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Nicola Wesselburg

 

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Sportrechtssymposium
am 14. November 2016

Ausschreitungen beim Fußball: Sanktionen der Verbände gegenüber Vereinen und Haftung der Zuschauer

 

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Hintergrund und Zielsetzung

Das Forum für internationales Sportrecht ist eine gemeinschaftliche Initiative des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg und des Max-Planck-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik in München. Ziel des Forums ist es, regelmäßig aktuelle Fragestellungen des internationalen Sportrechts zu thematisieren und öffentlich mit Vertretern aus Sport, Wirtschaft und Wissenschaft zu diskutieren. Die Symposien richten sich an alle praktisch oder wissenschaftlich tätigen Juristen, die sich für Fragen des Sportrechts interessieren.

Die immer weiter wachsende Ökonomisierung des Sports gefährdet seine Autonomie. Zugleich trägt sie bei zu einer immer stärkeren Verrechtlichung. Denn auf den gewerblichen Sport und die an seiner Organisation und Vermarktung Beteiligten sind die für alle geltenden Gesetze anwendbar: von den allgemeinen Vorgaben der Verfassung bis zu den Regelungen des Wirtschaftsrechts.

Das Sportrecht ist deshalb eine ebenso wichtige und aktuelle wie spannende Materie. Ihr besonderer Reiz ergibt sich nicht zuletzt daraus, dass hier Fragestellungen aus so gut wie allen juristischen Disziplinen ineinander greifen. Dazu gehören etwa Vereinsrecht, Arbeitsrecht, Schadensersatzrecht, Gesellschaftsrecht, Wirtschaftsrecht, Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht und Strafrecht. Von immer größerer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang auch die internationale Perspektive,  beispielsweise durch das europäische Gemeinschaftsrecht. Die Folge dieses Querschnitts sind eine national wie international immer verzweigtere Rechtsprechung sowie Literatur – und zunehmende Informationsdefizite bei den verschiedenen Akteuren.

Der Anstoß für die Gründung des Forums für internationales Sportrecht stammt von Professor Dr. Ingo von Münch, ehemaliger Zweiter Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht wird das Projekt von Prof. Dr. Reinhard Zimmermann geleitet, am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik von Prof. Dr. Ulrich Becker.

Wenn Sie in Zukunft zu den Symposien des Forums für internationales Sportrecht eingeladen werden wollen, bitten wir um eine entsprechende Mail an veranstaltungen@mpipriv.de.

Sportrechtssymposium am 14.11.2016

Ausschreitungen beim Fußball: Sanktionen der Verbände gegenüber Vereinen und Haftung der Zuschauer

 

Ausschreitungen im und um das Stadion sind mittlerweile auch eine Begleiterscheinung des Fußballs in Deutschland. Dafür lassen sich in den letzten Jahren genügend Beispiele finden: Angefangen beim Abbrennen von „Bengalos“ auf den Rängen, das nach einigen Ultragruppierungen der Fans noch zur „Fankultur“ gehört, über Gegenstände, die auf das Spielfeld geworfen werden, bis hin zu Schlägereien zwischen Gruppen sogenannter Anhänger. Die Verbände verfolgen das Ziel, Fußballspiele als friedliche und familientaugliche Freizeitveranstaltung zu organisieren. Sie nehmen deshalb die Vereine in Haftung. So bestimmt der DFB in seiner Rechts- und Verfahrensordnung: „Der gastgebende Verein und der Gastverein bzw. ihre Tochtergesellschaften haften im Stadionbereich vor, während und nach dem Spiel für Zwischenfälle jeglicher Art“ (§ 9a Nr. 2). Auf dieser Grundlage werden zunehmend verbandsrechtliche Sanktionen verhängt. Die betroffenen Vereine haben ihrerseits damit begonnen, dafür die Verursacher privatrechtlich in Regress zu nehmen. So wollen sie einerseits die finanziellen Folgen abwälzen, andererseits aber auch weiteren Ausschreitungen vorbeugen. Der DFB begleitet das mit einem sog. 9-Punkte-Papier, das Grundsätze zur Verfolgung und Ahndung von Zuschauerfehlverhalten enthält (abrufbar unter: www.dfb.de/fileadmin/_dfbdam/55113-9-Punkte-Plan.pdf).

 

Das Wechselspiel von steigender Gewaltbereitschaft, Verbandssanktionen und Regress berührt nicht nur die schwierige Balance zwischen Entfaltung der Fankultur und Sicherstellung eines reibungslosen Ablaufs von Großveranstaltungen. Es wirft auch rechtliche Fragen auf, die erst in Ansätzen gerichtlich geklärt sind. Was sind „Ausschreitungen“ im Sinne der jeweiligen Satzungen? Welche Verbandsstrafen lösen eine Haftung aus? Sind die Verbandsregelungen mit höherrangigem Recht vereinbar? Kann das Verhalten der Zuschauer dem veranstaltenden Verein und/oder dem Verein der Gastmannschaft zivilrechtlich zugerechnet werden? Welcher Verschuldensgrad ist für eine Haftung zu fordern? Wer genau ist haftbar zu machen, wer gilt als „Anhänger“ oder „Fan“?

 

Diese und damit verbundenen Fragen, etwa nach der Effektivität von Sanktionen und einem Rückgriff, sollen auf dem Hamburger Sportrechtsforum 2016 diskutiert werden. In einem einleitenden Referat werden die rechtlichen Grundlagen von Prof. Dr. Marc-Philippe Weller, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Handelsrecht, Internationales Privatrecht, Rechtsvergleichung an der Universität Heidelberg, dargestellt und analysiert. Im Anschluss folgen Statements von Vertretern verschiedener Interessen und eine Diskussion zwischen den Podiumsteilnehmern unter Einbeziehung des Publikums.

 

Eingeladen sind:

  - ein Vertreter des DFB;

  - ein Manager eines Fußballbundesligisten;

  - ein Vertreter der Faninteressen und

  - ein Vertreter der Arbeitsgemeinschaft „Fananwälte“.

 

Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist möglich unter dem Link

 

Anmeldung Sportrechtssysmposium

 

Alternativ kann eine Anmeldung auch formlos mit einer Email an veranstaltungen@mpipriv.de erfolgen.

Veranstaltungsberichte der Sportrechtssymposien

Literaturauswahl zu Themen des Sportrechts

Linksammlung zum Sportrecht

Gesetzgeber und Verwaltung

Arbeitsgemeinschaft Deutscher Sportämter (ADS)

Department for Culture, Media and Sport (UK)

US-Regierung


Gerichte und Schiedsgerichte


Tribunal Arbitral du Sport/Court of Arbitration for Sport

Europäischer Gerichtshof/Europäisches Gerichts erste Instanz

Pressemitteilungen des DFB-Gerichts

Bundesgerichtshof
 

 

Juristische Zeitschriften

Zeitschrift für Sport und Recht

Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin

Harvard Journal of Sports & Entertainment Law (im Aufbau)

Marquette Sports Law Review - (ehemals: Marquette Sports Law Journal)

The Entertainment and Sports Lawyer



Arbeitsgemeinschaften und Forschungsinstitute


Arbeitskreis Sportökonomie e.V.

Bundesinstitut für Sportwissenschaft

Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention

Institut national du sport et de l'education physique (INSEP)

Nationale Anti Doping Agentur (NADA)

Sport and Recreation Law Association

Sport Information Resource Centre

UK Sports Council

World Anti-Doping Agency



Verbände & Institutionen allgemein

Deutscher Olympischer Sport Bund (DOSB)

Deutscher Behinderten-Sportverband (DBS)

Deutscher Betriebssportverband

Deutscher Rollstuhlsportverband

International Sports Lawyer Association (ISLA)

The Sports Lawyers Association (SLA)

International Olympic Committee (IOC)

International Paralympic Committee Special Olympics

Stiftung Deutsche Sporthilfe



Sportrecht Internetportale


Sportrecht.org (Deutsches Sportrechtsportal)

Infosport (Rechtstexte zum französischen Sportrecht)

Legisport (Allgemeines zum französischen und europäischem Sportrecht)

Lexinter (Bibliographie Sportrecht)

Sportrecht - Gerichts-Urteile im Umfeld des Sports