China-EU School of Law
Im Jahr 2008 hat im Auftrag der Europäischen Kommission und der Volksrepublik China ein unter der Leitung der Universität Hamburg (UHH) stehendes Hochschulkonsortium eine China-EU School of Law (CESL) in Peking errichtet. Mit einem Förderumfang von 35 Millionen Euro ist die CESL im Bereich der europäisch-chinesischen Rechtskooperation in den nächsten Jahren eines der herausragenden EU-Projekte. Das Hamburger Max-Planck-Institut ist als assoziierte Institution an dem Projekt beteiligt.
Außerdem beteiligt sind unter anderem die Universitäten Madrid (Spanien), Bologna (Italien), Robert-Schuman Strasbourg (Frankreich), Sciences Po Paris (Frankreich), Lund (Schweden), Leuven (Belgien), Manchester (Großbritannien), Krakau (Polen), Maastricht (Niederlande) sowie die Central European University (Ungarn), die Eötvos Lorand Universität (Ungarn) in Budapest und das Trinity College Dublin (Irland). Auf chinesischer Seite werden die beiden Pekinger Universitäten China University of Political Science and Law (CUPL) und die Tsinghua University mitwirken. Unterstützt wird das Konsortium dabei im Wesentlichen von der Bucerius Law School, den Max-Planck-Instituten (Hamburg, Heidelberg, München und Freiburg), dem Europa-Kolleg Hamburg und mehreren europäischen Rechtsanwaltskanzleien.
Die Genehmigung zur Errichtung der CESL erteilte das chinesische Bildungsministerium am 19. September 2008. Die feierliche Eröffnung fand am 23. Oktober 2008 unter Teilnahme von LI Keqiang, Vize-Minsterpräsident der Volksrepublik China, und Jose Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission, statt.
An der CESL wird seit der Eröffnung ein zweijähriges Masterprogramm im Europarecht unterrichtet, das sowohl zum Erwerb eines chinesischen wie auch eines europäischen Mastertitels führt. In einem zweiten Modul werden seit November 2008 „Professional Trainings“ in unterschiedlichen Rechtsgebieten und zum Erwerb praktischer Fähigkeiten für chinesische Richter, Staatsanwälte und Anwälte angeboten. Außerdem ist ein chinesisch-europäisches Forschungs- und Beratungsinstitut eingerichtet worden, dessen Aufgabe es ist, die Reformen der chinesischen Gesetzgebung akademisch und beratend zu begleiten. Am 10. und 11. Januar 2009 fand in Beijing der erste CESL Forschungsworkshop statt. In den Jahren 2009 und 2010 konnte das Institut die herausragensten Studierenden der CESL willkommen heißen, um im Rahmen einer Sommerschule an eintägigen Seminaren zum europäischen Privatrecht teilzunehmen.
Die Europäische Kommission finanziert das CESL-Projekt mit einer maximalen Fördersumme von 17,7 Mio. Euro bei einer Laufzeit von fünf Jahren. Die chinesische Seite beteiligt sich mit einer Sacheinlage in Höhe von knapp zehn Mio. Euro. Weitere 7,58 Mio. Euro werden von dem Gewinnerkonsortium als Eigenanteil erbracht und schlüsseln sich wie folgt auf: Der Senat beteiligt sich an der Finanzierung mit 2,6 Mio. Euro, die Universität mit 1,2 Mio. Euro und die Bundesregierung mit 800.000 Euro. Weitere knapp drei Mio. Euro werden von den internationalen Hamburger Konsortialpartnern erbracht.
Bilder
Prof. Dr. Hinrich Julius, Dr. Knut B. Pißler und Prof. Dr. Ninon Colneric (v.l.n.r.) beim ersten CESL Forschungsworkshop in Beijing im Januar 2009 |
Eröffnungsfeier der CESL am 23. Oktober 2008 auf dem Changping-Campus der CUPL |
Erstes Konsortialtreffen der CESL vom 28. bis 30. Januar 2008 im Hamburger Max-Planck-Institut |

