CISG Symposium: Its Impact in the Past and Its Role in the Future
Nicht nur der 25. Jahrestag der Convention on Contracts for the International Sale of Goods (CISG) im Jahr 2005 rechtfertigten, das im Rahmen der 30. Tagung für Rechtsvergleichung abgehaltene Symposium dem CISG zu widmen. Die Regelungen des CISG erlangten auch im Prozess der Harmonisierung des europäischen Vertragsrechts eine grosse Bedeutung. Der von der Kommission 2003 veröffentlichte Aktionsplan für ein kohärenteres europäisches Vertragsrecht sah die Möglichkeit der Schaffung eines "optional instrument" im Rahmen des europäischen Vertragsrechts vor. Dem Aktionsplan zufolge soll das "optional instrument" Vertragsparteien Regelungen zur Verfügung stellen, die besonders auf grenzüberschreitende Verträge im internationalen Handel abgestimmt sind. Auch wenn der Aktionsplan keine weiteren Aussagen zu dem "optional instrument" macht, so stellt sich die Frage nach dem Verhältnis zum CISG. Das Spektrum reicht von einem konkurrierenden europäischen (internationalen) Kaufrecht bis hin zu einem Instrument, das sich nur mit Problemen befasst, die ausserhalb des Anwendungsbereichs des CISG liegen. Des Weiteren haben die Regelungen des CISG auch erheblichen Einfluss auf das europäische Vertragsrecht ausgeübt. So sind beispielsweise die Verbrauchsgüterkaufrichtlinie, die Principles of European Contract Law sowie die Unidroit Principles of International Commercial Contracts vom CISG beeinflusst. Schließlich machen es weitere Entwicklungen in Europa erforderlich zu diskutieren welche Rolle dem CISG in Zukunft zukommen wird. Die Europäische Union öffnet sich den Staaten Zentral- und Osteuropas, die aufgrund der zu erwartenden zunehmenden Handelsbeziehungen mit Westeuropa eine mögliche Anpassung ihrer Vertragsrechte prüfen mussten. Aus diesem Grunde ist zu untersuchen, wie das Vertragsrecht dieser Staaten durch das CISG beeinflusst wurde.
Das Symposium beschäftigte sich mit den Einflüssen dieser Entwicklungen auf das CISG. Der erste Teil war einer kritischen Analyse einiger zentralen rechtlichen Konzepte des CISG gewidmet, der Struktur der Rechtsbehelfe im Allgemeinen und dem Schadensersatz im Speziellen. Im Anschluss wurde die Beziehungen zwischen dem CISG und nationalen Rechten anhand des Rücktritts beim Irrtum und den Rechtsbehelfen im Deliktsrecht. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Rolle des CISG im Prozess der Harmonisierung des europäischen Vertragsrechts. Abschließend wurde auch noch die praktische Bedeutung des CISG im Geschäftsverkehr - insbesondere in den Vereinigten Staaten - beleutet.
Franco Ferrari, The Interaction between the United Nations Conventions on Contracts for the International Sale of Goods and Domestic Remedies (Rescission for Mistake and Remedies in Tort Law)
Ewoud Hondius, CISG and a European Civil Code - Some Reflections
Peter Huber, CISG – The Structure of Remedies
Alastair Mullis, Twenty Five Years On – The United Kingdom, Damages and the Vienna Sales Convention
Mathias Reiman, CISG in the United States: Why It Has Been Neglected and Why Europeans Should Care
Fryderyk Zoll, The Impact of the Vienna Convention on the International Sale of Goods on Polish Law, With Some References to other Central and Eastern European Countries
Die Beiträge sind im ersten Heft 2007 der RabelsZ mit einem Vorwort von Reinhard Zimmermann veröffentlicht.

