Corporate Governance und Haftung bei Kreditinstituten – Die Lehren aus der Finanzmarktkrise
Deutsche Bundesbank, Hamburg, 16.11.2010, 17:00 Uhr
Unter dem Titel: "Corporate Governance und Haftung bei Kreditinstituten – Die Lehren aus der Finanzmarktkrise" findet am Dienstag, 16. November 2010, eine Vortragsveranstaltung der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank, Hamburg, der Universtität Hamburg und des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht statt.Die Finanzmarktkrise hat zahlreiche Gesetze und Reformvorschläge auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene hervorgerufen, darunter die Verschärfung der Baseler Eigenkapitalvorschriften, die Regulierung von Weiterverbriefungen, Leerverkäufen und Rating-Agenturen, eine europäische Finanzaufsicht und eine allgemeine Bankenabgabe. Soeben hat der Bundestag auch ein Restrukturierungsgesetz verabschiedet. Die Corporate Governance von Kreditinstituten einschließlich der Haftung bei diesen ist – abgesehen von Vergütungsregeln – bislang weniger diskutiert worden. In diese Lücke stößt die Veranstaltung mit Vorträgen von Professor Lutter, Bonn, über „Haftungsprobleme bei Kreditinstituten und ihrer Leitung nach der Krise“ und Professor Snower, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft Kiel, über „Struktur- und Prozessüberlegungen zur Krisenprävention im Bankgewerbe“ und der anschließenden Podiumsdiskussion.
Vielfach wurde übersehen, dass die asymmetrische Verteilung von Chancen und Risiken an den Finanzmärkten eine wesentliche Ursache der Krise war. Die Krise ist kein Beweis für das Versagen unserer marktwirtschaftlichen Ordnung. Sie ist vielmehr darauf zurückzuführen, dass ein wesentliches Steuerungselement, nämlich die Balance zwischen Ertragschancen und Risikoübernahme, außer Kraft gesetzt war. Ein möglicher Ansatz zur Vertrauensbildung und Krisenprävention könnte in einer schärferen persönlichen Haftung von Vorständen und Aufsichtsratsmitgliedern von Kreditinstituten (und möglicherweise von Entscheidungsträgern auf nachgelagerter Ebene) liegen. Manche denken sogar an eine Art Produkthaftung ohne Verschulden für toxische Finanzprodukte. Wenn es bei einer Verschuldenshaftung bleibt, fragt sich, wie die Verhaltens- und Organisationspflichten in den Kreditinstituten in geeigneter Weise präzisiert und verschärft werden können. Dabei kommt es maßgeblich auf die Durchsetzung der Ansprüche an. Denkbar ist eine unmittelbare Außenhaftung, die Einleger und Anleger selbst geltend machen könnten. Wir brauchen nicht nur mehr Verantwortung und Ethik im Finanzgewerbe. Nachgedacht werden muss auch über Sanktionen bei Fehlverhalten.
BEGRÜßUNG
Adelheid Sailer-Schuster
Deutsche Bundesbank Hauptverwaltung Hamburg
Prof. Dr. Dieter Lenzen
Universität Hamburg
Prof. Dr.Dr. Dr. h.c. mult. Klaus J. Hopt
Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht
VORTRÄGE
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Marcus Lutter
Zentrum für Europäisches Wirtschaftsrecht der Universität Bonn
„Haftungsprobleme bei Kreditinstituten und ihrer Leitung
nach der Krise“
Prof. Dennis Snower, Ph.D.
Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel
„Überlegungen zur Krisenprävention im Bankgewerbe“
PODIUMSDISKUSSION
Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus J. Hopt (Moderation)
Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht
Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach
ehem. Nell-Breuning-Institut für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik Frankfurt
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Marcus Lutter
Zentrum für Europäisches Wirtschaftsrecht der Universität Bonn
Prof. Dr. Dirk Jens Nonnenmacher
HSH Nordbank AG
Prof. Dennis Snower, Ph.D.
Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel
Prof. Dr. Rolf von Lüde
Universität Hamburg
Die Veranstaltung ist nicht öffentlich!
Datum der Veröffentlichung: 16.11.2010

