Übersetzung und Kommentierung des IPR-Gesetzbuchs Panamas

29. Januar 2018

In der Ausgabe 82 (2018) der RabelsZ behandelt Jürgen Samtleben in einem ausführlichen Beitrag Entstehung und Inhalt des neuen panamaischen Gesetzbuchs des Internationalen Privatrechts und seine Bedeutung im lateinamerikanischen Kontext. Im Anhang dazu wird der von Samtleben übersetzte und mit Anmerkungen versehene Gesetzestext in deutscher Sprache abgedruckt.

Die kleine Republik Panama ist ein internationales Finanzzentrum und Sitz der Zentrale vieler Offshoregesellschaften, die vom Steuerrecht des Landes profitieren. Zudem werden ausländische Vermögen in Privatstiftungen und Trusts verwaltet, die besonderen Regeln unterliegen. Für ausländische Reedereien bietet Panama darüber hinaus die Möglichkeit, Schiffe unter seiner Billigflagge zu registrieren.

Angesichts dieser internationalen Verflechtungen ist die rechtliche Regelung des Kollisionsrechts von erheblicher praktischer Bedeutung. Im Oktober 2015 trat das IPR-Gesetzbuch Panamas, mit seinen 163 Artikeln die umfangreichste nationale IPR-Kodifikation in ganz Lateinamerika, die das internationale Privat- und Verfahrensrecht in seinem weitesten Verständnis abdeckt, in Kraft.

Dr. Jürgen Samtleben, von 1971 bis 2002 Leiter des Lateinamerika-Referats am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, hat den Kodex ins Deutsche übertragen. Die Übersetzung liegt in der Ausgabe 82 (2018) der RabelsZ vor. Zum besseren Verständnis des Gesetzbuches mit seiner, wie Samtleben konstatiert, „unkonventionellen“ Struktur, stellt er in seinem in derselben Ausgabe veröffentlichten Artikel „Internationales Privatrecht in Panama – eine neue Kodifikation in Lateinamerika“ die Entwicklung des Internationalen Privatrechts in Panama wie auch in Lateinamerika dar und erläutert die einzelnen Regelungen.

Jürgen Samtleben, Internationales Privatrecht in Panama – eine neue Kodifikation in Lateinamerika, Rabels Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht 82 (2018), 52–135.
Jürgen Samtleben (Übers.), Panama, Gesetzbuch des Internationalen Privatrechts vom 7. Oktober 2015, Rabels Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht 82 (2018), 136–172.

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Seit der Gründung im Jahr 1927 verfolgt Rabels Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht theoretische wie praktische Ziele. Sie versteht sich als Forum internationaler wissenschaftlicher Auseinandersetzung und geistigen Austausches mit der ausländischen Forschung. Dem Gesetzgeber soll sie durch die Vermittlung ausländischer Erfahrungen Hilfe bieten, und sie soll Stellung beziehen zu den Fragen, welche die zunehmende Vereinheitlichung des Rechts durch internationale Abkommen aufwirft.

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