Das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht „Rechtswissenschaftliche Forschung im Spannungsfeld zwischen Globalisierung und nationalen Rechtsordnungen“
Das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht (kurz: MPI für Privatrecht) ist der rechtsvergleichenden Grundlagenforschung auf den Gebieten des ausländischen, europäischen sowie internationalen Privat-, Handels-, Wirtschafts- und Zivilverfahrensrecht gewidmet. Hierfür analysiert das MPI für Privatrecht systematisch ausländische Rechtsordnungen und vergleicht diese sowohl mit dem deutschen Recht als auch untereinander. Ein wichtiges Ziel der Forschungsarbeit des MPI für Privatrecht ist dabei, die Möglichkeiten für eine Vereinheitlichung der diversen nationalen Rechtssysteme zu untersuchen. Insbesondere im vereinten Europa, vor dem Hintergrund der zunehmenden Globalisierung und der damit einhergehenden Internationalisierung des Rechts, ist dies eine bedeutende wissenschaftliche Aufgabe. Das Institut beschäftigt derzeit 146 Mitarbeiter.
Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind vor allem im Kontext der europäischen Rechtsvereinheitlichung das Schuldrecht, insbesondere das Vertragsrecht, das Gesellschafts- und Konzernrecht einschließlich des Rechts der Non-Profit-Organisationen, das Bank- und Kapitalmarktrecht, Transport- und Verkehrswirtschaftsrecht, das Versicherungsvertragsrecht und Recht der Kreditsicherheiten sowie das Wettbewerbsrecht. Über Europa hinaus sind unter anderem die Untersuchungen der Corporate Governance in der Triade Europa-USA-Japan, die regionalen Schwerpunkte Ostasien und islamische Länder sowie Forschungen zu Mischrechtsordnungen Weg weisend.
Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten spiegeln sich in wissenschaftlichen Veröffentlichungen sowie in Empfehlungen und Gutachten für Kommissionen, Regierungen und Gerichte wieder. Darüber hinaus wirken die Wissenschaftler am MPI für Privatrecht bei der Vorbereitung von Gesetzen auf nationaler und internationaler Ebene mit. Die internationale Zusammenarbeit und die Etablierung von Wissenschaftsnetzwerken mit inländischen und ausländischen Universitäten und Hochschulen sorgen für neue Forschungsimpulse.
Die Bibliothek:
Das MPI für Privatrecht verfügt über eine der umfangreichsten Sammlungen für Zivilrechtsliteratur in Welt. Die derzeit rund 460.000 Bände umfassende Bibliothek bildet die Grundlage der wissenschaftlichen Forschung der Institutsmitarbeiter und der jährlich rund 900 Bibliotheksgäste aus aller Welt.
Die Direktoren des MPI Privatrecht:
Das Institut wird von drei Direktoren geführt, die Position des geschäftsführenden Direktors wechselt turnusmäßig.
- Jürgen Basedow (seit 1997 am Institut)
Schwerpunkte: Internationales Privatrecht, Europäisches Privat- und Wirtschaftsrecht, insbesondere Wettbewerbsrecht, Transport- und Verkehrsrecht, Versicherungsrecht
- Holger Fleischer - derzeit geschäftsführender Direktor (seit 2009 am Institut)
Schwerpunkte: Deutsches- und europäisches Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht, Handelsrecht einschließlich Bilanzrecht, ökonomische Analyse des Rechts, Rechtsvergleichung
- Reinhard Zimmermann (seit 2002 am Institut)
Schwerpunkte: Europäische Privatrechtsvereinheitlichung, Schuldrecht in historischer und vergleichender Perspektive, Beziehungen zwischen englischem common law und kontinentaleuropäischem civil law, Mischrechtsordnungen
Auszüge aus der Geschichte des MPI Privatrecht:
Das Institut wurde 1926 unter Beteiligung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft gegründet. Zunächst sollte das MPI der Abwicklung der juristischen Folgen des 1. Weltkriegs dienen und dafür Grundlagenforschung auf dem Gebiet der zivilrechtlichen Rechtsvergleichung und des internationalen privaten Rechtsverkehrs betreiben. Erster Direktor war Ernst Rabel, einer der großen Juristen des vergangenen Jahrhunderts. Mit seiner Monografie „Das Recht des Warenkaufs“ rangierte Rabel zum Wegbereiter der internationalen Rechtsvergleichung.
Im Jahre 1949 wurde das Institut in die Max-Planck-Gesellschaft integriert. Das Institut siedelte 1956 nach Hamburg um, nachdem es 1944 von Berlin nach Tübingen evakuiert wurde, um den wertvollen Bibliotheksbestand des Instituts zu retten.
Ansprechpartner für die Presse:
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Frau Nicola Wesselburg
Mittelweg 187
20148 Hamburg
Tel.: 040/41900-377 (-367)
presse@mpipriv.de
Internet: www.mpipriv.de