Die World Anti-Doping Agency reformiert gegenwärtig den World Anti-Doping Code (WADC), um den Kampf gegen Doping mit privatrechtlichen Mitteln weiter zu verstärken. Diese Reform und ihre Folgen für die Sportler, die Verbände und die Rechtspraxis standen im Mittelpunkt des Symposiums in Hamburg, wo Juristen und Sportler gemeinsam über die Revision des WADC diskutierten. Neben der Darstellung der bisherigen Regelungen des WADC und der Rechtsprechung des Court of Arbitration for Sports (CAS), wurde die Neuregelung des WADC ausführlich rechtlich gewürdigt und von Vertretern der Athleten, der Sportverbände und der Rechtspraxis kommentiert (inzwischen wurde der neue WADC veröffentlicht).
Radprofi Jörg Jaksche kritisierte, dass Sportler zu wenig in den Reformprozess miteinbezogen würden, wobei weder Jaksche selbst noch sein Rechtsanwalt, Dr. Michael Lehner, den grundsätzlichen Nutzen des WADA-Code bestreiten. Schließlich profitiert Jaksche bereits von dessen alter Fassung - er wurde nur für ein statt der üblichen zwei Jahre gesperrt. Demgegenüber forderte Ulrich Haas, Mainzer Jurist und einer der Autoren der Neufassung, "mehr Einzelfallgerechtigkeit". Dr. Dirk-Reiner Martens, Richter beim Internationalen Sportschiedsgerichtshof (CAS) in Lausanne, hält die vorgesehene 2-Jahres Sperre für zu rigide, wenn Athleten, die grob fahrlässig dopen genauso hart bestraft werden wie vorsätzlich Handelnde. Aus Sicht der Verbände betonte Prof. Dr. Denis Oswald, ebenfalls Richter beim CAS, an der Seite von Marion Rodewald, Hockey-Olympiasiegerin und Mitglied des Aktivenbeirats im Deutschen Olympischen Sportbund, die führende Rolle des Internationalen Sportbundes im Kampf gegen Doping und bei der Reform des WADA-Codes. Er forderte mit Nachdruck mehr Flexibilität und Einzelfall-Management.
Schließlich wurde deutlich, dass es ein gemeinsames Ziel aller Beteiligten gibt: eine Prävention, die "junge Sportler davor bewahrt, in die falsche Richtung abzudriften", wie Jörg Jaksche es in seinem Schlusswort formulierte.
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