Symposium on Private Enforcement of European Competition Law

Am 6. und 7. April 2006 veranstaltete das Institut ein Symposium zur privaten Kartellrechtsdurchsetzung.

 

Nach Veröffentlichung des Grünbuchs zu Schadensersatzklagen wegen Verletzung des EU-Wettbewerbsrechts am 19. Dezember 2005 und des dazugehörigen Arbeitspapiers der Kommissionsdienststellen vom 10. Februar 2006 war die Tagung dazu bestimmt, einen Beitrag zu der Diskussion um die Fortentwicklung des Rechts der privaten Kartellrechtsdurchsetzung zu leisten.

 

Emil Paulis (Europäische Kommission, Generaldirektion Wettbewerb) eröffnete die Tagung mit einem Vortrag über „Private Enforcement of EC Competition Law as Part of European Competition Policy“. Es schloss sich ein Vortrag von Walter van Gerven (Katholieke Universiteit Leuven) über das Thema „Private Enforcement of EC Competition Rules in the ECJ: Courage v Crehan and the way ahead” an. In ausführlichen Länderberichten wurden sodann die amerikanischen, deutschen, französischen und italienischen Erfahrungen mit der privaten Kartellrechtsdurchsetzung vorgetragen; diese Berichte wurden von Hannah Buxbaum (Indiana University), Wulf-Henning Roth (Universität Bonn), Laurence Idot (Université de Paris I, Panthéon-Sorbonne) und Carlo Castronovo (Università Cattolica Del Sacro Cuore, Milano) erstattet. Letzter Vortrag des ersten Tages war die ökonomische Perspektive auf „The Assessment of Damages and the Passing-On Defense“ von Martin Hellwig (Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern).

Am Folgetag wandte sich die Tagung zunächst der prozessualen Seite privater Kartellrechtsdurchsetzung zu. Rolf Stürner (Universität Freiburg) sprach über „Duties of Disclosure and Burden of Proof in the Private Enforcement of European Competition Law” und stellte die Modelle kontinentaleuropäisch und angelsächsisch geprägter Prozessordnungen gegenüber. Im Anschluss widmete sich Astrid Stadler (Universität Konstanz) dem Thema „Collective Action as an Efficient Means for the Enforcement of European Competition Law“. Ulf Böge (Bundeskartellamt) erörterte sodann das Verhältnis der privaten zur behördlichen Kartellrechtsdurchsetzung mit einem Vortrag über „Leniency Programs and the Private Enforcement of European Competition Law“. Jürgen Basedow (Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht) beschloss die Tagung mit einem Blick auf „Private Enforcement of European Competition Law – Jurisdiction and Applicable Law“.

 

Die Symposiumsbeiträge mit ausführlichen Diskussionsberichten sind 2007 in einem von Jürgen Basedow herausgegebenen Tagungsband bei Kluwer Law International erschienen.


Datum der Veröffentlichung: 06.03.2006
Veranstalter: MPI für Privatrecht

  • Geändert am: 08.08.2011
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