Dorothée Perrouin-Verbe erhält Konrad-Zweigert-Stipendium

17. August 2017

Dorothée Perrouin-Verbe hat vom Verein der Freunde des Hamburger Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht e.V. das Konrad-Zweigert-Stipendium erhalten. Das Stipendium ermöglicht ihr, zwei Monate lang am Institut intensiv wissenschaftlich zu arbeiten. Mit dem Konrad-Zweigert-Stipendium, das den Namen des Institutsdirektors der Jahre 1963 bis 1979 trägt, unterstützt der Verein Institutsaufenthalte besonders ausgewiesener ausländischer Nachwuchs- wissenschaftlerinnen und -wissenschaftler.

Im Interview erzählt Dorothée Perrouin-Verbe über ihre Forschungen und ihren Aufenthalt am Institut.

Frau Perrouin-Verbe, woran forschen Sie gerade?

Dorothée Perrouin-Verbe

Derzeit schreibe ich meine Doktorarbeit, und im Rahmen dieser Arbeit interessiere ich mich für die Grenzen zwischen Vertragsrecht und Haftung bei unerlaubten Handlungen, d.h. zwischen den vertraglichen Schuldverhältnissen sowie Schuldverhältnissen, die aus Schadenersatzanspruch entstanden sind. Im französischen Recht geht es hierbei um das Problem der Unterscheidung zwischen responsabilité contractuellle und responsabilité délictuelle. Ich studiere nicht nur die Unterschiede, sondern auch die Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten zwischen Schadenersatz aufgrund einer Vertragsverletzung und Schadenersatz bei unerlaubter Handlung. Weiterhin interessiere ich mich für alle Situationen, in denen ein Konflikt entstehen kann, auch wenn die Grenzen zwischen beiden Schadenersatzansprüchen festgestellt sind. So kann beispielsweise einer dritten Person, die in den Vertrag nicht eingewilligt hat, ein Schaden wegen Vertragsverletzung entstehen. Um diese Forschung erfolgreich durchzuführen, vergleiche ich verschiedene Rechtsordnungen, insbesondere das deutsche und das französische Recht, die mit diesem Problem sehr unterschiedlich umgehen.

Warum haben Sie das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht für Ihre Forschungsarbeit gewählt?

Der erste Grund für mein Kommen ist, dass die Rechtsvergleichung einen Schwerpunkt meiner Forschungen bildet und das Institut zu den weltweit führenden Institutionen für die Rechtsvergleichung auf dem Gebiet des Privatrechts zählt. Zudem bietet die Bibliothek am Max-Planck-Institut umfassende Literatur zur Rechtsvergleichung, aber auch zum französischen und natürlich zum deutschen Recht. Einige dieser Schriften waren in Frankreich für mich nicht zugänglich, sie sind aber für meine Forschung äußerst nützlich. Der zweite Grund ist meine Liebe zu Deutschland. Als Kind und dann als Jugendliche habe ich die deutsche Sprache kennengelernt und bin viele Male nach Deutschland gefahren. Meine ganze Familie hat zahlreiche Beziehungen zu Deutschland geknüpft, da mein Großvater 1964, als er Bürgermeister meiner Geburtsstadt war, eine starke Städtepartnerschaft mit Glinde in der Nähe von Hamburg aufgebaut hat. Später, als ich Jura-Studentin war, habe ich im Rahmen des Erasmus-Programms einige Jahre in Münster gewohnt, um das deutsche Recht kennenzulernen. Ich freue mich also, für zwei Monate wieder in Deutschland zu leben, zu arbeiten und die Stadt Hamburg zu besichtigen.

Was zeichnet in Ihren Augen die Bibliothek am Institut aus?

Die Bibliothek am Institut zeichnet sich für mich durch die Offenheit der Akademiker und das Renommee der Forschung im Privatrecht aus. Wenn ich hier arbeite, bin ich von Doktoranden und Forschern aus vielen verschiedenen Ländern umgeben und kann also über verschiedene Rechtsordnungen diskutieren und dadurch lernen.

Wie würden Sie die Atmosphäre am Institut beschreiben? Nutzen Sie die Möglichkeit, sich mit anderen Gastwissenschaftlern oder den Wissenschaftlern am Haus auszutauschen?

Die Leute sind alle sehr freundlich und es haben sich schon viele Freundschaften mit anderen Gästen entwickelt. Ich fühle mich hier wohl, weil die Bibliothek sehr bequem zum Arbeiten ist. Ich kann den ganzen Tag sehr konzentriert forschen und am Abend mit anderen Gästen die Stadt genießen.

Gibt es einen Platz am Institut, den Sie besonders gerne mögen?

Zum Beispiel, um sich in ein Buch zu vertiefen oder nachzudenken? Mein Platz in der Bibliothek ist ideal, um zu lesen und um nachzudenken.

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