Die digitale Marktmacht der Internetplattformen

13. November 2019

Die Internetplattformen Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft sind nach der Marktkapitalisierung derzeit die wertvollsten Unternehmen der Welt. Der Einfluss dieser Unternehmen ist dabei nicht auf die wirtschaftliche Dimension begrenzt: Seit der Cambridge-Analytica-Affäre des Jahres 2018 wird auch der politische Einfluss der Unternehmen zunehmend kritisch beurteilt. Maximilian Volmar, ehemaliger wissenschaftlicher Assistent am Max-Planck-Institut für Privatrecht, untersucht in seiner nun vorliegenden Dissertation, was unter dem Begriff „Digitale Marktmacht“ zu verstehen ist und wann diese wirklich vorliegt.

Der wachsende Einfluss der Internetplattformen des 21. Jahrhunderts in wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Hinsicht hat eine Diskussion über die angemessene Regulierung dieser Konzerne ausgelöst. Im Zentrum der Debatte steht das Kartellrecht – das Rechtsgebiet, das zur Kontrolle marktbeherrschender Unternehmen geschaffen wurde. Die Bestimmung des im Kartellrecht fundamentalen Begriffes der marktbeherrschenden Stellung steht in der Rechtsanwendung bei Internetplattformen vor zahlreichen Herausforderungen, von der Unentgeltlichkeit der Leistungen bis hin zur Mehrseitigkeit der Geschäftsmodelle.

In der vorliegenden Arbeit zerlegt Maximilian Volmar den Begriff der marktbeherrschenden Stellung in seine Teile und zeigt auf, inwiefern die Methodik einer Anpassung an die digitale Wirtschaft bedarf. Dabei bezieht er Erkenntnisse der Rechtsökonomie sowie der Rechtsordnungen Deutschlands, der Europäischen Union und der USA in seine Untersuchung ein. Auf Grundlage seiner Ergebnisse bewertet Volmar die Reformbemühungen des Gesetzgebers in der 9. GWB-Novelle. Er zeigt außerdem auf, wo der Blick auf andere Rechtsordnungen für das GWB hilfreich sein könnte.

Die Arbeit geht mit diesen Ergebnissen einen ersten Schritt in Richtung der Aufarbeitung des digitalen Wandels im Rahmen der Marktmachtbestimmung.


Maximilian Volmar, Digitale Marktmacht (Wirtschaftsrecht und Wirtschaftspolitik, 301), Universität Hamburg 2019, Hamburg 2019, Doktorarbeit, 481 S.
Zur Redakteursansicht