitäten, Unternehmen, den Kartellbehörden der Mitgliedsstaaten und der Europäischen Union. Zu den Aufgaben der LIDC zählen unter anderem die Erstellung umfassender rechtsvergleichender Studien, auf deren Grundlage Lösungsvorschläge zu aktuellen Fragen beschlossen werden, sowie die Förderung der Forschung und Weiterentwicklung auf ihren Tätigkeitsgebieten. Der Jacques Lassier Preis, benannt nach dem französischen Anwalt und ehemaligen Präsidenten der Liga, wird alle zwei Jahre für wissenschaftliche Arbeiten zum Wettbewerbsrecht (Kartellrecht, Recht des unlauteren Wettbewerbs und angrenzende Gebiete) ausgeschrieben, die in einer Sprache der Mitgliedsländer der LIDC verfasst sind.

12.11.2013 – Benjamin Pißler wird Präsident der European China Law Studies Association

Knut Benjamin Pißler, Wissenschaftlicher Referent am Hamburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist am 20. September 2013 vom Vorstand der European China Law Studies Association (ECLS) zum Präsidenten der Vereinigung gewählt worden.

 

Die ECLS wurde 2007 in Hamburg gegründet und hat derzeit rund 200 Mitglieder, die vorwiegend aus Europa, aber auch aus China, den USA und weiteren außereuropäischen Ländern stammen. Sie hat es sich zum Ziel gemacht, Kontakte zwischen Rechtswissenschaftlern, die sich vor allem in Europa mit Fragen des chinesischen Rechts beschäftigen, stärker zu institutionalisieren. Die Tagungen der Vereinigung bilden eine Plattform des interdisziplinären, sino-juristischen Diskurses in Europa und darüber hinaus.

 

Priv.-Doz. Dr. Knut Benjamin Pißler, M.A. (Sinologie) studierte Rechtswissenschaften und Sinologie in Würzburg und Hamburg und ist seit 2001 am Institut tätig, wo er seit 2002 das Länderreferat China leitet. Er ist Gründungsmitglied der ECLS und fungierte bis zu seiner Wahl zum Präsidenten als deren Schatzmeister. Pißler lehrt seit 2007 an der Universität Göttingen und seit 2011 an der Universität zu Köln.

23.09.2013 – Giesela Rühl erhält Carus-Medaille der Leopoldina

Giesela Rühl, ehemalige Wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, wurde am 20. September 2013 von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina mit der Carus-Medaille für hervorragende Forschungsleistungen ausgezeichnet.


Die Carus-Medaille wird seit 1896 an jüngere Wissenschaftler für bedeutende wissenschaftliche Entdeckungen oder Forschungsleistungen verliehen. Zu den Trägern der Medaille gehören unter anderen der Biochemiker und spätere Nobelpreisträger Jacques Monod (1965) und die Biologin und spätere Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard (1989). Mit Giesela Rühl wird erstmals eine Rechtswissenschaftlerin mit der Carus-Medaille geehrt.

Prof. Dr. Giesela Rühl, LL.M (Berkeley), studierte Rechtswissenschaft an den Universitäten Bonn und Lausanne sowie an der University of California. Ihre Promotion erfolgte 2003 durch die Universität Hamburg mit einer rechtsvergleichenden, von der Max-Planck-Gesellschaft mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichneten Arbeit zur Harmonisierung des Versicherungsvertragsrechts in Europa. Nach Forschungsaufenthalten an der Harvard Law School, an der University of Cambridge und am European University Institute in Florenz wurde sie 2010 von der Universität Hamburg habilitiert. Gegenstand ihrer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Habilitationsschrift waren die Ökonomischen Grundlagen des Internationalen Privatrechts. Seit 2010 ist Giesela Rühl Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht, Internationales und Europäisches Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

08.10.2013 – Holger Knudsen zum Ehrenmitglied der International Association of Law Libraries ernannt

Prof. Dr. Holger Knudsen, Direktor der Bibliothek des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg, wurde am 18. September 2013 zum Ehrenmitglied der International Association of Law Libraries (IALL) ernannt. Er war in den vergangenen 35 Jahren in verschiedenen Funktionen der Organisation tätig, unter anderem als Vorstandsmitglied, Vizepräsident und von 2001 bis 2004 als Präsident.

 

Die 1959 als gemeinnützige Organisation gegründete IALL widmet sich der Förderung des juristischen Bibliothekswesens auf internationaler Ebene. Ihre mehr als 400 Mitglieder in 50 Ländern aller Kontinente sind Bibliothekare, Bibliotheken und Institutionen, die mit dem Erwerb, der Verbreitung sowie der Nutzung juristischer Informationen befasst sind, deren Quellen nicht aus ihrer eigenen Rechtsordnung stammen.

05.09.2013 – Jürgen Basedow erhält Ehrendoktorwürde der Universität Kyushu

Jürgen Basedow, geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, wurde am 5. September 2013 mit der Ehrendoktorwürde der Universität Kyushu ausgezeichnet. Anlässlich der Verleihung hielt er eine Sondervorlesung zum Thema „Comparative Law in the Age of Globalization“.

 

Die Universität Kyushu in Fukuoka zählt in Japan zu den angesehensten Hochschulen. Sie wurde nach Tokyo, Kyoto und Tohoku im Jahr 1911 als vierte der sogenannten Kaiserlichen Universitäten gegründet. Seit langem verfolgt die Universität die Internationalisierung ihrer Studiengänge und ihres Lehrkörpers. So war die juristische Fakultät vor rund 20 Jahren die erste Fakultät in Ostasien, die ein englischsprachiges LL.M.-Programm begründet hat.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jürgen Basedow, LL.M. (Harvard) ist Mitinitiator einer Vorlesungsreihe zum Thema „The Max Planck Lectures on the Globalization of Private Law“, die im Februar 2013 gemeinsam mit den „International Programs in Law“ der juristischen Fakultät der Universität Kyushu ins Leben gerufen wurde.

07.08.2013 – Benjamin Pißler von der Georg-August-Universität Göttingen habilitiert

Knut Benjamin Pißler, Wissenschaftlicher Referent und Leiter des Länderreferats China am Hamburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist am 17. Juni 2013 von der Juristischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen habilitiert worden. Damit wurde ihm die venia legendi für das Fachgebiet Chinesisches Recht verliehen.

 

In seinen als kumulative Habilitation angenommenen Schriften beschäftigt sich Pißler mit Fragen des chinesi­schen Internationalen Privatrechts, Familienrechts, Gesellschaftsrechts, Vertragsrechts, Wohnungs­eigentums­rechts, Zivilprozessrechts sowie des Rechts der nichtgewinnorientierten Organisationen. Er dokumentiert die eindrucksvolle Entwicklung des Zivilrechts in der Volksrepublik China der vergangenen Jahre, zeigt rechts­vergleichend Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu anderen Rechtssystemen auf und geht der Frage nach, welche politischen, sozialen und gesellschaftlichen Verhältnisse hinter den betreffenden Regelungen stehen. Insbesondere hinterfragt er dabei scheinbar feststehende Grundannahmen westlicher Rechtsordnungen, um die zum Teil historisch, religiös-philosophisch und politisch begründeten Besonderheiten des heutigen chinesischen Rechts freizulegen, ohne diese abstrakt und nicht weiterführend als „chinesische Charakteristika“ einzuordnen.

 

Priv.-Doz. Dr. Knut Benjamin Pißler, M.A. (Sinologie) studierte Rechtswissenschaften und Sinologie in Würzburg und Hamburg und ist seit 2001 am Institut tätig. Seit 2002 leitet er das Länderreferat China des Instituts . Er lehrt außerdem seit 2007 an der Universität Göttingen und seit 2011 an der Universität zu Köln.

31.07.2013 – EuGH-Vizepräsident Koen Lenaerts über den Dialog des Europäischen Gerichtshofs mit dem EU-Gesetzgeber

Prof. Dr. Koen Lenaerts, Vizepräsident des Europäischen Gerichtshofs und Professor für Europarecht an der Katholieke Universiteit Leuven, hielt am 22. Juli 2013 im Rahmen des diesjährigen Sommerkonzils des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht einen Vortrag zum Thema „Die Entwicklung der Brüssel-I-Verordnung im Dialog des Europäischen Gerichtshofs mit dem Gesetzgeber“.

 

Gegenstand seiner Ausführungen war die Rolle des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) als Impulsgeber für die 2012 verabschiedete Neufassung der Verordnung des Rates über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (Brüssel-I-Verordnung vom 22. Dezember 2000). Professor Lenaerts vertrat die These, dass die Rechtsprechung des EuGH in verschiedener Weise prägend für die Reform der Verordnung war. Als Beleg führte er eine Reihe wegweisender Entscheidungen des EuGH an, deren Argumentation Widerhall in der Rechtsgestaltung durch den EU-Gesetzgeber gefunden hat. Dies sei, so der Vizepräsident des EuGH, teils durch die ausdrückliche Übernahme von Urteilssprüchen im Gesetz, teils durch die stillschweigende Übernahme von Urteilen durch gesetzgeberische Passivität in Bezug auf die einschlägigen Vorschriften, aber auch durch die Schaffung neuer Lösungen durch den Gesetzgeber geschehen.

 

Veranstaltungsbericht

22.07.2013 – Deutsch-Griechisches Kolloquium: Das Europäische Wirtschaftsrecht vor neuen Herausforderungen

Geleitet von Klaus J. Hopt, ehemaliger Direktor am Hamburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, und Dimitris Tzouganatos, Universität Athen, fand vom 12.-13. Juli 2013 ein Deutsch-Griechisches Kolloquium zum Thema "Das Europäische Wirtschaftsrecht vor neuen Herausforderungen" in den Räumlichkeiten der European Public Law Organization (EPLO) in Athen-Sounion statt.

 

Deutsche und griechische Wissenschaftler sprachen und diskutierten über zahlreiche hochaktuelle Themen aus dem Europäischen Bank- und Finanzrecht, dem Europäischen Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht, dem Europäischen Privatrecht, dem Europäischen und Internationalen Prozessrecht, der Regulierung durch Privatrecht und dem Wettbewerbs- und Kartellrecht. Neben Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus J. Hopt nahm seitens des Instituts auch Priv.-Doz. Dr. Christoph Kumpan an der Konferenz teil und trug zum Thema "Interessenkonflikte im Gesellschaftsrecht" vor.

11.07.2013 – Jan D. Lüttringhaus wird Fellow des Max Planck International Research Network on Aging

Jan D. Lüttringhaus, Wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist vom Max Planck International Research Network on Aging als Fellow aufgenommen worden.


 

Das Max Planck International Research Network on Aging (MaxNetAging) widmet sich der interdisziplinären Erforschung der Ursachen, Muster, Prozesse und Konsequenzen des Alterns. Unter der Schirmherrschaft der Max-Planck-Gesellschaft bietet das Netzwerk herausragenden Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen eine Plattform zur internationalen Zusammenarbeit.

Dr. Jan D. Lüttringhaus ist seit 2006 am Hamburger Max-Planck-Institut für Privatrecht tätig. Seine wissenschaftliche Arbeit wurde unter anderem mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet. Seit 2011 ist er Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg.
 

04.07.2013 – Reimar Lüst Lecture 2013: Plädoyer für das Prinzip des Sondervotums in der europäischen Gerichtsbarkeit

Lord Mance, Reinhard Zimmermann
Dorothee Stapelfeldt, Ralf Kleindiek, Hein Kötz, Klaus J. Hopt, Nhu-Dung Hopt-
Nguyen und Reimar Lüst

Die diesjährige Reimar Lüst Lecture, die am 1. Juli am Hamburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht abgehalten wurde, stand im Zeichen der Rechtsvergleichung zwischen dem angelsächsischen Common Law und kontinen­taleuropäischer Rechtstradition. Lord Justice Mance, Richter am Supreme Court of the United Kingdom, beleuchtete in seinem Vortrag mit dem Thema “In a manner of speaking: how far do common, civil and European law compare?” divergente Prinzipien richterlicher Entscheidungsfindung.

 

Anhand einer Reihe von Fallbeispielen aus der britischen Rechtsprechung erläuterte Lord Mance die Hintergründe und Anlässe für die im angelsächsischen Recht verankerte und von Richtern häufig genutzte Möglichkeit, eine von der Mehrheit des Spruchkörpers abweichende Meinung als dissenting opinion oder aber auch eine mit der Mehrheit oder Minderheit übereinstimmende Meinung als concurring opinion zu formulieren. Dabei hob er die Vorzüge dieses Prinzips „mehrstimmiger“ Spruchkörper hervor, die seinen Ausführungen nach vor allem in einer differenzierten Bewertung von Sach- und Rechtsfragen sowie ganz allgemein in der größeren Klarheit und Transparenz der so zustande gekommenen Urteile liegen. Abschließend plädierte er dafür, die Verfahrensordnung des Gerichtshofs der Europäischen Union in Luxemburg für den Grundsatz des Sondervotums zu öffnen.

 

Im Anschluss an den Vortrag nutzten Zuhörer aus Wissenschaft und Praxis die Gelegenheit zur Diskussion. Zur Sprache kamen pro und contra Sondervotum etwa die Unterschiede in der Richterausbildung in den verschiedenen europäischen Rechtsordnungen, die Problematik der hohen Arbeitsbelastung insbesondere auch der europäischen Gerichte sowie die generell durch das Zusammenwirken von Richtern unterschiedlicher Herkunftsländer bedingte Entscheidungsdynamik supranationaler Gerichte.

 

Jonathan Mance, Baron Mance, PC, ist seit 2009 Mitglied des britischen Supreme Court. Er pflegt seit vielen Jahren enge Beziehungen zu Deutschland und engagiert sich intensiv für die Entwicklung des europäischen Rechts sowie die Verständigung unter den Juristen in Europa. Die Reimar Lüst Lecture wurde 1998 von der Max-Planck-Gesellschaft anlässlich des 75. Geburtstages ihres ehemaligen Präsidenten Prof. Dr. Reimar Lüst ins Leben gerufen. Reimar Lüst wurde 1960 von der Universität München in theoretischer Physik habilitiert und war von 1963 bis 1972 Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik. Nach seiner Amtszeit als Präsident der Max-Planck-Gesellschaft von 1972 bis 1984 war er unter anderem Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA und Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, deren Ehrenpräsident er bis heute ist.

 

 Veranstaltungsbericht

13.06.2013 – Max-Planck-Gesellschaft erhält Prinz-von-Asturien-Preis

Die Max Planck Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. ist mit dem Prinz-von Asturien-Preis 2013 ausgezeichnet worden, wie die für die Auswahl verantwortliche Jury am 12. Juni 2013 in Oviedo bekannt gab. Damit werden die intensiven Bemühungen der deutschen Forschungsorganisation um den Ausbau der internationalen Zusammenarbeit gewürdigt.

 

In ihrer Stellungnahme lobte die Jury „die europäische Ausrichtung der Max-Planck-Gesellschaft, den interdiszi­plinären Ansatz und die enge Zusammenarbeit zwischen Max-Planck-Instituten und Forschungseinrichtungen sowie Universitäten in der ganzen Welt.“ Dabei hob sie neben der wissenschaftlichen Exzellenz unter anderem auch die internationale Nachwuchsförderung in Form der mehr als 40 Partnergruppen weltweit hervor, durch die hochqualifizierte junge Wissenschaftler beim Aufbau einer eigenen wissen­schaftlichen Arbeitsgruppe in ihren Heimatländern unterstützt
werden.


Die Prinz-von-Asturien-Preise werden seit 1981 einmal jährlich in Oviedo, der Hauptstadt des Fürstentums Asturien, in Anwesenheit des spanischen Thronfolgers Infant Felipe von Spanien (und seit 2004 seiner Gemahlin Doña Letizia) durch die Prinz-von-Asturien-Stiftung vergeben. Zielsetzung der Stiftung ist es, einen Beitrag zur Würdigung und Förderung aller zum Welterbe gehörenden wissenschaftlichen, kulturellen und humanistischen Werte zu leisten. Ausgezeichnet werden die Preisträger in den acht Kategorien Kunst, Literatur und Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften, Kommunikation, Eintracht, wissenschaftlich technische Forschung, Sport und internationale Zusammenarbeit. Die Max-Planck-Gesellschaft folgt so renommierten Einrichtungen wie dem Internationalen Roten Kreuz und dem Roten Halbmond, die 2012 ausgezeichnet wurden, der Weltgesundheitsorganisation (Preisträger 2009) oder der Bill und Melinda Gates Stiftung (Preisträger 2006).

13.06.2013 – International Private Law in China and Europe

Unter diesem Titel veranstaltete das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jürgen Basedow, LL.M. (Harvard) am 7. und 8. Juni 2013 erstmals ein wissenschaftliches Symposium mit Beteiligung von Rechtswissenschaftlern aus Festlandchina, Taiwan und Europa. Es wurde vom Leiter des Chinareferates des Instituts, Priv.-Doz. Dr. Benjamin Pißler, initiiert. Das Themenspektrum umfasste weite Teile des Internationalen Privatrechts (IPR), von den Fragen gerichtlicher Zuständigkeit über die Bestimmung des anwendbaren Rechts bis hin zum Problem der Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Titel.


Dabei wurden zunächst die neuesten gesetzgeberischen Aktivitäten in den beteiligten Rechtsordnungen vorgestellt und zu Problemen der allgemeinen Vorschriften des IPR vorgetragen. Hieran schlossen sich Beiträge zu einigen speziellen Bereichen, wie dem Internationalen Sachenrecht, den vertraglichen und nichtvertraglichen Schuldverhältnissen, sowie zum internationalen Familien- und Erbrecht, dem internationalen Gesellschaftsrecht und der Schiedsgerichtsbarkeit. Zu jedem der acht unterschiedlichen Themenbereiche trug jeweils ein Vertreter der drei beteiligten Rechtsordnungen vor, woran sich stets eine lebhafte, offene Diskussionsrunde anschloss. Rund 100 internationale Teilnehmer aus dem wissenschaftlichen und rechtsberatenden Bereich nahmen die Gelegenheit wahr, sich in diesem einzigartigen Forum sino-europäischer IPR-Wissenschaft auszutauschen.

Der Austausch mit Rechtswissenschaftlern beider chinesischen Rechtsordnungen hat sich über die Jahre insbesondere über Kontakte und Aktivitäten des Chinareferats und eine Vielzahl von Forschungsaufenthalten chinesischer Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Privatrecht etabliert und intensiviert. Sowohl die Diskussionsrunden als auch die Zusammenkünfte im Rahmenprogramm der Veranstaltung haben das Interesse aller Seiten an der Verstärkung des gegenseitigen Austauschs bekräftigt. Dieser soll durch weitere Veranstaltungen in China und Europa stattfinden. Der aus dem Symposium erwachsende Tagungsband, der die Ergebnisse der Tagung reflektieren wird, soll Wissenschaft und Praxis in den kommenden Jahren als Standardwerk und Referenzmaterial der west-östlichen Diskussion im IPR dienen.

Die Veranstaltung wurde durch die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung, die Deutsche Forschungsgemeinschaft  und die Freie und Hansestadt Hamburg gefördert.
 

06.06.2013 – Christoph Kumpan von der Universität Hamburg habilitiert

Christoph Kumpan, ehemaliger Wissenschaftlicher Referent am Hamburger Max-Planck-Institut für Privatrecht, ist am 17. April 2013 von der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Hamburg habilitiert worden. Damit wurde ihm die Lehrbefugnis für die Rechtsgebiete Bürgerliches Recht, deutsches und europäisches Handels-, Gesellschafts-, und Kapitalmarktrecht, Zivilverfahrensrecht und Rechtsvergleichung erteilt.

 

Seine Habilitationsschrift behandelt das Thema „Der Interessenkonflikt im deutschen Privatrecht – Eine Untersuchung des Bürgerlichen Rechts sowie des Handels-, Gesellschafts-, Kapitalmarkt-, Berufs-, und Insolvenzrechts”. Untersucht werden die privatrechtlichen Regelungen zu Interessenkonflikten sogenannter Interessenwahrer, also von Personen, die im Rechtsverkehr die Interessen anderer wahrnehmen. Hierzu gehören unter anderem Banken, Berater, Makler, Handelsvertreter, Kommissionäre, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und Insolvenzverwalter sowie ganz allgemein Vertreter und Treuhänder.

Priv.-Doz. Dr. Christoph Kumpan, LL.M. (Univ. of Chicago) studierte Rechtswissenschaften in Berlin, Heidelberg und Chicago. Neben beiden juristischen Staatsexamina hat er sich außerdem als Attorney at Law des Staates New York qualifiziert. Er war seit dem Jahr 2000 zunächst als Wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann als Wissenschaftlicher Referent am Institut tätig. Für seine Promotion an der Universität Hamburg 2005 wurde er mit dem Hochschulpreis des Deutschen Aktieninstituts (1. Platz) und der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet.
 

24.04.2013 – Christa Jessel-Holst koordiniert Vorbereitung für Parallelabkommen zum Lugano Übereinkommen

Dr. Dr. h.c. Christa Jessel-Holst, ehemalige Referentin für Südosteuropa am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg, hat als Mitglied eines internationalen Expertenteams maßgeblich an der Vorbereitung eines Regionalen Übereinkommens über die gerichtliche Zuständigkeit und die gegenseitige Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen für die Länder des Westbalkans mitgewirkt.

 

Das Vorhaben geht auf eine slowenische Initiative aus dem Jahr 2011 zurück und wurde maßgeblich durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH gefördert. Am 12. April 2013 haben Vertreter Albaniens, Bosniens und Herzegowinas, Mazedoniens, Montenegros und Serbiens im Rahmen einer regionalen Konferenz der Innen- und Justizminister in Belgrad eine Absichtserklärung für die künftige Unterzeichnung und Ratifikation des neu geschaffenen Übereinkommens unterzeichnet. Mit ihm soll die regionale Zusammenarbeit der beteiligten Länder gestärkt und deren schrittweise Annäherung an die Europäische Union vorangetrieben werden.

 

Der Entwurf des Übereinkommens, der sich weitestgehend an dem für die EFTA-Länder geltenden Lugano Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die gegenseitige Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen sowie an der geltenden Fassung der Verordnung des Rates über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen der EU orientiert, wurde von einem internationalen Expertenteam in Zusammenarbeit mit den Ministerien der Zielländer erarbeitet. Als Verfasserin des Explanatory Report, der die Rechtsmaterie für die Länder der Region erschließt, hat Jessel-Holst einen zentralen Beitrag für das Zustandekommen des Projekts geleistet.

11.04.2013 – Klaus J. Hopt mit Dr. Günther Buch-Preis ausgezeichnet

Klaus J. Hopt und Jochim Thietz-Bartram

Am Mittwoch, dem 10. April 2013 wurde Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus J. Hopt, ehemaliger Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, mit dem Dr. Günther Buch-Preis der Johanna und Fritz Buch Gedächtnis-Stiftung ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand in festlichem Rahmen am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg statt.

 

Mit Klaus J. Hopt ehrt die Stiftung einen weltweit forschenden und lehrenden Wissenschaftler für seine Verdienste um die Rechtswissenschaft als Gelehrter, akademischer Lehrer, Kommentator, Stifter und Vermittler für die Politik- und Wissenschaftsgemeinschaft, insbesondere als langjähriger Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht.

 

Als Pionier des deutschen und internationalen Kapitalmarktrechts hat Hopt dieses durch zahlreiche wissenschaftliche Publikationen sowie durch seine jahrzehntelange Tätigkeit in den Bereichen Gesetzgebung und Rechtsanwendung maßgeblich geprägt. Für sein Wirken als Berater von Praxis und Rechtspolitik wie auch als aktiver Förderer des wissenschaftlichen Nachwuchses wurde er vielfach ausgezeichnet. Neben Professuren in Tübingen, Florenz, Bern und München hatte er Gastprofessuren in Europa, den USA und Japan inne. Außerdem wirkte er als Richter am OLG Stuttgart, beriet als Mitglied der High Level Group of Company Law Experts die Europäische Kommission zum Gesellschaftsrecht, war Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Börse AG und ist bis heute unter anderem Board Member des European Corporate Governance Institute in Brüssel.

 

Die Laudatio hielt Eddy Wymeersch, Professor an der Universität Gent, ehemaliger Vorsitzender des Committee of European Securities Regulators und des European Corporate Governance Institute. Er würdigte den Laureaten als einen der herausragendsten Vertreter der deutschen Rechtswissenschaft, der mit einem neuen interdisziplinären und rechtsvergleichenden Ansatz die traditionelle Landschaft der rechtswissenschaftlichen Ausbildung in Deutschland verändert hat. Überreicht wurde der Preis von den Vorstandsmitgliedern der Stiftung Rechtsanwalt Dr. Jochim Thietz-Bartram, Notar Dr. Axel Pfeifer und Prof. Dr. Helge Beck.

 

Dr. Günther Buch war in der Nachkriegszeit in Hamburg Treuhänder über das Vermögen der British American Tobacco Company und wirkte als Mäzen der Bildenden Künste und der Oper. 1965 errichtete er zu Ehren seiner Eltern die Johanna und Fritz Buch Gedächtnis-Stiftung. Der pro Jahr mit 20.000 Euro dotierte Dr. Günther Buch-Preis wird seit 1972 zur Würdigung herausragender Verdienste um die Wissenschaften – in jährlichem Wechsel zwischen Medizin und Geisteswissenschaften – vergeben. Mit Klaus J. Hopt gemeinsam ausgezeichnet wurde der Präsident der Bundesärztekammer und der Ärztekammer Hamburg Frank Ulrich Montgomery.

09.04.2013 – Ursula Bödecker in Ausschuss der International Federation of Library Associations and Institutions gewählt

Ursula Bödecker, stellvertretende Direktorin der Bibliothek des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg, wurde am 7. März 2013 zum Member of the Standing Committee der Law Libraries Section der International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA) gewählt. Sie wird für die kommenden vier Jahre als eine von zehn Beisitzerinnen und Beisitzern tätig sein.

 

Der in 48 Sektionen unterteilte internationale Verband der bibliothekarischen Vereine und Institutionen mit Sitz in Den Haag wurde 1927 zur weltweiten Förderung der Entwicklung hochqualitativer Bibliotheks- und Informationsdienste aller Art gegründet. Die Bibliothek des Hamburger Instituts gehört dieser Organisation, die mit fast 1.700 Mitgliedern in mehr als 150 Ländern vertreten ist, seit vielen Jahren an.

03.04.2013 – Jürgen Basedow in EU-Expertengruppe für europäisches Versicherungsvertragsrecht berufen

 

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jürgen Basedow, LL.M. (Harvard), Direktor am Hamburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist von der Europäischen Kommission in eine neu eingesetzte Expertengruppe berufen worden, die untersuchen soll, inwieweit Unterschiede im Versicherungsvertragsrecht der EU Mitgliedstaaten grenzüberschreitende Versicherungsverträge im Europäischen Binnenmarkt behindern. Sie wird am 17. April 2013 ihre Arbeit aufnehmen.

 

Als Experte für Internationales und Europäisches Privat- und Wirtschaftsrecht wirkte Jürgen Basedow bereits in zahlreichen Beratungsgremien mit, etwa in der Deregulierungskommission der deutschen Bundesregierung,  im Wissenschaftlichen Beirat bei dem Bund der Versicherten, in der Versicherungsrechtskommission des Bundesministeriums der Justiz sowie im Versicherungsbeirat der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Er gehörte außerdem der Monopolkommission an, deren Vorsitzender er von 2004 bis 2008 war. Maßgeblich war er beteiligt an den wissenschaftlichen Vorarbeiten, auf denen die neue Europäische Expertengruppe aufbauen kann: einem rechtsvergleichenden Forschungsprojekt des Instituts (Basedow/Fock, eds., Europäisches Versicherungsvertragsrecht, vol. 1-3, Tübingen 2002-2003) und den Beratungen der Project Group: Restatement of European Insurance Contract Law (Basedow/Birds/Clarke/Cousy/Heiss, eds., Principles of European Insurance Contract Law – PEICL, Munich 2009).
28.03.2013 – Klaus Ulrich Schmolke zum Professor an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg ernannt

 

Klaus Ulrich Schmolke, ehemaliger Wissenschaftlicher Referent am Hamburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist zum Professor an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg ernannt worden. Seit dem 1. April 2013 ist er dort Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Handels-, Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht.

 

Prof. Dr. Klaus Ulrich Schmolke, LL.M. (NYU) studierte Rechtswissenschaften und Geschichte in Trier, Lausanne, Mainz und New York. Vor seiner Tätigkeit am Institut war er von 2006 bis 2009 wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Handels- und Wirtschaftsrecht der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Am Max-Planck-Institut betreute er unter anderem das Länderreferat Schweiz. Nach seiner Habilitation an der Bucerius Law School in Hamburg hatte er zunächst eine Lehrstuhlvertretung an der Philipps-Universität Marburg inne. Einen Ruf auf einen W3-Lehrstuhl für Bürgerliches Recht in Marburg lehnte er ab.
20.03.2013 – Privatrechtsentwicklung in Südosteuropa unter dem Einfluss der Europäischen Integration

Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts mit dem Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg veranstaltete die juristische Fakultät der Universität Istanbul vom 28. Februar bis zum 1. März 2013 eine wissenschaftliche Tagung zum Thema „Harmonization of European Private Law – Private Law of South Eastern Europe in the Light of European Integration“. Auf dem Programm standen Vorträge und Podiumsdiskussionen zu Fragen der Rechtsvereinheitlichung in der EU, der Türkei, den Nachfolgestaaten Jugoslawiens sowie Albanien.

 

Für die Länder Südosteuropas, die eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union anstreben, ist das Privatrecht des Binnenmarktes von erheblicher Bedeutung. Referenten aus Südosteuropa, der Türkei und Deutschland beleuchteten in Istanbul die Frage, inwiefern die Beitrittskandidaten und potentielle Kandidaten bereits ihre Gesetze an das europäische Recht angepasst haben, welche Reformen in Vorbereitung sind und welche Reformvorschläge aktuell diskutiert werden.
 
Nach Eröffnungsreden von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jürgen Basedow, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, und Prof. Dr. Adem Sözüer, Dekan der juristischen Fakultät der Universität Istanbul, fanden parallel in zwei Konferenzsälen zahlreiche Vorträge und Diskussionsrunden statt, in denen Themen des allgemeinen Vertragsrechts, des internationalen Kauf- und Verbraucherrechts sowie des Handels-, Wettbewerbs- und des internationalen Privatrechts behandelt wurden. Seitens des Hamburger Instituts wirkten außerdem Dr. Dr. h.c. Christa Jessel-Holst, ehemalige Wissenschaftliche Referentin für Südosteuropa, und Dr. Duygu Damar, Wissenschaftliche Referentin für die Türkei, an der Veranstaltung mit. Federführend mitinitiiert und organisiert wurde die Tagung durch Prof. Bašak Baysal von der juristischen Fakultät der Universität Istanbul. Dem Organisationskomitee gehörten außerdem Prof. Emrehan Inal und Dr. Doruk Gönen, beides Mitglieder derselben Fakultät, an.
04.03.2013 – Forschungskooperation mit dem Schieds- und Mediationszentrum der brasilianisch-kanadischen Handelskammer

Das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht hat eine Forschungskooperation mit dem Schieds- und Mediationszentrum der brasilianisch-kanadischen Handelskammer Centro de Arbitragem e Mediação da Câmara de Comércio Brasil-Canadá (CAM-CCBC) geschlossen. Im Rahmen dieses Programms absolvieren Doktoranden und Post-Docs aus Brasilien am Hamburger Institut ein- bis dreimonatige Forschungsaufenthalte, die wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet des Internationalen Schiedsrechts gewidmet sind. Die Nachwuchswissenschaftler erhalten einen Arbeitsplatz in der Institutsbibliothek und werden vom Lateinamerika-Referat des Instituts betreut. Das CAM-CCB ermöglicht diesen Austausch durch die Vergabe von Stipendien. Wissenschaftliche Unterstützung erhält das Stipendienprogramm von Professor Maristela Basso von der Universität São Paulo und von Professor Fabrício Polido von der Bundesuniversität Minas Gerais.

 

Als älteste und führende Schiedseinrichtung Brasiliens engagiert sich das CAM-CCB mit Sitz in São Paulo insbesondere auch im Bereich internationaler Schiedsverfahren. Das Schiedsrecht Lateinamerikas und speziell Brasiliens waren bereits Forschungsgenstand von Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut für Privatrecht. Seit der Einführung eines modernen Schiedsverfahrensgesetzes und der Ratifizierung der Interamerikanischen Handelsschiedskonvention von Panama im Jahr 1996 sowie der Ratifizierung der New Yorker Schiedskonvention im Jahr 2002 verzeichnet Brasilien einen starken Trend zur Durchführung von Schiedsverfahren. Angesichts der verhältnismäßig kurzen Erfahrung mit dieser Form der freiwilligen Gerichtsbarkeit gilt eine rechtsvergleichende Aufarbeitung der Materie als wünschenswert. Die Stipendiaten sollen daher angeregt werden, ihre Forschungsergebnisse in rechtswissenschaftlichen Fachzeitschriften zu publizieren.

21.02.2013 – Fortbildungsveranstaltung des Landesverbandes der hamburgischen Standesbeamten

Am 13. Februar 2013 lud das Hamburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht die Mitglieder des Landesverbandes der hamburgischen Standesbeamten zu Fachvorträgen über ausgewählte Bereiche des internationalen Privatrechts ein.

 

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jürgen Basedow, Direktor am Institut, stellten vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts aktuelle Themen mit Standesamtsbezug vor und beantworteten Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Priv.-Doz. Dr. Anatol Dutta, Lena-Maria Möller, Dr. Nataša Hadžimanović, und Gunnar Franck beleuchteten dabei so unterschiedliche Materien wie die Urkundsfreizügigkeit in Europa, das Haager Kinderschutzübereinkommen, das Familienrecht der Golfstaaten, das Bigamieverbot in Mazedonien sowie das dänische Transsexuellenrecht und dessen Anerkennung in Deutschland. Im Anschluss daran konnten sich die Gäste bei einer Führung durch die Institutsbibliothek ein Bild über eine der größten Sammlungen zivilrechtlicher Literatur weltweit machen.

14.02.2013 – Hannes Rösler erhält den Kurt-Hartwig-Siemers-Wissenschaftspreis

01.07.14


Dr. Hannes Rösler und Dr. Ekkehard Nümann

Priv.-Doz. Dr. iur. Hannes Rösler, LL.M (Harvard), Wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, wurde am 11. Februar 2013 mit dem Kurt-Hartwig-Siemers-Wissenschaftspreis der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung ausgezeichnet.

 

Rösler erhielt die mit einem Preisgeld von 20.000 Euro dotierte Auszeichnung unter anderem für seine 2012 veröffentlichte Habilitationsschrift „Europäische Gerichtsbarkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts“. Die Verleihung fand im Rahmen einer Festveranstaltung in der Handelskammer Hamburg statt. Dr. Thomas M. Schünemann, Vizepräses der Handelskammer Hamburg, Dr. Dorothee Stapelfeldt, Zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft und Forschung in Hamburg, sowie Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg, sprachen Grußworte. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jürgen Basedow, Direktor am Max-Planck-Institut für Privatrecht.

Der Preisträger ist seit 2004 am Institut tätig. Er studierte Rechtswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg und an der London School of Economics and Political Science. Nach zweitem Staatsexamen und der Promotion 2003 absolvierte er das Magisterstudium an der Harvard Law School. Seit 2006 ist er Lehrbeauftragter an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg. Er war Gastwissenschaftler an der New York University und Visiting Fellow der Universität Cambridge. Neben verschiedenen Gastdozenturen, unter anderem in Ankara, Frankfurt a.M., Istanbul, Verona, London und Peking, hält er regelmäßig wissenschaftliche Vorträge im In- und Ausland.

30.01.2013 – Harmonius School of Law bietet internationales Forum für junge Wissenschaftler aus Südosteuropa

Vom 3. bis zum 5. Dezember 2012 führte das 2007 in Belgrad gegründete akademische Netzwerk Harmonius im Rahmen seiner alljährlich im serbischen Zlatibor stattfindenden School of Law erstmals neben serbischen auch junge Wissenschaftler aus Kroatien und Montenegro sowie Gäste aus Deutschland und Polen zusammen. Das in Kooperation mit der Deutschen Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit e.V. (IRZ) mit dem Thema „South East Europe – EU ante portas“ veranstaltete Treffen war ein Forum für den wissenschaftlichen Austausch ebenso wie zur Vertiefung bestehender und zur Anknüpfung neuer Kontakte.

 

Dr. Nataša Hadžimanović, Wissenschaftliche Referentin am Hamburger Max-Planck-Institut für Privatrecht, ist Mitbegründerin und Vizepräsidentin von Harmonius. Sie ist außerdem Mitherausgeberin der Zeitschrift Harmonius Journal of Legal and Social Studies in South East Europe, deren erste Ausgabe in Zlatibor vorgestellt wurde. Weitere Herausgeber sind Dr. Nenad Tešić, Präsident von Harmonius, und Dr. Milena Đorđević, Dozentin an der Universität Belgrad. Eine elektronische Ausgabe wird über die Website von Harmonius zugänglich sein.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung von Auszeichnungen an junge Wissenschaftler aus der gesamten Region durch eine international besetzte Jury. Zu deren Mitgliedern zählen dem Hamburger Institut seit langer Zeit verbundene Wissenschaftler wie Prof. Tatjana Josipović aus Zagreb, Prof. Meliha Povlakić aus Sarajevo und Dr. Vuk Radović, LLM (Pittsburg) aus Belgrad sowie Dr. Stefan Pürner, Bereichsleiter bei der IRZ.

Harmonius hat sich zum Ziel gesetzt, Nachwuchswissenschaftler aus Südosteuropa miteinander zu verbinden. Damit soll auch den gemeinsamen rechtlichen Wurzeln der Länder, die aus dem ehemaligen Jugoslawien hervorgegangen sind, Rechnung getragen werden. Für jeden der relativ kleinen Nachfolgestaaten ist es von erheblicher Bedeutung, den Kreis talentierter Wissenschaftler möglichst weit zu stecken, um bestehende Rechtsprobleme zu lösen und neue Herausforderungen zu bewältigen.

Die genannten Aktivitäten wurden von der im Auftrag des Bundesministeriums der Justiz tätigen IRZ mit Mitteln aus dem Stabilitätspakt des Auswärtigen Amtes mitgestaltet und -finanziert.

2012
18.12.2012 – Frauke Wedemann zur Professorin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ernannt

Frauke Wedemann, ehemalige Wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist zur Professorin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ernannt worden. Sie hat dort den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Deutsches, Europäisches sowie Internationales Handels- und Gesellschaftsrecht inne. Rufe auf Lehrstühle an den Universitäten Erlangen und Marburg hat sie abgelehnt.


Prof. Dr. Frauke Wedemann war nach ihrem Studium in Münster, Oxford und München sowie ihrer Promotion 2005 zunächst Notarassessorin und Referentin im Bundesministerium der Justiz. Von 2009 bis 2012 war sie als Wissenschaftliche Referentin am Institut tätig. Im Sommersemester 2012 vertrat sie einen Lehrstuhl an der Universität Marburg. Die Habilitation erfolgte an der Bucerius Law School, welche ihr auch die Lehrbefugnis für Bürgerliches Recht, Deutsches und Europäisches Handels- und Gesellschaftsrecht, Internationales Privatrecht, Internationales Zivilverfahrensrecht sowie Rechtsvergleichung verlieh.

 

 

18.12.2012 – Klaus Ulrich Schmolke von der Bucerius Law School habilitiert

Klaus Ulrich Schmolke, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist am 5. Dezember 2012 von der Bucerius Law School habilitiert worden.

 

Seine Habilitationsschrift zum Thema „Grenzen der Selbstbindung im Privatrecht – Rechtspaternalismus und Verhaltensökonomik in Familien-, Gesellschafts- und Verbraucherrecht“ erscheint demnächst im Verlag Mohr Siebeck.

 

Priv.-Doz. Dr. Klaus Ulrich Schmolke, LL.M. (NYU) hat seit Oktober 2012 die Vertretung eines Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht an der Philipps-Universität Marburg inne.

18.12.2012 – Anatol Dutta von der Universität Hamburg habilitiert

Anatol Dutta, Wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für Privatrecht und Koordinator der International Max Planck Research School for Maritime Affairs, ist am 5. Dezember 2012 von der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Hamburg habilitiert worden.

 

Damit wurde ihm die Lehrbefugnis für die Rechtsgebiete Bürgerliches Recht, Internationales Privat- und Verfahrensrecht, Rechtsvergleichung, Zivilverfahrensrecht, Handels- und Wirtschaftsrecht sowie Völkerrecht erteilt. Seine Habilitationsschrift zum Thema „Warum Erbrecht? – Das Vermögensrecht des Generationenwechsels in funktionaler Betrachtung” erscheint demnächst im Verlag Mohr Siebeck.

 

Priv.-Doz. Dr. Anatol Dutta studierte Rechtswissenschaften in München und Oxford (Magister Juris). Für seine Promotion an der Universität Hamburg erhielt er 2007 die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft. Er ist seit 2005 Gastdozent an der Adam-Mickiewicz-Universität Posen und seit 2007 Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg. Im Lent Term 2009 war er Visiting Fellow an der Universität Cambridge.

19.11.2012 – Symposium zum europäischen Privatrecht versammelt Wissenschaftler aus Deutschland und Albanien

Unter dem Titel "Tirana Day of European Private Law" veranstaltete das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht am 12. November 2012 zum ersten Mal gemeinsam mit der juristischen Fakultät der Universität Tirana ein wissenschaftliches Symposium. Es fand auf Einladung des Dekans Prof. Altin Shegani in den Räumlichkeiten der Universität Tirana statt. Vier deutsche und vier albanische Rechtswissenschaftler trugen zu einem breiten Spektrum zivilrechtlicher und rechtsvergleichender Themen vor. Zahlreiche Teilnehmer aus dem universitären Kreis, aber auch Angehörige albanischer Behörden und Gerichte nahmen die Gelegenheit wahr, sich in diesem international ausgerichteten Forum auszutauschen.

 

Seitens des Hamburger Instituts hielten Dr. Dr. h.c. Christa Jessel-Holst, Priv.-Doz. Dr. Rainer Kulms, Dr. Nataša Hadžimanović und Dr. Jan D. Lüttringhaus Vorträge zu zivil- und wirtschaftsrechtlichen Themen sowie zur Rolle der Grundrechte im europäischen Privatrecht. Dr. Nada Dollani, die lange als Gastwissenschaftlerin in Hamburg forschte und das Symposium weitgehend organisiert hat, sprach zu Fragen im Zusammenhang mit dem Vorschlag der Europäischen Kommission für ein Gemeinsames Europäisches Kaufrecht. Die Zusammenarbeit des Max-Planck-Instituts für Privatrecht mit der juristischen Fakultät der Universität Tirana hat sich in den vergangenen Jahren vor allem durch die Forschungsaufenthalte hochqualifizierter albanischer Nachwuchswissenschaftler intensiviert. Das diesjährige Symposium soll der Auftakt zu weiteren gemeinsamen Aktivitäten sein.

01.11.2012 – Internationale Konferenz in Tiflis bietet Einblicke in regionale Transformationsvorgänge

Gemeinsam mit der Staatlichen Ivane Javakhishvili Universität Tiflis und mit Unterstützung der VolkswagenStiftung veranstaltete das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht am 18. und 19. Oktober 2012 in der georgischen Hauptstadt eine internationale Konferenz mit dem Titel "Entwicklung des Privatrechts im Kaukasus und in Zentralasien. Transformation mittels legal transplants?".


Die Konferenz fand im Rahmen des Postgraduierten-Stipendienprogramms "Rechtsvergleichende Studien zum eurasischen Recht" statt, das mit der Unterstützung der VolkswagenStiftung am Institut durch das Referat Russland und weitere GUS-Staaten durchgeführt wurde. Die Vorträge beleuchteten die Problematik der legal transplants vor dem Hintergrund der Reformen des Zivilrechts in den Ländern des postsowjetischen Rechtsraums und boten Einblicke in die aktuelle Entwicklung des Zivilrechts in dieser Region.

Zu den Vortragenden zählten neben Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jürgen Basedow, Prof. Dr. Lado Chanturia sowie renommierten Wissenschaftlern aus Georgien, Kasachstan und Aserbaidschan auch die durch das Stipendienprogramm geförderten jungen Rechtswissenschaftler aus den Ländern des Kaukasus und Zentralasiens, die neun Monate am Institut in Hamburg zu selbst gewählten Themen ihres Heimatrechts forschten. Die Konferenz wurde auf deutscher Seite von Dr. Eugenia Kurzynsky-Singer organisiert, die das Stipendienprogramm als Wissenschaftliche Referentin für das Referat Russland und weitere GUS-Staaten leitete.

30.10.2012 – Sebastian A. E. Martens mit dem Joachim Jungius-Preis ausgezeichnet

Dr. jur. habil. Sebastian A. E. Martens, M. Jur. (Oxon.), Wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, wurde am 29. Oktober 2012 der Joachim Jungius-Preis 2011 für herausragende Forschung zum Thema "Historische Grundlagen europäischer Privatrechtsordnungen" verliehen.


Martens erhielt diese der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung gewidmete Auszeichnung für seine am Institut erstellte und von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Reinhard Zimmermann betreute Dissertation "Durch Dritte verursachte Willensmängel". Der Preis wurde ihm vom Vorsitzenden der Joachim Jungius-Stiftung der Wissenschaften zu Hamburg, Prof. Dr. Kurt Pawlik, in festlichem Rahmen am Institut verliehen. Dr. Dorothee Stapelfeldt, Zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft und Forschung in Hamburg, würdigte in ihrem Grußwort die mit dem Preis honorierte "Interdisziplinarität und wissenschaftliche Kühnheit, scheinbar feststehende Lehrmeinungen zu hinterfragen". Es folgte ein Festvortrag von Prof. Dr. Rudolf Meyer-Pritzl, Dekan der juristischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, zum Thema "Vom Römischen Recht zum Europäischen Privatrecht". Abschließend bedankte sich der Preisträger mit einem Kurzreferat aus seiner Doktorarbeit.

Die Arbeit, mit der Martens im Sommersemester 2007 von der Universität Regensburg summa cum laude promoviert wurde, ist 2010 in der vom Institut herausgegebenen Schriftenreihe "Studien zum ausländischen und internationalen Privatrecht" im Verlag Mohr Siebeck erschienen.

Die 2007 ins Leben gerufene gemeinnützige Joachim Jungius-Stiftung der Wissenschaften zu Hamburg verfolgt die Förderung von Wissenschaft und Forschung als unmittelbaren und ausschließlichen Zweck. Der Preis zur wissenschaftlichen Nachwuchsförderung wird alle zwei Jahre zu wechselnden Themen ausgeschrieben.

23.10.2012 – Jürgen Basedow erhält Ehrendoktorwürde der Ivane Javakhishvili Universität Tiflis

Jürgen Basedow, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, wurde am 17. Oktober 2012 vom Rektor der Staatlichen Ivane Javakhishvili Universität Tiflis, Alexander Kvitashvili, als Doctor honoris causa ausgezeichnet.


Mit diesem Ehrentitel wird Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jürgen Basedow, LL.M. (Harvard) als führender Wissenschaftler auf dem Gebiet des internationalen Privat- und Wirtschaftsrechts gewürdigt. In seiner Laudatio hob Prof. Dr. Lado Chanturia außerdem die Verdienste Basedows um die Zusammenarbeit zwischen der juristischen Fakultät der Universität Tiflis und dem Max-Planck-Institut für Privatrecht hervor. Dazu zähle insbesondere die fördernde Betreuung zahlreicher Nachwuchswissenschaftler aus Georgien, die in den vergangenen Jahren am Hamburger Institut geforscht haben.

Die Staatliche Universität Tiflis ist die älteste Universität des Kaukasus. Sie wurde 1918 vom georgischen Historiker Ivane Javakhishvili gegründet und nimmt seit 2005 am Bologna-Prozess teil.

10.10.2012 – Jens Kleinschmidt von der Bucerius Law School habilitiert

Jens Kleinschmidt, Wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist am 10. Oktober 2012 von der Bucerius Law School Hamburg habilitiert worden. Er erhielt die Lehrbefugnis für die Rechtsgebiete Bürgerliches Recht, Zivilverfahrensrecht, Internationales Privatrecht, Rechtsvergleichung und Europäisches Privatrecht.

 

Seine Habilitationsschrift zum Thema "Delegation von Privatautonomie auf Dritte – Zulässigkeit, Verfahren und Kontrolle von Inhaltsbestimmungen und Feststellungen Dritter im Schuld- und Erbrecht" behandelt eine Schnittstelle von materiellem Zivilrecht und Verfahrensrecht. Sie erscheint demnächst im Verlag Mohr Siebeck.

 

Priv.-Doz. Dr. Jens Kleinschmidt studierte Rechtswissenschaften in Köln, Genf und Freiburg sowie an der University of California (Berkeley) und wurde von der Universität Regensburg promoviert. Seit 2005 ist er Lehrbeauftragter an der Bucerius Law School. Im Wintersemester 2012/13 vertritt er eine Professur an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.
11.10.2012 – Südosteuropäisches Post-Doc Treffen in Zagreb festigt regionale Zusammenarbeit im Zivilrecht

Am 27. und 28. September 2012 fand an der juristischen Fakultät Zagreb zum ersten Mal ein Post-Doc Colloquium des South East European Law School Network (SEELS) statt. Als Kooperationspartner von SEELS war das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht an der Planung und Durchführung dieser rechtswissenschaftlichen Nachwuchsveranstaltung aktiv beteiligt.


Dr. Christa Jessel-Holst
, ehemalige Wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, war bereits in die Konzeption des Post-Doc Colloquiums involviert. Dabei konnte sie aus den Erfahrungen des Hamburger Max-Planck-Instituts schöpfen, das seit 1999 jedes Jahr ein internationales Habilitandenkolloquium abhält. In SEELS haben sich 2011 die juristischen Fakultäten der Universitäten Zagreb, Split, Rijeka, Sarajevo, Zenica, Skopje, Podgorica, Tirana, Belgrad, Niš und Kragujevac zu gemeinsamen Projekten zusammengeschlossen. Die Zusammenarbeit erstreckt sich somit auf Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Montenegro und Serbien. Finanzielle Unterstützung für den wissenschaftlichen Austausch erhält SEELS vom Offenen Regionalfonds Südosteuropa – Rechtsreform der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

12.10.2012 – Andreas M. Fleckner erhält den Preis des Deutschen Rechtshistorikertages

Dr. Andreas M. Fleckner, ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, wurde für seine Abhandlung über "Antike Kapitalvereinigungen" mit dem Preis des Deutschen Rechtshistorikertages ausgezeichnet.


In seiner von Prof. Dr. Reinhard Zimmermann, geschäftsführender Direktor am Institut, betreuten Dissertation skizziert Andreas M. Fleckner eine epochenübergreifende Theorie der Kapitalvereinigung und untersucht, ob und in welcher Form die Antike bereits Kapitalvereinigungen zur Finanzierung von Großunternehmen kannte. In seiner Quellenanalyse gelangt er zu dem Ergebnis, dass es im Altertum zwar Kapitalvereinigungen gegeben hat, aber die seit vielen Generationen vermuteten antiken Aktiengesellschaften ein moderner Mythos sind.

Das Werk ist 2010 in der Reihe "Forschungen zum Römischen Recht" im Böhlau Verlag erschienen. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen des 39. Deutschen Rechtshistorikertages am 5. September in Luzern.

04.10.2012 – Sebastian Martens von der Universität Regensburg habilitiert

Sebastian Martens, Wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist am 4. Juli 2012 von der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Regensburg habilitiert worden.


Sebastian Martens, Wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist am 4. Juli 2012 von der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Regensburg habilitiert worden. Er erhielt die Lehrbefugnis für Bürgerliches Recht, Rechtstheorie, Römisches Recht und Privatrechtsgeschichte sowie Rechtsvergleichung. Seine Habilitationsschrift zum Thema "Methodenlehre des Unionsrechts" ist Fragen der Auslegung und Fortbildung des Rechts der Europäischen Union gewidmet. Priv.-Doz. Dr. Sebastian Martens studierte Rechtswissenschaften in Konstanz und Oxford. Nach seiner Promotion an der Universität Regensburg und der Absolvierung des Zweiten Staatsexamens in Hamburg war er neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit am Institut auch als Lehrbeauftragter an den Universitäten Regensburg und Hamburg sowie an der Bucerius Law School tätig. Im Wintersemester 2012/13 vertritt er einen Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Römisches Recht an der Universität Passau.

18.09.2012 – Eckart Bueren erhält den FORIS-Preis

Für seine Dissertation zum Thema "Verständigung – Settlements in Kartellbußverfahren" wurde Dr. Dipl. Volksw. Eckart Bueren, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, am 12. Mai 2012 im Rahmen der Promotionsfeier der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bonn mit dem FORIS-Preis ausgezeichnet.

 

Der von der Bonner FORIS AG gestiftete Preis wird jedes Jahr für exzellente zivilrechtliche Doktorarbeiten verliehen. Besonderen Wert legt die Auswahlkommission dabei auf die wissenschaftliche Vorgehensweise sowie die Aktualität der behandelten rechtlichen Problemstellungen. In der Begründung für die Preisverleihung an Eckart Bueren wurde seine Dissertation, die Verständigungen bei der Verhängung von Bußgeldern durch die Europäische Kommission gewidmet ist, als eine das juristische Schrifttum erheblich bereichernde wissenschaftliche Arbeit gewürdigt, die durch ihre tiefgreifende juristische wie auch ökonomische Analyse beeindruckt.

07.09.2012 – Michael Friedman als "Best Teacher" ausgezeichnet

Michael Friedman, Rechtswissenschaftlicher Lektor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, wurde am 28. August 2012 mit dem "Best Teacher Award" für den Bereich Law des Bucerius / WHU Master of Law and Business – Joachim Herz Program ausgezeichnet.


Das seit 2006 an der Bucerius Law School in Hamburg als weiterbildendes Studium angebotene einjährige englischsprachige MLB Program verknüpft rechtswissenschaftliche und wirtschaftswissenschaftliche Inhalte miteinander. Der "Best Teacher Award" wird am Ende jeden Studienjahres an jeweils einen Dozenten der Bereiche Law und Business verliehen. Die Preisträger werden auf der Grundlage einer Bewertung durch ihre Studenten ausgewählt.

Michael Friedman war nach Abschluss seines Wirtschaftsstudiums an der University of Southern California und seiner Qualifikation zum Juris Doctor an der University of California (Berkeley) in Kalifornien als Pflichtverteidiger tätig, bevor er 2006 an das Hamburger Max-Planck-Institut wechselte. Im selben Jahr nahm er auch seine Lehrtätigkeit an der Bucerius Law School auf.

07.09.2012 – Gabriele Koziol erhält den Preis des Verbandes österreichischer Banken und Bankiers

Gabriele Koziol, ehemalige Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, wurde am 26. Juni 2012 für ihre am Institut erstellte und von Prof. Dr. Reinhard Zimmermann betreute Dissertation zum Thema "Lizenzen als Kreditsicherheiten in rechtsvergleichender Analyse" mit dem Preis des Verbandes österreichischer Banken und Bankiers für Arbeiten im Bereich des Wirtschafts- und Bankrechts ausgezeichnet. Dieser Preis wird jedes Jahr für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten, die geeignet sind, das österreichische Bankwesen zu fördern, vergeben.


Dr. iur. Mag. phil. Gabriele Koziol war von 2006 bis 2007 im Japan-Referat des Instituts tätig und wurde im Wintersemester 2010/11 an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Regensburg promoviert. Sie ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Japanisches Recht und seine kulturellen Grundlagen an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. In ihrer Dissertation untersucht sie die zivilrechtlichen Grundlagen für die Verwendung von Nutzungsrechten an Immaterialgüterrechten als Kreditsicherheiten in Deutschland, Österreich und Japan.

23.07.2012 – Stefan Vogenauer erhält den Humboldt-Forschungspreis

Prof. Stefan Vogenauer, MJur

Stefan Vogenauer, ehemaliger wissenschaftlicher Referent am Hamburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht und Professor für Rechtsvergleichung an der Universität Oxford, wurde am 20. Juni 2012 der Humboldt-Forschungspreis verliehen.

 

Verbunden mit dieser Auszeichnung ist die Einladung, für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr selbst gewählte Forschungsvorhaben in Kooperation mit Fachkollegen in Deutschland durchzuführen. Der seit 2003 als Professor sowie als Fellow des Brasenose College in Oxford tätige Rechtswissenschaftler wird während des akademischen Jahres 2012/13 am Max-Planck-Institut für Privatrecht in Zusammenarbeit mit Reinhard Zimmermann, dem geschäftsführenden Direktor des Instituts, an einem Projekt zur Textstufenforschung im Europäischen Vertragsrecht mitwirken.

 

Die Alexander von Humboldt-Stiftung vergibt den Humboldt-Forschungspreis an im Ausland tätige international anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren grundlegende Entdeckungen, neue Theorien oder Erkenntnisse das eigene Fachgebiet über das engere Arbeitsgebiet hinaus nachhaltig geprägt haben.

17.07.2012 – Jürgen Basedow mit der Ehrendoktorwürde der Leuphana Universität Lüneburg ausgezeichnet

Jürgen Basedow, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, wurde am 11. Juli 2012 von der Fakultät Wirtschaftswissenschaften der Leuphana Universität Lüneburg mit der Ehrendoktorwürde eines Dr. rer. pol. h.c. ausgezeichnet.

 

In ihrer Begründung führt die Fakultät die herausragenden Forschungsleistungen des Geehrten im internationalen Privatrecht, im Europäischen Privat- und Wirtschaftsrecht, insbesondere im Wettbewerbsrecht, im Transport- und Verkehrsrecht sowie im Versicherungsrecht an.

Mit seiner rechtswissenschaftlichen Grundlagenforschung prägt Prof. Dr. Dr. jur. h.c. Dr. rer. pol. h.c. Jürgen Basedow seit vielen Jahren den wissenschaftlichen Diskurs in zentralen wirtschaftsbezogenen Rechtsgebieten. Neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit war und ist er Mitglied verschiedener Beratungsgremien und Kommissionen, darunter der Deregulierungskommission der Bundesregierung sowie der Monopolkommission, deren Vorsitzender er von 2004 bis 2008 war.

12.07.2012 – Katharina Pistor erhält den Max-Planck-Forschungspreis 2012

Die als Michael I. Sovern Professor of Law an der Columbia University School of Law in New York tätige Rechtswissenschaftlerin und ehemalige Mitarbeiterin des Hamburger Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht, Katharina Pistor, erhält den diesjährigen Max-Planck-Forschungspreis.

 

Ausgezeichnet wird damit ihre interdisziplinäre Forschung zwischen Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Als international führende Expertin auf dem Gebiet des vergleichenden Gesellschafts- und Finanzmarktrechts und der vergleichenden Rechts- und Institutionenökonomik hat die Preisträgerin herausragende und innovative Arbeiten zur Rechts- und Finanzmarktentwicklung in Transformations- und Schwellenländern geleistet.

 

Katharina Pistor erhält die Auszeichnung gemeinsam mit Martin Hellwig, Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern. Mit dem Max-Planck-Forschungspreis würdigen die Alexander von Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft jedes Jahr einen in Deutschland und einen im Ausland tätigen Wissenschaftler. Er wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und gehört zu den höchst dotierten Wissenschaftspreisen in Deutschland.

 

02.07.2012 – Hannes Rösler in den Vorstand der Deutsch-Amerikanischen Juristen-Vereinigung gewählt

Priv.-Doz. Dr. Hannes Rösler, LL.M. (Harvard), Wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, wurde auf der Mitgliederversammlung der Deutsch-Amerikanischen Juristen-Vereinigung (DAJV) am 30. Juni 2012 in Heidelberg in den Vorstand gewählt.


Die DAJV zählt rund 3.000 deutsche und US-amerikanische Mitglieder, was sie zur größten wie auch aktivsten binationalen Juristenvereinigung Deutschlands macht. Hannes Rösler engagiert sich bereits seit vielen Jahren für das anglo-amerikanische Recht, insbesondere im Bereich verschiedener Themen des Wirtschaftsrechts. Seit 2008 leitet er das Hamburg International Media Law Forum (IMLF) der DAJV, eine Veranstaltungsreihe, die 2011 zum internationalen Privatrecht des Persönlichkeitsrechts am Hamburger Max-Planck-Institut stattfand. 2012 gastierte das IMLF an der Bucerius Law School zum Thema Produkt-Placement in Europa und den USA.

12.06.2012 – Kooperationsvertrag mit der Universität Oxford verlängert

J. Schmidt, S. Vogenauer, R. Zimmermann, J. Payne

Das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg und die Universität Oxford setzen ihre wissenschaftliche Kooperation fort. Ein bereits seit 2007 zwischen den beiden Lehr- und Forschungsinstitutionen bestehendes Austauschprogramm wurde am 6. Juni 2012 um weitere fünf Jahre verlängert.


Unterzeichnet wurde der neue Kooperationsvertrag von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Reinhard Zimmermann, geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Privatrecht, und Prof. Stefan Vogenauer, Direktor des Oxford Institute of European and Comparative Law. Die beiden Wissenschaftler betreuen das Programm seit seiner Gründung als Koordinatoren jeweils für die deutsche und die englische Seite. Die Kooperation ermöglicht wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts, ein Jahr lang als Max Planck Fellow an der juristischen Fakultät der Universität Oxford eigenständige Forschungen zu betreiben. Im Gegenzug forschen Graduierte und Fakultätsmitglieder aus Oxford am Hamburger Institut. Bisher waren Dr. Walter Doralt, Martin Flohr, Philipp Eichenhofer, Thomas Christian Führich und Leopold Bauer als Max Planck Fellows am Oxforder St. Catherine’s College zu Gast.

11.05.2012 – Johannes Weber mit dem Preis der Esche Schümann Commichau Stiftung ausgezeichnet

Dr. Johannes Weber, Wissenschaftlicher Assistent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht wurde am 30. März 2012 für seine Dissertation ausgezeichnet.

 

Er erhielt diesen Preis für seine am Institut erstellte Arbeit "Gesellschaftsrecht und Gläubigerschutz im internationalen Zivilverfahrensrecht", die im Wintersemester 2010/2011 von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg als Dissertation angenommen wurde und in der vom Institut herausgegebenen Schriftenreihe "Studien zum ausländischen und internationalen Privatrecht" im Verlag Mohr Siebeck erschienen ist. Johannes Weber untersucht darin die Frage nach der internationalen Zuständigkeit für die Durchsetzung von Normen des Gläubigerschutzes im europäischen Zusammenhang.

Die Esche Schümann Commichau Stiftung mit Sitz in Hamburg wurde 1997 aus Anlass des 175-jährigen Bestehens der Sozietät Esche Schümann Commichau gegründet. Sie ist der Förderung der Ausbildung in den rechts-, wirtschafts- und steuerberatenden Berufen gewidmet und verleiht regelmäßig Preise für Dissertationen, Habilitationsschriften und Diplomarbeiten.

27.02.2012 – Hannes Rösler von der Universität Hamburg habilitiert

Am 1. Februar 2012 ist Dr. Hannes Rösler, Wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, von der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Hamburg habilitiert worden. Er erhielt die Lehrbefugnis für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht, Medienrecht, Zivilprozessrecht, Internationales Privatrecht, Europarecht, Rechtssoziologie und Rechtsvergleichung.

 

Seine Habilitationsschrift zum Thema Europäische Gerichtsbarkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts erscheint demnächst im Verlag Mohr Siebeck. Sie beschäftigt sich mit den Strukturen, Entwicklungen und Reformperspektiven des Justiz- und Verfahrensrechts der Europäischen Union.

Privatdozent Dr. Hannes Rösler studierte Rechtswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg und an der London School of Economics and Political Science. Nach zweitem Staatsexamen und der Promotion 2003 absolvierte er das LL.M.-Studium an der Harvard Law School. Seit 2006 ist er Lehrbeauftragter an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg. Er war Gastwissenschaftler an der New York University und Visiting Fellow der Universität Cambridge. Neben verschiedenen Gastdozenturen, unter anderem in Ankara, Frankfurt a.M., Istanbul, Verona, London und Peking, hält er regelmäßig wissenschaftliche Vorträge im In- und Ausland.

08.02.2012 – Reinhard Zimmermann zum neuen Präsidenten der Studienstiftung des deutschen Volkes gewählt

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Reinhard Zimmermann, geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, ist im Dezember 2011 zum Präsidenten der Studienstiftung des deutschen Volkes gewählt worden. Als Nachfolger von Professor Dr. Dr. Gerhard Roth, dessen Amtszeit als Präsident nach acht Jahren endet, trat er das Ehrenamt mit seiner Wahl an.

 

Die Studienstiftung des deutschen Volkes ist das größte und älteste Begabtenförderungswerk in Deutsch­land. Frei von politischen, religiösen und weltanschaulichen Vorgaben fördert sie derzeit mehr als 11.000 besonders begabte Studierende und Doktoranden. Finanziell wird die Stiftung von Bund, Ländern und Kommunen sowie von zahlreichen Stiftungen, Unternehmen und privaten Spendern getragen.