Informationspflichten im japanischen und deutschen Privatrecht

3. Juli 2018

Die kürzlich erschienene Sonderausgabe Nr. 11 der Zeitschrift für Japanisches Recht (ZJapanR) beschäftigt sich mit den Informations- und Offenlegungspflichten in Deutschland und Japan. Der von Harald Baum, Marc Dernauer und Moritz Bälz herausgegebene Band bietet eine umfassende rechtsvergleichende Analyse der Rolle, die Informationspflichten in den beiden Ländern spielen.

Informationspflichten gelten in verschiedenen Bereichen des Privatrechts als „Goldene Regel“. Ihr zugrunde liegendes Konzept besteht in der gesetzlichen Pflicht zur Weitergabe oder Bereitstellung kontextspezifischer Informationen. In Deutschland als auch in Japan haben Informations- und Offenlegungspflichten in den letzten 30 Jahren erheblich zugenommen und dienen als Grundlage der Regulierung unter anderem im allgemeinen Zivilrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Versicherungsrecht und Kapitalmarktrecht.

Die vielfältigen Arten von Informationspflichten werden in dem Sonderheft der ZJapanR „Information Duties. Japanese and German Private Law“ durch führende Privat- und Wirtschaftsrechtler aus Japan und Deutschland analysiert und klassifiziert. Die Untersuchungen beleuchten Unterschiede und Gemeinsamkeiten sowohl aus theoretischer als auch aus praktischer Sicht. Die vergleichende Analyse soll Rechtsexperten in beiden Ländern dazu ermutigen, die Notwendigkeit und den Umfang der bestehenden Informationsregelungen zu prüfen und zu überdenken.

Das Sonderheft geht auf das Symposium „Information Duties under Japanese and German Private Law“ zurück, das anlässlich des 20. Jubiläums der ZJapanR im Jahr 2016 in Tōkyō stattfand. Die Ergebnisse eines zweiten Jubiläums-Symposiums von 2016 sind im Sonderheft Nr. 10 unter dem Titel „Self-regulation in Private Law in Japan and Germany“ veröffentlicht. Die Zeitschrift ZJapanR ist derzeit die weltweit einzige Publikation, die regelmäßig, zeitnah und nach einem konsistenten Konzept die vielfältigen Entwicklungslinien des japanischen Rechts in westlichen Sprachen dokumentiert, analysiert und in einem methodisch wie formal breit gefächerten Ansatz publizistisch zugänglich macht. Harald Baum, Leiter des Japan-Referats am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, hat die Zeitschrift 1996 gegründet.

Marc Dernauer, Harald Baum, Moritz Bälz (Hrsg.), Information Duties – Japanese and German Private Law, Carl Heymanns Verlag, Köln 2018, VIII + 284 S.

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