4. Hamburg International Media Law Forum (IMLF)

MPI für Privatrecht, Hamburg, 16.05.2011, 18:00 Uhr

Zum Thema "Die Verletzung von Persönlichkeitsrechten im Internationalen Privatrecht – Die Reform der Rom II-Verordnung und Lehren aus den USA" diskutieren:

Prof. Dr. Bettina Heiderhoff
Fakultät für Rechtswissenschaft, Universität Hamburg

Prof. Dr. Peter Hay
Emory University, School of Law, Atlanta/USA

Dr. Hannes Rösler, LL.M. (Harvard) – Moderation
Wiss. Referent, Max-Planck-Institut für Privatrecht, Hamburg



Begrüßung
Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Basedow, LL.M. (Harvard)
Direktor, Max-Planck-Institut für Privatrecht, Hamburg

Dr. Daniel Biene, LL.M (New York)
DAJV-Zentralvorstand


Zum Inhalt der Veranstaltung
In einer zunehmend internationaler und digitaler werdenden Medienwelt stellt sich die Frage des auf Mediendelikte anwendbaren Rechts immer häufiger. Selbst innerhalb der EU bestehen gravierende Unterschiede bei der Abwägung von Persönlichkeitsrechten und Medienfreiheiten. Darum konnte sich der Unionsgesetzgeber bei der Schaffung der Rom II-Verordnung nicht auf eine Kollisionsnorm einigen: Dessen Art. 1 Abs. 2 lit. g nimmt außervertragliche Schuldverhältnisse wegen Verletzung der Privatsphäre und der Persönlichkeitsrechte aus dem Anwendungsbereich der Verordnung aus. Mittlerweile steht aber eine Nachbesserung vom Rom II auf der Tagesordnung, die auch eine Regelung für die Verletzung von Persönlichkeitsrechten umfassen könnte. Diese Veranstaltung diskutiert die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten und vergleicht sich mit dem reichen Erfahrungsschatz aus den USA, die sowohl bei den Persönlichkeitsrechten als auch im Kollisionsrecht vielfältig auf Europa ausgestrahlt haben.


Prof. Dr. Bettina Heiderhoff forscht und lehrt nach Promotion und Habilitation in Leipzig seit 2006 an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg. Sie hat sich intensiv mit Fragen des IPR und IZVR beschäftigt und bereits zur Frage einer europäischen Kollisionsregel für Pressedelikte publiziert (EuZW 2007, 428). Hervorzuheben ist auch ihr jüngerer Beitrag zu dem Online-Symposium „Rome II and Defamation“, das auf ein von Diana Wallis ausgearbeitetes „Working Document“ des Europäischen Parlaments sowie die rechtsvergleichende „Mainstrat Study“ reagiert. Heiderhoffs Beitrag, der sich entgegen der herrschenden Ansicht in Deutschland, für eine lex fori-Lösung stark macht, ist über http://conflictoflaws.net/2010/rome-ii-and-defamation-online-symposium aufzurufen.

Prof. Dr. Peter Hay lehrt nach Studium an der University of Michigan (B.A., J.D.) und Stationen als Professor an der University of Pittsburgh und der University of Illinois (1963-1991), seit 1991 an der Emory University in Atlanta, Georgia, dort seit 1992 auf dem L.Q.C. Lamar Lehrstuhl. Von 1994 bis 2000 hatte er ebenfalls den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, ausländisches und internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Universität Dresden inne. Hay ist Honorarprofessor der Universität Freiburg und Träger des Forschungspreises der Alexander von Humboldt Stiftung sowie Ehrenmitglied der DAJV. Große Bekanntheit hat Hay durch die Lehrbücher „US-Amerikanisches Recht“ (4. Aufl. 2008) und „Law of the United States“ (3rd ed. 2010) erlangt, die auch in spanischen und chinesischen Ausgaben vorliegen. Zudem erschien kürzlich Hay/Borchers/Symeonides, Conflict of Laws (5th ed. 2010).

Dr. Hannes Rösler, LL.M. (Harvard) ist nach Studium in Marburg sowie jeweils einjährig an der London School of Economics und der Harvard Law School seit 2004 wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht. Zudem ist er Lehrbeauftragter für Medienrecht an der Universität Hamburg. Er hat umfangreich und rechtsvergleichend zum Medienrecht publiziert. Hervorzuheben ist „Dignitarian Posthumous Personality Rights – An Analysis of U.S. and German Constitutional and Tort Law“ (Berkeley J. Int’l L. 26 [2008], 153-205). Demnächst erscheint ein Beitrag von ihm über „Libel Tourism in U.S. Conflict of Laws“. Rösler ist seit 2008 Mitorganisator des International Media Law Forum.

Um Anmeldung bis zum 6. 5. 2011 per e-Mail an mail@dajv.de wird gebeten.

Datum der Veröffentlichung: 28.02.2011

Weitere Informationen

Bericht zur Veranstaltung
  • Geändert am: 04.07.2011
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