Seminar zur Ökonometrie/Empirische Studien |
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MPI für Privatrecht, Hamburg 30.06.2010 - 01.07.2010 |
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Am 30. Juni und 1. Juli 2010 fand auf Einladung von Professor Holger Fleischer am Institut ein Seminar über Ökonometrie statt, das von Professor Jonathan Klick von der University of Pennsylvania abgehalten wurde. Das Seminar gab den Teilnehmern einen Einblick in die Anfertigung empirischer Studien für rechtliche Fragestellungen und verhalf ihnen zu einem besseren Verständnis dieses Teilbereichs von Law & Economics. Professor Klick spannte den Bogen von den Grundlagen der Statistik bis hin zu komplexen empirischen Untersuchungen ausgewählter wirtschaftsrechtlicher Gesetze. Mittels vielfältiger Beispiele veranschaulichte er seine Ausführungen und erleichterte es damit den Teilnehmern, den für Juristen nicht immer einfachen Stoff gut zu verstehen. Zu Beginn gab Professor Klick einen kurzen Überblick über die Entwicklung des Gebietes Law & Economics und erläuterte, wie seit ca. Mitte der 1990er die empirische Analyse für die US-amerikanische Rechtsforschung immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Mittlerweile spielt sie an allen größeren Law Schools eine wichtige Rolle. Professor Klick unterschied in seinen Ausführungen zwischen der „descriptive analysis“ und der „inferential analysis“. Erstere bestehe darin, bestimmte rechtliche Phänomene zu beschreiben, wie bspw. die Unterschiede zwischen verschiedenen Rechtssystemen. Statistische Auswertungen helfen in diesem Zusammenhang bei der Ordnung und Kategorisierung von Informationen und ermöglichen objektivere Aussagen über die Rechtswirklichkeit als bloß „anekdotische“ Beweise. Die „inferential analysis“ dient demgegenüber dazu, mit Hilfe von Proben und statistischen Messverfahren Theorien über die Rechtswirklichkeit zu entwickeln, die eine Bewertung der Rechtslage erlauben. Für empirische Studien im Finanzrecht spielt insbesondere die „event study“ eine wichtige Rolle. Aufgrund finanztheoretischer Konzepte, wie der Markteffizienzhypothese und dem Capital Asset Pricing Model (CAPM), kann das Problem der fälschlicherweise unberücksichtigt gebliebenen wesentlichen Variablen vernachlässigt werden. Dies erleichtert die Durchführung empirischer Studien erheblich. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass die genannten Konzepte (Markteffizienz, CAPM) und die ihnen zugrunde liegenden Voraussetzungen – auch aufgrund der Finanzkrise – nicht unumstritten sind. Eine „event study“ besteht regelmäßig aus vier Schritten: 1) Identifizierung eines Ereignisses (insbesondere wann dieses eintrat, dies kann bspw. bei einem „schleichenden“ Eintritt, wie dem langsamen Durchsickern einer Information in den Markt, schwer zu bestimmen sein); 2) Entwicklung eines „kontrafaktischen Modells“ (zur Bestimmung dessen, was zu erwarten wäre, wenn das Ereignis nicht eingetreten wäre); 3) Ermittlung des abnormalen, d.h. vom Normalmaß abweichenden, Gewinns; 4) Ermittlung, ob dieser abnormale Gewinn statistisch signifikant und nicht lediglich zufällig eingetreten ist. Wichtige Quellen für Finanzdaten, um solche „event studies“ durchzuführen, sind (insbesondere für die USA) das Center of Research of Securities Prices (CRSP) und der Wharton Research Data Service (WRDS). Abgerundet wurde das Seminar durch einen Überblick über die verschiedenen Law & Economics Journals und ihre Bedeutung sowie eine Übersicht über weiterführende Werke zur empirischen Analyse. |
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Datum der Veröffentlichung: 15.07.2010 |
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