Zeitschrift für Europäisches Privatrecht (ZEuP)
Zu den bedeutsamsten juristischen Entwicklungen der Gegenwart gehört die allmähliche Herausbildung eines europäischen Privatrechts. Rechtsbewusstsein, Rechtsprechung, Literatur und Juristenausbildung sind jedoch seit Jahrzehnten weithin an den nationalen Rechten orientiert. Inspiriert von dem Ziel der Europäisierung des Privatrechts sowie der Europäisierung der Privatrechtswissenschaft gründeten im Jahre 1993 Jürgen Basedow (Hamburg), Uwe Blaurock (Freiburg i. Br.), Axel Flessner (Berlin), Reiner Schulze (Münster) und Reinhard Zimmermann (Hamburg) die „Zeitschrift für Europäisches Privatrecht“ (ZEuP). In dem ersten Heft der Zeitschrift skizzierten sie ihr Programm:
„Es soll Aufgabe dieser Zeitschrift sein, das Bewußtsein für die europäischen Gemeinsamkeiten im Privatrecht über die sprachlichen und staatlichen Grenzen hinweg zu stärken und das allgemeine Privatrecht als einen Dreh- und Angelpunkt der wiederentstehenden europäischen Rechtsordnung zu etablieren. Der durch Rechtsgeschichte und Rechtsvergleichung erschlossene gemeinsame Fundus der heute geltenden Rechtsordnungen, das in internationalen Konventionen niedergelegte Einheitsprivatrecht sowie das europäische Gemeinschaftsprivatrecht sind die Quellen eines neuen europäischen Privatrechts. Den mit diesen Materien befaßten Wissenschaftlern und Praktikern soll mit der neuen Zeitschrift ein gemeinsames Diskussions- und Informationsforum geboten werden.“
Die Zeitschrift legt ihren inhaltlichen Schwerpunkt auf die Zentralmaterien des Privatrechts. Von diesem Ausgangspunkt leistet sie auch einen Beitrag zum Verständnis des internationalen Einheitsrechts. Räumlich deckt sie nicht nur das Gebiet der Europäischen Gemeinschaft ab. Vielmehr erstreckt sie sich auf die Rechte des gesamten europäischen Kulturraums und nimmt auch deren Ausstrahlung über Europa hinaus in den Blick. Da die ZEuP in Deutschland herausgegeben wird, erscheint sie vorwiegend in deutscher Sprache. Sie wendet sich jedoch ebenso an Leser außerhalb des deutschen Sprachraums und veröffentlicht auch Beiträge in englischer und französischer Sprache.
Da die Europäisierung der Privatrechtswissenschaft auch Anliegen der Lehre und Ausbildung ist, gehören neben Wissenschaftlern, Richtern und Rechtsanwälten auch Studenten und Referendare zum angesprochenen Leserkreis. Hervorzuheben ist der jährlich ausgelobte ZEuP-Preis für studentische rechtshistorische oder rechtsvergleichende Arbeiten, die methodisch und thematisch von der Europäisierung des Privatrechts inspiriert sind.
Die ZEuP erscheint vierteljährlich im Verlag C.H. Beck (München). Zu den fünf Gründungsherausgebern kam vor einigen Jahren Gerhard Wagner (Bonn) hinzu. Zusätzlich sind der Zeitschrift ein Netz von korrespondierenden Herausgebern und ein Kuratorium mit Mitgliedern aus dem In- und Ausland verbunden. Die Geschäftsführung rotiert unter den Herausgebern im Zweijahresturnus; sie liegt derzeit bei Gerhard Wagner.
Für weitere Informationen: www.zeup.beck.de